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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2017

Eher Drama als Thriller

The Couple Next Door
3 0

Anne und Marco feiern zusammen mit den Nachbarn eine Party. Da Cynthia, die Gastgeberin, Babys nicht mag, bleibt die kleine Cora gleich nebenan in ihrem Bettchen. Schließlich haben die Eltern ja das Babyfon ...

Anne und Marco feiern zusammen mit den Nachbarn eine Party. Da Cynthia, die Gastgeberin, Babys nicht mag, bleibt die kleine Cora gleich nebenan in ihrem Bettchen. Schließlich haben die Eltern ja das Babyfon dabei und außerdem schauen sie abwechselnd nach ihrem Kind.
Doch als Anne gegen 1 Uhr nachts nach ihrer Tochter schaut, ist das Bettchen leer – Cora ist verschwunden.
Die beiden benachrichtigen die Polizei und Inspektor Rasbach beginnt in alle Richtungen zu ermitteln. Wurde das Baby von den Eltern getötet und beiseite geschafft oder wurde es entführt?

Das Cover gefällt mir sehr gut, es hebt sich von anderen Thrillern ab, die Farben sind schön und man hat das Gefühl von einem Auto aus das Haus zu beobachten.

Das Buch ist in der Gegenwartsform geschrieben und wechselt oft die Sichtweise. Vor allem kann man Annes und Marcos Gefühle nachvollziehen, wobei mir die beiden wegen der distanzierten Schreibweise trotzdem sehr fremd blieben.
Wirklich sympathisch war mir keine der Personen außer dem Inspektor. Ich finde, dass er sehr gut ermittelt, er schießt sich nicht auf nur eine Möglichkeit ein, sondern erwägt alle Eventualitäten und ändert auch mal seine Meinung, wenn das nötig ist.

Jede der Personen ist verdächtig, haben doch alle irgendwas zu verbergen. Nach und nach kommen so einige Geheimnisse ans Licht und es wird dann in der zweiten Hälfte des Buches auch richtig spannend.

Die Auflösung ist plausibel, das gefällt mir gut.
Doch für das Ende selbst hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht und das sich das Ganze mehr hochschaukelt, aber so war es zu schnell abgespult und wirkte dadurch zu aufgesetzt.

Veröffentlicht am 04.11.2016

Blutrünstig und abstrus

Die Stille vor dem Tod
3 0

Smoky und ihr Team werden zu einem grausamen Mord an einer ganzen Familie gerufen, doch das ist erst der Anfang von noch viel mehr und auch grausameren Morden.
Eine blutige Botschaft an der Wand verlangt ...

Smoky und ihr Team werden zu einem grausamen Mord an einer ganzen Familie gerufen, doch das ist erst der Anfang von noch viel mehr und auch grausameren Morden.
Eine blutige Botschaft an der Wand verlangt nach Smoky als Ermittlerin.
Smoky wird in einen Strudel von Gewalt gezogen, der selbst sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt.

Mit Begeisterung habe ich die ersten vier Bücher dieser Reihe als Hörbuch gehört, sie haben auch alle insgesamt 4-5 Sterne von mir erhalten und ich habe mich sehr darauf gefreut, nach der langen Zeit endlich die Fortsetzung lesen zu dürfen.

Der Anfang des Buches war auch so, wie ich es von Cody McFadyen gewohnt war, aber dann driftete das Buch in eine Aneinanderreihung von grausamen Morden, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, ab.
In mehreren Abschnitten des Buches werden Szenen von Gewalt in Smokys Träumen beschrieben und andere als Artikel in der Zeitung. Beides störte meinen Lesefluss ungemein, da ich auch teilweise nicht weiß, warum die Träume geschildert wurden. Und die Zeitungsartikel wirken fehl am Platz, auch wenn sie einiges erklären.

Im zweiten Viertel des Buches wird ein längeres Gespräch zwischen dem Psychiater Dr. Childs und Smoky geschildert, das zog sich über ca. 40 Seiten, da musste ich mich mehrfach zwingen weiterzulesen, da ich mit meinen Gedanken immer wieder abschweifte.

Ich hätte das Buch sicher nach der Hälfte abgebrochen, da ich es aber in einer Leserunde gelesen habe, habe ich es tapfer zu Ende gelesen.

Der Autor sagt in einem Interview, dass er Smoky menschlicher und verletzlicher darstellen wollte. Ich finde, das ist ihm nicht gelungen. Damit hätte er eher anfangen müssen, genau genommen in Band 1, als Smokys damalige Familie ermordet wurde.
Er behauptete auch in dem Interview, keinen Szenenbau zu benutzen. Hätte er es nur getan, dann wäre wahrscheinlich ein lesenswerteres Buch dabei herausgekommen.

Fazit:
Leider kann der fünfte Teil der Reihe nicht an die Vorgänger anknüpfen, zu unrealistisch ist die Handlung, ich musste mich häufig zwingen, weiterzulesen, da die Spannung sehr oft auf der Strecke blieb. Eine Ansammlung von Morden und Grausamkeiten heben leider die Spannung nicht, man stumpft eher ab. Dafür gibt es viel zu wenig Ermittlungsarbeit, die ich aus den vorherigen Büchern kannte und geschätzt habe. Und dann noch ein offenes Ende – das geht gar nicht.

Ich kann nur hoffen, dass die vielen negativen Rezensionen, die jetzt auf den Autor niederprasseln, ihn dazu bewegen können, zu seinem alten Stil zurückzufinden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Historischer Kriminalroman mit kleinen Schwächen

Die rubinrote Kammer
1 0

Klappentext:
London, 1907: Gegen den Willen ihrer adeligen, einflussreichen Familie lebt die junge Victoria allein mit dem alten Butler ihres kürzlich verstorbenen Vaters. Sie ist nicht reich, aber glücklich. ...

Klappentext:
London, 1907: Gegen den Willen ihrer adeligen, einflussreichen Familie lebt die junge Victoria allein mit dem alten Butler ihres kürzlich verstorbenen Vaters. Sie ist nicht reich, aber glücklich. Doch ihre Welt gerät ins Wanken, als hässliche Andeutungen über ein dunkles Familiengeheimnis laut werden. Der einzige Mann, der ihre Fragen beantworten könnte, wird ermordet ... Victorias guter Ruf ist in Gefahr, doch als Retter in der Not entpuppt sich der attraktive Journalist Jeremy Ryder. Aber kann sie ihm vertrauen?

Ein mitreißender Roman über dunkle Geheimnisse, überraschende Wahrheiten und die Liebe.


Meine Meinung:

Victoria ist für die damalige Zeit eine viel zu aufgeklärte und draufgängerische Frau, die sich oftmals zu weit vor wagt, das finde ich nicht besonders realistisch.
Für meinen Geschmack gibt es viel zu viele Zufälle in dem Buch, alle Personen, die die beiden befragen, verhalten sich viel zu kooperativ und das Motiv des Mörders wurde viel zu spät aufgedeckt, sodass man als Leser kein bisschen mit raten konnte.
Victoria ist mir trotzdem sympathisch. Der Butler ist der Hit, immer besonnen, auf die Etikette achtend und mit einem kriminalistischen Gespür.

Ansonsten hat mich der Schreibstil von Pauline Peters begeistert, vor allem die detailreichen Beschreibungen finde ich großartig, da ich mich gedanklich wirklich gut in diese Zeit hineinversetzen konnte. Die Geschichte ist eine Mischung aus historischen und kriminalistischen Elementen, das hat mir sehr gut gefallen. In die Geschichte wurde die Suffragetten-Bewegung integriert, leider wurde diese nur am Rande erwähnt, darüber hätte ich gerne mehr gelesen.

Das Nachwort der Autorin war sehr interessant, dort werden die Suffragetten-Bewegung und andere historische Details noch etwas genauer beschrieben.

Fazit: Trotz der logischen Brüche und teils unrealistischen Szenen, ist das Buch ein kurzweiliger historischer Kriminalroman mit viel Liebe zum Detail und der Beginn einer interessanten Serie mit sympathischen Protagonisten.

Veröffentlicht am 01.06.2018

Packender Schwedenkrimi mit überraschendem Ende

Sommernachtstod
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Im Sommer 1983 verschwindet der 4jährige Billy spurlos. Die Ermittlungen verlaufen trotz eines Verdächtigen im Sand. Die Familie zerbricht daran, die Mutter begeht Selbstmord. Zurück bleiben ein trauernder ...

Im Sommer 1983 verschwindet der 4jährige Billy spurlos. Die Ermittlungen verlaufen trotz eines Verdächtigen im Sand. Die Familie zerbricht daran, die Mutter begeht Selbstmord. Zurück bleiben ein trauernder Vater und die Geschwister Vera und Mattias.

20 Jahre später: Billys Schwester Veronica arbeitet in einem Therapiezentrum, als Isak auftaucht und Andeutungen macht, die Veronica dazu veranlassen, neue Nachforschungen über die damaligen Ereignisse anzustellen. Doch inwieweit kann sie Isak trauen?

Als Erstes hat mich das tolle Cover angesprochen und den Klappentext fand ich äußerst interessant.

Am Anfang zog sich das Buch ein bisschen, Veronica (Vera) wirkt seelisch nicht sonderlich stabil und ich wusste nicht recht, was ich von ihr halten soll. Im Verlauf der Handlung wurde sie mir dann doch sehr sympathisch, was auch daran lag, dass sie nicht hysterisch durch die Gegend lief, wie ich anfangs befürchtete.

Der Autor hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht des damals ermittelnden Kommissars Mansson und aus der gegenwärtigen Sicht von Veronica geschildert.
Im Verlauf ergeben sich immer neue Hinweise, sodass ich kaum mit dem Lesen aufhören konnte. Manche Sachen waren mir recht schnell klar, aber was mit Billy passiert ist, wurde wirklich erst ganz am Ende geklärt. Die Auflösung war unsagbar tragisch und hat mich sehr mitgenommen.
Allerdings führt der Prolog den Leser auf eine komplett falsche Fährte. Dennoch kann ich den Kriminalroman wärmstens empfehlen!

Veröffentlicht am 21.05.2018

Humorvoller, nachdenklicher und berührender Wohlfühlroman

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
0 0

Annika ist Lehrerin für Geographie und Musik und fühlt sich am Hamburger Werther Gymnasium richtig wohl. Als an der ALS (Astrid Lindgren Schule), die in dem Brennpunktbezirk Ellerbrook liegt, händeringend ...

Annika ist Lehrerin für Geographie und Musik und fühlt sich am Hamburger Werther Gymnasium richtig wohl. Als an der ALS (Astrid Lindgren Schule), die in dem Brennpunktbezirk Ellerbrook liegt, händeringend Lehrer gesucht werden, wird Annika unfreiwillig dorthin versetzt.

Die Kids dort sind ganz anders, als die wohlerzogenen Gymnasiasten und Annika hat nur einen Wunsch: möglichst schnell wieder zum Werther Gymnasium zurückzukehren. Sie gründet an der Schule die Musical AG und hofft darauf, einen Preis mit dem Musical zu gewinnen, der ihr ermöglicht, alsbald wieder an ihrer alte Schule zurückzukehren.

Meine Meinung:
Die Schüler an der ALS erinnerten mich am Anfang sehr an Fack Yu Göhte, vor allem Heaven-Tanita glich der treudoofen, aber herzlichen Chantal. Im Verlauf der Geschichte änderte sich aber das Gefühl und einige der Schüler sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Es gibt viele komische Momente, z.B. Vergleiche mit unnützen Tchiboprodukten mit dem Nachbarn Sebastian oder Prinz William, der aufblasbare Held ;)
Aber es gibt auch viele nachdenkliche Momente, wie die Geschichten mit dem Schülern Meikel, Maryam und Hamed.
Und es gibt unheimlich berührende Momente, in denen ich nur mit Tränen in den Augen weiterlesen konnte.
Gerne hätte ich mehr über den "normalen" Unterricht gelesen, die Musical-AG hat sehr überwogen, aber das hätte die Länge des Romans wahrscheinlich gesprengt.
Geschickt erzeugt die Autorin Situationen, in denen ich die starrsinnige Annika manchmal einfach schütteln möchte und nur denke, wie kann man nur so naiv sein.

Fazit: Der Roman ist ein auf und ab der Gefühle, von amüsant zu nachdenklich bis berührend ist alles im Gesamtpaket dabei. Petra Hülsmann versteht es wunderbar uns Leser in die Geschichte einzubinden, als wäre man unmittelbar dabei. Auch wenn das Buch recht vorhersehbar ist, ist es doch ein echter Wohlfühlroman.