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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2021

Düster, spannend und wendungsreich

Der Mädchenwald
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Schon lange hat mich ein Thriller nicht mehr so packen können, wie der Mädchenwald.

Trotz dass ich mehrere Sichtweisen auf die Handlung hatte (Elijah, Elissa und die Kommissarin), war ich stets im Ungewissen. ...

Schon lange hat mich ein Thriller nicht mehr so packen können, wie der Mädchenwald.

Trotz dass ich mehrere Sichtweisen auf die Handlung hatte (Elijah, Elissa und die Kommissarin), war ich stets im Ungewissen. Und kaum meinte ich, ich würde der Lösung ein Stück näher sein, belehrte mich die Autorin etwas bessern.


Die Geschichte ist ungemein düster, spannend und mitreißend. Ich habe das Hörbuch gehört. Die Handlung wird von drei Sprecher*innen gesprochen, allesamt sehr gut. Besonders die Stimme von Elijah ist sehr angenehm (Gerrit Schmidt Foß - Synchronstimme u.a. von Leonardo Di Caprio).

Elijah ist natürlich der spannendste Teil der Geschichte, man weiß nie genau, woran man mit ihm ist. Kaum glaubt man ihn zu kennen, ändert sich alles.


Interessant ist auch die Sichtweise von Elissa, die als Schachspielerin z.B. den Raum, in welchen sie gefangen gehalten wird, wie ein Schachbrett aufteilt. Ich habe mit ihr mitgefiebert, sie ist sehr intelligent, aber wird ihr das helfen, sich aus der Situation zu befreien?

Am Blassesten blieb die Kommissarin, die eigentlich nichts Wesentliches zur Aufklärung des Falls beigetragen hat.


Die Geschichte ist bis zum Schluss undurchsichtig und ist durch die ständigen Wendungen sehr spannend! Absolute Lese- u. Hörempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2021

Bemerkenswert und mit viel Gefühl

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder
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Das Buch hat mein Interesse geweckt, da ich von Beruf Kinderkrankenschwester bin und mir daher die Inhaltsangabe sehr zugesagt hat.
Auch wenn die Handlung Jahrzehnte vor meiner Ausbildung spielt, so konnte ...

Das Buch hat mein Interesse geweckt, da ich von Beruf Kinderkrankenschwester bin und mir daher die Inhaltsangabe sehr zugesagt hat.
Auch wenn die Handlung Jahrzehnte vor meiner Ausbildung spielt, so konnte ich doch einige Parallelen zu meiner Ausbildung finden und mich gedanklich auch in meine Lehrzeit zurückversetzen. Genau wie damals trug auch ich in meiner Lehrzeit einen grauen Kittel mit weißer Schürze und Häubchen. Auch ich war eine Rotkreuzschwester mit der obligatorischen Brosche. Dass das 70 Jahre früher genauso war, hat mich schon ein bisschen erstaunt.

Sehr gut gefallen haben mir die Verwobenheit von Fiktion und echten geschichtlichen Tatsachen; die Mischung aus dem Alltag der Elevinnen (wie man die Lernschwestern damals nannte), deren Sorgen und Nöte, und doch kam die Romantik und einiges an Dramatik nicht zu kurz.
Interessant fand ich auch die historischen Details über den Werdegang der Klinik, der damaligen Ärzte, Schwestern, und der angeschlossenen Milchkuranstalt.

Natürlich war ich neugierig wie das Kinderkrankenhaus und dessen Umgebung ausgesehen hat, deshalb habe ich im Internet danach gegoogelt. Es gibt ein kleines Video von 2017 auf You Tube, in welchen die inzwischen leider sehr verfallenen Gebäude gezeigt werden und natürlich etliche Bilder des Lost Places. Sehr schön und interessant!

Um noch einmal zum Buch zurückzukommen: Der Schreibstil ist sehr lebendig und anschaulich, ich vergaß beim Lesen Zeit und Raum, so muss ein gutes Buch sein!

Die beiden Schwestern Emma und Marlene sind mir richtig ans Herz gewachsen und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Romanreihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2021

Scharfzüngig und tiefsinnig

Und erlöse uns von den Blöden
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… beleuchten Monika Gruber und Andreas Hock in ihrem Buch „Und erlöse uns von den Blöden“ den Irrsinn in der heutigen Zeit. Die beiden Autoren (m/w/d) nehmen sich den Genderismus genauso vor, wie auch ...

… beleuchten Monika Gruber und Andreas Hock in ihrem Buch „Und erlöse uns von den Blöden“ den Irrsinn in der heutigen Zeit. Die beiden Autoren (m/w/d) nehmen sich den Genderismus genauso vor, wie auch Helikopter-Eltern nebst ihres der deutschen Sprache nur noch in Ansätzen mächtigen Nachwuchses. Natürlich darf auch Corona nicht fehlen. Unkritische Fans der Regierungsmaßnahmen seien allerdings vor der Lektüre des Buches gewarnt.
In abwechselnd und gemeinsam geschriebenen Kapiteln sezieren die Autoren all das, was ihrem bodenständigen, gesunden Menschenverstand gerade in die Quere kommt, verfallen dabei ab und zu in „Früher war alles besser!“, allerdings ohne die Blödheiten der Vergangenheit unerwähnt zu lassen.

Ein empfehlenswertes, unterhaltsames Buch, in dem in einer polarisierten Welt eine „vernünftige Mitte“ gesucht wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2020

Gute Motivation für Kreative

Kreativität
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In ihrem Buch Kreativität widmet sich Melanie Raabe, die ich bisher als Krimiautorin schätzen gelernt habe, mal einem ganz anderen Thema zu.
Sie schreibt mit viel Sachverstand, wie man seine Kreativität ...

In ihrem Buch Kreativität widmet sich Melanie Raabe, die ich bisher als Krimiautorin schätzen gelernt habe, mal einem ganz anderen Thema zu.
Sie schreibt mit viel Sachverstand, wie man seine Kreativität verbessern kann. Z.B. wie man im Alltag durchaus mit etwas Beobachtungsgabe und Aufmerksamkeit Dinge mitnehmen kann, die einen im kreativen Schaffen von Nutzen sein können, oder dass man Sachen, die einen ablenken (z.B. soziale Medien, Handy, etc.) währenddessen einfach mal abschaltet.

Meine Meinung:
Melanie Raabe hat einen sehr angenehmen Schreibstil und ich konnte ihr gut folgen. Da das Buch für mich selbst aber nicht so relevant war, wie ich es mir vorgestellt hatte, merkte ich bald, dass ich mich oft langweilte und mit den Gedanken abschweifte.
Nachdem ich mein Leseverhalten dahingehend geändert hatte, dass ich nur immer 1-2 Kapitel am Tag gelesen habe, konnte ich dem Inhalt wesentlich besser folgen.
Auch wenn Frau Raabe mehrfach in dem Buch angibt, dass das Buch für alle Arten von Kreativität relevant ist, so hat es mir, die eher dem Hobby Stricken und Sticken zugewandt ist, wenig gebracht.
Sie schreibt meist aus der Sicht einer Schriftstellerin, was an sich ja nichts Verkehrtes ist, aber meine Interessen wenig streift.
Trotzdem war das Buch mitunter sehr unterhaltsam und vielfältig, und manches konnte ich durchaus für mich mitnehmen.
Die Autorin erwähnt mehrfach im Buch, dass sie einen eigenen Podcast (Raabe & Kampf) zusammen mit Laura Kampf hat, den werde ich mir bei Gelegenheit einmal anhören.

Für Schriftsteller, Maler, Schauspieler und ähnliche freigeistige Kreative ist das Buch sicher eine gute Motivationshilfe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 05.12.2020

„Ha, ha, sehr witzig“......

Ich glaube, ich hatte es schon
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so die pubertätsbedingt dauergenervte Tochter Lilly des Komikers Michael Mittermeier in seinem Buch „Ich glaube, ich hatte es schon“.

Erzählt werden Geschichten aus dem häuslichen Corona-Alltagsleben ...

so die pubertätsbedingt dauergenervte Tochter Lilly des Komikers Michael Mittermeier in seinem Buch „Ich glaube, ich hatte es schon“.

Erzählt werden Geschichten aus dem häuslichen Corona-Alltagsleben der Familie Mittermeier mit gelegentlichen Ausflügen in die Außenwelt. Vom gesteigerten Alkoholkonsum bis zum Homeschooling, vom Einkauf im Supermarkt bis zu der Frage, wer Herr über die Fernbedienung ist.

Ein Kapitel lautet „Komiker auf Entzug“ und genau das beschreibt das Problem des Buches. Die Geschichten werden launig erzählt, sind durchaus lustig und könnten Teil eines erfolgreichen Bühnenprogramms sein. Aber es fehlt eben die Bühne, auf der sich Michael Mittermeier in seiner unverwechselbaren Art austoben kann. Selbst in der Hörbuchversion, die er übrigens selbst spricht, will dieses „Live-Flair“ nicht so recht aufkommen.

Ein gut zu lesendes Buch, aber manchmal kommt es einem doch in den Sinn: Ein genervtes „Ha, ha, sehr witzig.“.

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