Eine Reise durch die Wechseljahre
Freie Tage„Mit der Social-Media-Kampagne #wirsindneunmillionen - die Zahl verweist auf die Anzahl von Frauen in Deutschland, die potenziell in ihren Wechseljahren sind - forderten Menopause-Aktivistinnen, die Wechseljahre ...
„Mit der Social-Media-Kampagne #wirsindneunmillionen - die Zahl verweist auf die Anzahl von Frauen in Deutschland, die potenziell in ihren Wechseljahren sind - forderten Menopause-Aktivistinnen, die Wechseljahre zu enttabuisieren und ihnen auch in der gynäkologischen Praxis, im medizinischen Grundstudium sowie in der Fachärzteausbildung mehr Aufmerksamkeit zu schenken.“
Doch der Weg dahin war lang: von der Hexenverfolgung über die Entdeckung der Menopause bis zu ihrer Vermarktung. „Freie Tage“ reiht sich nicht in die Ratgeber für betroffene Frauen ein, sondern beleuchtet geschichtliche, gesellschaftliche und kulturelle Aspekte.
So lese ich hier zum ersten Mal, wie der Begriff im 19. Jahrhundert geprägt wurde oder dass die Symptome, abhängig von Herkunft und Wohnort, unterschiedlich empfunden werden können. Auch wenn die Belege in einer umfangreichen Quellensammlung angegeben werden, kann ich einige Dinge kaum glauben, zumal diese an anderen Stellen im Buch konträr dargestellt werden, ohne dass eine wissenschaftliche Einordnung erfolgt.
In meinen Augen kam die Autorin damit nicht auf den Punkt. Es wirkte wie eine lange Aneinanderreihung von Fakten, die mit persönlichen Episoden gespickt wurden. In teilweise recht langen Kapiteln ging mir mitunter der Kontext des Kapitels verloren beziehungsweise fehlte die Quintessenz. Das ist schade, denn thematisch fand ich die Auseinandersetzung durchaus interessant.