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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2026

Das Buch vermittelt viel Wissen über die Toskana

Sommerwind in der Toskana
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Mit ihren Eltern fuhr Laura sehr oft in die Toskana. Der Onkel hatte dort ein Haus und für die Familie waren es preiswerte Ferien. Sie erinnert sich an langweilige Urlaube, bei denen sie immer die gleichen ...

Mit ihren Eltern fuhr Laura sehr oft in die Toskana. Der Onkel hatte dort ein Haus und für die Familie waren es preiswerte Ferien. Sie erinnert sich an langweilige Urlaube, bei denen sie immer die gleichen Menschen und Landschaften sah. Nichts Aufregendes geschah. Jetzt ist der Onkel tot und Laura bekommt Post von einem Anwalt. Als sie erfährt, dass sie das Haus des Onkels erbt, ist sie überrascht. Sie möchte unbedingt das Erbe annehmen und dann das Anwesen schnellstmöglich verkaufen.

Laura reist in die Toskana und trifft sich mit einem geschäftstüchtigen Makler. Der hat auch sehr rasch einen potenziellen Käufer an der Hand. Laura ist überrascht, welche Summe ihr von dieser Seite geboten wird. Doch ihre Nachbarn warnen sie vor dem Käufer. Sie kennen ihn und seine Absichten. Laura kommt ins Grübeln. Zudem sieht sie den Sohn der Nachbarn wieder und seine Ideen fesseln sie. Nein, so schnell verkaufen will sie dann doch nicht und bittet sich Bedenkzeit aus.

Dass die Autorin den Landstrich über den sie in "Sommerwind in der Toskana" schreibt bestens kennt, merkt man sofort. Das sind die bildhaften Darstellungen der Landschaft sowie das Hintergrundwissen zum Weinbau. Auch einige Rezepte gilt es zu entdecken, wobei mir schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlief. Hier, in Mittelitalien gibt es noch etliche Menschen, die von der Landwirtschaft leben. Aber auch der Tourismus spielt eine Rolle, wobei die kleinen Orte wohl doch noch nicht so überlaufen sind, wie etwa Florenz. Das Buch gefiel mir gut und meine Empfehlung kommt von Herzen.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Ein Buch mit Tiefgang und das trotz einiger Längen

Sunshine Man
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Sie verabschiedet sich von ihrem Mann und den beiden Kindern. Dabei sagt sie nichts von ihren Plänen und weiß doch, dass sie am Abend nicht zurück kommt. Sie ist davon überzeugt, dass ihr Mann sie von ...

Sie verabschiedet sich von ihrem Mann und den beiden Kindern. Dabei sagt sie nichts von ihren Plänen und weiß doch, dass sie am Abend nicht zurück kommt. Sie ist davon überzeugt, dass ihr Mann sie von ihrem Vorhaben abbringen möchte. Das kann sie allerdings nicht zulassen. Das ist sie ihrer Schwester schuldig. Heute wird deren Mörder entlassen und Birdie kennt nur ein Ziel: Rache. Sie möchte ihn töten.

Jimmy saß 18 Jahre für einen Mord, den er nie gestanden hat. Und trotzdem glaubten alle, dass nur er als Täter in Frage kommt. Schließlich gehörte er zu den berüchtigten Maguires. Alle, die in dieser Familie aufwuchsen, waren im Dorf bekannt und verrufen. Dass Birdies Schwester sich ausgerechnet in einen von ihnen verliebt haben sollte? Nein, das kann nicht sein.

Es dauert eine Weile, bis das Buch Fahrt aufnimmt und die Story spannend wird. Was mir besonders gut gefiel, das war die Darstellung von Vorurteilen, die fest in den Köpfen von Mitmenschen verankert sind. Häufig genügt es, dass man in eine Familie geboren wird, die keinen guten Ruf hat. Ohne eigenes Dazutun wird man als minderwertig oder gar asozial abgestempelt. Wären nicht diese Längen und das zuweilen nicht nachvollziehbare Hin und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ich gäbe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Ein Buch, das berührt

Eddos goldenes Lächeln
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Lucys Mutter weint um so viele Babys und niemand hat Verständnis für sie. Hier, in dem kleinen Dorf hing man nicht an Kindern. Sie kamen und gingen und die Säuglingssterblichkeit war hoch. Doch Lucy überlebte ...

Lucys Mutter weint um so viele Babys und niemand hat Verständnis für sie. Hier, in dem kleinen Dorf hing man nicht an Kindern. Sie kamen und gingen und die Säuglingssterblichkeit war hoch. Doch Lucy überlebte und war die Tochter des ganzen Dorfes. Alle Frauen hier fühlten sich für sie verantwortlich und das hieß, dass sie viele Mütter hatte. Als ihre leibliche Mutter starb zog sie in die große Stadt. Mit einem jungen Mann, der es gut mit ihr meinte und sie heiratete.

Der Bürgerkrieg im Sudan ist weit weg und mein Interesse für die Menschen dort hielt sich in Grenzen. Das Buch "Eddos goldenes Lächeln" änderte diese Einstellung. Die Autorin Stella Gaitano brachte mich dazu, mich ausgiebig mit dem Thema auseinandersetzte. Ja, Lucy entspricht so gar nicht dem Bild einer „westlichen Frau“. Doch, ist sie dadurch ein Mensch zweiter Klasse? Nein. Denn sie liebt ihre Kinder so sehr, dass sich ihre Gedanken ständig um ihr Wohlergehen kreisen.

Das Buch hat mich berührt und für Lucy empfand ich Achtung. Wie sie ihr Leben meistert und das trotz ständiger Bedrohung durch Menschen, die sie und ihre Familie als Feinde ansahen. Die Bevölkerung des Sudans leidet seit Jahren unter einem Bürgerkrieg. Die Not der Bevölkerung scheint im Westen nicht anzukommen. Es ist kaum nachzuvollziehen, dass die Menschen dort verhungern während hier Lebensmittel vernichtet werden.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Ein Krimi, der mich bestens unterhalten hat

Schattengast
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Sandra feiert ihren 40. Geburtstag Sie lädt die Nachbarschaft und ihre Freunde aus der Schulzeit ein. Alle bestätigen, dass es ein tolles Fest ist. Ihre Tochter und deren Freundin helfen beim Servieren ...

Sandra feiert ihren 40. Geburtstag Sie lädt die Nachbarschaft und ihre Freunde aus der Schulzeit ein. Alle bestätigen, dass es ein tolles Fest ist. Ihre Tochter und deren Freundin helfen beim Servieren und das Essen schmeckt allen Gästen vorzüglich. Keine größeren Streitereien gibt es. Und dass Sandra am nächsten Tag blutüberströmt und tot im Badezimmer ihres Hauses gefunden wird, macht alle Befragten fassungslos. Sie wurde ermordet. Wer ist für diese grausame Tat verantwortlich?

Das Buch ist unterteilt in etliche Kapitel. Jeder Beteiligte kommt zu Wort. Es wird also aus unterschiedlichen Perspektiven berichtet. Hier war mir der Ehemann Jack von Anfang an verdächtig. Er ist Schriftsteller und hat vor acht Jahren einen Bestseller veröffentlicht. Sein Buch verkaufte sich sehr gut und Geld gab es im Überfluss. Seitdem arbeitet er an einer Fortsetzung, die ihm nicht gelingen will. Sein Lektor bemängelt jedes Manuskript, das er ihm vorlegt. Jack verzweifelt fast und sieht, dass er nur durch einen zweiten Bestseller die Ansprüche seiner Frau befriedigen kann.
Ein Kriminalroman, der durch seine nachvollziehbaren Wendungen stets für Spannung sorgt. Immer wieder war ich davon überzeugt, dass der Täter gefunden wurde. Und dann, zack kommt ein neuer Aspekt dazu und meine Ahnungen zerschlagen sich. Wer spannende Unterhaltung ohne blutige oder gar zerstückelte Leichen mag, sollte das Buch lesen.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Der Autor konnte mich mal wieder überzeugen

Das Mosaik der Frauen
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Pünktlich zu seinem 80. Geburtstag erscheint der neue Roman von Rafik Schami. Und er ist den Frauen gewidmet, die das Leben des Erzählers Nadim Suri bereicherten. Er schildert, wie er in Damaskus aufwuchs ...

Pünktlich zu seinem 80. Geburtstag erscheint der neue Roman von Rafik Schami. Und er ist den Frauen gewidmet, die das Leben des Erzählers Nadim Suri bereicherten. Er schildert, wie er in Damaskus aufwuchs und später seine Heimat verlassen musste. Die Flucht nach Deutschland war kein Spaziergang und sein Ankommen in der Fremde auch nicht. Hätte er nicht die Bekanntschaft von bemerkenswerten Frauen gemacht, er wäre kläglich gescheitert. Auch wenn es nicht immer ein Happy End gab, Nadim Suri bereute nichts.

Rafik Schami ist ein Meister der sanften Töne. Auch „Das Mosaik der Frauen“ berührte mich sehr. Nadim Suri ist der Ich-Erzähler und seine Liebesgeschichten enden nicht immer harmonisch. Es gibt auch Frauen, die ihn ausnutzen und sich nach Monaten des Zusammenlebens für einen anderen Mann entschieden. Das Ausnutzen empfindet er nicht. Viel mehr war er glücklich, dass er einige Jahre mit seiner großen Liebe zusammen sein durfte.

Es gibt nur wenige Autoren, die sich mit dem Schreibstil von Herrn Schami vergleichen lassen. Nein, er ist einzigartig. Und wenn dann auch noch das Hörbuch von Wolfgang Berger gelesen wird, gibt es von mir nur noch positive Schlussfolgerungen. Das heißt, das ich das Buch uneingeschränkt empfehle.

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