Profilbild von subechto

subechto

Lesejury Star
offline

subechto ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit subechto über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2021

Authentisch vielleicht, aber nicht spannend

Die siebte Zeugin
0

„Die siebte Zeugin“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos ist der Auftakt einer neuen Justiz-Krimi-Reihe um den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. Worum geht ...

„Die siebte Zeugin“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos ist der Auftakt einer neuen Justiz-Krimi-Reihe um den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. Worum geht es?
Nikolas Nölting, Beamter im Baureferat, erschießt einen Mann in einer Bäckerei. Natürlich wird er verhaftet, aber er schweigt. Wie sich schnell herausstellt, war die Tat genau geplant. Wo liegt das Motiv? Wird Nölting womöglich erpresst? Will jemand seiner kleinen Tochter Lily etwas antun? Und wer ist die siebte Zeugin? Fragen über Fragen...
Für den geübten Krimileser ist die Geschichte von Anfang an vorhersehbar. Wenn auch nicht im Detail. Da es sich um einen Justiz-Krimi handelt, steht der Strafverteidiger im Mittelpunkt, nicht wie in Tsokos‘ True-Crime-Thrillern, der Rechtsmediziner. Und so bleibt Jarmer blass. Dafür nimmt Eberhardts Privat- und Familienleben viel Raum ein. Das geht zu Lasten der Spannung.
„Die siebte Zeugin“ ist ein solider (Selbst-)Justiz-Krimi in dem das Strafverfahren deutlich im Vordergrund steht. Das Prozedere wird präzise und vor allem verständlich erklärt. Wie schon in „Zerrissen“ spielt Clan-Kriminalität eine große Rolle. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch, das an die Werke des Meisters des Justizthrillers, John Grisham, bei weitem nicht heranreicht nicht überzeugt.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der Appetit machen soll auf den Folgeband. Ob ich mir das antun werde, weiß ich noch nicht.

Fazit: Von Anfang an vorhersehbar. Der Rechtsmediziner bleibt blass, dafür nimmt das Privatleben des Anwalts viel Raum ein.

Veröffentlicht am 16.01.2021

Ein Fan

So blutig die Nacht
0

Polizistin Kate Marshall wurde 1995 fast von einem Serienkiller getötet und quittierte traumatisiert den Dienst. 16 Jahre später arbeitet sie in Südengland als Dozentin für Kriminologie und bekommt es ...

Polizistin Kate Marshall wurde 1995 fast von einem Serienkiller getötet und quittierte traumatisiert den Dienst. 16 Jahre später arbeitet sie in Südengland als Dozentin für Kriminologie und bekommt es mit einem Nacharmer zu tun, der die Taten von damals kopiert.

Fazit: Nichts für zarte Gemüter!

Veröffentlicht am 15.01.2021

Was für ein Horror-Trip

Das Erlöschen des Feuers
0


„Das Erlöschen des Feuers“ ist ein kleines, feines Büchlein von Guido Kniesel. In Form einer Novelle richtet der Autor sein Spotlight auf Künstliche Intelligenz (KI) und Nanomedizin. Einiges ist erfunden, ...


„Das Erlöschen des Feuers“ ist ein kleines, feines Büchlein von Guido Kniesel. In Form einer Novelle richtet der Autor sein Spotlight auf Künstliche Intelligenz (KI) und Nanomedizin. Einiges ist erfunden, aber einiges erscheint technisch möglich, so wie Nano-Impfstoffe.
Ignatz Brandhoff will sterben. Als er gerade eine Überdosis seiner Medikamente einnehmen will, macht ihm Ananda, eine KI, ein Angebot, das er nicht ablehnen kann…
„Das Erlöschen des Feuers“ ist eine hammerharte Lektüre, die so oder so ähnlich durchaus Wirklichkeit werden könnte. Spannend, keine Frage. Gut geschrieben sowieso. Verraten wird das Ergebnis hier natürlich nicht - selber lesen lohnt sich absolut.

Fazit Visionäre Geschichte über KI und Nanomedizin. Spannend und beklemmend zugleich.

Veröffentlicht am 09.01.2021

Mehr Jugendbuch als Thriller?

Der Mädchenwald
0


Für die 13-jährige Elissa ist Schachspielen das wichtigste Hobby. Auf das bevorstehende Schachturnier freut sie sich daher besonders. In einer Pause geht sie zum Auto ihrer Mutter, kehrt aber nicht zurück. ...


Für die 13-jährige Elissa ist Schachspielen das wichtigste Hobby. Auf das bevorstehende Schachturnier freut sie sich daher besonders. In einer Pause geht sie zum Auto ihrer Mutter, kehrt aber nicht zurück. Elissa verschwindet spurlos. Detective Superintendent Mairéad MacCullagh ermittelt.
Inzwischen ist klar, dass Elissa entführt wurde und in einem dunklen Keller gefangen gehalten wird. Elijah lebt mit seinen Eltern im Wald. Eines Tages entdeckt er Elissa. Das Mädchen schöpft neue Hoffnung. Wird Elijah ihr helfen?
Die Story wird aus drei Perspektiven erzählt:
Einmal aus Elissas Sicht, die mir mit Abstand am besten gefallen hat. Sie wirkt sehr erwachsen für ihr Alter und macht das Beste aus ihrer Situation. Elissa ist sehr gut gezeichnet, mit ihr konnte ich mitfiebern.
Mit Mairéad bin ich nicht richtig warm geworden, sie ist eine Ermittlerin, die große private Probleme hat. Sie bleibt blass, von ihren Problemen mal abgesehen.
Elijahs Strang wird in der Ich-Perspektive erzählt, ihn konnte ich lange nicht einordnen. Es ist klar, dass er ein Geheimnis hütet, erst im Verlauf hatte ich eine Ahnung, in welche Richtung es geht.
Die Handlung läuft eher langsam an. Die Story ist zwar interessant, aber nicht wirklich spannend. Erst gegen Ende, als sich endlich eine heiße Spur ergibt, kommt Spannung auf. Die Twists im letzten Drittel haben mich überrascht.

Fazit: Das Buch hat mich nicht vom Hocker gehauen. Aber das letzte Drittel reißt es raus.

Veröffentlicht am 08.01.2021

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Trauma - Kein Entkommen
0


„Trauma - Kein Entkommen“ von Christoph Wortberg ist der Auftakt einer Thriller-Trilogie. Der Klappentext klang vielversprechend, doch leider wurde ich enttäuscht. Worum geht es?
Zwei Tote, der eine ertrunken ...


„Trauma - Kein Entkommen“ von Christoph Wortberg ist der Auftakt einer Thriller-Trilogie. Der Klappentext klang vielversprechend, doch leider wurde ich enttäuscht. Worum geht es?
Zwei Tote, der eine ertrunken in einem See, der andere erstickt in einem Kühlschrank. Mord oder Selbstmord? Wie sich herausstellt, waren beide schwer traumatisiert. Katja Sand und ihr Assistent Rudi Dorfmüller von der Münchener Kripo ermitteln…
Christoph Wortberg hat sein Thriller-Debüt spannend in Szene gesetzt. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Wasser, Eis und Feuer. Jeder Teil beginnt mit einem Kapitel über „das kleine Kind“, welches eine schlimme Kindheit hat. Der geübte (Krimi-)Leser weiß natürlich sofort, dass es sich hier um den Täter handeln muss.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Nur mit Katja bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Eine Helikoptermutter, die ein dunkles Geheimnis hütet und ihr eigenes Trauma (das kommt dann wohl in Band 2?) auf andere projiziert. Rudi dagegen ist mir sofort ans Herz gewachsen.
Alles in allem konnte mich „Trauma - Kein Entkommen“ nicht überzeugen. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der neugierig macht auf den nächsten Teil: „Trauma - Kein Vergessen“, der im Sept. 2021 erscheinen soll.

Fazit: Nichts Neues unter der Sonne. Ein Täter mit verkorkster Kindheit. Dazu eine unsympathische Ermittlerin und zu viel Privatgedöns.