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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Sehr intensiv

Unter Wasser
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In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, ...

In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, bis der Tsunami 2004 alles verändert. Jahre später lebt Marissa in New York und wird während Hurricane Sandy erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Mir haben vor allem die Kapitel in Thailand gefallen. Die Freundschaft zwischen Marissa und Arielle, das Leben am Meer und die Atmosphäre rund um die Forschungshütten und Tauchgänge waren sehr greifbar. Auch Marissas Trauer wurde ruhig und nachvollziehbar erzählt. Nur die vielen Natur- und Tierbeschreibungen waren mir manchmal etwas zu ausführlich.

Insgesamt fängt Tara Menon die Essenz von Trauer sehr gut ein. Der Ton und der Rhythmus des Buches transportieren diesen Schmerz sehr authentisch und zeigen, wie Verlust über Jahre nachwirkt.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Hat mich richtig geflashed

Grüne Welle
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Nach dem Kino setzt sie sich ins Auto, eigentlich will sie nur heim. Doch eine Umleitung ändert alles. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen, fährt eine ganze Nacht und den nächsten Tag einfach weiter, ...

Nach dem Kino setzt sie sich ins Auto, eigentlich will sie nur heim. Doch eine Umleitung ändert alles. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen, fährt eine ganze Nacht und den nächsten Tag einfach weiter, vorbei an einsamen Landstraßen und in das kalte Licht von Tankstellen. In „Grüne Welle“ wird dieser ungeplante Roadtrip zur Flucht vor dem eigenen Leben und zu einer Reise ins eigene Innere.

Esther Schüttpelz schreibt das extrem intensiv. Man steckt mitten in ihrem Gedankenstrom aus Erinnerungen und Rechtfertigungen fest. Durch die langen Sätze entsteht ein richtiger Sog. Besonders spannend fand ich, dass die Geschichte auch mal aus der Sicht ihrer Freundin erzählt wird, wodurch man erst nach und nach checkt, was da eigentlich schiefläuft. Fand diese Perspektiven sehr interessant.

Am Ende wird klar: Die wahre Gefahr wartet nicht in der Finsternis draußen, sondern zu Hause bei ihrem Mann. Ein kluges, beklemmendes Buch. Hat mich richtig geflashed.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt

Qwert
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„Qwert“ von Walter Moers war mein erstes Buch von ihm und kam wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt. Im Mittelpunkt steht eine völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt, in die man ziemlich ...

„Qwert“ von Walter Moers war mein erstes Buch von ihm und kam wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt. Im Mittelpunkt steht eine völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt, in die man ziemlich schnell hineingezogen wird und in der ständig neue, absurde, kluge und überraschende Dinge passieren. Viel mehr will ich zum Inhalt gar nicht sagen, weil für mich hier gerade das Entdecken ein großer Teil des Spaßes war.

Ich hatte in letzter Zeit eine kleine Leseflaute, auch weil ich lowkey das Gefühl hatte, dass mich vieles nicht mehr wirklich überrascht. Umso besser war es, in etwas einzutauchen, das sich wirklich anders angefühlt hat. Diese Art von Fantasy ist mir so noch nicht begegnet: komplett überbordend vor Ideen, wahnsinnig kreativ, dabei aber nie langweilig oder anstrengend. Im Gegenteil, ich konnte richtig abschalten und einfach in dieses Universum verschwinden. Auch die Illustrationen habe ich geliebt, weil sie das alles noch greifbarer machen.

Und dieses Gefühl, eine neue Welt zu entdecken und dann zu merken, dass es noch viele weitere Bücher in diesem Stil von Walter Moers gibt, mochte ich auch sehr. Fast wie bei einer Serie, die man gerade neu gefunden hat und von der es direkt zehn Staffeln gibt. Mein Fazit: genau die Art von Buch, die einen aus einer Leseflaute holen kann, weil sie zeigt, wie gut Lesen sich anfühlt, wenn einen eine Geschichte mal wieder wirklich überrascht.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein Debüt, das die Monogamie genauso hinterfragt wie die vermeintliche Freiheit der Non-Monogamie

Fuckgirl
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Ich lese Bianca Jankovska schon lange auf ihrem Blog „Groschenphilosophin“, deshalb war ich ehrlich neugierig auf ihren ersten Roman. Wer ihren Stil kennt, weiß, dass sie nicht gekommen ist, um uns eine ...

Ich lese Bianca Jankovska schon lange auf ihrem Blog „Groschenphilosophin“, deshalb war ich ehrlich neugierig auf ihren ersten Roman. Wer ihren Stil kennt, weiß, dass sie nicht gekommen ist, um uns eine gemütliche Wohlfühlgeschichte zu erzählen.

Im Zentrum steht eine Performancekünstlerin Ende dreißig, die ihr Leben ziemlich kompromisslos führt: beruflich erfolgreich, sexuell selbstbestimmt und in einer einseitig offenen Ehe, deren Regeln sie festlegt. Als sie einen Racheplan gegen einen untreuen One-Night-Stand schmiedet, kippt die Erzählung in eine radikale Form der Female Revenge.

Interessant fand ich, dass die Figur in keine der üblichen Rollen passt. Sie ist weder Opfer noch moralische Heldin. Stattdessen nutzt sie Wut, Ego und auch eine gewisse Rücksichtslosigkeit ganz bewusst als ihr persönliches Mittel der Selbstermächtigung.

Jankovska schreibt wie immer sehr direkt, halt so, wie es einfach ist, und sie hat kein Interesse daran, ihre Figuren sympathisch zu machen. Für mich als Berlinerin war die Lektüre zwar wahnsinnig unterhaltsam, aber wirklich schocken kann mich das Setting natürlich nicht mehr.

„Fuckgirl“ ist ein kluges Debüt, das die Monogamie genauso hinterfragt wie die vermeintliche Freiheit der Non-Monogamie.

Veröffentlicht am 14.02.2026

Ich hab’s jetzt auch endlich gelesen

Half His Age
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Gefühlt kam ich die letzten Wochen gar nicht an diesem Buch vorbei, egal wann ich in die App geschaut habe, es war da. Vielleicht war es nur selektive Wahrnehmung, aber ich glaube, der Hype ist gerade ...

Gefühlt kam ich die letzten Wochen gar nicht an diesem Buch vorbei, egal wann ich in die App geschaut habe, es war da. Vielleicht war es nur selektive Wahrnehmung, aber ich glaube, der Hype ist gerade einfach Fakt.

„Half His Age“ ist der erste Roman von Jennette McCurdy. Ihr Sachbuch und Bestseller „I’m Glad My Mom Died“ habe ich noch nicht gelesen, aber hier war ich jetzt doch zu neugierig. Die Story dreht sich um Waldo, die total obsessed mit ihrem Lehrer Mr. Korgy ist. Er ist eigentlich alles andere als ein Traummann, aber sie will ihn unbedingt. Wahrscheinlich einfach, weil er der Einzige ist, der ihr das Gefühl gibt, wirklich wahrgenommen zu werden.

Ich fand es wahnsinnig gut geschrieben: trocken, schlagfertig und oft ziemlich witzig, obwohl die Themen wie Einsamkeit und Macht sehr düster sind. Aber kleines Heads-up: Es gibt einige ziemlich explizite Szenen. Insgesamt ein richtig gutes Buch, das den ganzen Trubel definitiv verdient hat.

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