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Veröffentlicht am 01.02.2025

Geheimnisse der Vergangenheit

Die verborgene Tochter
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Nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, ist Georgia allein, nein eigentlich nicht richtig. Die Familie ihrer besten Freundin Sam hat sie als Waise aufgenommen. Und auch wenn sie beruflich ...

Nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, ist Georgia allein, nein eigentlich nicht richtig. Die Familie ihrer besten Freundin Sam hat sie als Waise aufgenommen. Und auch wenn sie beruflich erfolgreich ist, hat sie doch eigentlich immer das Gefühl, dass in ihrem Leben etwas fehlt. Und da ist dann plötzlich dieser Termin in einem Londoner Anwaltsbüro, wo ihr ein seltsames Kästchen ausgehändigt wird, das eigentlich für ihre Großmutter vorgesehen war. Eine Großmutter, die auch nach dem Tod ihrer Eltern nichts mit ihr zu tun haben wollte.

Auf den vierten Band der Töchter-Saga von Soraya Lane habe ich mich sehr gefreut. Die Autorin entführt uns mit „Die verborgene Tochter“ in die Schweiz, um das Familiengeheimnis von Georgia, oder besser gesagt ihrer Großmutter, aufzudecken.

Eigentlich hat Georgia zunächst wenig Interesse an der mysteriösen Schachtel, die mit dem Namen ihrer Großmutter, in einem ehemaligen Frauenhaus in London aufbewahrt wurde. Doch der geheimnisvolle rosafarbene Edelstein, den sie in der Schachtel findet, lässt sie einfach nicht los. Und so macht sie sich nach zwei Jahren doch auf die Suche. Hinweise führen sie schließlich in die Schweiz an den Genfer See. Dort lernt sie den Juwelier Luca Kaufmann kennen, der wie schon mehrere Generationen seiner Familie vor ihm, darauf gehofft hat, diese geheimnisvollen Stein zu finden, der einst Teil eines königlichen Diadems war. Kann er Georgia helfen, das Geheimnis ihrer Familie zu entschlüsseln?

Der Schreibstil der Autorin lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Sie schafft es, die persönlichen Sequenzen und auch die Orte so bildhaft zu umschreiben, dass man das Gefühl bekommt, man könnte es vor seinem inneren Auge entdecken.

Für mein Gefühl muss ich jedoch sagen, dass mir der Handlungsstrang um Delphine, Georgias Vorfahrin, aus der Vergangenheit besser gefällt. Der Erzählung aus der Gegenwart um Georgia fehlt es aus meiner Sicht doch etwas an Tiefe. Ich bin beim Lesen irgendwie nicht wirklich emotional an sie herangekommen.

Aber auch mit diesem Band hat es die Autorin geschafft, eine interessante Familiengeschichte zu erzählen. Die Reihe ist wirklich empfehlenswert und ich kann jetzt schon sagen, dass man die einzelnen Bände auch sehr gut voneinander getrennt lesen kann. Alle Informationen, die man zum Verständnis braucht, fließen auch hier mit ein. Ich habe bislang zwei Teile dieser Saga gelesen und bin schon gespannt, wie die Suche der anderen Erben verläuft. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Der Kampf der Hortis-Frauen

Das verborgene Glück
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Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis ...

Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis in Triest und hat mit dem Winzer Fabrizio Ascoli die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch Fabrizio scheint nicht mit ganzem Herzen bei ihr zu sein. So möchte er doch das Weingut seiner Familie in Montechiaro d'Acqui erhalten und hofft, es einst in gute Hände übergeben zu können.

Melitta hat sich mittlerweile in die Leitung der Pension, neben Vicky, eingefunden. Die Aufgaben sind klar verteilt und so kann jede der beiden Frauen ihre Stärken ins „Hortis“ einbringen. Doch scheint Melitta immer noch nach ihrem Platz im Leben zu suchen. Als sich in der Familie ihrer Angestellten Fanika Probleme auftun, ist Melitta schnell zur Stelle und möchte helfen. Doch als sie Fanikas Bruder Dejan kennenlernt, merkt man sofort eine gewisse Spannung zwischen den beiden.

Auch Agathe, Melittas Mutter, wird im Verlauf der Geschichte nahbarer. Als ihr Baron Adam Kinsky, Gast im Hortis, seine Geschichte anvertraut, beginnt auch sie sich zu öffnen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Einer Vergangenheit, die sie bislang auch vor ihrer Tochter geheim gehalten hat.

Gemeinsam versuchen die Hortis-Frauen, die Pension auch durch die politischen Unruhen Anfang des 20. Jahrhunderts zu bringen. Doch von Fabrizio, dem das „Hortis“ eigentlich gehört, fehlt jede Spur. Wie soll es nur weitergehen und wer steckt wohl hinter den ganzen Problemen?

Da wo der 1. Band geendet hat, setzt der 2. Band an. Doch wo man zunächst den Eindruck bekommt, dass die Geschichte sehr sprunghaft vorgesetzt wird, stellt sich schnell heraus, dass es nur ein Traum ist. Doch was will dieser Traum Vicky sagen? Ein Traum, der alles verändern wird?

Fast wie nebenbei werden auch die politischen Probleme zwischen den Österreichern, Deutschen, Italienern und Slowenen zum Teil dieser Geschichte. Und man merkt auch, welchen Einfluss dieser historische Hintergrund auf die Figuren hat. Und so bekommen die Figuren, die ich nach dem ersten Teil noch als blass und ohne Tiefe beschrieben habe, plötzlich ein emotionales und tiefgründiges Gesicht. Auch das bewegende Ende hat mich wirklich überzeugt.




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Veröffentlicht am 30.01.2025

Zwischen den Jahrhunderten

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Der Roman beginnt 1468 auf der Glasbläser-Insel Murano, nicht weit von Venedig. Im Zentrum der Geschichte steht die Familie Rosso. Der tragische Tod des Glasmachermeisters Lorenzo Rosso stellt das Leben ...

Der Roman beginnt 1468 auf der Glasbläser-Insel Murano, nicht weit von Venedig. Im Zentrum der Geschichte steht die Familie Rosso. Der tragische Tod des Glasmachermeisters Lorenzo Rosso stellt das Leben der Familie auf den Kopf. Die beiden Söhne Marco und Giacomo, die die Werkstatt einst übernehmen sollten, sind noch nicht so weit. Giacomo ist zwar fleißig und macht, was man ihm aufträgt. Sein Bruder Marco hat zwar Talent, aber macht am liebsten das, worauf er Lust hat.

Doch die Familie muss nach dem Tod ihres Familienoberhauptes zusammenhalten. Auch Tochter Orsola will ihren Teil dazu beitragen. Orsola ist jung und weiß was sie will. Die Liebe zur Glaskunst hat sie von ihrem Vater übernommen. Doch gehört in der Vorstellung der Glasbläser auf Murano eine Frau nicht in die Glasbläserei-Werkstatt. Mit der Unterstützung von Maria Barovier, einer Frau, die sich in dieser Männerdomäne zu behaupten weiß, findet sie ihren eigenen Weg, ihre Leidenschaft für das Glas auszuleben. Das sie die Perlen verkaufen kann, bleibt zunächst ihr Geheimnis.

Metaphorisch lässt die Autorin Tracy Chevalier einen Kieselstein über das Wasser springen und lässt so die Zeit über Jahrhunderte wandern, über die Kapitel hinweg bis in die heutige Zeit mit Corona und Smartphone. So lässt sie auch die Familien sich über die Jahrhunderte weiterentwickeln, so altert die Familie in den über 500 Jahren nur langsam und es stoßen auch immer wieder neue Figuren zur Familie hinzu.

Anfangs doch etwas gewöhnungsbedürftig, wurde es mit der Zeit doch immer spannender, weil man so die Geschichte Venedigs und der Glasbläserkunst auf Murano lebendig erleben konnte. Man erlebt, wie die Pest über Venedig herzieht, wie Napoleon und die Habsburger versuchen, sich Venedig zu eigen zu machen und merkt schnell, wie auch die Familie Rosso mit den Herausforderungen dieser Zeit zu kämpfen hat. Natürlich bekommt auch Giacomo Casanova seine Gastrolle in der Geschichte.

Der Roman ist authentisch, atmosphärisch und gut gelungen. Weit entfernt von einer geschichtlichen Dokumentation, schafft es die Autorin durch ihren Weg zu erzählen, der Geschichte um die mystische Stadt im Meer und die Glaskunst durch die Jahrhunderte ein besonderes Leben einzuhauchen. Absolute Leseempfehlung, nicht nur für die, die in Venedig schon mal ihr Herz verloren haben!

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Wer ist Freund? Und wer ist Feind?

Saale Premium - Der Himmel über dem Weinschloss (Die Weinschloss-Saga 3)
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Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu ...

Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu Ende ist, gerät Freyburg zunächst unter amerikanische Verwaltung. Als Hedda festgenommen und von den Amerikanern zu ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP verhört werden soll, traut sie ihren Augen kaum, als plötzlich Thomas vor ihr steht, in der Uniform eines amerikanischen Majors.

Ansonsten scheint sich die Familiengeschichte der Frauen auf dem Weinschlösschen zu wiederholen. Elisabeth, Heddas Tochter, muss schnell merken, dass ihr Ehemann Wolfgang als gebrochener Mann aus dem Krieg zurückkehrt ist. Er liebt seine Frau, doch er kann es ihr nicht zeigen. Er ist Pfarrer, doch der Krieg hat ihm seinen Glauben genommen und das Erlebte hat sämtliche Gefühle in ihm zerstört.

Nachdem dann Weinschlösschen unter sowjetischer Besatzung enteignet und Flüchtlinge im Haus einquartiert werden, verfällt auch noch dazu ihre Mutter in eine Schockstarre. Doch Elisabeth möchte alles tun, um ihrer Familie zu helfen, also fängt sie in der Buchhaltung der Sektkellerei an. Dort lernt Elisabeth auch ihren Vorgesetzten Jürgen John kennen. Schnell merkt man, dass die beiden mehr verbindet. Doch eine Trennung von Wolfgang kommt für Elisabeth nicht infrage.

Plötzlich geraten Elisabeth und ihre Familie in den Fokus der Staatssicherheit, denn auch weil sie Westkontakte hat, weckt dies Neid und Missgunst. Es stellt sich immer wieder die Frage, wem sie noch trauen kann.

Der abschließende Band der „Weinschloss-Saga“ schildert eindrucksvoll das Leben einer enteigneten Familie in der DDR, die erfolgreich ein Unternehmen führte, aber schnell zeigt wie schwer es war, wenn man auf Grund der eigenen Geschichte und plötzlich unter Beobachtungen der Staatssicherheit gerät.

Der Autorin ist es auch in diesem Band eindrucksvoll gelungen, die geschichtlichen Ereignisse in die fiktive Geschichte um die Frauen vom Weinschlösschen einzubinden und die Auswirkungen auf ihr Leben zu schildern.

Auch über diesem Band schwebt insgesamt eine bedrückende Stimmung, auch wenn immer wieder eine Funken Hoffnung in der Geschichte aufkeimt.

Die Frauen der Familie werden in allen drei Bänden als starke Charaktere geschildert. Aber auch die Rückschläge in ihrem Leben lassen auch ihre verletzlichen Seiten aufblitzen. Und so kämpft sich gegen alle Widrigkeiten auch immer wieder die Liebe in ihr Leben.

Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt. Jedoch bekommt man das Gefühl, dass sich die Geschichte der Protagonistinnen wiederholt und so ist dieser Teil für mich doch etwas schwächer ausgefallen, als die beiden anderen Teile. Dennoch ließe der doch etwas unerwartete Ausgang der Geschichte tatsächlich Hoffnung auf eine Fortsetzung offen.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Wie doch manchmal der Zufall spielt

Die Zuverlässigkeit des Zufalls
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Die 29-jährige Nina-Marie ist ein sympathische Protagonistin, die zusammen mit ihrer Mutter Paula den Laden Buch & Blume im Herzen von Spandau mit Liebe führt.

Paula ist gelernte Floristin und wurde vor ...

Die 29-jährige Nina-Marie ist ein sympathische Protagonistin, die zusammen mit ihrer Mutter Paula den Laden Buch & Blume im Herzen von Spandau mit Liebe führt.

Paula ist gelernte Floristin und wurde vor fünf Jahren von ihrem Mann wegen einer anderen Frau verlassen. Nina-Marie ist ausgebildete Buchhändlerin und hat vor zwei Jahren ihre große Liebe Eric verloren. Und obwohl ihnen nur etwas mehr als ein gemeinsames Jahr vergönnt war, war diese Zeit doch für sie voller Intensität und Erlebnisse, die sie in ihrer Trauer nur schwer loslassen kann.

Sie leidet unter diesem Verlust entsetzlich und findet nur Trost in ihrer Arbeit. Der Blumen- und der Buchladen sind nur durch den Rundbogen miteinander verbunden und Nina liebt es, bunte Sträuße zu binden oder Kunden mit einer Buchempfehlung glücklich zu machen. Aber ansonsten igelt sie sich am liebsten ein und lebt ziemlich zurückgezogen. Auch möchte sie sich in ihrer Trauerbewältigung nicht wirklich helfen lassen.

Als sie dann eines Tages an einen übellaunigen, älteren Herren ganz besondere Blumensträuße ausliefern soll, wendet sich ihr Schicksal. Denn dieser Herr ist nämlich ihr Lieblingsautor Curt Fernau, von dem sie bisher alle seine Bücher gelesen hat. Doch schon seit langem ist kein neuer Roman von ihm erschienen… Sie möchte ihm so gern helfen und merkt doch schnell, dass sie sich zunächst erstmal selbst aus ihrer Trauer-Zone raustrauen muss.

Anfangs etwas träge und melancholisch, hat sich die Geschichte richtig toll entwickelt. Rückblickend erfährt man dann auch mehr von Ninas Vergangenheit, als sie anfängt, von ihrem Leben mit Eric zu erzählen. Was er sich alles für Nina hat einfallen lassen, war schon echt beeindruckend und man merkt schnell, was er für ein besonderer Mensch für sie war. Doch das alles endet mit einem furchtbaren Schicksalsschlag.

Die Autorin Lilli Beck hat die Geschichte so intensiv und real erzählt, dass man die Emotionen spüren kann. Die Orte werden so bildhaft beschrieben, dass man sich fühlt, als wäre man mittendrin. „Die Zuverlässigkeit des Zufalls“ ist ein moderner Roman, der Verlust, Trauer, Loslassen und Liebe thematisiert. Eine Geschichte, die mich auf besondere Art und Weise wirklich fasziniert hat, daher empfehle ich das Buch auch gern weiter.

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