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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2019

Der Hauch von Myrrhe

Die Akte Rosenrot
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Ibsen Bach war einmal ein vielbeachteter und äußerst erfolgreicher Profiler. Nach einem Unfall vor fünf Jahren wurde sein Leben allerdings mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. Seine Frau überlebte diesen ...

Ibsen Bach war einmal ein vielbeachteter und äußerst erfolgreicher Profiler. Nach einem Unfall vor fünf Jahren wurde sein Leben allerdings mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. Seine Frau überlebte diesen Schicksalsschlag nicht und Ibsen zog sich in eine Depression zurück, die ihn letztendlich zum Datenpfleger im Innen-ministerium machte. Ein persönlicher Bezug zu einem grausamen Verbrechen in Russland bringt ihn wieder in den Fokus und in den aktiven Polizeidienst zurück. Neben den sehr mysteriösen und blutrünstigen Taten muss er sich aber bei den Ermittlungen auch seiner eigenen Vergangenheit stellen...

Die Autorin Astrid Korten konnte mich mit ihren Thrillern schon einige Male begeistern so dass ich mit hohen Erwartungen in ihr neues Werk "Rosenrot" gestartet bin. Ihr äußerst temperamentvoller und lebendiger Schreibstil hat mich schnell wieder an das Buch gefesselt. Die Hauptprotaginsten Ibsen Bach und Leonela Sorokin werden interessant und spannend charakterisiert, so dass sie dem Buch einen besonderen Charme verleihen. Gerade die rätselhafte Vergangenheit und die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Ibsen Bach heben den Unterhaltungswert von "Rosenrot" und sorgen sogar für einen Hauch Mystik. Der Spannungsbogen dieser komplexen und sehr clever konzipierten Geschichte wird schon gleich im Prolog aufgebaut und über viele unvorhersehbare und plötzliche Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten. Es erfordert schon die volle Konzentration, den unterschiedlichen Handlungssträngen zu folgen und eine Übersicht über das schwer zu durchschauende Geflecht zu behalten, aber der Leser wird mit einem aus meiner Sicht völlig überzeugenden und fulminanten Finale belohnt. Eines fügt sich zum anderen und dem Leser wird einer lange nicht für mögliche gehaltene Auflösung des Ganzen nachvollziehbar präsentiert.

Wie von ihr im Nachwort erwähnt wurde Astrid Korten für ihren neuen Thriller von den tragischen Geschehnissen um das Attentat auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal motiviert. Sie setzte sich mit den Gedanken auseinander, was einen Menschen antreiben kann, ein solch kaltblütiges Attentat zu begehen und behandelte so ein sehr brisantes Thema, was bei mir im Nachgang auch noch länger nachwirkte. Ich halte daher "Rosenrot" für einen sehr lesenswerten Thriller, der von der Ezählkunst der Autorin, den außergewöhnlichen Protagonisten und einer guten Recherche lebt. Sehr gerne empfehle ich daher das Buch weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 05.10.2018

Liebeswahn

Puppenmutter
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Tessa Simonet lebt in Paris mit ihrem Mann in einer großzügigen Villa. Sie wird an genau diesem Ort Opfer eines Überfalls und die Täter drohen, nachdem sie nicht erfolgreich waren, wiederzukommen. In der ...

Tessa Simonet lebt in Paris mit ihrem Mann in einer großzügigen Villa. Sie wird an genau diesem Ort Opfer eines Überfalls und die Täter drohen, nachdem sie nicht erfolgreich waren, wiederzukommen. In der selben Nacht wirft sich ihr Mann Jules vor einen Zug. Tessa ist nun stark verunsichert, zumal sich in ihrem persönlichen Umfeld plötzlich Unfälle ereignen, sie im einsamen Haus Geräusche hört und die Personen ihres Vertrauens ihre Gewohnheiten ändern. Was geschieht hier im Leben von Tessa? Steht sie im Fokus eines Täters?
Ich habe schon einige Bücher der Autorin Astrid Korten gelesen und schon mehrfach konnte sie sich mit ihrem Einfühlungsvermögen in die Psyche ihrer Protagonisten begeistern. Ihr neues Werk "Puppenmutter" steht den vorherigen Büchern diesbezüglich in Nichts nach, ganz im Gegenteil, es ist aus meiner Sicht ihr bisher bestes Buch. Wiederum konnte sie mich schnell mit ihrer eingängigen und sehr lebendigen Schreibweise in den Bann ziehen. Sie arbeitet dabei mit vielen kurzen Kapiteln, die der Handlung ein zusätzliches Tempo verleihen. Sehr clever konzipiert sie eine spannende und komplexe Geschichte, die mich lange im Unklaren hielt. Es taten sich immer wieder neue Fragen auf und die überraschenden Wendungen hielten den Spannungsbogen stets auf einem sehr hohen Niveau. Auch das für mich sehr überraschende Finale wirkt nicht konstruiert sondern löst die vielen entstandenen Fragezeichen nachvollziehbar auf.
"Puppenmutter" ist aus meiner Sicht ein äußerst gelungener Psycho-Thriller, der mir einige spannende Stunden bescherte und den ich sehr gerne weiterempfehle. Ich bewerte das Buch daher auch mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 09.06.2018

Tiefer Hass

Gleis der Vergeltung
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Lynn-Elisabeth von Raaben wartet vergeblich am Tage ihrer Hochzeit auf ihren Bräutigam. Auf dem Weg zur Trauung verunglückt ihr Verlobter Benedikt tödlich und für Lynn bricht eine Welt zusammen. Sie war ...

Lynn-Elisabeth von Raaben wartet vergeblich am Tage ihrer Hochzeit auf ihren Bräutigam. Auf dem Weg zur Trauung verunglückt ihr Verlobter Benedikt tödlich und für Lynn bricht eine Welt zusammen. Sie war überzeugt mit Benedikt den Mann ihres Lebens gefunden zu haben, als er ihr weggenommen wird. Dieses traumatische Erlebnis bestimmt auch noch 7 Jahre später das Leben von Lynn und es rückt noch einmal deutlich mehr in den Vordergrund, als sie in einem Telefonat erfährt, dass der Unfall gar kein tragischer Zufall war, sondern von drei Personen herbeigeführt wurde. Eine Information, die ihr Leben verändern soll, denn sie beschließt, diese Tat nicht ungesühnt zu lassen...

Ich habe mich schon einige Male von dem erzählerischen Talent der Autorin Astrid Korten überzeugen können. Auch in ihrem neuen Thriller "Gleis der Vergeltung" gelingt es ihr wieder, in die seelischen Abgründe der Menschen zu blicken und den Leser ungläubig staunen zu lassen, zu welchen Gefühlen Menschen doch fähig sein können. Sie erzählt die Geschichte in ihrem tiefgehenden und bewegenden Schreibstil und arbeitet dabei mit vielen kurzen Kapiteln. Die damit verbundenen Perspektivwechsel machen das Geschehen aus den unterschiedlichen Blickwinkel erlebbar. Zu Beginn des Buches führte dies bei mir zu einiger Verwirrung, welche sich aber im Verlaufe des Buches immer mehr auflöst. Die Spannung wird direkt zu Beginn des Buches mit dem Tod vom Verlobten Benedikt aufgebaut und fort-während durch neue eingestreute Informationen, deren Zusammen-hänge oft lange verschlossen bleiben, auf einem hohen Niveau gehalten. Die überraschende und zugleich auch schockierende Auflösung hat mich wirklich ein wenig nachdenklich zurückgelassen und einige Informationen zu den Recherchen der Autorin im Anhang zeigen leider, dass der Kern der Geschichte sehr real ist.

"Gleis der Vergeltung" ist aus meiner Sicht ein sehr gut gelungener Psychothriller mit einem ernsten und leider auch immer noch aktuellen Thema. Ich lege es Thriller-Liebhabern gerne ans Herz, da es sich in seiner Form von vielen anderen Büchern des Genres unter-scheidet und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 28.03.2018

Der Gladiator

Ich bin der Hass
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Special Agent Marcus Williams und sein Halbbruder Francis Ackermann jr. bekommen es mit einem neuen Gegner zu tun. Er nennt sich Gladiator und ist für das Verschwinden einiger junger Frauen in San Francisco ...

Special Agent Marcus Williams und sein Halbbruder Francis Ackermann jr. bekommen es mit einem neuen Gegner zu tun. Er nennt sich Gladiator und ist für das Verschwinden einiger junger Frauen in San Francisco verantwortlich. Er begnügt sich nicht mit dem Morden, sondern führt mit einigen seiner Opfer noch Besonderes im Schilde, was ihn unsterblich erscheinen lassen soll. Wird es den beiden Ermittlern gelingen, den scheinbar unbesieg-baren und psychopathischen Gegner zu stellen?

"Ich bin der Hass" ist bereits der fünfte Band um das spezielle Ermittler-Duo Marcus Williams und Frank Ackermann jr. Wie schon die ersten vier Bände ist auch der fünfte sicherlich nicht für zarte Gemüter geeignet. Mit seinem sehr lebendigen und temporeichen Schreibstil scheut sich der Autor Ethan Cross nicht, auch grausamere Szenen zu schildern. Getragen wird auch der fünfte Teil von den beiden Hauptprotagonisten, die als sehr außergewöhnlich charakterisiert sind. Gerade der ehemalige Serienmörder Frank Ackermann jr. fasziniert mit seinem analytischen und gefühlsfreien Gedanken und Überlegungen. gleichzeitig sorgt er aber auch für ein Schaudern aufgrund seiner abgrundtief bösen Vergangenheit, von der man niemals so wirklich glaubt, dass sie beendet sein kann. Der Spannungsbogen wird in "Ich bin der Hass" wieder auf ein hohes Niveau gebracht und bis zum fulminanten Finale dort auch aufrechtgehalten. Die Szenerie ist mir manchmal dann doch ein wenig too much und wirkt für mich somit ein wenig reißerisch, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.

Die Umsetzung als Hörbuch ist dem Luebbe Audio Verlag mit dem Sprecher Thomas Balou Martin hervorragend gelungen. Er gibt auch den schwierigsten Charakteren seine eigene Stimme und verleiht den Protagonisten somit ihre Seele. Ethan Cross und Thomas Balou Martin ist eine tolle Kombination für schaurige Stunden.

Wer die ersten vier Bände von Ethan Cross mochte, kann mit diesem Hörbuch nichts falsch machen. Wer einen kleinen Trip in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele sucht ist hier genau richtig. Ich empfehle "Ich bin der Hass" daher gerne weiter und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 13.01.2018

Die Saat des Bösen

Lilith
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Anna und Max Gavaldo erwarten ihr zweites Kind, zudem leben sie in finanzieller Unabhängigkeit, so dass sie eigentlich glücklich sein sollten. Anna hohlen aber immer wieder die Erinnerungen an ihre traumatische ...

Anna und Max Gavaldo erwarten ihr zweites Kind, zudem leben sie in finanzieller Unabhängigkeit, so dass sie eigentlich glücklich sein sollten. Anna hohlen aber immer wieder die Erinnerungen an ihre traumatische Vergangenheit ein, auch wenn sie schon mehr als 15 Jahre zurückliegt. Gerade in letzter Zeit wird sie in ihren Träumen mit den schrecklichen Geschehnissen von damals konfrontiert. Auch ihre 16-jährige Tochter Katharina verändert sich. Sie entwickelt einen starken Hass gegen ihre Lehrerin und gerät immer häufiger mit ihrer Mutter aneinander. Nur ein normales Verhalten einer pubertären Jugendlichen, oder steckt in Katharina der Keim des Bösen?

"Lilith - Eiskalter Engel" ist bereits der dritte Band um die traumatisierte Anna Gavaldo. Astrid Korten erzählt die Geschichte wieder in ihrem lebendigen und mitreißenden Schreibstil. Ich fand mich schnell im Buch zurecht und war von Beginn an gefesselt. Die Autorin geht dabei intensiv auf die Gedanken und Ängste der Protagonisten ein. Gerade die wechselnde Erzählweise aus der jeweiligen Sicht der einzelnen Protagonisten verleiht dem Thriller seine besondere Note. Es entsteht dadurch ein Konstrukt, welches Einblick in die tiefsten Abgründe der Seele gewährt und der Leser fragt sich immer wieder, wie ein Mensch von so viel bösen Gedanken gelenkt werden kann. Die Spannung kommt dabei natürlich auch nicht zu kurz, so dass sich das Buch im Verlauf der Geschichte für mich zunehmend zu einem Page-Turner entwickelte. Ich war wirklich in den Bann geschlagen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das Finale ist schlüssig und und wirkte bei mir noch länger nach.

"Lilith - Eiskalter Engel" ist aus meiner Sicht ein toller Thriller, der sicherlich nichts für schwache Nerven ist. Astrid Korten verzichtet im dritten Band auf die Schilderung vieler grausamer Szenen, dieses Buch konnte mehr mit Atmosphäre und einem Hauch Mystik überzeugen. Ich empfehle es den Freunden packender Spannungs-Literatur gerne weiter und bewerte es mit vollen fünf von fünf Sternen!!!