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Veröffentlicht am 11.02.2026

Tauben flüstern mit ihren Flügeln

Der letzte Sommer der Tauben
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Es war der Tag, an dem das Feuer alle unislamischen Farben und Formen verschlingen sollte. Die Tauben flüchteten vor den lauten Tönen, welche die Rotoren der Flugzeuge verursachten. Sie flogen über das ...

Es war der Tag, an dem das Feuer alle unislamischen Farben und Formen verschlingen sollte. Die Tauben flüchteten vor den lauten Tönen, welche die Rotoren der Flugzeuge verursachten. Sie flogen über das Dach von Noah und seinen Eltern. Und nicht nur die Vögel hatten Angst. Auch Noah. Was wird nun aus ihrem Leben, ihrer Freiheit? Kehrt Bagdad wieder ins Kalifat zurück? Noahs Vater verkaufte bisher bunte Kleider und Wäsche. Die muss er komplett ausräumen und alle Kartons, welche die Gesichter oder gar Körperteilen von Frauen zeigen, übermalen. Nur noch Niqabs darf er künftig verkaufen. Alle anderen Waren bringt Noah zum Marktplatz. Hier wird eine riesiges Feuer entfacht und alles verbrannt.

Handys und unliebsame Bücher oder Alkohol sowie Zigaretten, nichts ist mehr erlaubt. Die Religionspolizei hat alle Macht und ihre Augen wachen über die verängstigten Menschen. Wer sich wehrt, wird zu Tode gesteinigt oder erschossen. Noahs Mutter und die schwangere Schwester dürfen nicht mehr ohne Begleitung das Haus verlassen. Es ist eine Situation, die wir uns hier in Deutschland gar nicht vorstellen können.

Welch ein berührendes Buch. Abbas Khider schreibt so einfühlsam und doch so klar, dass ich sein Werk kaum aus der Hand legen konnte. Obwohl das Thema traurig und von Verlusten geprägt ist. Sein feiner Humor schaffte es immer wieder, dass ich schmunzeln musste. Ja, und spannend ist der Roman auch. Besonders diese Empathie für seine Tauben, brachten mir den Jungen Noah besonders nah. Das Lesen des Buches ist ein Muss für alle, die hochwertige Literatur mögen.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Welch wunderschönes Buch, ich bin begeistert

Mathilde und Marie
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Es ist kein Ereignis, das sich lauthals ankündigte und in aller Munde war. Und trotzdem bewirkte der Einzug Maries in das Dorf Redu sehr viel. Dabei wusste sie gar nicht, dass sie hierher geraten würde. ...

Es ist kein Ereignis, das sich lauthals ankündigte und in aller Munde war. Und trotzdem bewirkte der Einzug Maries in das Dorf Redu sehr viel. Dabei wusste sie gar nicht, dass sie hierher geraten würde. Nur der Wunsch, das hektische und laute Paris zu verlassen, brachte sie zum Einsteigen in einen Zug. Ziel unbekannt. Warum sie dann ausgerechnet in dem verschlafenen Örtchen Redu landete? Das lag an der jungen Frau, die sie während der Fahrt kennenlernte. Die ist Isländerin und überredet sie nachdrücklich, doch mit nach Redu zu kommen. Einem Bücherdorf in den belgischen Ardennen.

Marie ist Hektik gewohnt und lebt eigentlich nur für ihre Arbeit. In Redu laufen die Uhren anders. Kein Smartphone, kein Fernsehen, kein Internet sondern nur Natur. Wie gut das tut, merkt Marie sehr schnell. Die Spaziergänge in der Natur geben ihr Kraft. Sie genießt den Geruch des Waldes und den Gesang der Vögel. Und hat zudem eine treue Begleiterin namens Anneliese. Nein, das ist keine Frau. Es handelt sich dabei um eine Labradorhündin, die Marie seit dem ersten Zusammentreffen abgöttisch liebt.

Ein wunderschöner, ruhiger Roman. Er zeigt deutlich, wie die Liebe zu Büchern verbinden kann. Redu ist kein Fantasiegebilde des Autors. Kenner bezeichnen es als eines der schönsten Dörfer in der Wallonie. Seit 1984 trägt es den Namen „Bücherdorf“. Warum Marie sich hier so wohl fühlt und wie es zu der Freundschaft mit Mathilde kam, das wird hier nicht verraten. Dass die Liebe zu Büchern dabei eine Rolle spielt, versteht sich wohl von selbst. Die Sprecherin Sabine Arnhold trug mit dazu bei, dass ich völlig in die Geschichte um Marie und Mathilde eintauchen konnte.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine starke Frau entkommt dem Tod durch die Gaskammer

Unter einem fremden Stern
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Schon der erste Blick auf das Cover ließ mich innehalten. Zu sehen ist eine junge Frau, die traurig zur Seite blickt. "Unter einem fremden Stern" ist ein autobiographischer Roman von der Autorin Lotte ...

Schon der erste Blick auf das Cover ließ mich innehalten. Zu sehen ist eine junge Frau, die traurig zur Seite blickt. "Unter einem fremden Stern" ist ein autobiographischer Roman von der Autorin Lotte Paepcke. Sie berichtet von ihrer Hochzeit mit ihrer großen Liebe Ernst. Er war Arier und sie Jüdin. Die Nationalsozialisten nannten es „Mischehe“. Zunächst wurde Lotte geschützt. Sie durfte mit ihrem Ehemann in Leipzig wohnen und selbst der gemeinsame Sohn Peter lebte bei ihnen. Doch bald fingen die Schikanen an und Lotte wurde als Jüdin erkannt und gedemütigt.

Lotte war eine intelligente Frau und stammte aus einem wohlhabendem Haus. Und trotzdem fiel es ihr leicht, sich unterzuordnen. Niemals auffallen und keineswegs die Stimme erheben, das konnte sie. Aber ihre Bemühungen verschonten sie nicht. Sie musste immer wieder vor den Handlangern der Nationalsozialisten fliehen. Nicht nur ihre Freundin kam im KZ ums Leben. Auch ihre Eltern und ihre stolze Großmutter wurden im Viehwaggon nach Auschwitz transportiert.

Das Buch hat mich berührt und auch die Kommentare von Tochter und Enkelin. Es brauchte einige Seiten, bis ich mich an den Stil gewöhnte. Heute wird völlig anders geschrieben und ich frage mich warum. Immer wieder musste ich das Lesen unterbrechen, da ich die Grausamkeit der Menschen damals nicht ertrug. Wie gut, dass die Autorin überlebte und nach dem Krieg ein fast normales Leben führen konnte. Sie lernte zum Glück Menschen kennen, die nicht den Nationalsozialisten hörig waren. Nein, sie halfen den Verfolgten und sorgten dafür, dass sie weiter leben konnten.

Auch wenn es viel mehr zu berichten gäbe. Ich möchte keineswegs dazu beitragen, dass dieses wertvolle Buch nicht gekauft wird. Es gibt leider immer weniger Zeitzeugen und nur ihre Aufzeichnungen tragen dazu dabei, dass die Taten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Ein außergewöhnliches Buch, das nicht leicht zu lesen war

Tage des Lichts
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Ivy wäre viel lieber eine Blume oder ein Baum. Also ein Lebewesen, das wächst und vergeht. Einfach so. Ohne diese schier unmöglichen Erwartungen von Familie und Freunden. Sie fühlte sich in die Enge getrieben, ...

Ivy wäre viel lieber eine Blume oder ein Baum. Also ein Lebewesen, das wächst und vergeht. Einfach so. Ohne diese schier unmöglichen Erwartungen von Familie und Freunden. Sie fühlte sich in die Enge getrieben, wenn sie daran dachte. Dabei hatte sie viele Pläne für ihre berufliche Zukunft. Mal war es das professionelle Tanzen oder die Malerei. Sie träumte von einzigartigen Gemälden, die in Galerien und Museen ausgestellt würden. Dann wollte sie Bücher schreiben. Selbstverständlich Bestseller, was sonst? Und dann schlug das Schicksal zu. Am Ostersonntag, als sich die Familie traf und gemeinsam feierte. Sie war Zeugin eines Unglücks, das ihr Leben in völlig andere Bahnen lenkte. Alle Pläne verwarf sie und wollte nur noch eins. Heiraten und versorgt sein. Für alle Zeit.

"Tage des Lichts" besteht exakt aus sechs Kapiteln. Das sind diese sechs Tage im Leben Ivys, die auch im Klappentext erwähnt werden. Von der unbeschwerten Tochter führt ein Weg zur verheirateten Frau. Ihr Verlangen nach Nähe und Befriedigung steht dabei an erster Stelle. Es folgen Mutterschaft und Krieg. Angst vor den Bomben der Deutschen. Die beiden Töchter nehmen Ivy in Anspruch und auch ihr Ehemann fordert seine Rechte. Als Frances, die Freundin ihres Bruders Joseph plötzlich ihren Besuch ansagt, wird dieses eintönige Leben Ivys in seinen Grundfesten erschüttert.

Beim Lesen des Buches störte mich, dass es keinen roten Faden gab. Also keine klare Aneinanderreihung der Ereignisse. Die Erzählung kam mir zuweilen ein wenig oberflächlich vor. Und dennoch gebe ich eine Leseempfehlung, da die Lebensumstände der Menschen, die hier dargelegt wurden, mit Sicherheit genauestens recherchiert und wiedergegeben sind.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Spannend bis zum Schluss

Abgrund
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Er ist betrunken und kann seine Umgebung nicht mehr so richtig wahrnehmen. Was will dieser Mensch von ihm? Er liegt auf der Rückbank des Autos von diesem Typen. Ihm ist schlecht. Dann hält das Fahrzeug ...

Er ist betrunken und kann seine Umgebung nicht mehr so richtig wahrnehmen. Was will dieser Mensch von ihm? Er liegt auf der Rückbank des Autos von diesem Typen. Ihm ist schlecht. Dann hält das Fahrzeug und er wird nach draußen gezogen. Die frische Luft tut gut. Den Schmerz in seiner Brust nimmt er zunächst nicht wahr und auch der Sturz in den Tod ist für ihn nicht real. Huldar und Team werden an den Tatort gerufen und sind sich sofort sicher, dass es sich hier um einen komplizierten Fall handelt.

Nachdem der Tote, ein reicher Investor, identifiziert wurde, wollen die Beamten seine Wohnung aufsuchen. Sie hoffen, dass sie hier eine Spur finden, die zum Mörder führt. Was sie entdecken, das ist ein völlig verstörter kleiner Junge. 4 Jahre alt. Was haben diese beiden Fakten gemeinsam? Zunächst einmal gar nichts. Aber Huldar wäre nicht Huldar, wenn ihm sein Bauchgefühl sofort etwas Anderes sagt.

Das Buch gefiel mir sehr gut. Spannend vom Anfang bis zum Schluss und keinerlei Längen. So liebe ich Thriller. Huldar glänzt mal wieder mit seinem Spürsinn und die Chefin mit ihrem kleinkarierten Denken. Einfach nur perfekt.

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