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Veröffentlicht am 05.09.2021

Gelungener Justizkrimi

Pirlo - Gegen alle Regeln
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Der begabte und selbstbewusste Strafverteidiger Dr. Pirlo wird durch eine Intrige um seinen sicher geglaubten Job gebracht und die scheinbar nicht aufzuhaltende Karriere vor Gericht findet zunächst ein ...

Der begabte und selbstbewusste Strafverteidiger Dr. Pirlo wird durch eine Intrige um seinen sicher geglaubten Job gebracht und die scheinbar nicht aufzuhaltende Karriere vor Gericht findet zunächst ein jähes Ende. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als einen scheinbar aussichtslosen Kampf vor Gericht anzugehen, um zum einen seiner Anwaltslaufbahn einen neuen Schub zu verleihen und zum anderen das nötige Geld einzusammeln, welches er nun braucht, da er sich von seiner nicht ganz unzweifelhaften Familie abgewandt hat. Ihm steht lediglich die Unterstützung der angehenden Anwältin Sophie Maler zur Verfügung, so dass die beiden versuchen, das Unmögliche möglich zu machen...

Der Autor Ingo Bott hat mit Pirlo einen charismatischen Hauptprotagonisten geschaffen, der mich im ersten Band der Reihe gleich überzeugen konnte. Der Strafverteidiger bewegt sich durchaus an der Grenze des Erlaubten und verleiht so dem Kriminalroman aus meiner Sicht einen besonderen Charme. Ingo Bott erzählt die Geschichte in einem sehr lockeren und temporeichen Schreibstil und lässt dabei seine eigene Praxiserfahrung als Strafverteidiger einfließen. Der Spannungsbogen wird mit der vermeintlich aussichtslosen Situation seiner Mandantin gut aufgebaut und über die Recherchen und Gerichtsverhandlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Gerade die Gerichtsszenen haben mir aufgrund ihrer Realitätsnähe sehr gut gefallen. Auch das Finale wartet mit einer nachvollziehbaren und clever konzipierten Auflösung auf, was das Buch gelungen abrundet.

Insgesamt har mir "Pirlo - gegen alle Regeln" als Auftaktband einer neuen Justizkrimi-Reihe sehr gut gefallen und Lust auf weitere Fälle mit dem sicherlich außergewöhnlichen und wahrscheinlich auch polarisierenden Hauptprotagonisten gemacht. Ich empfehle den Kriminalroman daher sehr gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2021

Ein spannender und bewegender Kriminalroman

Soko mit Handicap: Aktion Licht
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Theo Marquardt ist Anfang zwanzig und leidet an Kongenitaler Muskel-dystrophie. Er ist daher an den Rollstuhl gefesselt und lebt in einer Wohngemeinschaft behinderter Menschen. Vor kurzer Zeit ist sein ...

Theo Marquardt ist Anfang zwanzig und leidet an Kongenitaler Muskel-dystrophie. Er ist daher an den Rollstuhl gefesselt und lebt in einer Wohngemeinschaft behinderter Menschen. Vor kurzer Zeit ist sein bester Freund in der Unterkunft ums Leben gekommen und aller Wahrscheinlich-keit nach hat man ihn mit Theo verwechselt. Das Rätsel hinter dem Tod des Mitbewohners ist noch immer nicht gelöst und Theo scheint weiterhin in Gefahr zu schweben. Er hat sich vorgenommen, mit seinen Freunden dem Täter auf die Schliche zu kommen. Ein gefährliches Unterfangen, was sich in der Folgezeit bestätigen wird...

"Aktion Licht" ist der zweite und abschließende Band der Dilogie um die SOKO mit Handicap. Der erste Band hat mir schon ausgesprochen gut gefallen, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in den zweiten Teil gestartet bin. Der Autor Thomas Franke erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und unterhaltsamen Schreibstil, der mich schnell wieder in die sympathische WG entführt hat. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches um die ungeklärte Situation des dramatischen Vorfalls in der WG gut aufgebaut und über die außergewöhnlichen und ereignisreichen Ermittlungen der Hobby-Detektive mit Handicap auf einem hohen Niveau gehalten. Diese Protagonisten verleihen dem Kriminalroman auch einen besonderen Charme und sorgen gleichzeitig für Tiefgang, der durchaus nachdenklich macht. Nichts desto trotz handelt es sich nicht um ein deprimierenden oder sehr traurigen Roman, dafür sorgt der Autor mit einer gelungenen Mischung aus Humor und Spannung, die einhergeht mit einer trotz der dramatischen Hintergründe lockeren Atmosphäre. Es baut sich so eine komplexe und raffiniert konzipierte GEschichte auf, die mich bis zum Finale in den Bann ziehen konnte.

Insgesamt ist "Aktion Licht" ein aus meiner Sicht gelungener und gleichzeitig besonderer Kriminalroman. Er überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Konstellation, einem gefühlvollen Umgang mit dem Thema der Integration behinderter Menschen und dem Erzähltalent des Autors. Ich empfehle das Buch nach Möglichkeit in Kombination mit dem ersten Band sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2021

Sehr gelungener Serien-Auftakt

Nichts als Staub
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Alina Grimm ist Streifenpolizistin und stößt mehr durch einen Zufall auf das vierte Opfer eines Serien-Täters. Da ihr Traum schon immer eine Stelle in der Mordkommission war, macht sie sich eigenmächtig ...

Alina Grimm ist Streifenpolizistin und stößt mehr durch einen Zufall auf das vierte Opfer eines Serien-Täters. Da ihr Traum schon immer eine Stelle in der Mordkommission war, macht sie sich eigenmächtig auf die Suche des Täters. Dabei gerät sie in einen Hinterhalt, der sie in eine verzwickte Lage bringt. Unter dem Verdacht mit Drogen zu dealen, wird sie vom Dienst suspendiert. War sie jemandem im Weg? Alina sieht nur eine Chance ihre Unschuld zu beweisen, sie muss den Täter selbst überführen. Bei ihren Ermittlungen erhält sie unverhofft Hilfe, die sie auch nötig hat, denn sie gerät in einen Strudel aus Gewalt und Skrupellosigkeit...

Ich habe bisher noch kein Buch des erfolgreichen Thriller-Autors Alexander Hartung gelesen, so dass mir der Start einer neuen Reihe gerade Recht kam, diesen Umstand zu ändern. Nach den vielen guten Bewertungen war meine Erwartungshaltung entsprechend hoch und ich bin mit viel Vorfreude in das Buch gestartet. Alexander Hartung erzählt die Geschichte in einem temporeichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil. Die Handlung ist actiongeladen und besticht mit vielen überraschenden Wendungen. So kann der Spannungsbogen stets auf einem hohen Niveau gehalten werden und der Leser wird bis zum fulminanten Finale in Atem gehalten. Die Hauptprotagonisten wurden interessant gezeichnet und verleihen der Geschichte einen zusätzlichen Charme.

Insgesamt ist "Nichts als Staub" ein aus meiner Sicht sehr gelungener Auftakt einer neuen Thriller-Reihe, die mich mit ihren interessanten Protagonisten, einer raffinierten Storyline und dem Erzähltalent des Autors restlos überzeugt hat. Ich hoffe, dass es noch einige Fälle für Alina Grimm zu lösen gilt. Dementsprechend empfehle ich das Buch natürlich sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2021

Krimi mit dem besonderen Flair Südfrankreichs

Provenzalischer Sturm
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Es soll ein ganz besonderes Wochenende für den Chef de Police Pierre Durand und seine Lebensgefährtin Charlotte werden. Die wunderschöne Weinregion Chateauneuf-du-Pape und ein romantisches Hotel sollen ...

Es soll ein ganz besonderes Wochenende für den Chef de Police Pierre Durand und seine Lebensgefährtin Charlotte werden. Die wunderschöne Weinregion Chateauneuf-du-Pape und ein romantisches Hotel sollen der Rahmen für den Heiratsantrag sein, den Pierre vorbereitet hat. Aber es kommt leider alles ganz anders als gedacht, zum einen wird die traute Einsamkeit durch die Anwesenheit der beiden Väter gestört und zum anderen findet dann auch noch eine Verkettung dramatischer Unfälle in der Region eine Fortsetzung im Hotel. Nun ist das Ermittlungstalent von Pierre Durand gefragt, der den großen Zufällen vor Ort keinen Glauben schenkt...

"Provenzalischer Sturm" ist bereits der achte Band um den liebenswerten und sympathischen Ermittler Pierre Durand. Ich bin mit dem aktuellen Fall in die Reihe eingestiegen und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Die Autorin Sophie Bonnet erzählt die Geschichte in einem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich aufgrund eines wohldosierten Lokalkolorits schnell in den Süden Frankreichs entführte. Der Spannungsbogen wird mit den Unfällen vor Ort und den dramatischen Entwicklungen im Hotel gut aufgebaut und über die sich anschließenden Ermittlungen auf einem konstanten Niveau gehalten. Was das Buch aber für mich besonders lesenswert macht sind weniger die packenden Recherchen als das authentisch geschilderte Leben in der Region, gespickt mit vielen Informationen zu der besonderen Weinregion, und die Protagonisten, die dem Ganzen einen besonderen Charme verleihen. Das Finale kann dann mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung überzeugen und schließt den Roman gelungen ab.

Insgesamt ist "Provenzalischer Sturm" für mich ein gelungener Regional-Krimi, der mit schön gezeichneten Protagonisten, einer fantastischen Umgebung und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2021

Gelungener Start einer neuen Krimi-Reihe

Feuer in der Hafenstadt
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Der ehemals stolze Kapitän Hauke Sötje hat alles verloren, was sein Leben ausgemacht hat. Nach einer familiären Tragödie musste er kurz darauf sein Schiff und einen Großteil seiner Mannschaft den Wellen ...

Der ehemals stolze Kapitän Hauke Sötje hat alles verloren, was sein Leben ausgemacht hat. Nach einer familiären Tragödie musste er kurz darauf sein Schiff und einen Großteil seiner Mannschaft den Wellen überlassen. Sein Ruf ist beschädigt und der Freitod scheint ihm der letzte Ausweg aus seiner persönlichen Situation zu sein. Vorher möchte er sich aber noch von seinen Lieben, die er bei der gescheiterten Geburt seines ersten Kindes verloren hat, verabschieden und kommt nach Glückstadt zurück. Hier wird er aber direkt in einen Mordfall verwickelt, bei dem er auch noch selbst verdächtigt wird. Er beschließt, den Täter zu entlarven, um so auch der jungen und verzweifelten Fabrikantentochter Sophie zu helfen, deren Vater angeblich durch Betrügereien die Existenz der neu gegründeten Heringsfischerei AG bedroht.

"Feuer in der Hafenstadt" ist der Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die uns in das späte 19. Jahrhundert führt. Die Autorin Anja Marschall erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die ereignisreichen und für die damalige Zeit authentisch wirkenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Die Protagonisten werden interessant charakterisiert, wobei gerade der Kapitän Hauke Sötje schnell Sympathiepunkte sammeln konnte. Der historische Hintergrund wirkt sehr gut recherchiert und gewährt einen spannenden Blick in die damalige Zeit. Der clever konzipierte Fall findet mit einer für mich überraschenden und gut nachvollziehbaren Auflösung einen gelungenen Abschluss.

Insgesamt ist "Feuer in der Hafenstadt" ein aus meiner Sicht gelungener Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die mit einem sympathischen Hauptprotagonisten, einem spannenden und nicht allzu oft thematisierten historischen Hintergrund und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen kann. Ich freue mich schon auf den Folgeband, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere