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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2020

Vom Redakteur zum Voyeur

Charming Boy
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Um es gleich vorwegzunehmen, bisher haben mich Bücher aus dem Gmeiner Verlag noch nie enttäuscht (zuletzt „Zurück im Zorn“ und „Kalte Nacht“). Aber „Charming Boy“ von Guido Eckert musste ich nach ca. ...


Um es gleich vorwegzunehmen, bisher haben mich Bücher aus dem Gmeiner Verlag noch nie enttäuscht (zuletzt „Zurück im Zorn“ und „Kalte Nacht“). Aber „Charming Boy“ von Guido Eckert musste ich nach ca. 100 Seiten abbrechen. Worum geht es?
Sebastian Heiter, der neue Mitarbeiter bei einer Berliner Tageszeitung, ist alles andere als charmant. Er ist ein skrupelloser Hacker. Er spät die Computer und Handys seiner Kolleg*innen aus und genießt die Macht über seine Opfer, die er Untergebene nennt.
Anfangs fand ich das noch witzig und interessant. Dann nur noch langweilig. Nach 115 Seiten habe ich entnervt aufgegeben und das Buch abgebrochen. Spannend ist anders. Noch dazu ein unsympathischer Protagonist, ein Manipulator, ein echter Psychopath.

Fazit: Abgebrochen. Leider war es so gar nicht meins.

Veröffentlicht am 01.04.2020

Zeitverschwendung

Das Dorf der toten Seelen
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Um es gleich vorwegzunehmen, nach mehreren Anläufen habe ich „Das Dorf der toten Seelen“ von Camilla Sten nach ca. 100 Seiten abgebrochen. Worum geht es?
Die Geschichte spielt in Silvertjärn, einem Geisterdorf ...


Um es gleich vorwegzunehmen, nach mehreren Anläufen habe ich „Das Dorf der toten Seelen“ von Camilla Sten nach ca. 100 Seiten abgebrochen. Worum geht es?
Die Geschichte spielt in Silvertjärn, einem Geisterdorf in Norrland, Nordschweden. Vor 60 Jahren verschwanden alle Bewohner von einem Tag auf den anderen spurlos, außer einem Baby.
Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen. Sie ist mit den Geschichten ihrer Großmutter über Silvertjärn aufgewachsen. Jetzt will sie darüber einen Dokumentarfilm drehen.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, Damals und Heute. 80 Seiten passiert einfach nichts, bis jemand vor Schmerz ins Walkie-Talkie stöhnt…
Gruselig wie eine Horrorgurke aus den 70ern. Deshalb habe ich aufgegeben und das Buch abgebrochen. Stranger Things, eine US-amerikanische Science-Fiction-Mysteryserie, kannte ich vorher nicht.

Fazit: Abgebrochen. Das langweiligste Buch aller Zeiten. Schade…

Veröffentlicht am 30.03.2020

Spannend, tiefgründig und realitätsnah

Zurück im Zorn
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Um es gleich zu sagen, „Zurück im Zorn“ von Christoph Heiden ist der Hammer! Nicht einfach nur Thriller, sondern vor allem spannendes Drama. Wer eine blutrünstige Schlachtplatte erwartet (O-Ton des Autors), ...


Um es gleich zu sagen, „Zurück im Zorn“ von Christoph Heiden ist der Hammer! Nicht einfach nur Thriller, sondern vor allem spannendes Drama. Wer eine blutrünstige Schlachtplatte erwartet (O-Ton des Autors), ist hier also eindeutig falsch. Doch worum geht es?
Gollwitz, Havelland. Anna Majakowski kehrt nach 20 Jahren in ihr Heimatdorf zurück. Damals, am 18. März 1995, hatte ein Feuer ihre gesamte Familie ausgelöscht. Vater, Mutter, Bruder. Die 12-jährige Anna hat als Einzige überlebt - und erhält seitdem mysteriöse Briefe.
„Zurück im Zorn“ ist ein echter Slow Burner. Anfangs etwas zäh, kommt dann aber umso gewaltiger. Christoph Heiden setzt in seinem Roman eher auf die leisen Töne. Mit seiner scharfsinnigen Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen hat der Autor einen Roman geschrieben, in dem die Gedanken, Beweggründe der Dorfgemeinschaft, eingebettet in ein regionales soziales und gesellschaftliches Gefüge ein wichtiger Part sind.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, 1995 und heute. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Je näher man der Wahrheit zu kommen scheint, desto undurchsichtiger wird sie - bis sie mit voller Wucht zuschlägt. Christoph Heiden präsentiert dem Leser immer neue Fakten und Wendungen. Unerbittlich dreht er an der Spannungsschraube.
Ich mag Geschichten, die zeigen, wie Liebe und Freundschaft, aber auch Neid und Hass das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen. „Zurück im Zorn“ verknüpft Spannung nicht mit unbändiger Action, sondern mit psychologischer Tiefe. Eine Zeitreise. Gut gefallen hat mir auch, dass es einen Soundtrack zum Roman gibt. ALF sowieso. Nur mit „Wetten, dass…?“ konnte ich nie etwas anfangen.

Fazit: Ein Buch, das die Seele berührt. Ein Buch mit Herzblut.

Veröffentlicht am 26.03.2020

6 Fälle und kein bisschen müde

Eisiger Nebel
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Als Fan der 1. Stunde liebe ich diese Reihe und auch „Eisiger Nebel“, der sechste Fall für Kult-Kommissar Theo Krumme, hat mich begeistert. Worum geht es?
Nordfriesland kann eisig sein. Im Husumer Hafen ...

Als Fan der 1. Stunde liebe ich diese Reihe und auch „Eisiger Nebel“, der sechste Fall für Kult-Kommissar Theo Krumme, hat mich begeistert. Worum geht es?
Nordfriesland kann eisig sein. Im Husumer Hafen wird eine Wasserleiche gefunden. Bald steht fest, es handelt sich um den Frankfurter Immobilienmakler Castor. Krumme und seine Kollegin Pat ermitteln. Die Spur führt sie in einen kleinen Ort auf der Halbinsel Eiderstedt. Die Menschen leben seit Generationen in einer verschworenen Gemeinschaft. Fremden begegnen sie mit Misstrauen. Was hatte Castor dort zu suchen?
Nordfriesland kann mörderisch sein. Hendrik Berg hat seinen neuen Krimi wieder atmosphärisch mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Neben dem Kriminalfall geht es um das reale Thema Wölfe, die sich in Nordfriesland aufhalten. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Last but not least gibt es erneut eine mystische Komponente, die Bergs Krimis immer zu etwas ganz Besonderem machen.
Nordfriesland kann Familie sein. Über das Wiedersehen mit Krumme, Pat, Marianne - und Hund Watson habe ich mich sehr gefreut. Krummes Privatleben nimmt viel Raum ein. Aber mir gefällt es. Amüsant auch ein Ausflug ins (fiktive) Kleebüll, wo alles begann. Immer mal wieder gibt es Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist.

Fazit: Fall Nr. 6 für Kommissar Krumme. Hochspannung in Nordfriesland!

Veröffentlicht am 25.03.2020

In unserer Stadt lebt eine Mörderin

Das Gerücht
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Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie von London in eine Kleinstadt am Meer. Zunächst ist es die pure Idylle - dann hört sie, dass die Kindermörderin Sally McGowan, die als Zehnjährige einen Spielkameraden ...

Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie von London in eine Kleinstadt am Meer. Zunächst ist es die pure Idylle - dann hört sie, dass die Kindermörderin Sally McGowan, die als Zehnjährige einen Spielkameraden umbrachte, unter anderem Namen in der Stadt leben soll. Vor Jahrzehnten machte der Fall Schlagzeilen, inzwischen ist Sally längst aus dem Gefängnis entlassen worden. Unbedacht erzählt Joanna anderen Müttern von dem Gerücht und ihrem Verdacht, wer die Mörderin von damals sein könnte. Sie ahnt nicht, was für eine verheerende Spirale von Ereignissen sie damit in Gang setzt. Und wie sehr sie selbst in diese Geschichte verstrickt ist.
Wer hat es nicht schon mal gemacht? Ein Gerücht weitererzählt, es muss nicht mal aus einem bösartigen Gedanken heraus passieren. Sobald die Wörter den Mund verlassen, sind sie unaufhaltbar. Das musste auch Joanna akzeptieren als wegen ihr eine Kette von Ereignissen losbrach, die sie nicht mehr kontrollieren konnte. Nur einen Gesprächsfetzen hatte sie aufgeschnappt "In unserer Stadt lebt eine Mörderin". Joanne muss die Wahrheit herausfinden, um ihr Gewissen zu beruhigen und um ihren kleinen Sohn Alfie zu beschützen. Überaus spannend erzählt, wird die Wahrheit rasch ans Licht gebracht.

Fazit: Packendes Debüt voller unerwarteter Wendungen. Wow!