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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2026

Ich bin mal wieder restlos begeistert

Insel der Ratten
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Eingesperrt in einer Garage und nicht eingreifen können. Anhören müssen, wie seine Frau laut schreit und schnell klar wird, was mit ihr geschieht. Ein Alptraum für jeden Mann. Will ist fassungslos und ...

Eingesperrt in einer Garage und nicht eingreifen können. Anhören müssen, wie seine Frau laut schreit und schnell klar wird, was mit ihr geschieht. Ein Alptraum für jeden Mann. Will ist fassungslos und hofft, dass alles nur ein Alptraum ist. Aber nein, der Überfall ist Realität und dass er zum Nichtstun gezwungen ist, ebenfalls. Als dann auch noch seine Tochter verschleppt wird und er erfährt, wer für dieses Elend verantwortlich ist, fasst er einen Plan.

Nein, es ist kein typischer Nesboe. Aber auch dieser Thriller hat es in sich.
"Die Insel der Ratten", gelesen von Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff zog mich von der ersten Seite in den Bann. Spannend, locker geschrieben und perfekt vorgetragen, so mag ich gute Thriller. Und dies ist einer. Bemerkenswert, wie der Autor eine Situation beschreibt, die auch wir vor wenigen Jahren erlebten. Eine Pandemie, die unsere Gesellschaft bis heute spaltet. Ebenfalls sehr gut dargestellt ist die Frage, ob Menschen der Justiz glauben können oder ob Selbstjustiz eine bessere Alternative ist. Toller Thriller und uneingeschränkte Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 20.07.2026

Ein schonungsloser Blick in die Vergangenheit der USA

Die unbekannte Sally Hemings
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Kaum zu glauben, dass ein Geheimnis 200 Jahre lang tatsächlich auch geheim bleibt. Und doch nachzuvollziehen. Damals gab es weder Instagram noch Facebook und Neuigkeiten wurden wenn überhaupt nur schleppend ...

Kaum zu glauben, dass ein Geheimnis 200 Jahre lang tatsächlich auch geheim bleibt. Und doch nachzuvollziehen. Damals gab es weder Instagram noch Facebook und Neuigkeiten wurden wenn überhaupt nur schleppend verbreitet. "Die unbekannte Sally Hemings" befasst sich mit der Sklavin Sally, deren große Liebe der dritte Präsident der USA war.

Neben dem Verhältnis zwischen Präsident und Sklavin spielt auch das Leben der Leibeigenen in den USA eine Rolle. Sally lebte mit ihrer Mutter auf der Plantage Monticello. Die war das Eigentum von Thomas Jefferson. Sie war gerade mal 15 Jahre alt, als sie die Geliebte Jeffersons wurde. Sieben Kinder „schenkte“ Sally ihrem Liebsten aber erst im Jahr 1998 wurde die Vaterschaft durch einen DNA-Test bestätigt. Undenkbar, dass Jefferson sich zur Mutter seiner Kinder bekannt hätte. Niemals wäre er Präsident der USA geworden.

Es ist ein Buch, das pünktlich zum Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung erschien. Wer sich für die Historie der USA interessiert und dabei nicht die Augen vor Sklavenhandel und Unterdrückung der Afrikaner verschließt, wird dieses Buch mögen. Es ist eine Zeitreise, die 60 Jahre umfasst und sehr deutlich zeigt, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit wohl noch lange dauert. Afroamerikanische Autoren haben einen besonderen Sprachstil und es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnte. Das Original wurde im Jahr 1979 veröffentlicht und auch das macht dieses Buch so außergewöhnlich.

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Veröffentlicht am 15.07.2026

Marc Raabe weiß, wie man gute Thriller schreibt

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Nele ist nicht bei der Sache als sie neben dem kopflosen Torso steht. Wäre da nicht der Mitarbeiter des Verkehrsbetriebes gewesen, sie wäre von der Bahn überrollt worden. Nach diesem Schock schafft sie ...

Nele ist nicht bei der Sache als sie neben dem kopflosen Torso steht. Wäre da nicht der Mitarbeiter des Verkehrsbetriebes gewesen, sie wäre von der Bahn überrollt worden. Nach diesem Schock schafft sie es endlich, sich auf den Fall zu konzentrieren. Wer ist diese junge Frau mit dem auffälligen Tattoo? Und wo befindet sich ihr Kopf? Nele und Art werden mit einem Fall konfrontiert, der sie an ihre Belastungsgrenze bringt.

Nachdem ich den ersten Band der Reihe hörte und dieser mir bestens gefiel, freute ich mich auf das Hörbuch "Im Morgengrauen". Vorgetragen wird es von zwei Sprechern. Peter Lontzek ist für die Ermittlungen zuständig und Pia-Rhona Saxe berichtet als Ich-Erzählerin von einer jungen Frau, die sich überreden ließ, gegen den Kanzler zu agieren. Das Buch wechselt also zwischen Vergangenheit und den Ermittlungen in der Gegenwart.

Es mag sein, dass man auch ohne das Lesen der ersten Bücher diesem hier gut folgen kann. Aber ich war froh, dass ich den ersten Band vorher hörte. So fand ich schneller ins Thema. Es gibt nämlich etliche Hinweise auf die Vergangenheit von Art und seinen Freunden. Das muntere Hin und Her ist abwechslungsreich und auch die Spannung bleibt konstant. Wobei mit dieses Mal dann doch die Längen ab der Mitte zu ausgeprägt waren. Das wird aber Fans des Autors nicht abhalten und sie werden nicht enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Das Buch vermittelt viel Wissen über die Toskana

Sommerwind in der Toskana
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Mit ihren Eltern fuhr Laura sehr oft in die Toskana. Der Onkel hatte dort ein Haus und für die Familie waren es preiswerte Ferien. Sie erinnert sich an langweilige Urlaube, bei denen sie immer die gleichen ...

Mit ihren Eltern fuhr Laura sehr oft in die Toskana. Der Onkel hatte dort ein Haus und für die Familie waren es preiswerte Ferien. Sie erinnert sich an langweilige Urlaube, bei denen sie immer die gleichen Menschen und Landschaften sah. Nichts Aufregendes geschah. Jetzt ist der Onkel tot und Laura bekommt Post von einem Anwalt. Als sie erfährt, dass sie das Haus des Onkels erbt, ist sie überrascht. Sie möchte unbedingt das Erbe annehmen und dann das Anwesen schnellstmöglich verkaufen.

Laura reist in die Toskana und trifft sich mit einem geschäftstüchtigen Makler. Der hat auch sehr rasch einen potenziellen Käufer an der Hand. Laura ist überrascht, welche Summe ihr von dieser Seite geboten wird. Doch ihre Nachbarn warnen sie vor dem Käufer. Sie kennen ihn und seine Absichten. Laura kommt ins Grübeln. Zudem sieht sie den Sohn der Nachbarn wieder und seine Ideen fesseln sie. Nein, so schnell verkaufen will sie dann doch nicht und bittet sich Bedenkzeit aus.

Dass die Autorin den Landstrich über den sie in "Sommerwind in der Toskana" schreibt bestens kennt, merkt man sofort. Das sind die bildhaften Darstellungen der Landschaft sowie das Hintergrundwissen zum Weinbau. Auch einige Rezepte gilt es zu entdecken, wobei mir schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlief. Hier, in Mittelitalien gibt es noch etliche Menschen, die von der Landwirtschaft leben. Aber auch der Tourismus spielt eine Rolle, wobei die kleinen Orte wohl doch noch nicht so überlaufen sind, wie etwa Florenz. Das Buch gefiel mir gut und meine Empfehlung kommt von Herzen.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Ein Buch mit Tiefgang und das trotz einiger Längen

Sunshine Man
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Sie verabschiedet sich von ihrem Mann und den beiden Kindern. Dabei sagt sie nichts von ihren Plänen und weiß doch, dass sie am Abend nicht zurück kommt. Sie ist davon überzeugt, dass ihr Mann sie von ...

Sie verabschiedet sich von ihrem Mann und den beiden Kindern. Dabei sagt sie nichts von ihren Plänen und weiß doch, dass sie am Abend nicht zurück kommt. Sie ist davon überzeugt, dass ihr Mann sie von ihrem Vorhaben abbringen möchte. Das kann sie allerdings nicht zulassen. Das ist sie ihrer Schwester schuldig. Heute wird deren Mörder entlassen und Birdie kennt nur ein Ziel: Rache. Sie möchte ihn töten.

Jimmy saß 18 Jahre für einen Mord, den er nie gestanden hat. Und trotzdem glaubten alle, dass nur er als Täter in Frage kommt. Schließlich gehörte er zu den berüchtigten Maguires. Alle, die in dieser Familie aufwuchsen, waren im Dorf bekannt und verrufen. Dass Birdies Schwester sich ausgerechnet in einen von ihnen verliebt haben sollte? Nein, das kann nicht sein.

Es dauert eine Weile, bis das Buch Fahrt aufnimmt und die Story spannend wird. Was mir besonders gut gefiel, das war die Darstellung von Vorurteilen, die fest in den Köpfen von Mitmenschen verankert sind. Häufig genügt es, dass man in eine Familie geboren wird, die keinen guten Ruf hat. Ohne eigenes Dazutun wird man als minderwertig oder gar asozial abgestempelt. Wären nicht diese Längen und das zuweilen nicht nachvollziehbare Hin und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ich gäbe fünf Sterne.

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