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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2026

Interessantes Thema

Paradise Beach
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In „Paradise Beach“ von Dara Brexendorf begleitet man Ada, die nach einer Endometriose-Operation mit Schlaflosigkeit und den Erinnerungen an einen prägenden Sommer ihrer Jugend kämpft.

Ich finde es extrem ...

In „Paradise Beach“ von Dara Brexendorf begleitet man Ada, die nach einer Endometriose-Operation mit Schlaflosigkeit und den Erinnerungen an einen prägenden Sommer ihrer Jugend kämpft.

Ich finde es extrem gut und wichtig, dass das Thema Endometriose hier so viel Aufmerksamkeit bekommt. Es ist super, dass das Ganze endlich mal in Romanen thematisiert wird und nicht nur in einer nischigen Social-Media-Bubble stattfindet oder in einem Nebensatz abgehakt wird. Das hat mich echt abgeholt.

Trotzdem hatte ich ehrlich gesagt so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Durch den ständigen Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit bin ich einfach nicht in einen richtigen Flow gekommen. Vielleicht lag es am Ende auch generell am Schreibstil, aber das ist natürlich totale Geschmackssache. Mir hat einfach ein bisschen das Tempo gefehlt, und ich hätte mir einfach mehr Dynamik und ein paar mehr Wendungen gewünscht.

Auch wenn mich der Roman nicht vollständig überzeugen konnte, schätze ich sehr, wie viel Raum er einem Thema gibt, das noch immer viel zu wenig Beachtung findet.

Veröffentlicht am 18.07.2026

Essenz von Trauer

Unter Wasser
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In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, ...

In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, bis der Tsunami 2004 alles verändert. Jahre später lebt Marissa in New York und wird während Hurricane Sandy erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Mir haben vor allem die Kapitel in Thailand gefallen. Die Freundschaft zwischen Marissa und Arielle, das Leben am Meer und die Atmosphäre rund um die Forschungshütten und Tauchgänge waren sehr greifbar. Auch Marissas Trauer wurde ruhig und nachvollziehbar erzählt. Nur die vielen Natur- und Tierbeschreibungen waren mir manchmal etwas zu ausführlich.

Insgesamt fängt Tara Menon die Essenz von Trauer sehr gut ein. Der Ton und der Rhythmus des Buches transportieren diesen Schmerz sehr authentisch und zeigen, wie Verlust über Jahre nachwirkt.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Sehr intensiv

Unter Wasser
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In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, ...

In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, bis der Tsunami 2004 alles verändert. Jahre später lebt Marissa in New York und wird während Hurricane Sandy erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Mir haben vor allem die Kapitel in Thailand gefallen. Die Freundschaft zwischen Marissa und Arielle, das Leben am Meer und die Atmosphäre rund um die Forschungshütten und Tauchgänge waren sehr greifbar. Auch Marissas Trauer wurde ruhig und nachvollziehbar erzählt. Nur die vielen Natur- und Tierbeschreibungen waren mir manchmal etwas zu ausführlich.

Insgesamt fängt Tara Menon die Essenz von Trauer sehr gut ein. Der Ton und der Rhythmus des Buches transportieren diesen Schmerz sehr authentisch und zeigen, wie Verlust über Jahre nachwirkt.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Hat mich richtig geflashed

Grüne Welle
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Nach dem Kino setzt sie sich ins Auto, eigentlich will sie nur heim. Doch eine Umleitung ändert alles. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen, fährt eine ganze Nacht und den nächsten Tag einfach weiter, ...

Nach dem Kino setzt sie sich ins Auto, eigentlich will sie nur heim. Doch eine Umleitung ändert alles. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen, fährt eine ganze Nacht und den nächsten Tag einfach weiter, vorbei an einsamen Landstraßen und in das kalte Licht von Tankstellen. In „Grüne Welle“ wird dieser ungeplante Roadtrip zur Flucht vor dem eigenen Leben und zu einer Reise ins eigene Innere.

Esther Schüttpelz schreibt das extrem intensiv. Man steckt mitten in ihrem Gedankenstrom aus Erinnerungen und Rechtfertigungen fest. Durch die langen Sätze entsteht ein richtiger Sog. Besonders spannend fand ich, dass die Geschichte auch mal aus der Sicht ihrer Freundin erzählt wird, wodurch man erst nach und nach checkt, was da eigentlich schiefläuft. Fand diese Perspektiven sehr interessant.

Am Ende wird klar: Die wahre Gefahr wartet nicht in der Finsternis draußen, sondern zu Hause bei ihrem Mann. Ein kluges, beklemmendes Buch. Hat mich richtig geflashed.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt

Qwert
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„Qwert“ von Walter Moers war mein erstes Buch von ihm und kam wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt. Im Mittelpunkt steht eine völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt, in die man ziemlich ...

„Qwert“ von Walter Moers war mein erstes Buch von ihm und kam wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt. Im Mittelpunkt steht eine völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt, in die man ziemlich schnell hineingezogen wird und in der ständig neue, absurde, kluge und überraschende Dinge passieren. Viel mehr will ich zum Inhalt gar nicht sagen, weil für mich hier gerade das Entdecken ein großer Teil des Spaßes war.

Ich hatte in letzter Zeit eine kleine Leseflaute, auch weil ich lowkey das Gefühl hatte, dass mich vieles nicht mehr wirklich überrascht. Umso besser war es, in etwas einzutauchen, das sich wirklich anders angefühlt hat. Diese Art von Fantasy ist mir so noch nicht begegnet: komplett überbordend vor Ideen, wahnsinnig kreativ, dabei aber nie langweilig oder anstrengend. Im Gegenteil, ich konnte richtig abschalten und einfach in dieses Universum verschwinden. Auch die Illustrationen habe ich geliebt, weil sie das alles noch greifbarer machen.

Und dieses Gefühl, eine neue Welt zu entdecken und dann zu merken, dass es noch viele weitere Bücher in diesem Stil von Walter Moers gibt, mochte ich auch sehr. Fast wie bei einer Serie, die man gerade neu gefunden hat und von der es direkt zehn Staffeln gibt. Mein Fazit: genau die Art von Buch, die einen aus einer Leseflaute holen kann, weil sie zeigt, wie gut Lesen sich anfühlt, wenn einen eine Geschichte mal wieder wirklich überrascht.