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Claudia86

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2024

Nicht nur die kleine Schwester von Sisi

Sophie Charlotte
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Da ich mich nun schon seit vielen Jahren mit den Habsburgern beschäftige, war auch schon immer Sisis kleine Schwester, Sophie Charlotte und ihre Geschichte ziemlich präsent für mich.

Zunächst einmal möchte ...

Da ich mich nun schon seit vielen Jahren mit den Habsburgern beschäftige, war auch schon immer Sisis kleine Schwester, Sophie Charlotte und ihre Geschichte ziemlich präsent für mich.

Zunächst einmal möchte ich ein Kompliment an den Autor richten. Ihm ist es durch seine Recherchen gelungen mehr Licht in das Leben dieser faszinierenden Frau zu bringen, die meistens nur als die Schwester von... oder die Verlobte von... genannt wird. Da aber anscheinend die Recherchen des Autors auch nur wenige Belege zu Tage gefördert haben, welche von Sophie persönlich stammen, bekommt man an vielen Stellen eher den Eindruck, dass ihr Leben von außen beobachtet wurde.

Aber all diese Informationen verpackt er in einen unterhaltsamen Ton, sodass man das Buch am liebsten nicht aus der Hand legen möchte. Auch tragen die kurzweiligen Kapitel zu viel Lesevergnügen bei.

Zwischen den Seiten lernt man die Herzogin von Alencon kennen und verstehen. Und man bekommt doch den Eindruck, dass sie sich ähnlich wie ihre berühmte Schwester in ihrem Leben eingesperrt fühlt. Sie scheint in Ihrem Denken und Handeln ihrer Zeit weit voraus. Man spürt immer wieder die Sehnsucht, wie gern sie ein selbstbestimmtes Leben führen würde.

Wunderbar ergänzt wird das Buch durch das Bildmaterial, das dem Leser ein sehr gutes Bild über Sophie, ihre Wegbegleiter und das Leben ihrer Zeit verschafft.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Eine Geschichte die zu Herzen geht

Das kleine Hotel am Gardasee
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Eigentlich könnte Lilith nicht glücklicher sein, als sie mit ihrer großen Liebe Adan in die erste gemeinsame Wohnung zieht, die Beförderung zur Hotelmanagerin folgt und Adan ihr auch noch einen Heiratsantrag ...

Eigentlich könnte Lilith nicht glücklicher sein, als sie mit ihrer großen Liebe Adan in die erste gemeinsame Wohnung zieht, die Beförderung zur Hotelmanagerin folgt und Adan ihr auch noch einen Heiratsantrag macht.

Alles scheint perfekt, bis sich ihr Leben auf einen Schlag ändert, als Adan bei einem Autounfall ums Leben kommt. Nun bestimmen Trauer und Panikattacken ihr Leben und sie findet keinen Ausweg. Sie flüchtet in das kleine Hotel am Gardasee, das sie von ihrer Nonna geerbt hat und seither nicht mehr genutzt wird. Dort fühlt Lilith sich, auch dank ihrer Freunde aus Kindertagen, schnell wieder wie Zuhause und kann ihre Schmerzen vergessen. Doch die Panikattacken finden kein Ende.

Im Kreis ihrer Freunde lernt sie den attraktiven Surflehrer Matteo kennen. Als sie anfängt, Gefühle für ihn zu entwickeln, plagt sie jedoch auch das schlechte Gewissen. Darf sie sich überhaupt so fühlen oder betrügt sie damit nicht Adan?

Den Schreibstil der Autorin kann ich wirklich als sehr angenehm beschreiben. Sie entführt einen ganz schnell an den Gardasee, als Lilith aus ihrem traurigen Umfeld in Rom ausbricht. Und genauso wie der Wunsch in Lilith wächst, das Hotel ihrer Nonna wieder zu eröffnen, kann man als Leser nur Lust auf Urlaub bekommen. Ich wollte sofort meinen Koffer packen und zu einem Urlaub in „Lilis“ kleines Hotel aufbrechen.

Ich habe mit Lilith gelacht, gelitten und geweint. Es war ein Auf und Ab der Gefühle. Aber im Kreis ihrer Freunde ist sie langsam wieder aufgeblüht, auch als sie gemerkt hat, dass sie mit ihnen über ihre Probleme und Sorgen sprechen kann. Und Matteo hatte sofort mein Herz erobert und ich hoffte, dass er und Lili zusammenfinden, wo die beiden doch ein ähnliches Schicksal verbindet. Und das Knistern zwischen den beiden konnte man ab dem ersten Moment spüren.

Mit "Das kleine Hotel am Gardasee" von Mirjam Schweigkofler dem ersten Band der "Verliebt am Gardasee" Reihe habe ich einen ereignisreichen Trip an den Gardasee begonnen, der nicht immer nur einen auf „heile Welt“ macht. In dem Buch werden wichtige Themen angesprochen und gut eingebunden in eine wunderschöne Geschichte. Die Autorin erzählt eine Geschichte, die jedem so auch jeden Tag passieren könnte. Und sie zeigt ganz klar auf, dass man nicht vergessen sollte, dass man nicht allein ist. Ein Hoch auf die Freundschaft!

Auch das Cover sei unbedingt noch erwähnt. Es verbreitete sofort Urlaubsfeeling und mich hat gleich das Fernweh gepackt. Der Autorin ist es wunderbar gelungen, die Umgebung am Gardasee zu beschreiben, wodurch man sich schnell auch mal aus dem Alltag wegträumen kann. Wer schon mal am "Lago" war, wird verstehen, was ich meine...

Mit "Das kleine Hotel am Gardasee" ist Mirjam Schweigkofler ein schöner Roman gelungen, der im traumhaften Setting am Gardasee nicht nur die schönen Seiten des Lebens thematisiert. Sie hat für mich eine Geschichte geschaffen, in der man mit den Protagonisten lieben und lachen und weinen kann, also ein Gesamtpaket, das zum Lesen perfekt, nicht nur für den Urlaub am Gardasee geeignet ist. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung!



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Veröffentlicht am 10.08.2024

Geheimnisse zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Das geheime Spiel
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Als Grace den Brief von Ursula, einer jungen Filmproduzentin, erhält, fängt sie an, auf ihr Leben zurückzuschauen.

Grace heuerte als junges Mädchen im Alter von 14 Jahren, wie einst ihre Mutter, als Dienstmädchen ...

Als Grace den Brief von Ursula, einer jungen Filmproduzentin, erhält, fängt sie an, auf ihr Leben zurückzuschauen.

Grace heuerte als junges Mädchen im Alter von 14 Jahren, wie einst ihre Mutter, als Dienstmädchen auf dem Anwesen Riverton Manor an. Schnell findet sie sich in die „Familie“ der Dienstboten und ihre Pflichten im Haus ein. Als sie eines Tages die fast gleichaltrigen Enkelkinder der Herrschaften, David, Hannah und Emmeline kennenlernt, scheint sich ihr Leben zu verändern. Wie sehr wünschte sie sich doch, eine von ihnen sein zu können.

Gemeinsam mit Grace reisen wir in der Zeit fast 75 Jahre zurück in das herrschaftliche Anwesen und erleben die Konventionen und gesellschaftliche Ordnung des aufstrebenden zwanzigsten Jahrhunderts. Man erlebt die Jahre des Krieges, und wie diese Zeit das Leben auf Riverton Manor verändert. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf, genau genommen eigentlich schon, als David seinen College-Freund Robbie Hunter mitbringt, der den ganzen Winter mit ihnen auf dem Anwesen verbringen soll. Emmeline und Hannah sind zunächst nicht sonderlich begeistert davon, dass sie die Aufmerksamkeit ihres Bruders teilen müssen.

Doch über die Jahre ändert sich vieles, der Krieg verändert vieles. Der älteste Sohn der Hartfords, David, fällt im Krieg. Und dies verändert auch seine Schwestern. Hannah heiratet gegen den Willen ihres Vaters den Bankierssohn Teddy und hofft auf ihre Freiheit. Und Emmeline sucht ihre Freiheit auf ihre ganz eigene Weise.

Und dann steht Robbie plötzlich wieder vor ihnen, ganze 10 Jahre später und möchte ein Versprechen einlösen, dass er einst seinem besten Freund vor seinem Tod gab... Ein Wiedersehen, das alles verändern wird!

Am Ende der Geschichte steht dann die Auflösung eines gewaltigen Geheimnisses, mit dem Grace endlich abschließen möchte. Doch kann sie ihren Frieden finden...?

Ich habe bereits mehrere andere Romane der Autorin gelesen. Aber ich muss gestehen, dass ich mich am Anfang, als ich etwa 700 Seiten vor mir hatte, etwas schwer getan habe. Die Schreibweise der Autorin gefiel mir auch in dieser Geschichte, jedoch wusste ich anfangs nicht so recht, wie ich die Geschichte und die Figuren einordnen konnte. Doch dann nahm die Geschichte plötzlich Fahrt auf und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Kate Morton hat wieder einen wunderbaren Roman geschaffen, der so viele spannende Facetten in Vergangenheit und Gegenwart unterhaltsam vereint und definitiv nicht berechenbar ist. Und noch dazu lässt sie viel Spielraum für die Fantasie und die Interpretation des Lesers. Die Geschichte bekommt von mir das Prädikat, absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Zwischen Krimi und Komödie

Die Farbe der Sterne
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Als Leo Sailer von seinem Vater das marode Grand Hotel am Kochelsee erbt, steht er vor der Frage, was er nun tun soll. Eigentlich will er das Traditionshaus, das sein Urgroßvater gebaut hat, unter allen ...

Als Leo Sailer von seinem Vater das marode Grand Hotel am Kochelsee erbt, steht er vor der Frage, was er nun tun soll. Eigentlich will er das Traditionshaus, das sein Urgroßvater gebaut hat, unter allen Umständen retten. Ganz im Gegensatz zu der jungen Managerin Julia Dehne, die Leos Vater noch kurz vor seinem Tod eingestellt hatte. Leos Vater Johannes wollte das Hotel verkaufen, um dem Sohn diese Bürde zu nehmen und hatte Julia angestellt, die dafür sorgen sollte, die Finanzen zu ordnen.

Als ein verschollenes Meisterwerk von Kandinsky auftaucht, scheint das die Rettung für Leo und das Hotel zu sein. Aber damit gehen die Probleme erst richtig los, denn Leo und Julia geraten in einen Strudel von emotionalen, kriminellen und komödiantischen Verwicklungen, in die Immobilienhaie, Klein- und Groß-Kriminelle, eine hoffnungslos überforderte Polizei sowie ein intellektueller Marder entscheidend eingreifen … „Die Farbe der Sterne“ ist ein Mix aus Krimi, romantischer Liebesgeschichte und Komödie, der Spannung und Humor sehr gut kombiniert.

Die Story ist sehr schnell erzählt und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten. Die Geschichte verbindet unterhaltsame Charaktere in einer nicht alltäglichen Geschichte. Die Hauptfigur Leo zum Beispiel ist ein Heißluftballondesigner, mit Höhenangst. Oder man erhält Tipps, was man alles im Haushalt mit Gin machen kann. Und das homosexuelle Gangsterpärchen verwendet Helium, um ihre Stimmen zu verstellen.

Wer einen klassischen Krimi erwartet, mit Verbrechen, Ermittlungen und dem Sieg der Gerechtigkeit, sollte die Hände von diesem Buch lassen. Vielmehr ist es eine Geschichte um ein verhindertes Verbrechen mit vielen unerwarteten Wendungen. Die Geschichte gipfelt in einer wilden Verfolgungsjagd und endet in meinen Augen absolut passend und wie das ganze Buch mit Augenzwinkern und Humor.

Der Roman ist witzig und unterhaltsam, und stellenweise auch sehr makaber. So bekommt man Einblicke in das Seelenleben des Marders Giacomo, der der Handlung gerne eine unerwartete neue Richtung gibt. Oder man wird Zeuge wie Margarethe, Leos Tante, mit allen Mitteln versucht, den unwilligen Farkas in ihr Bett zu bekommen. Mich hat es amüsiert, wie sich aus augenscheinlich kleinen Geschichten immer wieder neue Katastrophen entwickelt haben. Das Buch hat mir viel Spaß gemacht und ich würde gern mehr davon lesen...

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Veröffentlicht am 03.08.2024

Wie das Schicksal spielt...

Die Blütenfreundinnen
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Es handelt sich um den Auftakt einer Reihe über vier Single-Frauen im Alter zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig.

Kristin ist Innenarchitektin. Ihr Mann Holger, von dem sie seit Jahren getrennt ist, ...


Es handelt sich um den Auftakt einer Reihe über vier Single-Frauen im Alter zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig.

Kristin ist Innenarchitektin. Ihr Mann Holger, von dem sie seit Jahren getrennt ist, hat ihr einen Auftrag in München vermittelt. In letzter Zeit glaubt sie, mittlerweile zum alten Eisen zu gehören und nicht mehr gegen die junge Konkurrenz bestehen zu können.

Lena ist Apothekerin und Mutter eines erwachsenen Sohnes. Über eine Dating-Plattform hat sie Benno kennengelernt. In München will sie ihn persönlich kennenlernen.

Nicole ist seit zwei Jahren Witwe, ihre Tochter wohnt mit Mann und den beiden Kindern im Dachgeschoss ihres Hauses. Nicole kümmert sich regelmäßig um ihre beiden Enkel, was jedoch als selbstverständlich hingenommen und ihr nicht gedankt wird. Sie besucht in München einen Kochkurs.

Und wie das Schicksal so spielt, streikt die Bahn und die Frauen suchen nach einer Möglichkeit, wie sie zurück nach Hause kommen. So werden die drei zu einer Zweckgemeinschaft und leihen sich zusammen das letzte noch verfügbare Fahrzeug.

Schnell merken die drei, dass sie gar nicht so weit voneinander entfernt wohnen und weil sie sich so gut verstehen, beschließen sie, dass sie sich wiedersehen wollen. Sie verabreden sich zu einem gemeinsamen Kochabend. Und hier stößt auch Antonia, genannt Toni, Nicoles Schwägerin, zu der Truppe.

Toni hat ihren Lebensgefährten beim Seitensprung erwischt und erfährt fast zeitgleich von seinem Lottogewinn. Sie sorgt dafür, dass das Geld auf ihr Konto überwiesen wird, und das ganz ohne schlechtes Gewissen, denn schließlich hat er das Lotterielos von ihrem Geld gekauft.

Fazit: Ich habe mich für das Buch entschieden, weil mir der Titel, das Cover und der Klappentext gefallen haben. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es sich um eine Reihe handelt, die um vier Freundinnen handelt, die in der „Blüte ihres Lebens" stehen. Und so erschließt sich für mich auch im übertragenen Sinne der Titel der Reihe.

Der Roman war für mich das erste Buch von Ellen Martin und ihr Schreibstil hat mich überzeugt. Man kommt in der Geschichte sehr schnell voran und lernt auch die vier Protagonistinnen auf angenehme Weise kennen. So unterschiedlich die vier Frauen auch sind, so bekommt man schnell das Gefühl, dass sich hier eine besondere Freundschaft entwickelt.

In den Kapiteln steht abwechselnd jeweils eine der vier Frauen im Mittelpunkt. Auch wenn ich Toni am wenigsten sympathisch fand, fand ich ihre Geschichte am interessantesten. Wir erleben sie in ihrem Alltag als Altenpflegerin, wo sie viel Herz zeigt und sich rührend um den neuen Heimbewohner Herrn Gruber kümmert, der gegen seinen Willen ins Heim verfrachtet wurde.

Die Kapitel sind recht kurz gehalten und man lernt schnell die vier Frauen und ihre unterschiedlichen Geschichten kennen. Anzumerken ist jedoch, dass man gerade zum Anfang durch die vielen verschiedenen Namen leicht den Überblick verlieren kann.

Man lernt die Frauen und ihre Leben in den 280 Seiten des Buches nur sehr oberflächlich kennen, jedoch würde ich mir wünschen, dass die Geschichte in den folgenden Bändern noch mehr Tiefe gewinnt.

Grundsätzlich ist das Buch nicht schlecht, es ist kurzweilig und unterhaltsam. Sehr gemocht hab ich auch die humorvollen Momente zwischen den Frauen oder auch mit Herrn Gruber. Den alten Herren hab ich sofort in mein Herz geschlossen.


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