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Veröffentlicht am 01.08.2021

Senioren auf Spurensuche

Der Donnerstagsmordclub
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"Der Donnerstagsmordclub" von Richard Osman ist ein ganz besonderer Krimi mit einer tüchtigen Brise von schwarzem Humor. Ich habe ihn mit großem Vergnügen gelesen.
Die Gemeinsamkeit von Elizabeth, Joyce, ...

"Der Donnerstagsmordclub" von Richard Osman ist ein ganz besonderer Krimi mit einer tüchtigen Brise von schwarzem Humor. Ich habe ihn mit großem Vergnügen gelesen.
Die Gemeinsamkeit von Elizabeth, Joyce, Ibrahim und Ron ist, dass sie den Donnerstagsmordclub bilden und in einer Seniorenresidenz leben. Ein Altersheim für Gutbetuchte, dass so ziemlich keine Wünsche offen läßt.
Zur Abwechslung versuchen sie sich an alten, ungelösten Mordfällen der Polizei und machen da mit Scharfsinn und Erfahrung durchaus Fortschritte. Und jetzt geschieht in unmittelbarer Nähe der Residenz ein Mord, also haben sie einen brandaktuellen Fall. Natürlich stürzen sie sich gleich in die Ermittlungen, was bei der Polizei nicht grade Begeisterung auslöst.
Aber auch die ermittelnden Polizisten werden hier näher vorgestellt und es macht auch Spaß ihre Gedanken zu verfolgen.
Das Buch ist aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, sehr gefallen haben mir die regelmäßigen Tagebucheinträge von Joyce, die sich hier direkt an den Leser richten.
Das Buch ist voll von skurrilen Szenen und teilweise bösen britischen Humor. Mir hat auch die Art und Weise gefallen, wie diese älteren Bewohner mit ihrer Vergangenheit umgingen und das Beste aus ihrem Leben machten.
Ein leichter Krimi, der sich gut lesen läßt und nebenbei zum schmunzeln verleitet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2021

Spannend und brutal

Herzschlag des Bösen
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"Herzschlag des Bösen" von Matthias Soeder ist ein knallharter Thriller und der erste Band einer Dilogie. Es ist so spannend geschrieben, dass ich es kaum erwarten kann, die Fortsetzung zu lesen.
Hanna ...

"Herzschlag des Bösen" von Matthias Soeder ist ein knallharter Thriller und der erste Band einer Dilogie. Es ist so spannend geschrieben, dass ich es kaum erwarten kann, die Fortsetzung zu lesen.
Hanna Engel ist Reporterin und möchte in Nigeria mit den Rebellen sprechen, für eine Reportage über die unterdrückten und mißhandelten Frauen und Mädchen dort. Wir bekommen hier ihre Erfahrungen hautnah geschildert.
Jens ist Pilot und fliegt um die Welt. Dadurch ist er viel unterwegs und erlebt viel spannendes, aber auch den Neid unter Kollegen. Hanna verliebt sich in ihn und träumt von einem gemeinsamen Leben.
Igor ist ein hochintelligenter Mann, der es meisterhaft versteht sich zu tarnen und zu verstecken. Er ist ein Psychopath, grausam und böse und er träumt Erinnerungen aus der Zeit der Hexenverfolgungen und Inquisition. Und er glaubt Hanna wieder zuerkennen.
Das Buch beginnt gleich unglaublich spannend und schafft es auch, diese Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Die Konstellation der Handelnden untereinander bietet immer wieder Raum zu Spekulationen und es treten durchaus unerwartete Wendungen ein.
Irgendwie dreht sich alles um Igor, der sehr genau gezeichnet wird und doch das größte Rätsel von allen bleibt. Eine Person mit sehr vielen Facetten, die sich hier nach und nach erschließen.
Gewalt ist hier sehr viel und oft im Spiel, blutig und grausam, teils in Einzelheiten beschrieben, das muss man wissen, ehe man sich auf dieses Buch einlässt.
Sehr gespannt bin ich darauf, wie der Autor die vielen Handlungsstränge, die hier beginnen, in ein stimmiges Ende überführt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2021

Wie weiter ohne Strom?

Ohne Strom / Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen? - Band 1
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"Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen? Band 1" von Markus Mattzick ist eine Dystopie, die ein leider sehr realitätsnahes Szenario entwirft. Vor dem Lesen sollte man beachten, dass es sich um ein zweigeteiltes ...

"Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen? Band 1" von Markus Mattzick ist eine Dystopie, die ein leider sehr realitätsnahes Szenario entwirft. Vor dem Lesen sollte man beachten, dass es sich um ein zweigeteiltes Werk handelt und die Geschichte hier noch nicht ihren Abschluß findet.
In einem Ort, der auch dein Wohnort sein könnte, fällt von einem Moment auf den anderen der Strom aus, komplett, das Netz, alle Batterien, Akkus, unsere komplette moderne Welt bleibt stehen. Es stellt sich heraus, dass der Stromausfall weitreichender ist, was die einzelnen Betroffenen aber nicht wissen können. Ein erschreckendes, aber durchaus vorstellbares Szenario.
Aus der Perspektive von sechs Hauptpersonen erleben wir jetzt abwechselnd die Geschichte der nächsten Stunden und Tage. Hier haben wir Malte und seine Kinder Lukas und Laura, seine Schwester Jutta und ihren Mann Florian und seine Frau Simone. Simone war grade auf Dienstreise und muss sich jetzt mit einer Gruppe zu Fuß quer durchs Land bewegen, was uns als Leser nochmals eine andere Perspektive auf das Geschehen gibt.
Die ganze Geschichte ist sehr gut konstruiert, die Charaktere wirken echt und handeln nicht immer so, wie man denken würde. Es kommt dadurch zu so einigen überraschenden Wendungen.
Was mir an dieser Geschichte wirklich unter die Haut geht, ist diese absolute Realitätsnähe, die Vorstellbarkeit des Szenarios mit allen seinen Folgen.
Der Schreibstil ist flüssig und ich würde am liebsten gleich weiterlesen, weil Buch eins mit einem Cliffhanger endet, der die Spannung nochmals ansteigen läßt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2021

Emotionale Trauerbewältigung

Betreff: Falls ich sterbe
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"Betreff: Falls ich sterbe" von Carolina Setterwall ist ein zum Teil autobiografischer und zum Teil auch fiktionaler Roman. Das Buch beginnt mit dieser Mail "Betreff : Falls ich sterbe", in der ihr Lebensgefährte ...

"Betreff: Falls ich sterbe" von Carolina Setterwall ist ein zum Teil autobiografischer und zum Teil auch fiktionaler Roman. Das Buch beginnt mit dieser Mail "Betreff : Falls ich sterbe", in der ihr Lebensgefährte Aksel ihr alle Paßwörter und wichtigen Dokumente sendet. Carolina fühlt sich grad überfordert mit ihrem Baby Ivan und vergißt sie nach anfänglichem Erschrecken bald. Bis Aksel dann plötzlich stirbt.
Hier berichtet Carolina in zeitlich zwei gegenläufigen Erzählsträngen von ihrem Kennenlernen und Leben mit Aksel und von seinem Tod und den Tagen und Wochen danach.
Dieses Erzählen fühlt sich unglaublich echt und lebensnah an, sie berichtet von vielen glücklichen und unbeschwerten Momenten, Momenten reinen Glücks. Aber sie berichtet auch davon, wie sie die treibende Kraft in dieser Beziehung war, ihn mit manchen Entscheidungen unter Druck gesetzt hat, ihm Stress gemacht hat. Es ist sehr emotional geschrieben, fast wie ein Tagebuch, wo sie ihre geheimsten Gedanken festhält und auch nichts beschönigt. Durch diese große Offenheit entsteht nicht nur Sympathie zur Protagonistin, da man ja auch alle negativen Gedanken schonungslos mitgeteilt bekommt.
Der Alltag einer jungen Mutter mit einem kleinen Kind steht hier ebenso im Mittelpunkt, wie die Schwierigkeit eine ehrliche Beziehung zu führen und vor allem die Trauerbewältigung. Der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen und diese schwierige Zeit danach, es ist sehr wichtig, dass darüber auch geschrieben wird
Das letzte Drittel des Buches geht dann um das weiterleben von Carolina mit ihrem Kind und dem Versuch ihren eigenen Platz im Leben wieder zu finden. Dieser Teil war für mich viel zu lang und ich konnte viele Gedanken der Protagonistin nicht nachvollziehen, die so viel Hilfe und Liebe bekam und sich irgendwie nur beschwerte und auch den Umgang mit ihrem Kind fand ich teilweise sehr schwierig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.07.2021

In den Wäldern Kentuckys

Unbarmherziges Land
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"Unbarmherziges Land" von Chris Offutt ist ein Krimi, der in den Wäldern von Kentucky angesiedelt ist. Am Anfang ist ein alter Mann, der sich lautlos durch den Wald bewegt und Ginseng sammelt. Dabei findet ...

"Unbarmherziges Land" von Chris Offutt ist ein Krimi, der in den Wäldern von Kentucky angesiedelt ist. Am Anfang ist ein alter Mann, der sich lautlos durch den Wald bewegt und Ginseng sammelt. Dabei findet er eine Frauenleiche, die er auch gleich identifizieren kann, denn hier kennt irgendwie Jeder jeden oder ist um drei Ecken verwandt.
Linda ist hier der Sheriff und Mick ist ihr Bruder, der nur auf Urlaub von der Army ist, um nach seiner schwangeren Frau zu sehen. Dort tun sich mehr Probleme auf, als erwartet und Mick lenkt sich damit ab, seiner Schwester bei der Suche nach dem Mörder zu helfen. Darin st er gut, sowas ist sein Job, nur sonst beim Militär.
Der Schreibstil des Autors weiß hier zu begeistern, genau die richtige Mischung zwischen Humor und Sarkasmus. Das Buch lebt hier auch oft von seinen Beschreibungen, der wundervollen Natur, der Einwohner, der Beziehungen untereinander. Die Stimmung, dieses düsterne, einsame, hoffnungslose wird fast greifbar eingefangen.
Etwas vermisst habe ich die Spannung über weite Strecken, die Suche nach dem Mörder verkam manchmal zur Nebensache. Es machte mir hier aber absolut nichts aus, ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere