Gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe
Flut aus schwarzem StahlIm Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: ...
Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: tätowierte Krieger auf schwarzen Langschiffen, die einem alten, längst totgeglaubten Kult folgen. Diese brutale Streitmacht hinterlässt Verwüstung und kündigt einen Konflikt an, der das gesamte Reich erschüttern könnte. Die Kriegerin Thera Schwarzspeer wird ausgesandt, die Bedrohung zu untersuchen und ihr entgegenzutreten.
Der britische Autor Anthony Ryan hat mich mit seinen epischen Fantasy Sagen wie der "Rabenschatten-Trilogie" oder der "Draconis Memoria-Reihe" bereits erfolgreich in fremde Welten entführt, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in seine neue Serie gestartet bin. Der Erzählstil ist kraftvoll und detailreich, jedoch auch fordernd. Ryan nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Welt und Figuren, was dazu führt, dass der Einstieg vergleichsweise langsam verläuft. Diese Ruhephase dient jedoch als Fundament für die spätere Entwicklung der Geschichte, die zunehmend an Tempo und Intensität gewinnt. Besonders hervorzuheben ist die dichte und atmosphärische Weltgestaltung. Die raue Landschaft, das kalte Meer und die von religiösen Vorstellungen durchdrungene Gesellschaft erzeugen eine glaubhafte, oft beklemmende Stimmung. Die Welt wirkt dabei weder überladen noch künstlich, sondern vielmehr organisch gewachsen. Der Einfluss nordischer Mythologie ist deutlich spürbar, ohne dass der Roman in Klischees verfällt.
Insgesamt ist "Flut aus schwarzem Stahl" ein anspruchsvoller und vielschichtiger Auftakt, der sich deutlich an Leser richtet, die epische und eher düstere Fantasy schätzen. Der Roman verlangt Geduld, entwickelt dafür aber eine große erzählerische Wucht und legt den Grundstein für eine umfangreiche Saga. Ich freue mich auf den nächsten Band, empfehle den Auftakt gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.