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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2026

Sehr gutes Buch, aufwendig recherchiert

Die Tränen des Sonnengottes 1
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Sie ist weit über dreitausend Jahre alt und stammt aus der mittleren Bronzezeit Europas. Die Himmelsscheibe von Nebra. Es wurde viel über sie berichtet, aber ein Buch über ihre Entstehung fand ich bisher ...

Sie ist weit über dreitausend Jahre alt und stammt aus der mittleren Bronzezeit Europas. Die Himmelsscheibe von Nebra. Es wurde viel über sie berichtet, aber ein Buch über ihre Entstehung fand ich bisher noch nicht. Daher war es für mich perfekt, das Buch „Die Tränen des Sonnengottes“ zu lesen. Nein, hier geht es nicht ausschließlich um die Scheibe. Der Autor entführt den Leser in eine Welt weit vor unserer Zeit. Und das so unterhaltsam, dass ich gedanklich an die Orte des Geschehens reisen konnte.

Wie lebten die Menschen damals? Welche Nahrung nahmen sie zu sich und wie kam diese Zeit zu ihrem Namen? Das sind nur drei Fragen, die nachvollziehbar beantwortet werden. Aber auch die Herstellung der Bronze sowie den Abbau der dazu benötigten Materialien erläutert der Autor. Interessant ist auch, dass es sehr viele Parallelen zur heutigen Zeit gibt. Eine Erkenntnis dazu: Wenn ein Volk sich nicht nur um sich selbst kümmert, wächst der Wohlstand in der Gemeinschaft. Wie wichtig der Handel ist, erkannten die Menschen bald, auch wenn das Wort „Globalisierung“ noch nicht zum Sprachgebrauch gehörte.

Ein wertvolles Buch, das mir sehr gut gefiel. Gelernt habe ich etliches und freue mich auf den nächsten Band der Reihe um die Tränen. Das sind übrigens Bernsteine, die oft an der Ostsee zu finden sind.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Ein Wrestler kämpft um sein Glück

Sunset Flip
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Auggie Schnuck und seine Frau Nadine freuen sich. Endlich sehen sie die Figur „The Aug“ auch in einem Geschäft. Und Auggie wird sogar von dem Verkäufer erkannt. Die Freude kann aber die Probleme der beiden ...

Auggie Schnuck und seine Frau Nadine freuen sich. Endlich sehen sie die Figur „The Aug“ auch in einem Geschäft. Und Auggie wird sogar von dem Verkäufer erkannt. Die Freude kann aber die Probleme der beiden nicht überdecken. Ja, er ist ein erfolgreicher Wrestler und, wie sagt man? „Ganz oben angekommen“. Aber zu welchem Preis?

"Sunset Flip" zeigt den langen Weg eines Jungen, der in armen Verhältnissen aufwuchs, bis zu seinen Erfolgen als vermeintlicher Star. Dabei will er doch nur ein ruhiges Leben für sich und seine große Liebe. Die ständigen Kämpfe zerren an seiner Gesundheit. Dass er zudem ständig von seiner Frau getrennt ist, macht ihm auch zu schaffen. Er hat keine Freude an den Gelagen mit anderen Wrestlern. Viel lieber verbringt er die Abende in seinem Zimmer. Aber er fühlt sich alleine.

Kein „Pageturner“, aber wer bis zum Schluss dranbleibt, wird nicht enttäuscht sein. Ich gebe zu, dass ich zunächst Mühe hatte, dem Geschehen zu folgen. Der Autor mag wohl dieses Hin und Her zwischen Zeit und Ort. Für mich als Leser war das anstrengend. Diese sehr ausführlichen Hintergrundinformationen zum Wrestling konnten mich ebenfalls nicht wirklich mitnehmen. Jedoch der Blick auf die Psyche der beiden Hauptfiguren, also von der Kindheit bis zum Heute, das war für mich ein Grund das Buch bis zum Schluss zu lesen. Und nein, ich habe es nicht bereut.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Dieses Buch gehört zur deutschen Erinnerungskultur

Hitlers Gefolgsmann
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Robert Ley war ein glühender Verehrer Hitlers. Nach der Kapitulation und dem Sieg der Alliierten wurde er verhaftet und als Kriegsverbrecher angeklagt. Dem Prozess in Nürnberg entging er mit seinem Suizid. ...

Robert Ley war ein glühender Verehrer Hitlers. Nach der Kapitulation und dem Sieg der Alliierten wurde er verhaftet und als Kriegsverbrecher angeklagt. Dem Prozess in Nürnberg entging er mit seinem Suizid. Sein Enkel hat mit "Hitlers Gefolgsmann" ein Buch geschrieben, das nicht nur den Werdegang des Herrn Ley thematisiert. Es zeigt auch das Schweigen in der Familie, die es nicht wahrhaben möchte, dass der Vater ein Nationalsozialist und glühender Anhänger Hitlers war.

Bis zu seinem Selbstmord hatte Herr Ley so gar kein Unrechtsbewusstsein. Zwischendurch behauptete er gar, dass er den Juden half und ihnen niemals etwas Böses antun wollte. Der Autor des Buches, Axel Spilcker belegt, dass das Gegenteil der Fall ist. Ley galt etliche Jahre als Hitlers Vertrauter und war häufig auf dem Obersalzberg zu Gast. Der Bau der Ordensburg Vogelsang in der Eifel war seine Idee und der Enkel besuchte den Prachtbau vor einigen Jahren. Bei der Führung kam auch die Sprache auf seinen Großvater. Was Herr Spilcker dazu schrieb, werde ich hier nicht wiederholen. Es zeigt aber, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit notwendig ist. Zumal dort viele Schüler zu Gast sind und die sollten doch nur Tatsachen zu hören bekommen.

Axel Spilcker belegt, dass sein Buch einzig auf Tatsachen beruht. Das sind Tagebücher, Briefe und Erzählungen von Familienmitgliedern. Die Originalfotografien gehören auch zu den Fakten. Ich kann nur jedem raten, dieses wertvolle Werk zu lesen. Es ist ein wichtiger Stein im Bild der „Erinnerungskultur“. Wer, wenn nicht wir, müssen am „Nie wieder“ festhalten. Sprüche wie: „Denkmal der Schande und dämliche Vergangenheitsbewältigung“ dürfen sich nicht in den Köpfen unserer Kinder und Kindeskinder festsetzen.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Der erste Band um Vega Varg macht Lust auf mehr

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Vier junge Leute sind mit ihren Kanus unterwegs. Plötzlich ziehen dunkle Wolken über das Wasser und das Quartett möchte schnellstmöglich zurück in ihr Hotel. Doch als sie den Steg erreichen, fängt eine ...

Vier junge Leute sind mit ihren Kanus unterwegs. Plötzlich ziehen dunkle Wolken über das Wasser und das Quartett möchte schnellstmöglich zurück in ihr Hotel. Doch als sie den Steg erreichen, fängt eine der Frauen an zu schreien. Mitten auf den Planken liegt ein junger Mann. Tot. Er hat noch ein Seil um den Hals gebunden und sein Kiefer ist deformiert. Ein Mord auf Südkoster? In dieser Idylle? Das kann nicht sein. Als aber auch die Ermittlerin Vega Varg davon überzeugt ist, dass hier tatsächlich ein Mord geschah, trommelt sie alle ihr zur Verfügung stehenden Kräfte zusammen. Die Ermittlungen gestalten sich zunächst sehr schwierig, da etliche Befragte mauern. Und da steht noch die Frage im Raum, wo sich Moa, die Tochter Vegas aufhält.

Vega Varg ist eine Ermittlerin in den besten Jahren. Ihre beiden Söhne sind ebenfalls bei der Polizei. Sie sind persönlich betroffen, da sie den Toten seit ihrer Kindheit kennen. Zunächst gibt es keine Verdächtigen aber das ändert sich rasch. Schon bald beginnt ein munteres Hin und Her zwischen Ermittlern und Befragten. Die Spannung bleibt also bis zum Schluss und das Ende ist tatsächlich nicht vorhersehbar.

Was für mich anfangs gewöhnungsbedürftig war, das sind die vielen Namen. Da muss man schon genau schauen, um wen es sich handelt und wer gerade gemeint ist. Da es der erste Band einer Reihe um die Ermittlerin ist, gehe ich davon aus, dass im nächsten Buch die Cliffhanger beantwortet werden. Ein gutes Buch, das ich zügig gelesen habe. Viele Unterhaltungen in Form von wörtlicher Rede machen für mich einen lebendigen und bildhaften Sprachstil aus und das versteht die Autorin perfekt.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein Trauerredner als Detektiv

Über die Toten nur Gutes
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Mads ist Trauerredner und übt die Rede zum Tod seines Vaters. Der liegt im Sarg und seine Kinder und Enkel stehen in der Friedhofshalle. So richtig begeistert ist keiner und die Probe ist rasch beendet. ...

Mads ist Trauerredner und übt die Rede zum Tod seines Vaters. Der liegt im Sarg und seine Kinder und Enkel stehen in der Friedhofshalle. So richtig begeistert ist keiner und die Probe ist rasch beendet. Wer denkt, dass Mads Madsen danach seine Ruhe hat, der irrt. Ihn erreicht ein Brief ohne Schrift und sein bester Freund ist tot. Der hat zwar vor 20 Jahren Glücksburg verlassen, kehrte aber wohl wieder zurück. Für Mads ist schnell klar, dass sein Tod kein Unfall war und er beginnt zu forschen. Schon bald wird ihm klar, wie gefährlich seine Nachforschungen sind.

„Über die Toten nur Gutes“ stammt aus dem dumontbuchverlag. Es ist eine Mischung aus Krimi und skurriler Geschichte. Die Spannung fehlt nicht und dafür sorgen die zahlreichen Wendungen. Langweilig wurde es mir beim Lesen keineswegs. Die humoristischen Einlagen fand ich dann aber zwischendurch zu heftig. Der Schluss war für mich nicht glaubwürdig. Eine Empfehlung gibt es aber trotzdem von mir.

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