Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2026

Ein wunderbarer Reihenauftakt!

Nelly Emberwing (1). Die verbotenen Wesen von Rustgate
0

Im viktorianischen England gibt es eine Stadt namens Rustgate, durch die sich ein langer Riss zieh. Vor vielen Jahren brachen daraus magische Tierwesen hervor, doch mittlerweile ist der Riss zugeschüttet ...

Im viktorianischen England gibt es eine Stadt namens Rustgate, durch die sich ein langer Riss zieh. Vor vielen Jahren brachen daraus magische Tierwesen hervor, doch mittlerweile ist der Riss zugeschüttet und wird streng bewacht. Die seltsamen Kreaturen aber sind geblieben und werden erbittert von den Menschen gejagt. Die 14-jährige Nelly lebt in dieser Stadt. Aufgewachsen ist sie in einem Waisenhaus und nachdem sie jahrelang niemand adoptieren wollte, wird sie schließlich von einer reichen Adelsfamilie als Dienstmädchen eingestellt. Die Arbeit ist hart, doch Nelly ist trotz allem froh darüber, dass sie dem Heim endlich entkommen ist. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie unerwartet als Zofe einspringen muss und ihre Herrin in den Sternenzirkus begleiten soll. Nelly ist ganz fasziniert von diesem Ort, allerdings wird sie dieser Besuch ihre Stellung kosten. Sie flüchtet in den Sternenzirkus, wo sie neue Arbeit findet und sich schnell richtig heimisch fühlt. Als eines Tages ein kleines drachenähnliches Wesen aus einem Ei schlüpft, ist es sofort um Nelly geschehen. Das kleine Kerlchen namens Camou schleicht sich sofort in ihr Herz. Ihre Freude könnte daher größer kaum sein, als sie damit betraut wird, Camou zu trainieren. Doch mit der Zeit erkennt Nelly, was wirklich hinter dem Zirkus steckt. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden gelingt ihr die Flucht, mit dem Ziel, den kleinen Camou dorthin zu bringen, wo er wirklich hingehört und endlich richtig frei sein kann.

Ich liebe die Bücher von Kira Gembri, mich hat noch kein Werk aus ihrer Feder enttäuschen können. Meine Erwartungen an ihre Fantasy-Reihe waren entsprechend hoch und was soll ich sagen, sie wurden komplett erfüllt! Schon das Cover, das uns der Tobias Goldschalt gezaubert hat, begeistert auf ersten Blick und dahinter geht es ganz genauso weiter.

Kira Gembri hat hier zauberhafte Welt erschaffen, eine faszinierende Mischung aus Fantasy und Viktorianisches Zeitalter mit Steampunk-Einschlag. Von Beginn an ist man ganz gebannt von der Kulisse und hat die Stadt Rustgate richtig vor Augen. Man riecht den Qualm der Fabrikschlote regelrecht, hört das Geklapper der Fuhrwerke und hat den besonderen Zirkusduft in der Nase. Die Stimmung ist durchweg absolut magisch und verströmt einen märchenhaft-düsteren Charme. Bereits auf den ersten Seiten wird deutlich, dass unsere 14-jährige Hauptfigur und Ich-Erzählerin Nelly kein leichtes Leben führt und schon einiges durchmachen musste. Ernste Themen wie soziale Ungleichheit, Ausgrenzung, Ausbeutung und Tierquälerei haben hier ihren Platz gefunden, gekonnt verpackt in einem fantastischen Abenteuer, das auch voller Freundschaft, Mut und Zusammenhalt steckt. Es macht einfach total viel Spaß, in diese Geschichte einzutauchen und unsere junge Heldin auf ihrem Weg zu begleiten. Nelly ist eine tolle Protagonistin – mutig, tapfer und empathisch. Man muss sie einfach gernhaben, fühlt und fiebert mit ihr mit und mag/kann mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Die Handlung ist durchweg spannend, stellenweise auch ziemlich witzig und überzeugt mit lauter liebevoll gezeichneten Charakteren, die man so schnell nicht vergisst. Vor allem das kleine knuffige Drachenwesen Camou ist ein Highlight, einfach zum Verlieben!

Die wunderschönen stimmungsvollen schwarz-weiß Zeichnungen von Tobias Goldschalt sind das Sahnehäubchen obendrauf und runden das Leseerlebnis perfekt ab. Am Ende würde man am liebsten sofort weiterlesen, allerdings heißt es da leider noch ein Weilchen warten. Denn der zweite Band wird voraussichtlich erst im Herbst 2026 erscheinen.

Fazit: Einen wunderbaren Reihenauftakt hat die Kira Gembri hier zur Papier zur Papier gebracht. „Nelly Emberwing. Die verbotenen Wesen von Rustgate“ ist eine fesselnde und unterhaltsame Geschichte ab 10 Jahren über eine starke Heldin und die Kraft der Freundschaft. Ein fantastisches Abenteuer voller Magie und Herz. Wenn ihr historische Fantasy mit leichtem Steampunk-Flair mögt, solltet ihr an diesem Buch nicht vorbeigehen. Ich jedenfalls bin begeistert und kann den zweiten Teil kaum erwarten. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2025

So zauberhaft!

Kleine Hexe Nebel 3: Die Quelle der Geheimnisse
0

Nebel ist immer noch auf der Suche nach der einstigen Dorfhexe Naia, von der sie sich Antworten über das Rätsel ihrer Herkunft erhofft. Doch Naia ist wie vom Erdboden verschluckt und hat kaum Spuren hinterlassen. ...

Nebel ist immer noch auf der Suche nach der einstigen Dorfhexe Naia, von der sie sich Antworten über das Rätsel ihrer Herkunft erhofft. Doch Naia ist wie vom Erdboden verschluckt und hat kaum Spuren hinterlassen. Aufgeben kommt für Nebel aber auf keinen Fall infrage. Als sie schließlich den entscheidenden Hinweis findet, macht sie sich sofort auf den Weg in den verbotenen Wald, begleitet von ihrem besten Freund Hugo und ihrem kleinen cleveren Schweinchen Hubert. Eine abenteuerliche und gefährliche Reise beginnt. Die Drei treffen auf hinterhältige Feen, bekommen es mit eisigen Temperaturen zu tun und müssen sich am Ende einer uralten Macht stellen. Ob sie Naia wohl finden und das Geheimnis um die kleine Hexe Nebel lüften werden?

Hierbei handelt es sich um den dritten Teil von „Kleine Hexe Nebel“, der direkt an die vorangegangenen Ereignisse anknüpft. Es empfiehlt sich daher, die zwei Vorgänger zu kennen.
Nachdem mir die ersten beiden Bände so viel Freude bereitet haben, konnte ich das nächste Abenteuer kaum erwarten und hach, was soll ich sagen, ich bin mal wieder ganz hin und weg! Schon das Cover ist wieder zum Verlieben und genauso ist auch die Geschichte dahinter.

Jérôme Pélissier und Carine Hinder haben hier einen weiteren entzückenden Hexencomic geschaffen, der Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Mit viel Liebe zum Detail entführt uns das Duo zurück in die magische Welt der kleinen Hexe Nebel. Bereits die ersten Seiten ziehen einen in den Bann und zaubern garantiert jedem ein Lächeln ins Gesicht. Nebel ist und bleibt eine bezaubernde Protagonistin, die man mit ihrer wunderbar kecken und dickköpfigen Art und ihrem unerschütterlichen Selbstbewusstsein einfach gernhaben muss. Mutig und entschlossen geht sie ihren Weg und zeigt uns, dass es sich lohnt, an sich selbst und seine Träume zu glauben und es nichts Wertvolleres im Leben gibt, als gute Freund*innen, auf die man sich immer verlassen kann. Es ist einfach wieder ein großer Spaß, diese kleine Möchtegernhexe und ihre zwei besten Freunde Hugo und Hubert auf ihrer Mission zu begleiten. Dass ihr treues kluges Schweinchen ihr dabei erneut ziemlich oft heimlich aus der Patsche hilft, merken sie und Hugo mal wieder gar nicht, was einen ständig zum Schmunzeln bringt. Langweilig wird auch diesmal zu keiner Zeit. Die Handlung sprüht nur so vor Situationskomik, Humor und Charme und hält einige Überraschungen bereit. Vor allem die Auflösung kommt ziemlich unerwartet daher, ich zumindest habe sie nicht vorhersehen können. Mehr dazu wird an dieser Stelle aber natürlich nicht verraten – was Nebels großes Geheimnis ist, müsst ihr schon selbst herausfinden.

Auch optisch ist dieser Band ein echtes Highlight. Die bunten und atmosphärischen Illustrationen des französischen Künstlerpaars sind einfach wieder herrlich anzusehen und so ausdrucksstark gezeichnet, dass Worte oft gar nicht vonnöten sind. Insgesamt ist der Text recht gering gehalten, sodass diese Reihe ideal zum Selberlesen für Kinder ab 8 Jahren geeignet ist.

Hinten im Buch gibt es dann noch ein paar interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte von Nebel, die einem diese Reihe nur noch sympathischer machen. Wie gut, dass mit diesem Band noch nicht Schluss ist. Eigentlich war ich ja davon ausgegangen, dass es sich bei dieser Reihe um eine Trilogie handelt, allerdings habe ich vorhin zu meiner großen Begeisterung entdeckt, dass es im Französischen bereits einen vierten Teil gibt. Hoffentlich wird auch dieser noch ins Deutsche übersetzt!

Fazit: Einen wundervollen dritten Band haben uns Jérôme Pélissier und Carine Hinder hier gezaubert. Auch „Kleine Hexe Nebel – Quelle der Geheimnisse“ ist ein zuckersüßer Wohlfühlcomic ab 8 Jahren mit lustigen Dialogen und liebenswerten Charakteren, die das Leserherz im Sturm eroberen. Spannend, überraschend, so schön illustriert und voller Fantasie und Herz. Ich habe auch diesen Band mit dem größten Vergnügen gelesen, ich liebe diese Reihe einfach. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2025

Ein weiterer schöner Folgeband!

Kikis kleiner Lieferservice 5
0

Sechs Jahre sind vergangen, seit sich Kiki mit ihrem Kater Jiji in der Hafenstadt Koriko niedergelassen hat. Inzwischen ist sie 19 Jahre alt und um viele neue Freundschaften und Erkenntnisse reicher. Mit ...

Sechs Jahre sind vergangen, seit sich Kiki mit ihrem Kater Jiji in der Hafenstadt Koriko niedergelassen hat. Inzwischen ist sie 19 Jahre alt und um viele neue Freundschaften und Erkenntnisse reicher. Mit ihrem Lieferservice hat sie schon eine Menge Erfahrungen gesammelt und in dem Jungen Tombo ihre erste große Liebe gefunden. Doch auch für eine Hexe ist das Erwachsenwerden kein Kinderspiel. Während es in Jijis Liebesleben gerade wunderbar zu laufen scheint, fällt es Kiki schwer, Tombo – der immer noch in einer anderen Stadt lebt – ihre Gefühle richtig mitzuteilen. Als ihr Kater dann auch noch fortan nur noch in Katzensprache reden möchte und Kikis magische Kräfte immer schwächer werden, beginnt die junge Hexe immer mehr an sich zu zweifeln. Wie soll sie eine gute Lieferhexe sein, wenn sie noch nicht einmal mehr vernünftig fliegen kann? Ob Kiki ihre Magie und ihr Selbstvertrauen wohl zurückgewinnen wird?

Hierbei handelt es sich um den fünften Teil von „Kikis kleiner Lieferservice“, der dank kleiner Rückblicke auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Da die Bücher aber aufeinander aufbauen, empfiehlt es sich, die chronologische Reihenfolge einzuhalten oder zumindest den ersten Band zu kennen.
Ich mag die Geschichten rund um die junge Lieferhexe Kiki unheimlich gerne und konnte das Weiterlesen dementsprechend kaum erwarten. Schon das Cover mit seinen herbstlichen Wohlfühl-Vibes ist wieder ein echter Blickfang und auch die liebevollen schwarz-weiß Illustrationen von Yuta Onoda, die sich im Inneren befinden, sind wie gewohnt zauberhaft anzusehen (von denen dürfte es liebend gerne noch ein paar mehr geben). Die Geschichte konnte mich diesmal leider nicht komplett überzeugen, hat mir aber dennoch sehr viel Freude bereitet.

Ein weiteres Mal entführt uns Eiko Kadono zurück in die Welt ihrer jungen Halbhexe und präsentiert eine Fortsetzung, die den warmherzig-nostalgischen Zauber des Klassikers bewahrt, gleichzeitig aber auch ernster und erwachsener wirkt als die Vorgänger. Kikis Innenleben und ihre persönliche Entwicklung stehen erneut sehr im Vordergrund der Handlung. Ihre kleinen episodenhaften Alltagsabenteuer als Kurierhexe bleiben dabei ein wenig auf der Strecke, was zwar etwas schade ist, den Unterhaltungswert dieser Reihe aber kaum schmälert. Die Charaktere sind so liebreizend wie man sie kennt. Ob Kiki, Jiji, alte Bekannte oder neue Gesichter – man muss sie einfach alle gernhaben. Der Spannungsfaktor und magische Aspekt sind wie gewohnt recht dezent gehalten, genauso wie der romantische Part. Kiki und Tombo treffen am Ende zwar aufeinander, allerdings fällt ihr Wiedersehen recht kindlich aus – Romantiker kommen hier eher weniger auf ihre Kosten. Da es sich hierbei aber um eine Reihe für eine jüngere Leserschaft handelt, hat mich dieser Punkt nicht groß gestört. Etwas genervt hat mich jedoch, dass Kiki erneut ständig sich selbst und ihre magischen Fähigkeiten infrage stellt. Da ihre großen Selbstzweifel bereits in den vorherigen Bänden ständig thematisiert wurden, finde ich es mittlerweile ein bisschen ermüdend zu lesen, dass sich das Ganze immer wiederholt. Nichtsdestotrotz war es einfach wieder richtig schön, Kiki auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten. Auf den sechsten (und letzten) Band freue ich mich schon sehr, wobei es mich auch ziemlich wehmütig stimmt, dass es mit diesem dann leider Abschiednehmen heißt.

Fazit: Nachdenklich, emotional und ein bisschen magisch geht es mit Lieferhexe Kiki in die fünfte Runde. „Kiki und der ruhende Zauber“ ist eine kurzweilige und warmherzige Coming-of-Age-Geschichte über Selbstfindung, die erste Liebe und die Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Zuckersüße cozy Fantasy für Jung und Alt mit charmanten Charakteren zum Verlieben. Trotz meiner Kritikpunkte hat mir auch dieser Band sehr viel Spaß gemacht. Dem Finale blicke ich nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2025

Ein gelungener Folgeband!

Time Travellers - Pizza, Pasta und Probleme
0

Eigentlich wollten die Schülerinnen der 6G, ihr Lehrer Herr Rosenkranz und ihre Busfahrerin Frau Krachleder nach Hause reisen. Doch statt in Mainz zu landen, verschlägt es die Truppe mit ihrem silbernen ...

Eigentlich wollten die Schülerinnen der 6G, ihr Lehrer Herr Rosenkranz und ihre Busfahrerin Frau Krachleder nach Hause reisen. Doch statt in Mainz zu landen, verschlägt es die Truppe mit ihrem silbernen Kometen nach Italien. Alle sind sich schnell einig, dass ihr verpatzter Rücksprung eigentlich gar nicht so übel ist – auf Sizilien gibt es schließlich eine Menge Spannendes zu erleben. Gemeinsam besuchen sie das Amphitheater in Taormina, wo sie ein Gesangskonzert geben, sie bekommen einen neuen süßen, tierischen Begleiter und dann reisen sie auch noch versehentlich in die Vergangenheit, wo sie auf eine berühmte Persönlichkeit treffen. Die gefährlichen Chrononauts sind der Klasse jedoch immer noch dicht auf den Fersen sind und schrecken vor nichts zurück um hinter das Geheimnis ihrer Zeitreisen zu kommen.

Hierbei handelt es sich um den zweiten Band der „Time Travellers“ – Reihe, der direkt an den Vorgänger anknüpft. Vorkenntnisse sind daher durchaus von Vorteil.
Ich lese die Bücher von Stephanie Gessner immer unheimlich gerne und nachdem mir auch das erste Abenteuer der Time Travellers total viel Spaß gemacht hat, konnte ich Fortsetzung kaum erwarten. Schon das Cover, das uns die Simona Ceccarelli gezaubert hat, sieht wieder richtig toll aus und steigert die Vorfreude auf die Geschichte dahinter.

Nach Australien verschlägt es uns diesmal gemeinsam mit der 6G in das nicht minder sonnige Italien, genauer gesagt Sizilien. Bereits die ersten Seiten sorgen für Urlaubsfeeling und gute Laune und geben einem das Gefühl, selbst dabei zu sein. Man hat den Strand und das Amphitheater regelrecht vor Augen, spürt die warme Italiensonne auf der Haut und möchte mit dem Lesen am liebsten nicht mehr aufhören. Stephanie Gessner schreibt gewohnt locker-leicht und jugendlich, ohne übertrieben zu wirken. Die kurzen Kapitel lesen sich wie von sonst selbst und kommen nicht nur ziemlich abenteuerlich und witzig daher, sondern auch tiefgründig und lehrreich – und natürlich auch ein bisschen magisch. Man erfährt erneut einiges über das Land (Rom, zum Beispiel, die Antike oder Archimedes) und lernt die verschiedenen Charaktere im Verlauf noch besser kennen. Ob Giovanni, der nicht schwimmen kann; Mattis mit seiner Hochsensibilität; die Busfahrerin Frau Krachleder, die einen schweren Verlust zu verarbeiten hat – jeder von ihnen hat Tiefe, Ecken und Kanten. Die persönliche Entwicklung dieser bunt gemischten Truppe und das Klassengefüge ist wieder äußerst interessant mitzuverfolgen. Wie im echten Leben zicken sich die Schüler
innen immer mal wieder an oder wischen sich eins aus, doch wenn es drauf ankommt, halten sie fest zusammen und ergeben ein unschlagbares Team. Einziges kleines Manko ist wieder die Fülle an Personen, bei der man schnell mal die Übersicht verlieren kann. Das Gruppenbild auf den Vorsatzpapieren, welches die gesamte Klasse 6G mit Namen zeigt, kann da erneut sehr hilfreich sein.

Zwischendurch gibt es auch wieder ein paar Chatproktolle zu lesen, aus denen hervorgeht, dass der geheime Zirkel der Chrononauts der Klasse immer noch auf der Spur ist. Es wird wirklich zu keiner Zeit langweilig, aber irgendwie konnte mich dieser Band trotz allem nicht ganz so fesseln wie der erste. Irgendwie hat mir diesmal das gewisse Etwas gefehlt. Dem dritten Band fiebere ich aber dennoch schon ganz vorfreudig entgegen, der Cliffhanger am Ende macht definitiv Lust auf mehr! Zum Glück müssen wir uns gar nicht allzu lange darauf gedulden: Bereits im Januar wird es mit den Time Travellers in die dritte Runde gehen und zwar nach Südafrika. Was sie dort wohl erleben werden?

Fazit: Die Time Travellers sind zurück und auch ihr zweiter Trip mit dem silbernen Kometen ist ein großer Spaß für alle ab 10 Jahren! Ein spannendes, unterhaltsames und magisches Raum-Zeitreise-Abenteuer mit Fernweh-Garantie und Tiefgang. Auch wenn ich diesen Band ein kleines bisschen schwächer finde als den vorherigen, bin ich wieder begeistert und schon sehr gespannt auf die nächste Fortsetzung. Von mir gibt es sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.12.2025

Ein magisches Abenteuer voller Fantasie, Humor und Herz!

Winona und der Ruf der Wiccas
0

Für Winona bricht eine Welt zusammen, als ihre beste Freundin Lucy nach Hongkong zieht. Sie fühlt sich traurig und allein und ist sich sicher, dass sie niemals eine neue Freundin finden wird. In ihrer ...

Für Winona bricht eine Welt zusammen, als ihre beste Freundin Lucy nach Hongkong zieht. Sie fühlt sich traurig und allein und ist sich sicher, dass sie niemals eine neue Freundin finden wird. In ihrer Klasse ist sie eher eine Außenseiterin und muss sich ständig gehässige Bemerkungen über ihren ausgefallenen Kleidungsstil anhören. Und als wäre das nicht schon genug, muss sie die nächste Projektarbeit zusammen mit Grace, Lilly und Ophelia machen – drei Mädchen aus ihrer Klasse, mit denen sie sonst nie spricht. Doch kurz nach ihrem zwölften Geburtstag ändert sich ihr Leben schlagartig. Zuerst taucht ein sprechender schwarzer Vogel namens Ups auf und dann bekommt sie von einer merkwürdigen Frau ein geheimnisvolles Geschenk. Ehe sie es sich versieht, landet sie gemeinsam mit Grace, Lilly und Ophelia in Turmalin – einer fremden Welt, in der es ziemlich verrückt zugeht. Hier gibt es sprechende Tiere, flüsternde Blumen, düstere Wälder und fliegende Waschbären. Die Mädchen sind ganz fasziniert, erkennen aber auch sehr schnell, dass Turmalin ein unheimlicher und gefährlicher Ort ist. Was hat es mit den verlorenen Wiccas auf sich? Welche Ziele verfolgt die Herrscherin der Spiegelstadt? Und wie können die Vier nach Hause zurückkehren? Ein unglaubliches Abenteuer beginnt...

Ich liebe die Bücher von Mina Teichert, vor allem ihre Kinderromane lese ich immer unheimlich gerne. An ihrem neuen Buch „Winona und der Ruf der Wiccas“ konnte ich daher natürlich nicht vorbeigehen, schon allein das Cover (gestaltet von Marie Beschorner) hat mich direkt in den Bann gezogen - sieht es nicht toll aus? Die Story dahinter konnte mich leider nicht ganz so verzaubern wie erhofft, hat mir trotz allem aber viel Spaß gemacht.

Fans von „Alice im Wunderland“, „Der Zauberer von Oz“ oder „Coraline“ werden hier garantiert ganz auf ihre Kosten kommen. Die Welt, in die uns dieses Buch entführt, enthält einige Anspielungen auf große Klassiker und erinnert oft sehr an Alices kurioses Wunderland: Ziemlich verrückt, wunderbar magisch und voller Geheimnisse und Überraschungen. Ob riesige Pilze, ein sprechender schwarzer Vogel namens Ups (einer meiner persönlichen Highlights) oder eine übergroße Henne, die ihre Eier in einem Kinderwagen spazieren fährt – Mina Teichert feuert hier eine fantasievolle Idee nach der nächsten ab. Die Geschichte, die dabei herausgekommen ist, ist typisch Mina Teichert herrlich witzig-frech aber auch nachdenklich; wirkt zeitlos und modern zugleich und kommt trotz klassischer Elemente erfrischend anders daher. Mir persönlich war die Handlung bisweilen schon etwas zu überdreht und mit ein paar wenigen Charakteren bin ich nicht komplett warm geworden. Dies hat mein Lesevergnügen aber nur geringfügig geschmälert. Es macht einfach Spaß, Ich-Erzählerin Winona und ihre drei Klassenkameraden Lilly, Grace und Ophelia auf ihrer Reise nach Turmalin zu begleiten. Gemeinsam wachsen die Vier mutig über sich hinaus und zeigen uns, wie wichtig es ist, zu sich selbst zu stehen und dass es nichts Wertvolleres im Leben gibt als gute Freunde, die zu einem halten und einen so akzeptieren wie man ist.

Das Ende ist recht abgeschlossen, lässt aber genügend Spielraum für eine Fortsetzung. Soweit ich weiß, ist bisher noch kein zweiter Band angekündigt – lassen wir uns also überraschen!

Fazit:„Winona und der Ruf der Wiccas“ ist eine mitreißende und märchenhafte Geschichte ab 10 Jahren über die Macht der Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Vertrauen. Ein magisches Abenteuer voller Fantasie, Humor und Herz. Auch wenn ich mir ein bisschen mehr erhofft habe, kann ich Mina Teicherts neuen Kinderroman wärmstens empfehlen, vor allem Fans von „Alice im Wunderland“. Wer gerne in fantastische Welten eintaucht und starke Heldinnen mag, sollte sich dieses Buch unbedingt mal genauer anschauen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere