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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Dem Geheimnis auf der Spur

Die vermisste Tochter
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Auch Claudia hat vom Nachlassverwalter einer gewissen Hope Berenson ein Kästchen erhalten. Ein Kästchen, das einst für ihre Großmutter hinterlassen wurde. In dem Kästchen findet sie die Zeichnung eines ...

Auch Claudia hat vom Nachlassverwalter einer gewissen Hope Berenson ein Kästchen erhalten. Ein Kästchen, das einst für ihre Großmutter hinterlassen wurde. In dem Kästchen findet sie die Zeichnung eines Wappens und die Visitenkarte eines Christopher Dutton. Doch was soll das bedeuten?

Mit „Die vermisste Tochter“ folgt ein weiterer spannender Teil der Saga von Soraya Lane um die verlorenen Töchter. Mit ihrem bildhaften und kurzweiligen Schreibstil ist es ihr wieder gelungen, mich auf eine Reise aus der Gegenwart direkt in das Havanna der 1950er Jahre zu entführen.

Als ihr Vater herausfindet, dass das Wappen zu einer ehemals sehr wohlhabenden Familie in Kuba gehört, entscheidet sich Claudia spontan, nach Kuba aufzubrechen. Sie möchte diesem Geheimnis auf die Spur gehen.

Im Wechsel der beiden Erzählstränge zwischen Gegenwart und Vergangenheit bekommt man schnell ein Gefühl, wohin „die Reise gehen“ soll. Doch was ist in der Vergangenheit wirklich passiert?

In der Geschichte begegnen sich zwei Liebesgeschichten, die stellenweise doch etwas „künstlich“ wirken, doch lassen sie es nicht an Emotionalität fehlen. Claudia und Matteo in der Gegenwart und Esmeralda und Christopher in der Vergangenheit. Aber so wirkt doch das Geheimnis um das Kästchen nur wie eine Nebenrolle. Erkenntnisse kommen ziemlich schnell und irgendwie wird aber auch nicht wirklich alles aufgeklärt.

Man bekommt auch einen sehr guten Eindruck, wie es für eine junge Frau in einer wohlhabenden Familie in Kuba in den 1950er Jahren war. Von der Zuckerrohrdynastie bis zum politischen Umbruch.

Man kann die einzelnen Bände sehr gut voneinander getrennt lesen und muss die Reihenfolge nicht unbedingt einhalten. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen. Die Geschichte um Hope's House und die Kästchen wird immer wieder als roter Faden aufgenommen. Ich hoffe ja noch immer, dass das Geheimnis, warum Hope gerade diese Kästchen aufbewahrt hat, irgendwann noch gelöst wird.

Ich freue mich schon jetzt darauf, zu erfahren, wie es weitergehen wird!

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Wenn eine Kamerdienerin und der Hoffotograf ermitteln...

Der Fotograf der Kaiserin
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Wir schreiben das Jahr 1882 am kaiserlichen Hof in Wien. Liesel ist eine Bauernmagd aus Bayern, die als Kammerdienerin am steifen Wiener Hof, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht und penibel darauf achtet, ...

Wir schreiben das Jahr 1882 am kaiserlichen Hof in Wien. Liesel ist eine Bauernmagd aus Bayern, die als Kammerdienerin am steifen Wiener Hof, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht und penibel darauf achtet, den Herrschenden zu gefallen, nicht ganz einfach hat. Doch Liesel hat sich das Vertrauen der Kaiserin erarbeitet. Und so schickt sie die Kaiserin höchstpersönlich mit einem geheimen Brief zum Schwager der Kaiserin, dem Erzherzog Luziwuzi. Doch plötzlich landet sie mittendrin, als ein Mordanschlag auf den Schauspieler und Geliebten des Erzherzogs verübt wird und trifft dort auf den Hoffotografen Viktor Angerer. Aufregende Ermittlungen beginnen zwischen Gendarmerie und militärischer Geheimpolizei... Liesel und Angerer wissen oftmals nicht mehr, wem sie in diesem ganzen Gewirr aus Intrigen noch vertrauen können.

Humorvoll und mit einer gehörigen Portion Wiener Schmäh erzählt der Autor Tom Sacher, wie es am Wiener Hof zugeht. Die Figuren sind unterhaltsam und authentisch beschrieben. Doch muss ich geschehen, dass ich dem Handlungsfaden nur schwer folgen konnte. Die komplizierten Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren machen es an der Stelle nicht unbedingt leichter. Vor allen Dingen in der zweiten Hälfte des Romans überschlagen sich die Ereignisse.

Interessant fand ich es, dass man hier einfach mal das schwarze Schaf der Habsburger Familie in das Zentrum des Geschehens gestellt hat und eine Mord in Mayerling, 1882, nur wenige Jahre vor der allseits bekannten Tragödie rund um den Kronprinzen Rudolf. Und so finden auch Helene Vetsera und ihre Tochter Mary ihren Platz in dieser Geschichte.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Geheimnisse der Vergangenheit

Die verborgene Tochter
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Nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, ist Georgia allein, nein eigentlich nicht richtig. Die Familie ihrer besten Freundin Sam hat sie als Waise aufgenommen. Und auch wenn sie beruflich ...

Nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, ist Georgia allein, nein eigentlich nicht richtig. Die Familie ihrer besten Freundin Sam hat sie als Waise aufgenommen. Und auch wenn sie beruflich erfolgreich ist, hat sie doch eigentlich immer das Gefühl, dass in ihrem Leben etwas fehlt. Und da ist dann plötzlich dieser Termin in einem Londoner Anwaltsbüro, wo ihr ein seltsames Kästchen ausgehändigt wird, das eigentlich für ihre Großmutter vorgesehen war. Eine Großmutter, die auch nach dem Tod ihrer Eltern nichts mit ihr zu tun haben wollte.

Auf den vierten Band der Töchter-Saga von Soraya Lane habe ich mich sehr gefreut. Die Autorin entführt uns mit „Die verborgene Tochter“ in die Schweiz, um das Familiengeheimnis von Georgia, oder besser gesagt ihrer Großmutter, aufzudecken.

Eigentlich hat Georgia zunächst wenig Interesse an der mysteriösen Schachtel, die mit dem Namen ihrer Großmutter, in einem ehemaligen Frauenhaus in London aufbewahrt wurde. Doch der geheimnisvolle rosafarbene Edelstein, den sie in der Schachtel findet, lässt sie einfach nicht los. Und so macht sie sich nach zwei Jahren doch auf die Suche. Hinweise führen sie schließlich in die Schweiz an den Genfer See. Dort lernt sie den Juwelier Luca Kaufmann kennen, der wie schon mehrere Generationen seiner Familie vor ihm, darauf gehofft hat, diese geheimnisvollen Stein zu finden, der einst Teil eines königlichen Diadems war. Kann er Georgia helfen, das Geheimnis ihrer Familie zu entschlüsseln?

Der Schreibstil der Autorin lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Sie schafft es, die persönlichen Sequenzen und auch die Orte so bildhaft zu umschreiben, dass man das Gefühl bekommt, man könnte es vor seinem inneren Auge entdecken.

Für mein Gefühl muss ich jedoch sagen, dass mir der Handlungsstrang um Delphine, Georgias Vorfahrin, aus der Vergangenheit besser gefällt. Der Erzählung aus der Gegenwart um Georgia fehlt es aus meiner Sicht doch etwas an Tiefe. Ich bin beim Lesen irgendwie nicht wirklich emotional an sie herangekommen.

Aber auch mit diesem Band hat es die Autorin geschafft, eine interessante Familiengeschichte zu erzählen. Die Reihe ist wirklich empfehlenswert und ich kann jetzt schon sagen, dass man die einzelnen Bände auch sehr gut voneinander getrennt lesen kann. Alle Informationen, die man zum Verständnis braucht, fließen auch hier mit ein. Ich habe bislang zwei Teile dieser Saga gelesen und bin schon gespannt, wie die Suche der anderen Erben verläuft. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Der Kampf der Hortis-Frauen

Das verborgene Glück
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Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis ...

Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis in Triest und hat mit dem Winzer Fabrizio Ascoli die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch Fabrizio scheint nicht mit ganzem Herzen bei ihr zu sein. So möchte er doch das Weingut seiner Familie in Montechiaro d'Acqui erhalten und hofft, es einst in gute Hände übergeben zu können.

Melitta hat sich mittlerweile in die Leitung der Pension, neben Vicky, eingefunden. Die Aufgaben sind klar verteilt und so kann jede der beiden Frauen ihre Stärken ins „Hortis“ einbringen. Doch scheint Melitta immer noch nach ihrem Platz im Leben zu suchen. Als sich in der Familie ihrer Angestellten Fanika Probleme auftun, ist Melitta schnell zur Stelle und möchte helfen. Doch als sie Fanikas Bruder Dejan kennenlernt, merkt man sofort eine gewisse Spannung zwischen den beiden.

Auch Agathe, Melittas Mutter, wird im Verlauf der Geschichte nahbarer. Als ihr Baron Adam Kinsky, Gast im Hortis, seine Geschichte anvertraut, beginnt auch sie sich zu öffnen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Einer Vergangenheit, die sie bislang auch vor ihrer Tochter geheim gehalten hat.

Gemeinsam versuchen die Hortis-Frauen, die Pension auch durch die politischen Unruhen Anfang des 20. Jahrhunderts zu bringen. Doch von Fabrizio, dem das „Hortis“ eigentlich gehört, fehlt jede Spur. Wie soll es nur weitergehen und wer steckt wohl hinter den ganzen Problemen?

Da wo der 1. Band geendet hat, setzt der 2. Band an. Doch wo man zunächst den Eindruck bekommt, dass die Geschichte sehr sprunghaft vorgesetzt wird, stellt sich schnell heraus, dass es nur ein Traum ist. Doch was will dieser Traum Vicky sagen? Ein Traum, der alles verändern wird?

Fast wie nebenbei werden auch die politischen Probleme zwischen den Österreichern, Deutschen, Italienern und Slowenen zum Teil dieser Geschichte. Und man merkt auch, welchen Einfluss dieser historische Hintergrund auf die Figuren hat. Und so bekommen die Figuren, die ich nach dem ersten Teil noch als blass und ohne Tiefe beschrieben habe, plötzlich ein emotionales und tiefgründiges Gesicht. Auch das bewegende Ende hat mich wirklich überzeugt.




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Veröffentlicht am 30.01.2025

Zwischen den Jahrhunderten

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Der Roman beginnt 1468 auf der Glasbläser-Insel Murano, nicht weit von Venedig. Im Zentrum der Geschichte steht die Familie Rosso. Der tragische Tod des Glasmachermeisters Lorenzo Rosso stellt das Leben ...

Der Roman beginnt 1468 auf der Glasbläser-Insel Murano, nicht weit von Venedig. Im Zentrum der Geschichte steht die Familie Rosso. Der tragische Tod des Glasmachermeisters Lorenzo Rosso stellt das Leben der Familie auf den Kopf. Die beiden Söhne Marco und Giacomo, die die Werkstatt einst übernehmen sollten, sind noch nicht so weit. Giacomo ist zwar fleißig und macht, was man ihm aufträgt. Sein Bruder Marco hat zwar Talent, aber macht am liebsten das, worauf er Lust hat.

Doch die Familie muss nach dem Tod ihres Familienoberhauptes zusammenhalten. Auch Tochter Orsola will ihren Teil dazu beitragen. Orsola ist jung und weiß was sie will. Die Liebe zur Glaskunst hat sie von ihrem Vater übernommen. Doch gehört in der Vorstellung der Glasbläser auf Murano eine Frau nicht in die Glasbläserei-Werkstatt. Mit der Unterstützung von Maria Barovier, einer Frau, die sich in dieser Männerdomäne zu behaupten weiß, findet sie ihren eigenen Weg, ihre Leidenschaft für das Glas auszuleben. Das sie die Perlen verkaufen kann, bleibt zunächst ihr Geheimnis.

Metaphorisch lässt die Autorin Tracy Chevalier einen Kieselstein über das Wasser springen und lässt so die Zeit über Jahrhunderte wandern, über die Kapitel hinweg bis in die heutige Zeit mit Corona und Smartphone. So lässt sie auch die Familien sich über die Jahrhunderte weiterentwickeln, so altert die Familie in den über 500 Jahren nur langsam und es stoßen auch immer wieder neue Figuren zur Familie hinzu.

Anfangs doch etwas gewöhnungsbedürftig, wurde es mit der Zeit doch immer spannender, weil man so die Geschichte Venedigs und der Glasbläserkunst auf Murano lebendig erleben konnte. Man erlebt, wie die Pest über Venedig herzieht, wie Napoleon und die Habsburger versuchen, sich Venedig zu eigen zu machen und merkt schnell, wie auch die Familie Rosso mit den Herausforderungen dieser Zeit zu kämpfen hat. Natürlich bekommt auch Giacomo Casanova seine Gastrolle in der Geschichte.

Der Roman ist authentisch, atmosphärisch und gut gelungen. Weit entfernt von einer geschichtlichen Dokumentation, schafft es die Autorin durch ihren Weg zu erzählen, der Geschichte um die mystische Stadt im Meer und die Glaskunst durch die Jahrhunderte ein besonderes Leben einzuhauchen. Absolute Leseempfehlung, nicht nur für die, die in Venedig schon mal ihr Herz verloren haben!

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