Cover-Bild Insel der Ratten
(49)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 25.06.2026
  • ISBN: 9783550201530
Jo Nesbø

Insel der Ratten

Roman | Über eine Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist | hochklassige Spannung von Bestsellerautor Jo Nesbø!
Günther Frauenlob (Übersetzer)

Ein erschreckend realistischer Roman – relevant, dramatisch, wahr

Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod.  

Dieses Buch hat das Potential wie Herr der Fliegen oder Farm der Tiere zu ihrer Zeit.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2026

Chaos - düster, aber aktuell

0

Mich hat das Cover sofort angesprochen. Und da ich inzwischen einige Bücher von Jo Nesbø gelesen habe, war ich natürlich neugierig auf seinen "Endzeit-Thriller".
Ein Pandemie wütet über das Land. Gewalt, ...

Mich hat das Cover sofort angesprochen. Und da ich inzwischen einige Bücher von Jo Nesbø gelesen habe, war ich natürlich neugierig auf seinen "Endzeit-Thriller".
Ein Pandemie wütet über das Land. Gewalt, Chaos, Plünderungen, Armut und Hunger herrschen überall. Gewalttätige Banden brechen in Häuser ein, vergewaltigen und töten und rauben.
Einige wenige, Reiche, schaffen ihre Familien und die Menschen, die ihnen wichtig sind, aus der Stadt. Auch der reiche Unternehmer, Colin Lowe, hat sich eine ehemalige Gefängnisinsel gekauft, um dort mit seiner Familie zu leben. Einzig sein Sohn Brad ist nicht bei ihm.
Brad ist Anführer einer Gang, die schwerbewaffnet mit ihren Motorrädern durch die Straßen fahren um zu plündern und zu rauben.
Als Brad mit seinen Leuten in die Villa von Will, der ein Freund und der Jurist seines Vaters ist, einbricht, Wills Frau vergewaltigen lässt und die Tochter entführt, sinnt Will auf Rache.
Jo Nesbø erzählt die Story aus mehreren Perspektiven, so, daß man die Protagonisten gut kennenlernen kann. Die düstere Szenerie beschreibt er sehr gut, so dass der Lesende sich mitten in diesem Chaos wiederfindet und alles bildlich vor sich sieht.
Das Buch ist gar nicht so realitätsfern und regt zum Nachdenken an. Es ist kein dicker Wälzer, aber er hat es geschafft, in etwas mehr als 200 Seiten eine spannende Story zu schreiben mit einem Ende, mit dem man nicht rechnet.
Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen und ich freue mich auf weitere Bücher von Jo Nesbø.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2026

Ich bin mal wieder restlos begeistert

0

Eingesperrt in einer Garage und nicht eingreifen können. Anhören müssen, wie seine Frau laut schreit und schnell klar wird, was mit ihr geschieht. Ein Alptraum für jeden Mann. Will ist fassungslos und ...

Eingesperrt in einer Garage und nicht eingreifen können. Anhören müssen, wie seine Frau laut schreit und schnell klar wird, was mit ihr geschieht. Ein Alptraum für jeden Mann. Will ist fassungslos und hofft, dass alles nur ein Alptraum ist. Aber nein, der Überfall ist Realität und dass er zum Nichtstun gezwungen ist, ebenfalls. Als dann auch noch seine Tochter verschleppt wird und er erfährt, wer für dieses Elend verantwortlich ist, fasst er einen Plan.

Nein, es ist kein typischer Nesboe. Aber auch dieser Thriller hat es in sich.
"Die Insel der Ratten", gelesen von Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff zog mich von der ersten Seite in den Bann. Spannend, locker geschrieben und perfekt vorgetragen, so mag ich gute Thriller. Und dies ist einer. Bemerkenswert, wie der Autor eine Situation beschreibt, die auch wir vor wenigen Jahren erlebten. Eine Pandemie, die unsere Gesellschaft bis heute spaltet. Ebenfalls sehr gut dargestellt ist die Frage, ob Menschen der Justiz glauben können oder ob Selbstjustiz eine bessere Alternative ist. Toller Thriller und uneingeschränkte Empfehlung von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2026

Vor dem Gesetz sind alle gleich

0

Eine Pandemie hat die Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Es herrschen Hunger rund Angst, jeder ist sich seiner selbst am nächsten und das gesellschaftliche Leben kann kaum noch aufrechtgehalten werden. ...

Eine Pandemie hat die Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Es herrschen Hunger rund Angst, jeder ist sich seiner selbst am nächsten und das gesellschaftliche Leben kann kaum noch aufrechtgehalten werden. Brutale Gangs beherrschen die Städte und ziehen mordend und schändend durch die Straßen auf der Jagd nach Benzin und Essen. Dabei gerät Wills Tochter Amy in die Gewalt einer dieser Gangs, und obwohl der Anführer Brady der Sohn von Wills bestem Freund ist lässt er keine Gnade walten. Rachegelüste kommen in Will auf, doch er versucht als Jurist stets noch die Grenzen einzuhalten, so dass Selbstjustiz für ihn keine Lösung darstellt. Er will Brady vor Gericht bringen...

Der norwegische Erfolgsautor Jo Nesbo konnte mich mit seinen Kriminalromanen und Thrillern schon mehrfach begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in seinem knackigen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die von ihm erschaffene dystopische Welt entführte. Der Spannungsbogen wird mit den dramatischen Entwicklungen um eine Pandemie sehr gut aufgebaut und über den daraus resultierenden Kampf ums Überleben auf einem aus meiner Sicht stets hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich eine packende Story, bei dem es in einer völlig aus den Fugen geratenden Welt um den Erhalt der menschlichen Würde geht. Es kommt zu einer ständigen Auseinandersetzung zwischen Rachegelüsten und der Wahrung vorgesehener Grenzen. Ein überraschender Plot rundet den Kurzroman für mich gelungen ab und ließ mich ein wenig nachdenklich zurück.

Insgesamt hat mir der Ausflug Jo Nesbos in dystopische Welten gut gefallen und er zeigt damit seine Fähigkeit, spannende Geschichten auch fern des gängigen Kriminalroman- oder Thriller-Genre zu erschaffen. Die Außergewöhnlichkeit und der gesellschaftliche Seitenhieb konnten mich voll und ganz überzeugen, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 19.07.2026

Insel der Reichen und Feiglinge

0

Mit dem Buch „Insel der Ratten“ schafft der Autor Jo Nesbø ein dystopischen Nach-Pandemie Thriller, der schreckend aktuell und authentisch wirkt.

Die dystopische Welt die Nesbø hier schafft ist wirklich ...

Mit dem Buch „Insel der Ratten“ schafft der Autor Jo Nesbø ein dystopischen Nach-Pandemie Thriller, der schreckend aktuell und authentisch wirkt.

Die dystopische Welt die Nesbø hier schafft ist wirklich düster und auch gruselig. Nach einer Pandemie hat sich die Gesellschaft komplett verändert und Banden regieren die Straßen. Selbst die Polizei schützt sich selbst vor Überfällen, da sie Waffen besitzen und dies ein teures Gut bei den Banden auf der Straße ist. Wir lesen aus verschiedenen Sichten und merken, dass nicht jeder unbedingt freiwillig bei diesen Gangs mitmacht, sondern es auch ein Weg ist zu überleben, wenn auch ein sehr gefährlicher.
Die Insel der Ratten ist eine Insel, die wie eine kleine eigene funktioniere Stadt aufgebaut wurde und dem reichen Unternehmer Colin Lowe mit seiner Familie Zuflucht bietet. Natürlich ist diese Insel nicht für die Allgemeinheit geöffnet.

Aus der Sicht von Will, treffen wir auf Brad, den Sohn von Colin Lowe, der mit seiner Bande wohl sein eigenes Imperium aufbauen möchte. Doch nachdem Wills Tochter Amy entführt worden ist, will Will sie natürlich zurückholen und verfolgt Brads Gang. Es kommt immer wieder zu Kämpfen, Toten und Verletzten, dies macht die Geschichte immer wieder düster und auch authentisch. Ich fand nichts übertrieben, sondern nur brutal ehrlich. Jo Nesbø beschönigt nichts, sondern erklärt und schreibt die Dinge wie sie sind. Dies hinterlässt immer wieder Gänsehaut und doch will man immer weiter lesen.

Es ist erschreckend, dass man sich überhaupt nicht sicher sein kann. Sobald jemand bemerkt, dass man ein etwas teures zum Überleben hat, wie zum Beispiel einen Stromgenerator, gerät man in das Visier dieser Banden. Also selbst wenn man denkt, man ist sicher und kann überleben in dieser kaputten Gesellschaft, wird einen bewusst, wie wenig man sich tatsächlich vorbereiten kann.

Der Showdown am Ende wurde gut beschrieben und die Handlung hat sich immer wieder zugespitzt. Es war insgesamt ein wirklich packender Thriller, den ich so noch nicht gelesen habe. Die Print-Variente hat 208 Seiten und das Hörbuch eine Länge von 4 Stunden und 23 Minuten. Die beiden Sprecher Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischof konnten die Stimmung und Atmosphäre der Charaktere und der Handlung wirklich gut einfangen und wiedergeben. Ich fand die Betonungen wirklich gut und gerade auch die Stimme von Oliver Siebeck hat gut zu Will gepasst.

Ich habe noch nicht viele Bücher von Jo Nesbø gelesen und doch konnte mich dieser Thriller wieder abholen. Dadurch wurde ich überzeugt mir mehr Bücher von dem Autor anzuschauen und kann für dieses Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2026

kurzer dystopischer Roman mit moralischen Fragen

0

Die Welt hat sich nach einer Pandemie verändert und die bisherigen Strukturen von Recht und Ordnung liegen darnieder. Diverse Banden übernehmen zunehmend die Kontrolle über die Stadt, während sich die ...

Die Welt hat sich nach einer Pandemie verändert und die bisherigen Strukturen von Recht und Ordnung liegen darnieder. Diverse Banden übernehmen zunehmend die Kontrolle über die Stadt, während sich die Polizei immer mehr zurückzieht beziehungsweise überfordert ist. Armut, Arbeitslosigkeit und Plünderungen stehen an der Tagesordnung. Colin Lowe, reicher Unternehmer, ist auf die Insel der Ratten geflüchtet, in seine Preper Unterkunft. Sein Sohn Brad terrorisiert mit seiner Bande in der Zwischenzeit die Menschen am Festland. Eines Tages überfällt er auch mit viel Gewalt das Zuhause von Will, Colins ältestem Freund und Rechtsbeistand. Dabei entführt er Wills Tochter Amy. Will sinnt auf Rache.

Die Geschichte wird aus Sicht von zwei Protagonisten geschildert – Will dem Jugendfreund von Colin, der auch Opfer des Überfalls wird und Yvonne, Vizeanführerin von Brads Bande Chaos. Die Erzählung verläuft nicht linear in die Zukunft, sondern wechselt auch innerhalb eines Kapitels immer wieder in einen Rückblick. Für mich zu Beginn etwas verwirrend.

Wie anhand des Umfangs des Buches rasch klar wird, ist die Geschichte eher kurz. 200 Seiten geben schlichtweg nicht so viel Gelegenheit Charaktere zu entwickeln wie die anderen, seitenstärkeren Werke des Autors. Auch war die Erzählung als Kurzgeschichte innerhalb eines Sammelbandes konfiguriert. Für mich waren der Charakter und die Zweifel von Will durchwegs greifbar und verständlich, allerdings blieben andere Charaktere wie Wills Frau und auch Brad für mich etwas blass. Man erkennt, wie sehr der „Gutmensch“ Will mit sich ringt, als er nach Rache sinnt. Doch wie soll die Rache aussehen – Selbstjustiz oder die Übergabe an den verbliebenen Rechtsstaat.

Die Stimmung der Endzeit ist von Anfang an gut transportiert – merkt man doch die Beklemmung schon, als geschildert wird, wie eine Gruppe Personen am Dach eines Hochhauses auf einen Helikopter wartet, während sich einige Stöcke unter ihnen Menschen Zutritt verschaffen wollen. Dieses Gefühl und auch damit verbundene Brutalität spinnen sich glaubhaft durch den ganzen Roman.

Auch die Gestaltung des Buches, die so oft kritisiert wird, passt für mich zu dieser Endzeitstimmung. Der Einband der aus einem dicken, nicht folierten Karton und grob geschnittenen Kanten besteht, greift den Charakter der Erzählung – die Not und die Anarchie – einfach gut auf.

Ein dystopischer Roman, der so manche moralische Frage aufwirft und mich trotz aller kleiner Schwächen nachdenklich zurücklässt.