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Veröffentlicht am 20.03.2026

Boisen & Nyborg jagen einen Serienkiller

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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„Nordlicht - Das fremde Gesicht“ von Anette Hinrichs ist bereits der siebte Fall für das deutsch-dänische Ermittlerduo Boisen & Nyborg und die Sondereinheit GZ Padborg. Worum geht es?
2015: Ein mysteriöser ...


„Nordlicht - Das fremde Gesicht“ von Anette Hinrichs ist bereits der siebte Fall für das deutsch-dänische Ermittlerduo Boisen & Nyborg und die Sondereinheit GZ Padborg. Worum geht es?
2015: Ein mysteriöser Prolog.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Vibeke Boisen. Sie wird zu einem Tatort gerufen: Auf einem Gestüt in Süderlügum wurde ein Toter gefunden. Es handelt sich um den jüngsten Sohn der Familie, Falk: Das Gaffer-Tape. Der Taser. Die am Seil aufgehängte Leiche und ein Foto im Mund des Opfers. Was hat das zu bedeuten?
10 Tage später begegnen wir Rasmus Nyborg. Er hat geträumt, erinnert sich an seinen verstorbenen Sohn Anton. Rasmus bekommt es mit einem ähnlichen Todesfall in Tønder, Dänemark, zu tun: Das Opfer heißt Mikkel. Mund und Nase mit Gaffer-Tape verklebt, ein zusammengeknülltes Foto mit dem Gesicht eines fremden Jungen im Mundraum.
Falk und Mikkel: Der gleiche Modus Operandi. Somit ein Fall für die Sondereinheit GZ Padborg. Über das Wiedersehen mit Vibeke, Rasmus, Pernille und Luis Silva habe ich mich gefreut. Das Ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen.
Als es weitere Tote gibt, wird klar, dass die Ermittler es mit einem Serientäter zu tun haben. Aber, wo ist die Verbindung?
„Nordlicht - Das fremde Gesicht“ ist ein Buch, das Mobbing thematisiert. Immer wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut, zehn Jahre zuvor. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Die Auflösung war für mich keine große Überraschung, denn alle anderen Verdächtigen waren irgendwann tot.
Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, der neugierig macht auf die Fortsetzung.

Fazit: Eine tragische Geschichte. Atmosphärisch. Gut, für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 17.03.2026

Gunni Hilding ermittelt

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Als Fan der ersten Stunde habe ich alles von Mattias Edvardsson mit Freude gelesen. Er ist ein guter Beobachter und großartiger Erzähler. Auch „Tatort Trelleborg“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht ...


Als Fan der ersten Stunde habe ich alles von Mattias Edvardsson mit Freude gelesen. Er ist ein guter Beobachter und großartiger Erzähler. Auch „Tatort Trelleborg“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Trelleborg, Südschweden, Mai 1989: Wir lernen Lola und ihren Sohn Robin kennen. Er will mit den beiden Nachbarsjungen Daniel und Dennis im Wald spielen - und verschwindet. Kurz darauf wird er tot aufgefunden. Schnell steht fest, Robin wurde ermordet.
Gabeljung, eine verschworene Gemeinde. Immer mehr Personen kommen als Täter in Frage: Allan, Andres, Stefan oder Ekel-Bengt? Und dann sind da noch Tony, Lolas neuer Partner und Leif, der Vater von Daniel und Dennis sowie Kristian „Krille“, Robins leiblicher Vater. Fast jeder hat etwas zu verbergen.
Gunni Hilding und ihre Kollegin Inga ermitteln. Ein Tatverdächtiger wird zwar verhaftet, aber ist er auch der Richtige? Und wo liegt sein Motiv? Doch dann gibt es eine dramatische Wende. Der Verdächtige wird entlassen, die Ermittlungen abgeschlossen.
Fünf Jahre später, Juni 1994: Wieder wird ein totes Kind gefunden und Gunni zurück in die Vergangenheit katapultiert.
„Tatort Trelleborg“ ist spannend und unterhaltsam. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Falsche Fährten und überraschende Wendungen bereichern die Geschichte. Was ist wahr, was ist Lüge?
Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Inga und Gunni sind mir sofort ans Herz gewachsen, ein Team, das sich perfekt ergänzt: Fachkenntnis und Lebenserfahrung gepaart mit Jugend und Neugier. Auch ihr Kollege Hasse und ihr Chef Valter kommen sympathisch rüber.
Gunni ist ein interessanter Charakter, der mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat. Sie ist bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen. Das hat Spuren hinterlassen. Aber sie ist hartnäckig und verbeißt sich in den Fall.
Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger. Ich kann es kaum erwarten, dass Band 2 erscheint.

Fazit: Packender Auftakt einer neuen Krimireihe mit einer ungewöhnlichen Heldin. Unbedingt Lesen!

Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein Horrortrip

Kalt wie die Luft
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„Kalt wie die Luft - Jakob Webers erster Fall“ von Orjan N. Karlsson überzeugt auf ganzer Linie. Den Autor kannte ich bisher nicht. Eine echte Entdeckung! Worum geht es?
In Bodø, nördlich des Polarkreises, ...


„Kalt wie die Luft - Jakob Webers erster Fall“ von Orjan N. Karlsson überzeugt auf ganzer Linie. Den Autor kannte ich bisher nicht. Eine echte Entdeckung! Worum geht es?
In Bodø, nördlich des Polarkreises, kehrt die 19-jährige Iselin Hanssen von ihrer Joggingrunde nicht zurück. Kriminalkommissar Jakob Weber und seine neue Kollegin Noora Yun Sande übernehmen den Fall. Später wird in einem Wandergebiet ein blutiges T-Shirt gefunden. Iselins?
Kurz darauf verschwindet auf einer einsamen Insel eine weitere junge Frau, Marte Moi, eine Influencerin, besser bekannt als „NatureLady“. Insgesamt vier junge Frauen. Vier Vermisstenfälle, die 29 Jahre auseinanderliegen. Ist ein Serienkiller am Polarkreis unterwegs?
„Kalt wie die Luft“ ist ein fesselnder Thriller. Es geht hart zur Sache. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Falsche Fährten und überraschende Wendungen bereichern die Geschichte.
Jakob und Noora kommen sympathisch rüber. Jakob ist frisch verwitwet und kümmert sich rührend um seinen Halbbruder. Noora ist auf der Flucht aus einer toxischen Beziehung.
Da ich schon oft in Norwegen war, auch in Narvik und auf den Lofoten, musste ich dieses Buch unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht.
Ein Cliffhanger macht Lust auf die Fortsetzung, „Dunkel wie die Nacht“, die im Herbst erscheinen soll.

Fazit: Gelungener Auftakt einer neuen Nordland-Reihe. Spannung pur!

Veröffentlicht am 06.03.2026

Work Later, Drink Now!

Heaven's Gate
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„Heaven's Gate: Ein Fall für Caruso“ ist das Krimi-Debüt von Daniel Faßbender, das ich mit Freude gelesen habe. Das Buch hat mich an den Actionfilm „Gefährliche Brandung“ mit Patrick Swayze aus dem Jahr ...


„Heaven's Gate: Ein Fall für Caruso“ ist das Krimi-Debüt von Daniel Faßbender, das ich mit Freude gelesen habe. Das Buch hat mich an den Actionfilm „Gefährliche Brandung“ mit Patrick Swayze aus dem Jahr 1991 erinnert. Worum geht es?
Vor Monaten strandete Caruso auf der philippinischen Insel Surogao. Der ehemalige Surflehrer vertreibt sich die Zeit mit Wellenreiten, Alkohol und Nichtstun. Auch an seinen Diensten als Privatdetektiv scheint niemand interessiert zu sein, bis ihn eines Tages die schöne Spanierin Ángel bittet, ihren verschwundenen Sohn Juan, genannt John John, zu finden. Caruso verbeißt sich in den Fall und gerät mehr als einmal in Lebensgefahr…
„Heaven's Gate“ ist ein sprachlich frischer, frecher Krimi, durchgehend spannend. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich in der Ich-Perspektive aus Sicht von Caruso, dessen wirklichen Namen man nicht erfährt.
Die Mischung aus Sonne, Surfen, Gewalt und Korruption sowie ein lakonischer Ermittler, der sich immer wieder in einem Netz aus Alkohol, schönen Frauen und Gefahren verfängt, hat mir auf Anhieb gefallen: Authentischer Surfer-Sprech und spannende Krimihandlung.
»Wellen, Testosteron, schöne Menschen, wenig Kleidung. Surogao bietet schlechte Bedingungen für vernünftige Entscheidungen.« muss Caruso feststellen, der seine ganz eigene Art von trockenem Humor besitzt: Ich kaufte mir ein Bier, um den Rum in meinem Körper zu verdünnen.

Fazit: Frischer Wind am deutschen Krimi-Himmel. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 05.03.2026

Neun Tage im November

Die Praktikantin
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Als Fan der ersten Stunde habe ich fast alles von Horst Eckert mit Freude gelesen und auch sein neuer Thriller, „Die Praktikantin“, überzeugt. Worum geht es?
Carla Bergmann ist die neue Praktikantin bei ...


Als Fan der ersten Stunde habe ich fast alles von Horst Eckert mit Freude gelesen und auch sein neuer Thriller, „Die Praktikantin“, überzeugt. Worum geht es?
Carla Bergmann ist die neue Praktikantin bei der Düsseldorfer Morgenpost. Sie geht einer Meldung im Polizeibericht nach und stößt auf Ungereimtheiten. Ein Mord geschieht. Carla ist hartnäckig und verbeißt sich in den Fall. Unterstützt wird sie von Jan Koller, Chef des Politikresorts in Berlin.
Die Spuren führen nach Kiew. Auf der Suche nach der Wahrheit geraten Carla und Jan mehr als einmal in Lebensgefahr.
Russland und die Ukraine. Sorry, kann ich eigentlich nicht mehr hören. Aber, schon klar, es geht um etwas Größeres. Das wird hier natürlich nicht verraten.
Das Thema Drohnen und KI in der Kriegsführung finde ich sehr interessant und brisant. Geheimdienstaktionen sowieso.
Über den Cameo-Auftritt von Melia Adan und Vincent Veih habe ich mich gefreut. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Sarah Wolf aus „Der Preis des Geldes“. Tatsächlich erinnert mich das Cover von „Die Praktikantin“ an dieses Buch.
Carla und Jan kommen sympathisch rüber. Aber wieder ein alter Hase und eine junge Frau, wie Melia und Vincent. Warum nicht mal eine „alte Häsin“ und ein junger Praktikant/ Assistent?
Meine Lieblingsstelle:
»Was haben Sie mit Ihrer Stirn gemacht?«, fragte sie. »Manchmal stößt man beim Recherchieren auf harte Fakten«, antwortete er.

Fazit: Packender Verschwörungsthriller. Erschreckend realistisch. Gerne gelesen!