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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2022

Wo ist Lilli?

Der Strand: Vermisst
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Ihre Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Stadler & Montario habe ich geliebt. Nun lässt Karen Sander Engelhardt & Krieger an der Ostsee ermitteln, im fiktiven Sellnitz auf dem Darß. Worum geht es?
Erst ...


Ihre Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Stadler & Montario habe ich geliebt. Nun lässt Karen Sander Engelhardt & Krieger an der Ostsee ermitteln, im fiktiven Sellnitz auf dem Darß. Worum geht es?
Erst wird die Mutter ermordet, 19 Jahre später verschwindet die Tochter. Lilli ist gehörlos und bei den Großeltern aufgewachsen. Welche Rolle spielen ihre Freundin Fabienne und ihr bester Freund Ben sowie Sören, mit dem sie seit ungefähr einem Jahr zusammen ist? Die einzige Spur ist eine Handy-Nachricht, ein Foto von einer scheinbar wahllosen Zeichenfolge. Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger ermitteln...
„Der Strand - Vermisst“ ist der Auftakt einer Trilogie mit viel Lokalkolorit, ein typischer Küstenkrimi. Ein Thriller ist es für mich nicht. Toms Privatleben nimmt viel Raum ein. Er ist alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter - und schluckt zu viele Tabletten. Am Anfang muss er Romy immer irgendwo abholen oder hinbringen. Das hat mich genervt. Mascha kommt auch nicht wirklich sympathisch rüber. Sie hütet ein dunkles Geheimnis.
Ab und zu sind Kapitel eingestreut, überschrieben mit „Unbekannter Ort“. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Was die Zeichenfolge betrifft, es wird nicht bei einer bleiben, wer eine Computertastatur zuhause hat, kann diese schnell entschlüsseln. Und dann ist das Buch einfach zu Ende, Lillis Geschichte aber nicht. Das hat mich gestört. Ob ich mir die Fortsetzung antun werde, weiß ich noch nicht.

Fazit: Erster Band einer Trilogie. Von diesem Buch habe ich mir mehr versprochen.

Veröffentlicht am 25.11.2022

Neues aus dem hohen Norden

Tage voller Zorn
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„Tage voller Zorn“, das Romandebüt von Tuomas Oskari, habe ich mit großer Freude gelesen. Helsinki 2027. Der Autor geht gleich in medias res: Lumi, eine junge Frau, zündet sich selbst an. Was war ihr ...


„Tage voller Zorn“, das Romandebüt von Tuomas Oskari, habe ich mit großer Freude gelesen. Helsinki 2027. Der Autor geht gleich in medias res: Lumi, eine junge Frau, zündet sich selbst an. Was war ihr Motiv?
Vilma Varis, eine Starreporterin, entdeckt ein verräterisches Video. Harri Holsti, ein Hotelbesitzer, ist anscheinend in die Sache verstrickt.
Währenddessen ergreift Lewis Higgins, Dozent an der Universität Edinburgh, Hals über Kopf die Flucht aus Helsinki. Warum?
Danach lernen wir den finnischen Ministerpräsidenten Leo Koski kennen. Er gehört, wie sein Mentor Pontus Ebeling, dem rechten Lager an und ist die Marionette einer Gilde reicher Männer.
Metso, Chefermittler bei der finnischen Sicherheitspolizei, ist erpressbar und muss die Drecksarbeit für eine dubiose Person erledigen, die sich "Peregrino" nennt.
Zu den Gegenspielern, der Linken Bewegung, gehören Emma Erola und ein Mann, der Marten genannt wird. Sie haben einen Plan, der die ganze Welt verändern würde.
Nur noch 24 Stunden bis zum großen Moment...
Tuomas Oskari hat einen anspruchsvollen und wirklich düsteren Thriller geschrieben über die Gefahren, denen demokratische Gesellschaften aktuell ausgesetzt sind.
Ein Mix aus Fakten und Fiktion, bestens recherchiert. Alles sehr erschreckend, erschreckend glaubwürdig. Spannend, informativ und unterhaltsam.

Fazit: Beklemmende Dystopie. Sehr lesenswert!

Veröffentlicht am 24.11.2022

Ein Albtraum

NIGHT – Nacht der Angst
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Die Romane von Riley Sager haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „NIGHT Nacht der Angst“ ist ein Road Movie und wie ein Drehbuch geschrieben. Jedes Kapitel beginnt z.B. mit: Innen, Zimmer, Nacht. Eine ...

Die Romane von Riley Sager haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „NIGHT Nacht der Angst“ ist ein Road Movie und wie ein Drehbuch geschrieben. Jedes Kapitel beginnt z.B. mit: Innen, Zimmer, Nacht. Eine Sache, die mich von der ersten Seite an fasziniert hat.
November 1991: Studentin Charlie fährt mit Josh, einem Mann, den sie kaum kennt, durch die Nacht. Sie will zu ihrer Großmutter nach Ohio. Währenddessen wächst in ihr ein furchtbarer Verdacht. Ist Josh womöglich der Campus-Killer, der ihre beste Freundin Maddy umgebracht hat?
NIGHT ist ein Slow Burner. Lange passiert (fast) nichts, aber dann wandelt sich das Buch zu einem echten Thriller. Eine Wendung jagt die nächste. Spannend, keine Frage. Selten hat mich ein Buch so in seinen Bann geschlagen - bis zum fulminanten Finale.
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist der, der er zu sein scheint. Charlie hat Halluzinationen. Sie ist besessen von Filmen. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie? Und welche Rolle spielt eigentlich ihr Freund Robbie in der Geschichte?

Fazit: Lange passiert nichts, aber dann geht die Post ab! Für mich das bisher beste Buch von Sager.

Veröffentlicht am 19.11.2022

Waldeskälte 2.0

Wintersterben
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„Wintersterben“ von Martin Krüger ist nach „Waldeskälte“ der zweite Fall für die Interpol-Agentin Valeria Ravelli, der wieder in den Schweizer Bergen verortet ist, diesmal in Steinberg, einem Dorf in ...


„Wintersterben“ von Martin Krüger ist nach „Waldeskälte“ der zweite Fall für die Interpol-Agentin Valeria Ravelli, der wieder in den Schweizer Bergen verortet ist, diesmal in Steinberg, einem Dorf in den Walliser Alpen. Und wieder geht es um verschwundene Mädchen bzw. junge Frauen.
In einer Höhle wird die Leiche eines ehemaligen Fremdenlegionärs gefunden. Thomas Gress wurde zu Tode gefoltert. Da er auch ein deutscher Ex-BKA-Beamter war, schaltet sich Interpol ein. Unterstützt wird Valeria diesmal von ihrem neuen Kollegen Colin Bain. Bald ist klar, dass Gress auf der Suche nach den Vermissten war.
Martin Krüger hat seinen Thriller düster inszeniert. Ein Bergdorf hoch oben in den Schweizer Alpen, im Schatten bedrohlicher Berge. Aber nur mäßig spannend. Die Geschichte plätschert vor sich hin und nimmt erst am Ende Fahrt auf - und eine überraschende Wendung.
Die Bewohner von Steinberg, eine verschworene Gemeinschaft. Dazu Richard Rochat, ein geheimnisvoller Comte, ein Graf. Und eine mysteriöse Gestalt, kaum größer als ein Kind, mit einem roten Kapuzenmantel. Sie hat mich an einen Horror-Film aus den 70er Jahren erinnert: „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ mit Donald Sutherland.

Fazit: Fortsetzung einer Thriller-Reihe mit Mystery-Touch voller Abgründe und unerwarteter Wendungen.

Veröffentlicht am 15.11.2022

Willkommen in Nesbøs Gruselkabinett!

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Als Fan der 1. Stunde habe ich bisher kein Buch dieser Reihe versäumt und auch „Blutmond“, der 13. Fall für Harry Hole, hat alles, was man von einem perfekten Thriller erwartet. Worum geht es?
Harry ist ...


Als Fan der 1. Stunde habe ich bisher kein Buch dieser Reihe versäumt und auch „Blutmond“, der 13. Fall für Harry Hole, hat alles, was man von einem perfekten Thriller erwartet. Worum geht es?
Harry ist nach dem Tod seiner großen Liebe Rakel in Los Angeles gestrandet und hat wieder mit dem Trinken angefangen.
Zur gleichen Zeit werden in Oslo zwei junge Frauen ermordet. Susanne und Bertine waren auf derselben Party und hatten denselben Sugar Daddy, einen reichen Immobilienhai. Kommissarin Katrine Bratt fordert Harry vergeblich an, doch der tatverdächtige Markus Røed bietet ihm ein Vermögen, damit er privat für ihn ermittelt.
Harrys Team besteht aus dem Kokain-dealendem Schulfreund Øystein, dem korrupten Polizisten Trune und dem schwer an Krebs erkrankten Psychologen Aune.
„Blutmond“ ist ein echter Slow Burner, der einen längeren Anlauf benötigt, um Spannung aufzubauen, bis die Achterbahn dann richtig loslegt, ähnlich wie in „Messer“. Schon früh wird die Tätersicht eingeführt. Eine ziemlich gestörte Person, die Parasiten züchtet und einen gesunden Appetit hat auf Hirn und Augen ihrer Opfer.
Die Geschichte punktet mit vielen unvorhersehbaren Twists & Turns. Wenn man denkt, der Fall ist gelöst, dann geht der Albtraum erst richtig los. Bizarr fand ich die Szene, in der Hetero Harry maskiert in einem dunklen Schwulenclub ermittelt. Und ein Ende, das geradezu nach einem neuen Einsatz schreit. Ich bin bereit!

Fazit: Ein Harry Hole-Krimi der Extraklasse. Nesbø at his best!