Ein starkes Thema, das für mich nicht aufgegangen ist
Hazel sagt NeinIch habe mich auf „Hazel sagt nein“ gefreut, aber beim Lesen gemerkt, dass es mich nicht so erreicht hat, wie ich gehofft hatte.
Kurz zum Inhalt: Hazel zieht mit ihrer Familie von Brooklyn in eine kleine ...
Ich habe mich auf „Hazel sagt nein“ gefreut, aber beim Lesen gemerkt, dass es mich nicht so erreicht hat, wie ich gehofft hatte.
Kurz zum Inhalt: Hazel zieht mit ihrer Familie von Brooklyn in eine kleine Universitätsstadt. Am ersten Schultag wird sie vom Direktor bedrängt. Sie sagt nein, und dieses Nein setzt eine Kettenreaktion in Gang, die nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihre Familie und das Umfeld durcheinanderbringt.
To be fair: Am Anfang hat das richtig gut funktioniert. Starkes Topic (Machtmissbrauch, ein klares Nein und die Folgen davon), gutes Tempo durch die kurzen Kapitel und sprachlich angenehm zu lesen. Jetzt kommt aber mein Aber: Die Geschichte fühlte sich erstaunlich oberflächlich an. Zu Beginn zeigt das Buch noch ganz gut, wie unfair und zäh Machtmissbrauch nachwirken kann, und dann kippt alles. Plötzlich gibt es absurde Wendungen, die für mich extrem unrealistisch waren und dem eigentlich schweren Thema nicht gerecht werden.
Nichts ging wirklich in die Tiefe, vieles wirkte sehr konstruiert. So wurden viele weitere Themen gestartet, zum Beispiel Antisemitismus, aber nicht weitergeführt. Als Leserin fand ich das sehr unbefriedigend, weil einige Stränge einfach im Nichts verliefen und andere so schnell und irgendwie lustlos beendet wurden, dass es sich anfühlte, als müsse jetzt ganz zackig ein Ende her.
Das hätte ein richtig guter, unbequemer #MeToo-Roman sein können. So richtig aufgegangen ist das für mich am Ende nicht.