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Veröffentlicht am 20.10.2024

Ein gelungener Abschluss

Die Amato-Schwestern: Die Naht der Liebe
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Der dritte Teil der Familiensaga über die „Amato-Schwestern“ führt uns nach Italien, genauer gesagt nach Mailand, als zentralen Handlungsort der Geschichte.

Nachdem im ersten Teil die älteste Schwester ...

Der dritte Teil der Familiensaga über die „Amato-Schwestern“ führt uns nach Italien, genauer gesagt nach Mailand, als zentralen Handlungsort der Geschichte.

Nachdem im ersten Teil die älteste Schwester der Familie, Amelia, ins Exil geflohen ist und im zweiten Teil, die jüngere Schwester Teresa, das Erbe ihres Vaters retten möchte, ist nun im finalen Teil der Saga, Sara, das jüngste Kind von Teresa die Hauptfigur.

Als ihr Bruder Felipe im zweiten Teil beschließt, nach Europa zu gehen, um dort neu anzufangen, wächst auch in der jungen Sara der Traum von Europa. Sie möchte nach Italien gehen, dort die Wurzel ihrer Familie, die Herkunft ihres Großvaters kennenlernen und eine erfolgreiche Designerin werden. Auch wenn Teresa hier noch gehofft hat, dass sich dieser Traum bei ihrer kleinen Tochter noch erledigt, bleibt diese beharrlich dran.

Doch als Sara nun alt genug ist, geht sie nach Mailand, um dort Modedesign zu studieren und schließt ihr Studium als Beste ab. Aber schnell merkt sie, dass der Weg in den Erfolg gar nicht so einfach ist.

Als Sara ihren Bruder Felipe in Madrid besucht, schließen die beiden einen Pakt. Sie wollen für ihre Träume kämpfen.

Während Felipe eine Galeristin kennenlernt und sich der Chance, ein Leben als Künstler führen zu können, nähert, merkt Sara doch sehr schnell, dass ein Leben als Selbstständige eine ziemliche Herausforderung ist. Als Sara im Regen mit ihrer Vespa auf dem Weg zur Bank ist, kommt es zu einem verheerenden Unfall.

Nach dem Unfall ist Sara von der Situation völlig überfordert und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Jedoch will sie auch nicht die Hilfe ihrer Familie annehmen. Als sie den Orthopädietechniker Leo kennenlernt, scheint langsam wieder Freunde in ihr Leben zurückzukehren... Doch was wird aus ihrem Traum?

Ich muss sagen, dass sich der 3. Band auch unabhängig von den ersten beiden lesen lässt. Die Geschichten aus den ersten beiden Bänden finden auch hier an den richtigen Stellen ihren Platz. Auch wenn die „Amato-Schwestern“ hier nur noch eine Nebenrolle spielen, ist es doch schön zu sehen, wie die Familiengeschichte an die nächste Generation übergeben wird. Die Familie hält zusammen und begleitet Sara durch alle Höhen und Tiefen. Und irgendwie scheint jeder seinen Platz in der Familie zu finden.

Der Autorin Jo Kommer ist es gelungen, in diesem Teil den Charakteren genau die richtige Portion Gefühl und Emotion mitzugeben. So wurde das ganze für mich noch spürbarer und erlebbarer als in den anderen Teilen.

Das Ende fand ich sehr gelungen, auch wenn es für mich etwas zu schnell kam. Ich hätte mir gern gewünscht, noch mehr über den Weg in die neue Generation der Familie „Amato“ zu erfahren. Aber alles in allem ist es eine gelungene Geschichte und ein schöner Abschluss dieser Familiensaga.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Zuhause im Hawelka

Café Hawelka
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Wien, im Jahr 1968. Jurastudentin Jutta verbringt ihre Nachmittage zum Lernen am Liebsten im Cafe Hawelka, was schon längst zu ihrem zweiten Wohnzimmer geworden ist. Eigentlich hat sich Jutta schon immer ...

Wien, im Jahr 1968. Jurastudentin Jutta verbringt ihre Nachmittage zum Lernen am Liebsten im Cafe Hawelka, was schon längst zu ihrem zweiten Wohnzimmer geworden ist. Eigentlich hat sich Jutta schon immer gefragt, was hinter der Freundschaft ihrer Mutter Else mit Josefine Hawelka wirklich steckt. Doch nie hat ihre Mutter ihr diese Geschichte erzählt. Gibt es da vielleicht irgendwelche Geheimnisse?

Wien, im Jahr 1945: Der Krieg ist aus. Else wagt sich aus dem Luftschutzkeller. Doch wo ist nur ihre kleine Schwester Fritzi? Allein irrt sie durch das stark zerbombte Wien. Als sie zufällig auf Frau Hawelka und deren beide Kinder trifft, nehmen diese Else kurzerhand mit ins Cafe. Dort findet sie im Chaos nach dem Kriegsende ein neues Zuhause. Da die Hawelkas ihr Cafe schnellstmöglich wieder eröffnen wollen, packt Else tatkräftig mit an.

Die Autorin entführt den Leser nach Wien. Die Geschichte wird auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen, zum einen aus der Sicht von Jutta und zum anderen aus der Sicht ihrer Mutter Else erzählt.

Man lernt aus Elses Sicht ihr Leben in der Nachkriegszeit kennen und erlebt mit ihr die schweren Hürden, die sie im Leben nehmen musste. Als kurz nach der Geburt ihrer Schwester die Mutter stirbt, verpflichtet sich der Vater in seiner Trauer als Polizist für den Krieg. Der Bruder, der psychisch auffällig ist, landet in der Heilpädagogischen Kinderpsychiatrie. Und so findet sich Else plötzlich, selbst noch ein junges Mädchen, in der Verantwortung für ihre kleine Schwester Fritzi wieder. Eine Geschichte, die Else geprägt hat, und die sie doch so gern vergessen möchte.

Als Jutta sie nach Familienunterlagen fragt, die sie für ihre Hochzeit mit ihrer großen Liebe Bodo benötigt, sieht Else sich plötzlich wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Aber wie viel hinter diesem Geheimnis wirklich steckt, kann sie sich in diesem Moment noch nicht vorstellen...

Ich bin so gern mit Else und Jutta durch Wien gewandelt und habe mich schnell an vielen bekannten Ecken wiedergefunden, denn das Kopfkino hat prima funktioniert. Und für den nächsten Wienbesuch steht definitiv ein Besuch im legendären „Hawelka“ an.

Abschließend kann ich nur sagen, dass die Geschichte durch ausdrucksstarke Figuren, in einer zwar fiktiven Romanhandlung und in den Kulissen des legendären Wiener Kaffeehauses Hawelka, auf unterhaltsame und fesselnde Weise gezeichnet ist.

Ein spannendes Buch, welches ich sehr gern weiterempfehle; auch für alle die, die nicht wie ich ihr Herz in Wien verloren haben!

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Die Macht der Liebe

Das verborgene Paradies
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Borgo San Michele, ein Alpendorf. Anfang des 17 Jahrhunderts verbinden sich hier auf schicksalshafte Weise die Leben von dem jungen Daniele di Barco, der nach dem Tod seiner Mutter vom Vater verstoßen ...

Borgo San Michele, ein Alpendorf. Anfang des 17 Jahrhunderts verbinden sich hier auf schicksalshafte Weise die Leben von dem jungen Daniele di Barco, der nach dem Tod seiner Mutter vom Vater verstoßen und ins Kloster geschickt wird, und Susanna Berna, die Tochter einer Hure, welche unter dramatischen Umständen das Licht der Welt erblickt.

Beide wachsen im Kloster auf und kommen so in den Genuss von weltlicher Bildung, was zu dieser Zeit definitiv noch nicht selbstverständlich war, und schon garnicht für Frauen. Und somit sind auch die Probleme vorprogrammiert, die die beiden immer wieder in ihrem Leben begleiten werden. Bis sie sich aus den Augen verlieren.

Es ist das Jahr 1633, und die Inquisition verfolgt gnadenlos jeden, der die kirchliche Lehre anzweifelt und missachtet. Und so wird Susanna wegen Hexerei und des Mordes an ihrem Ehemann und der Haushälterin, angeklagt. Der Hexenprozess beginnt und der Inquisitor glaubt sich am Ziel, Susanna endlich vernichten zu können, um sich so von seinen abnormen körperlichen Begierden wegen ihr zu befreien. Bei diesem Vorhaben wird er von seinem eifersüchtigen Handlanger Paolo unterstützt, der sich an seinem Ziel sehnt, wenn nur endlich Susanna aus dem Weg geräumt ist.

Jedoch haben die beiden nicht mit Daniele gerechnet. Er glaubt fest daran, dass Susanna keine Mörderin ist.

Der Autor Luca Di Fulvio erzählt in seinem Roman „Das verborgene Paradies“, ein Epos, in dem Tradition und Aberglaube mit Fortschritt und Visionen von einer besseren Welt ringen. Er verknüpft historische Ereignisse mit spannenden Details über die Hexenprozesse im 17. Jahrhundert, geschickt und spannend mit der fiktiven Handlung um die beiden Protagonisten.

Anfangs hatte ich doch ein wenig Schwierigkeiten so richtig in die Geschichte zu finden, doch nach und nach wurden die Zusammenhänge durch die wechselnden Zeitschienen und unterschiedlichen Perspektiven der beiden Protagonisten und auch einigen anderen Personen klarer und die Geschichte hat mich einfach nicht mehr losgelassen.

Und wenn man auch hier die Anspielung auf Galilei als Metapher sieht, was die Liebe und der Glauben der beiden alles bewegen kann, habe ich doch gern verfolgt, wie die Menschen um Sara und Daniele plötzlich anfangen gehen die Allmacht Kirche zu wehren und ihr Tun in Frage zu stellen.

Auch wenn die Zeit nicht unbedingt meine ist, über die ich sonst gern lese, hat mich dieses Buch begeistert. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gern historische Geschichte lesen, mit der gewissen Spannung eines fesselndes Krimis!

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Die Kunst des Eismachens

Bella Famiglia
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Sofia, die als Erzieherin in einem Kinderheim arbeitet, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und träumt von der großen Liebe. Einmal in der Woche gönnt sie sich ein Erdbeereis. Und das am liebsten im ...

Sofia, die als Erzieherin in einem Kinderheim arbeitet, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und träumt von der großen Liebe. Einmal in der Woche gönnt sie sich ein Erdbeereis. Und das am liebsten im Eissalon „Bella Italia“ allein unter der knorrigen Kastanie. Doch eines Tages kommt sie doch mit dem Besitzer des Eissalons ins Gespräch.

Lorenzo, der aus dem Val di Zoldo, mitten in den Dolomiten stammt, serviert hier in München für jeweils sechs Monate im Jahr köstliche Eiskreationen. Immer im Winter kehrt er dann zurück in seine Heimat.

Beide sind sehr ruhig und zurückhaltend, dennoch spüren sie eine ganz besondere Verbindung zueinander. Da Sofia einmal Venedig sehen möchte, lädt Lorenzo sie ein, sie im Herbst mit nach Italien zu nehmen.

Dort lernt Sofia Lorenzos Geschichte und die Geschichte seiner Familie kennen und beginnt auch zu verstehen, warum er manchmal so mürrisch und verschlossen ist. Die Rahmenhandlung im Jahre 1966 wird durch die Geschehnisse von etwa 1900, über zwei Weltkriege, bis 1963 erzählt.

Der Autor erzählt auf wunderbar bildhafte, eindrucksvolle und berührende Weise von der italienischen Familie Battaglia, die sich aus finanzieller Not heraus entscheidet ihr Glück fern der Heimat in Österreich zu versuchen. Doch die Geschichte macht nicht nur Trauer und Leid sichtbar, sie feiert auch die Liebe, das Leben und die Kunst des Eismachens. Und so kommt es, dass das Speiseeis erfunden wird und seinen Weg in die Welt findet. Auch wenn auf diesem Weg die Familie Battaglia viele Schicksalsschläge treffen, lassen sie sich davon nicht unterkriegen. Und so führt sie ihr Weg doch auch immer wieder zurück in die Heimat.

Viel Historisches fließt wie selbstverständlich und nebenbei mit in die Geschichte, ohne das man Gefühl bekommt belehrt zu werden. Dass am Ende der Zufall vielleicht ein bisschen zu gestellt wirkt, tut dem Ganzen keinen Abbruch.

Die Charaktere sind vielschichtig und lebensecht gezeichnet und ich habe ihre Schicksale gespannt verfolgt.

Unterhaltsame Stunden beim Lesen und interessantes über die Geschichte der Eisherstellung, gepaart mit sehr persönlichen Schicksalen, die zu Herzen rühren – Lasst es Euch nicht entgehen. Definitiv eine absolute Leseempfehlung!









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Veröffentlicht am 15.09.2024

Durch Höhen und Tiefen

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Das Buch beginnt zunächst mit einem Neuanfang. Erin kündigt ihren ungeliebten Job. Doch schnell merkt sie, wie sehr sie die aktuelle Situation frustriert und sie ihre Trauer um ihre verstorbene beste Freundin ...

Das Buch beginnt zunächst mit einem Neuanfang. Erin kündigt ihren ungeliebten Job. Doch schnell merkt sie, wie sehr sie die aktuelle Situation frustriert und sie ihre Trauer um ihre verstorbene beste Freundin gefangen hält.

So richtig weiß sie aber keines der Probleme zu lösen. Mit der Kündigung hat sie schon mal den ersten Schritt getan, aber einen neuen Plan für ihre Zukunft hat sie noch nicht. Obwohl Bonnie sie vor ihrem Tod aufgefordert hat, all ihre Träume wahr werden zu lassen, muss sie sich erst einmal wieder in Erinnerung rufen, was ihre Träume überhaupt sind.

Als Erin dann versucht, ihr Leben auszumisten, landet auch aus Versehen ihr allerliebstes Buch in einem öffentlichen Bücherschrank in London. In diesem Buch steckt das letzte Geschenk ihrer besten Freundin.

Zum Glück findet Erin das Buch wieder, aber beim Durchblättern entdeckt sie, dass jemand auf ihre Notizen im Buch geantwortet hat. Der geheimnisvolle Fremde lädt sie ein, sich in einem weiteren Roman in den Randnotizen auszutauschen, und bald haben sie regen Austausch miteinander – über Bücher.

Wenn sie doch nur wüsste, wie nah ihr „Mystery Man“ wirklich ist...

Während ihr nicht klar ist, wem sie sich dort anvertraut, erfährt man es als Leser sehr schnell. James war in der Schulzeit gut mit Erin und Bonnie befreundet und die drei unzertrennlich, bis er einen für Erin unverzeihlichen Fehler gemacht und seither nicht mehr mit ihr gesprochen hat.

Als ich „Wir treffen uns im nächsten Kapitel“ von Tessa Bickers zum ersten Mal entdeckt habe, wusste ich gleich, dass muss ich lesen. Der Klappentext hat mich auf Anhieb fasziniert.

Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Erin und James geschrieben, sodass man als Leser beide Protagonisten und ihre Sichtweisen kennen lernen kann. Zu Anfang hat mich ein wenig irritiert, dass der Zeitablauf nicht ganz gerade ist. Obwohl man immer zwischen den beiden Hauptfiguren wechselt, gibt es einige Kapitel, in denen bei der einen Person etwas bereits passiert ist, man bei der anderen aber wieder einige Zeit vorher einsetzt.

Der Roman erzählt jedoch nicht nur eine klassische romantische Geschichte, nein er erzählt auch von den Herausforderungen des Lebens und wie wichtig auch Vergebung ist.

Der zentrale Kern der Geschichte ist es, wie Erin und James den Mut finden ihr komplettes Leben auf den Kopf zu stellen und mit der Unterstützung von Familie und Freunden durch alle Höhen und Tiefen zurück zu sich selbst und zu ihren Träumen finden.

Diese Geschichte bringt also auch einige ernste Komponenten mit, was sie jedoch nicht nur schwermütig und deprimierend erscheinen lässt. Nein, vielmehr wirkt er ehrlich, authentisch und aufbauend.

Fazit:
Das Buch ist nicht nur ein Liebesroman, sondern ein Appell dafür, sein Leben so zu leben, wie es einen glücklich macht! Ich habe mit Erin und James gelitten und gelacht und sie gern auf ihrem Weg begleitet. Aber ich frag mich, ob die Geschichte nicht sogar ohne die romantische Komponente besser funktioniert hätte. Auch wenn die beiden Protagonisten ihren Weg gefunden zu haben scheinen, bleiben doch viele Fragen noch ungeklärt.

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