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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2020

Die Uhr tickt

Vier durch vier
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„Vier durch vier“ von Arne Dahl ist der 4. Fall für das schwedische Ermittlerduo Berger & Blom und es empfiehlt sich, die Vorgänger gelesen zu haben. Denn die Geschichte ist komplex. Doch worum geht es?
Sam ...


„Vier durch vier“ von Arne Dahl ist der 4. Fall für das schwedische Ermittlerduo Berger & Blom und es empfiehlt sich, die Vorgänger gelesen zu haben. Denn die Geschichte ist komplex. Doch worum geht es?
Sam Berger, der mittlerweile als Sicherheitsberater arbeitet, im Klartext: Privatdetektiv, hat von seiner Therapeutin einen lukrativen Auftrag bekommen: Er soll Nadja finden, eine ehemalige Prostituierte und Putzhilfe. Sie wurde entführt und soll in 3 Tagen enthauptet werden.
Unterstützt wird Sam von seiner Ex-Kollegin Molly Blom, inzwischen Mutter einer gemeinsamen Tochter, und Desiré "Deer" Rosenkvist, Sams frühere Kollegin von der NOA. Fieberhaft graben sich die drei immer tiefer in den Fall hinein. Und dann verschwindet auch noch Molly…
Arne Dahl hat seinen neuen Krimi wieder unglaublich spannend und psychologisch raffiniert inszeniert, voller abgründiger Wendungen, aber auch blutig und brutal. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Nichts ist wie es scheint.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Sam und Molly sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Das Thema Zeit dominiert noch immer Sams Gedanken. Das Ende schockiert. Aber ich hoffe, die Reihe geht weiter.

Fazit: Furios verwirrender vierter Fall für Berger und Blom. Top!

Veröffentlicht am 20.02.2020

Hinter heilen Fassaden

In Vitro
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Alle Bücher von J.P. Conrad haben mich begeistert und auch „In Vitro - Das Angst Experiment“ hat mich nicht enttäuscht. Schon das Cover ist ziemlich gruselig: ein Totenkopf mit einem mysteriösen Zeichen ...


Alle Bücher von J.P. Conrad haben mich begeistert und auch „In Vitro - Das Angst Experiment“ hat mich nicht enttäuscht. Schon das Cover ist ziemlich gruselig: ein Totenkopf mit einem mysteriösen Zeichen auf der Stirn, umschlungen von verschrumpelten Händen. Dieser Thriller ist der vierte mit Reporter Jack Calhey und in Yorkshire verortet. Worum geht es?
Jack und seine schwangere Frau Grace wollen nach ihrem Urlaub noch eine Nacht bei Graces Tante Theodora in Harbythorpe bleiben bevor sie zurück nach Hause reisen. Kurz vor dem Ziel haben sie einen Unfall. Im Dunkeln und zu Fuß erreichen sie Theodoras Haus. Dabei ahnen sie nicht, dass ihnen der wahre Horror erst noch bevorsteht. Denn am nächsten Tag ist Grace plötzlich verschwunden…
J.P. Conrad hat seinen neuen Thriller wieder spannend in Szene gesetzt. Seltsame Dinge geschehen. Was vor sich geht, ist erst einmal völlig unklar. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Je näher man der Wahrheit zu kommen scheint, desto undurchsichtiger wird sie - bis sie mit voller Wucht zuschlägt.
Die Geschichte wird fast ausschließlich in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Jack erzählt. Das schafft Nähe. Auch Steve Highsmith ist wieder mit von der Partie, zumindest telefonisch. Gut gefallen hat mir auch, dass es nicht nur einen Soundtrack zum Buch gibt, sondern gleich eine Playlist.
Wer zu einem Buch von J.P. Conrad greift, der sollte schon wissen, was auf ihn zukommt. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der flüssige Schreibstil tut sein Übriges dazu, so dass man hier wirklich von Verschlingen statt Lesen sprechen kann.
„In Vitro“ bietet alles, was sich der Thriller-Fan wünscht: ein Pageturner im wahrsten Sinne des Wortes, dessen Auflösung womöglich ebenso überrascht wie schockiert.

Fazit: Ein abgründiger Thriller mit Gänsehaut-Garantie. Bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 18.02.2020

Griet, das Küken und der Pfannkuchenmann

Mord auf Vlieland
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„Mord auf Vlieland“ von Jan Jacobs ist der Auftakt einer neuen Niederlande-Serie. Das Buch startet mit einem mysteriösen Prolog. Vlieland, 1989: Eine junge Frau geht ins Wasser. Warum?
Vlieland, heute: ...


„Mord auf Vlieland“ von Jan Jacobs ist der Auftakt einer neuen Niederlande-Serie. Das Buch startet mit einem mysteriösen Prolog. Vlieland, 1989: Eine junge Frau geht ins Wasser. Warum?
Vlieland, heute: Hotelier Vincent Bakker wurde ermordet. »Mevrouw Commissaris« Griet Gerritsen aus Leeuwarden ermittelt. Sie hatte vor 5 Jahren ein traumatisches Erlebnis und wurde erst kürzlich nach Friesland versetzt. Wird es ihr gelingen, den Mord aufzuklären?
Jan Jacobs ist in den Niederlanden aufgewachsen und hat dort studiert. Er erzählt seine Geschichte ruhig, eher sachlich und mit viel Lokalkolorit. Immer mal wieder sind Wörter in Nederlands (und Frysk) eingestreut. Das kommt sehr authentisch rüber.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Griet ist mir sympathisch. Sie kämpft mit den Dämonen der Vergangenheit. Doch sie ist eine starke Frau, die sich in den Fall verbeißt und nicht aufgibt. Auch ihre Kollegen, Pieter, der Pfannkuchenmann, und Küken Noemi, sind gut gezeichnet.
Nichts ist, wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut. Fast jeder auf Vlieland hat ein Geheimnis, eine dunkle Seite. Nur langsam kommen Griet und ihr Team den schrecklichen Ereignissen auf die Spur. Dabei stoßen sie auf ein Familiendrama, das sie am Guten im Menschen zweifeln lässt.
Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und lassen bis zum Schluss mehrere Verdächtige als Täter infrage kommen. Nichtsdestotrotz Selbstjustiz ist keine Option. Denn niemand hat den Tod verdient. Auch „böse Menschen“ nicht.
Viele koffies und pilsjes später ist alles stimmig aufgelöst. Und so freue ich mich schon heute auf den 2. Band, „Die Tote in der Gracht“, der im Oktober 2020 erscheinen soll.

Fazit: Commissaris Griet Gerritsen ermittelt auf Vlieland. Gelungener Auftakt einer neuen Niederlande-Serie mit viel Lokalkolorit. Daumen hoch!

Veröffentlicht am 16.02.2020

Von Elstern, Krähen und anderen Tieren

Der Luzifer-Killer
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In der „Luzifer-Killer“ von Elias Haller ermitteln die sächsischen Kommissare Klara Frost und Erik Donner zum ersten Mal gemeinsam. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene ...


In der „Luzifer-Killer“ von Elias Haller ermitteln die sächsischen Kommissare Klara Frost und Erik Donner zum ersten Mal gemeinsam. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
In einem Teich wird ein Kindersarg gefunden. Allerdings ohne Leiche, dafür mit einem „L“ auf dem Deckel, einem rätselhaften Code auf dem Boden und einem alten Foto, das Klara mit ihrem ehemaligen Studienkollegen Erik zeigt. Klara versucht, Kontakt zu Erik aufzunehmen. Doch der sitzt scheinbar in der Psychiatrie.
Währenddessen taucht im Internet ein Video auf, das ein schreckliches Verbrechen zeigt. Schnell ist klar, dass die Beteiligten auf einer Todesliste stehen, die ein Killer nun abarbeitet. Können Klara und Erik, der auf abenteuerliche Weise entkommen ist, das Luzifer-Rätsel lösen? Ein blutiger Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Elias Haller hat seinen neuen Thriller packend inszeniert. Nur das Nick-Nack-Einmaleins hat mich gestört: „Nick-nack paddywack, Knochen für den Hund…“ Obwohl es hier natürlich eine ganz eigene, neu interpretierte Bedeutung hat. Aber mich hat es zunehmend genervt.
Der Autor erzählt die Geschichte auf mehreren Zeitebenen, heute und damals (1989 bis heute). Die Vergangenheit wirft lange Schatten, die der Autor gründlich ausleuchtet. Es geht um Rache und Vergeltung. Nebenbei erhalten wir auch einen tiefen Einblick in Klaras Vergangenheit.
„Der Luzifer-Killer“ kann man schon als harte Kost bezeichnen, die nicht jedermanns Sache ist. Aber letzten Endes muss sich der Leser diesen Geschehnissen stellen. Eine schmutzige Geschichte zu einem schmutzigen Thema, das immer noch gerne unter den Tisch gekehrt wird.

Fazit: Klara Frost und Erik Donner ermitteln gemeinsam. Für mich nicht das beste Buch von Elias Haller, aber spannende und kurzweilige Unterhaltung.

Veröffentlicht am 12.02.2020

Die Glut des Bösen

Feuerland
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„Der Patriot“ von Pascal Engman hatte mich begeistert. Ich hätte nicht gedacht, dass der Autor das noch toppen kann. Aber ich habe mich geirrt. „Feuerland“ ist ein Thriller, der Organraub thematisiert. ...


„Der Patriot“ von Pascal Engman hatte mich begeistert. Ich hätte nicht gedacht, dass der Autor das noch toppen kann. Aber ich habe mich geirrt. „Feuerland“ ist ein Thriller, der Organraub thematisiert. Und wieder geht es um Flüchtlinge.
Zwei spannende Handlungsstränge gilt es zu verfolgen: In Stockholm wird ein exklusiver Uhrenladen überfallen. Kurz darauf werden zwei reiche Geschäftsmänner entführt. Wo ist die Verbindung? Vanessa Frank, die eigentlich vom Dienst suspendiert ist, ermittelt.
In einem weiteren Erzählstrang führt uns der Autor nach Südchile in die Colonia Rhein. Die dortige Clínica Bavaria ist spezialisiert auf Organtransplantationen für solvente Kunden aus aller Welt. Früher wurde die Organbank durch Straßenkinder von den Philippinen bestückt. Doch nun sollen Flüchtlingskinder aus Schweden nach Chile deportiert werden.
„Feuerland“ ist der erste Band der Thriller-Serie um Kriminalkommissarin Vanessa Frank. Eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten und gerade deswegen eine Figur, mit der man mitfiebern kann. Unterstützung bekommt Vanessa von Nicolas Paredes, ein unehrenhaft entlassener Elitesoldat.
Pascal Engman gelingt es, die verschiedenen Handlungsstränge mit mehreren Perspektiven und einigen Wendungen, die der Leser so nicht erwartet haben dürfte, am Ende zu einem logischen Ganzen zusammen zu führen. Spannend, keine Frage. Aber stellenweise auch blutig und brutal.

Fazit: Ein Thriller, der einen nicht mehr loslässt. Schwedisch. Schnell. Spånnend. Noch besser als „Der Patriot“.