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Veröffentlicht am 19.06.2026

Heiliger Bimbam, was für ein Leben!

Mirabellentage
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Pfarrer Josef ist tot – und Anna guckt in die Röhre. Martina Bogdahns „Mirabellentage“ wirft uns mitten hinein in die existenzielle Krise einer Pfarrershaushälterin, die plötzlich merkt, dass es ein Leben ...

Pfarrer Josef ist tot – und Anna guckt in die Röhre. Martina Bogdahns „Mirabellentage“ wirft uns mitten hinein in die existenzielle Krise einer Pfarrershaushälterin, die plötzlich merkt, dass es ein Leben nach dem Weihrauch gibt.
Die Geschichte hangelt sich im Rückwärtsgang durch Annas Vergangenheit. Dabei wechselt die Autorin munter zwischen „Aha-Momenten“ und „Warum-erfahre-ich-das-jetzt-Momenten“. Manchmal verliert sich das Buch in so vielen banalen Alltagsepisoden, dass man fast vergisst, dass in der Gegenwart eigentlich ein brandneuer Pfarrer für frischen Wind sorgt. Der kommt hier leider etwas zu kurz – vermutlich, weil Anna zu beschäftigt damit ist, ihr eigenes Leben im Rückspiegel zu bewundern.
Der Schreibstil liest sich weg wie eine kühle Limonade im Juli. Die Metaphern sind bildgewaltig und der Humor schießt aus allen Rohren. Für meinen Geschmack war es am Ende allerdings ein bisschen zu viel Dauerfeuer auf die Lachmuskeln. Wichtige und ernste Themen wurden zwar kurz angeteasert, aber wohl aus Angst vor schlechter Laune direkt wieder umschifft.
Fazit: Keine schwere Kost, sondern die perfekte, anspruchsbefreite Strandlektüre. Perfekt für den Sommer: Geht leicht rein, hinterlässt keine tiefen Spuren.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Ein herrlich überraschendes Vorlesebuch!

Paul bekommt kein Kätzchen
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„Paul bekommt kein Kätzchen“ ist ein wunderschön gestaltetes, großformatiges Kinderbuch von Bernhard Hoëcker und Eva von Mühlenfels, das von Angela Glökler farbenfroh und liebevoll illustriert wurde.
Wir ...

„Paul bekommt kein Kätzchen“ ist ein wunderschön gestaltetes, großformatiges Kinderbuch von Bernhard Hoëcker und Eva von Mühlenfels, das von Angela Glökler farbenfroh und liebevoll illustriert wurde.
Wir begleiten den kleinen Paul an einem aufregenden Tag, denn er soll endlich ein Kätzchen bekommen. Doch wie es im Leben mit Kindern so ist: Es läuft nicht immer alles nach Plan – und das ist auch völlig in Ordnung so! Paul zeigt uns, dass „anders“ oft genau richtig ist.
Genau dieses Unerwartete mag ich an dieser Geschichte sehr, es wirkt herrlich chaotisch.
Das Buch lädt zum Entdecken ein, ermutigt dazu, offen für Neues zu sein und regt die Fantasie an. Besonders toll: Hinter jedem Umblättern verbirgt sich eine neue Überraschung, was den Kindern beim Zuhören extrem viel Spaß macht.
Ein rundum gelungenes Buch zum Vorlesen für Kinder ab 3 bis 4 Jahren.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Schlaf ohne Träume

REM
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"REM" wurde von Annika Strauss zusammen mit Sebastian Fitzek geschrieben.
Alysee hatte als Kind ein einschneidendes traumatisches Erlebnis, wobei sie auch ihren Vater verloren hat. Genaue Erinnerungen ...

"REM" wurde von Annika Strauss zusammen mit Sebastian Fitzek geschrieben.
Alysee hatte als Kind ein einschneidendes traumatisches Erlebnis, wobei sie auch ihren Vater verloren hat. Genaue Erinnerungen hat sie keine, aber wüste Träume und einzelne Sequenzen verfolgen sie.
Als Erwachsene bekommt sie eine Villa vererbt, die sehr eng mit ihrer Kindheit und ihren Träumen zusammenhängt. Diese Träume, der Blutnebel, die schaffen es auch eine Horror-Atmosphäre aufzubauen. Und dieses alte, verwinkelte Gebäude, dass irgendwie surreal anmutet, baut diese Stimmung weiter aus.
Der Schreibstil ist gekonnt, das Buch liest sich leicht weg. Ich lese viel und gerne Thriller und auch Horror und kann gar nicht so benennen, was mich hier am meisten störte.
Ich fand es wohl zu vorhersehbar, auch wirkte vieles wie aus einem Spiel, was aber wohl gewollt war.
Mich hat das Ganze wenig berührt, die Spannung war nicht so heftig, wie ich erwartet habe, meine Erwartungen waren aber auch recht hoch.
Eine lesenswertes Buch, kein Highlight für mich.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Genial und überzeugend

Tequila
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"Tequila" von Betty Kupsa ist ein rundum gelungenes Gesamtwerk, anschauen, lesen, nachschlagen, nachmachen, genießen.
Für Liebhaberinnen und Liebhaber des mexikanischen Agavenbrands ist dieses Buch ein ...

"Tequila" von Betty Kupsa ist ein rundum gelungenes Gesamtwerk, anschauen, lesen, nachschlagen, nachmachen, genießen.
Für Liebhaberinnen und Liebhaber des mexikanischen Agavenbrands ist dieses Buch ein absoluter Pflichtkauf. Es punktet mit einer fundierten, ausführlichen Einführung, die von der Geschichte der Agave über die Produktion bis hin zum professionellen Tasting reicht. Hier lernt man echt was dazu.
Besonders der hohe Praxisbezug überzeugt: Wertvolle Kaufempfehlungen, eine Übersicht über das nötige Bar-Equipment und clevere Variationstipps runden die abwechslungsreichen Drink-Rezepte perfekt ab. Ein tolles Detail sind zudem die kulinarischen Beilagen, mit den Rezepten für Salsa und Tortillas ist der passende Snack zum Drink direkt gesichert.
Dass neben der Autorin Betty Kupsa auch renommierte deutsche Bartenderinnen und Bartender ihre persönlichen Favoriten verraten, verleiht dem Buch zusätzliche Tiefe. Ein rundum gelungenes, ästhetisch gestaltetes Werk, das Fachwissen mit Genuss verbindet und definitiv Lust auf den nächsten Mix-Abend macht.

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Starke Worte und Bilder

The Artist
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"The Artist: Die Farben des Lichts" von Lucy Steeds erzählt die Geschichte des fiktiven Malers Édouard Tartuffe. Joseph Adelaide, ein junger, noch unbekannter Journalist, möchte ein Porträt des Künstlers ...


"The Artist: Die Farben des Lichts" von Lucy Steeds erzählt die Geschichte des fiktiven Malers Édouard Tartuffe. Joseph Adelaide, ein junger, noch unbekannter Journalist, möchte ein Porträt des Künstlers schreiben und seine Geheimnisse erforschen. Dafür reist er in ein abgelegenes Landhaus in der französischen Provinz. Dort wohnt seit vielen Jahren der Maler gemeinsam mit seiner Nichte Ettie. Joseph ist der erste, der seit längerem in diese kleine Welt eindringt.
Die Autorin schafft es in Bildern zu sprechen, ich sehe die trockene, hitzeflirrende Landschaft und die karge Hütte fast vor mir. Es hat sehr viel Atmosphäre.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Joseph und Ettie erzählt und es gibt dabei auch so einige Blicke in die Vergangenheit. Blicke, die auch Kriegstraumen mit einbeziehen.
Joseph und Ettie kamen mir nach und nach näher, sie hatten auch schon so einiges erlebt. Tartuffe, der Künstler, wurde mir eher unsympathischer, obwohl man über ihn noch am wenigsten erfahren hat.
Etties Geschichte hat mich stark berührt, eine sehr starke Frau, der fast alle Möglichkeiten zur Entwicklung genommen wurden. Sie hatte keine Kontakte, keine Bildung, durfte keine Kunst schaffen. Sie schaffte es, in den Schatten zu bleiben und zu lernen, sich zu entwickeln.
Für mich hatte dieses Buch einen gewaltigen Sog, schon durch die bildhafte Sprache, obwohl man hier schon sehr zeitig ahnte, worauf es hinausläuft.

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