Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein weiterer rundum gelungener Band einer genialen Kinderkrimi-Reihe.

Rory Shy, der schüchterne Detektiv – Der geheimnisvolle Fall der Braut (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 8)
0

Jeder Mensch hat Geheimnisse. Sogar ein schüchterner Detektiv oder eine junge Mathilda Bond. Und Verbrecher haben natürlich erst recht etwas zu verbergen. Auch in ihrem achten Fall bekommen es Rory Shy ...

Jeder Mensch hat Geheimnisse. Sogar ein schüchterner Detektiv oder eine junge Mathilda Bond. Und Verbrecher haben natürlich erst recht etwas zu verbergen. Auch in ihrem achten Fall bekommen es Rory Shy und seine 13-jährige Assistentin mal wieder mit einer Menge Geheimnisse und Lügereien zu tun. In einem noblen Nostalgie-Hotel soll eine große Hochzeit stattfinden. Doch am Tag zuvor stürzt die Braut beim Sektempfang von einem Balkon. Zum Glück landet sie unverletzt im Wasser, allerdings kann sie sich an nichts erinnern. Ihr Verlobter ist sich sicher, dass es kein Unfall war und wendet sich an den berühmten schüchternen Detektiv. Dieser übernimmt den Fall – selbstverständlich mit Unterstützung von Mathilda Bond und ihrem hasenfüßigen Cockerspaniel Dr. Herkenrath. Schnell wird klar, dass einige Hochzeitsgäste mehr zu verheimlichen haben als es auf den ersten Blick scheint. Und wer ein besonders großes Geheimnis mit sich herumträgt, setzt natürlich erst recht alles daran, dass dieses auch geheim bleibt. Ob Rory und Mathilda wohl auch diesen Fall lösen können?

Mit „Der geheimnisvolle Fall der Braut“ geht Rory Shy, der schüchterne Detektiv bereits in die achte Runde. Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden sind nicht zwingend erforderlich, da die Fälle in sich abgeschlossen sind, allerdings macht es mehr Spaß, wenn man mit dem ersten Buch startet.
Ich liebe die Geschichten rund um Rory Shy und Mathilda Bond. Jeder Band war bisher ein Highlight – und der achte bildet da definitiv keine Ausnahme.

Oliver Schlick hat mal wieder eine großartige Detektivgeschichte geschaffen, die wie ein guter alter Krimi à la Agatha Christie daherkommt. Es gibt eine wunderschöne Kulisse, eine Gesellschaft, die den Tatort nicht verlassen soll, zahlreiche Verdächtige, lauter falsche Fährten und – natürlich – jede Menge Geheimnisse. Der achte Fall unseres kultigen Ermittlerduos hat es wirklich in sich. Herrlich verzwickt und mysteriös und voller raffinierter Wendungen. Auch Erwachsene können hier richtig schön miträtseln und werden bis zum Schluss bestens unterhalten. Der Autor erzählt gewohnt erfrischend humorvoll aus der Sicht der 13-jährigen Mathilda, spielt gekonnt mit verschiedenen Krimi-Klischees und beweist einmal mehr sein Händchen für liebevoll-skurrile Figuren. Allein Rory und Mathilda sind zwei echte Unikate und bilden ein hinreißend ungleiches Gespann. Während Rory die Schüchternheit in Person ist und quasi keinen Satz ohne ein verschämtes Räuspern herausbringt, strotzt Mathilda nur so vor Selbstbewusstsein und ist nie um einen Spruch verlegen. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein und gerade deshalb sind sie so ein tolles Team. Aber, so viel sei schon mal verraten: In diesem Band wird Rory über sich hinauswachsen und seinen Unmut endlich mal zum Ausdruck bringen (allerdings auf eine sehr höfliche Weise, versteht sich).
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass uns Oliver Schlick auch noch mit einem neunten Band beglücken wird. „Rory Shy, der schüchterne Detektiv“ ist einfach so eine Reihe, bei der man sich wünscht, dass sie niemals endet.

Fazit: Rory Shy, der schüchterne Detektiv, und seine gewitzte Assistentin Matilda Bond sind zurück und überzeugen in gewohnter Manier! Auch „Der geheimnisvolle Fall der Braut“ ist ein herrlich schräger und spannender Kinderkrimi mit einem cleveren Fall zum Mitraten, wunderbar schrulligen Gestalten und feinem, klugem Humor. Unterhaltsamer Krimigenuss vom Feinsten für alle Detektivfans ab 10 Jahren. Ich bin mal wieder begeistert und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit meinem allerliebsten Ermittlerduo. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein zauberhaftes Bilderbuch, das das Interesse für die Natur und Empathie weckt.

Die verwunschene Wiese
0

Im Morgengrauen macht sich Mia auf den Weg zur Schule. Obwohl es noch so früh ist, sind schon einige wach. Fledermäuse tanzen um die hell leuchtenden Straßenlaternen, eine Katze streift durchs Gebüsch ...

Im Morgengrauen macht sich Mia auf den Weg zur Schule. Obwohl es noch so früh ist, sind schon einige wach. Fledermäuse tanzen um die hell leuchtenden Straßenlaternen, eine Katze streift durchs Gebüsch und ein Raupe kriecht über den Fußweg. Mia setzt sie schnell auf ein Blatt, damit sie nicht aus Versehen zertreten wird. Auch an der Haltestelle entdeckt Mia ein Tier in Not: Eine Schildkröte, die nahe der Straßenbahngleise liegt. Ohne zu zögern hilft Mia dem Tier, schlüpft durch eine Hecke – und findet sich in einem wahren Paradies wieder. Überall wachsen prächtige Blumen und außergewöhnliche Gewächse. Und plötzlich ist auch ein sprechender Fuchs da, der sich für die Rettung der Schildkröte bedankt. Die anderen Tiere freuen sich ebenfalls über Mias Heldentat. Ehe es sich das Mädchen versieht, ist es von Rehen, Fröschen, Igeln und Eichhörnchen umringt und feiert mit ihnen allen ein großes Fest. Sie singt mit den Vögeln, tanzt mit den Mäusen, spielt mit den Dachskindern fangen...Als sich Mia schließlich von ihren neuen Freunden verabschieden muss, steigt sie überglücklich in die Straßenbahn, im Gepäck ihr wunderbar magisches Geheimnis.

Tatjana Mai-Wyss beschert uns hier ein zauberhaftes Bilderbuch, in dem sie in kurzen liebevollen Sätzen von Hilfsbereitschaft, Tierliebe und der Schönheit der Natur erzählt. Gemeinsam mit unserer kleinen liebenswerten Protagonistin Mia begeben wir uns auf ein magisches Abenteuer, tauchen in die verwunschene Pflanzenwelt der Vorstadt ein und verbringen mit lauter freundlichen, sprechenden Tieren einen unvergesslichen Tag. Nur Mia ist aufmerksam und neugierig und eilt der Schildkröte zu Hilfe. Die anderen Kinder an der Bushaltestelle sind komplett mit ihren Handys beschäftigt oder schotten sich mit Kopfhörern von der Außenwelt ab. Traurige Realität, aber Bücher wie dieses werden hoffentlich dazu beitragen, dass sich Kinder wieder mehr für die Natur begeistern statt für digitale Medien. Die Geschichte schafft Bewusstsein für die Umwelt und regt dazu, sich für den Tierschutz einzusetzen. Sie zeigt schon den Kleinsten, dass es nichts Schöneres gibt, als den Zauber der Natur zu erleben und es sich lohnt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.

Die herrlichen Illustrationen von Tatjana Mai-Wyss sind mal wieder ein besonderer Genuss. In zarten Wasserfarben und voller Detailliebe erwecken sie die Flora und Fauna der Vorstadt zum Leben, laden zum Verweilen und Entdecken ein und erzählen oft über den Text hinaus. Man bekommt beim Betrachten der Bilder richtig Lust, sofort nach draußen zu gehen und in die Natur einzutauchen.

Fazit: „Die verwunschene Wiese“ ist eine stimmungsvolle und magische Geschichte ab 3 Jahren, die das Interesse für die Umwelt weckt und Jung und Alt gleichermaßen verzaubert. Ein wunderschönes Plädoyer für mehr Empathie und die Wunder der Natur. Tatjana Mai-Wyss hat es mal wieder geschafft mich zu begeistern, ich kann ihr neues Bilderbuch nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein wunderschönes, einfühlsames und wichtiges Bilderbuch!

Levi - So fühlt sich die Welt für mich an
0

Levi ist ein sehr aufgeweckter und fröhlicher Junge mit feinen Antennen. Er merkt schnell, wenn es anderen nicht gut geht und versucht dann, sie aufzumuntern. Doch während die anderen Kinder im Kindergarten ...

Levi ist ein sehr aufgeweckter und fröhlicher Junge mit feinen Antennen. Er merkt schnell, wenn es anderen nicht gut geht und versucht dann, sie aufzumuntern. Doch während die anderen Kinder im Kindergarten scheinbar mühelos durch aufregende und wilde Tage gehen, braucht Levi Ruhe und Zeit, um all diese Eindrücke zu verarbeiten. Manchmal wird es ihm aber auch zu viel – zu laut, zu bunt, zu überwältigend. Seine Eltern kennen und verstehen das – aber im Kindergarten stößt Levi zunächst auf Unverständnis, wird sogar als Mimose bezeichnet. Da hat seine Mutter eine tolle Idee. Gemeinsam mit Tim, dem Erzieher, stellt sie ein Sinnes-Experiment auf die Beine. Mit Kopfhörern, Licht und Fühlstationen entdecken die Kinder, dass jeder Mensch anders empfindet und es nichts Wertvolleres gibt als Verständnis und Zusammenhalt.

Spiegel-Bestsellerautorin Chris Gust präsentiert mit ihrem Kinderbuchdebüt eine wundervolle Geschichte über ein Thema, das im Bilderbuchbereich leider viel zu unterrepräsentiert ist: Hochsensibilität bei Kindern. Es ist wichtig, dass auch schon die Kleinsten lernen, dass jeder Mensch anders fühlt und man nicht falsch ist, wenn man besonders feine Antennen hat. Bestimmte Geräusche, Gerüche und Situationen können Vielfühlerinnen schnell zu viel werden und ziemlich überfordern. Wie aber kann man jungen Kindern das verständlich erklären? Kinder, die oft gerne laut und lebhaft sind? Und wie kann man alle Levis in unserer Welt auf ihrem Weg unterstützen? Genau davon erzählt dieses Buch.
„Levi – So fühlt sich die Welt für mich an“ vermittelt auf eine sanfte und nachvollziehbare Weise, wie hochsensible Kinder die Welt wahrnehmen und wie wichtig es ist, rücksichtsvoll und empathisch miteinander umzugehen. Die Geschichte verdeutlicht, dass anders fühlen keine Schwäche ist, sondern eine echte Superkraft. Sie bietet viele Gesprächsanlässe und zeigt uns, dass Empathie und Zusammenhalt stark macht. Es ist großartig zu sehen, wie verständnisvoll Levis Umfeld reagiert. Ob seine Mutter, die ihren Sohn immer ernst nimmt und ihm all die Zeit gibt, die er braucht. Der Erzieher in der Kita, der offen für die Sinnes-Experimente ist. Und die Kinder in Levis Gruppe, die so herrlich unvoreingenommen sind und Levis besondere Art zu fühlen sofort respektieren. Beim Lesen wird einem richtig warm ums Herz – so viel Liebe und Unterstützung wie Levi sollte jeder hochsensible Mensch erfahren dürfen.

Die Illustrationen von Matthias Derenbach untermalen das Erzählte auf eine wunderbare Weise. Ausdrucksstark, warm und farbenfroh machen sie Levis Gefühlswelt greifbar und schaffen eine Atmosphäre voller Geborgenheit.

Fazit: „Levi – So fühlt sich die Welt für mich an“ ist ein einfühlsames, herzerwärmendes und wichtiges Bilderbuch ab 3 Jahren, das berührt, Verständnis schafft und Mut macht. Ein echter Schatz für Eltern, Pädagog
innen und all diejenigen, die hochsensible Kinder besser verstehen und liebevoll unterstützen möchten. Ich bin begeistert von diesem Buch, ich kann das erste gemeinsame Werk von Chris Gust und Matthias Derenbach nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2026

Eine wunderschöne neue Heidi-Geschichte!

Heidi und die verschwundenen Geißen
1

Heidis Freundin Klara aus Frankfurt ist zu Besuch und darf den ganzen Sommer bei ihr und ihrem Großvater auf der Alp bleiben. Die beiden Mädchen sind überglücklich und haben sich viel vorgenommen. Sie ...

Heidis Freundin Klara aus Frankfurt ist zu Besuch und darf den ganzen Sommer bei ihr und ihrem Großvater auf der Alp bleiben. Die beiden Mädchen sind überglücklich und haben sich viel vorgenommen. Sie wollen Baumstammhüpfen, Fangen spielen und mit den beiden Geißen Bärli und Schwänli auf die Weide gehen. Als eines Nachts ein heftiger Sturm über die Hütte fegt, wird das Dach beschädigt. Der Großvater ist betrübt, woher soll er nur das Geld für die Reparatur nehmen? Um den alten Mann zu trösten, ziehen Heidi und Klara los um Heidelbeeren zu pflücken. Denn der Großvater liebt Heidelbeeren. Doch die beiden Mädchen sind so abgelenkt, dass sie nicht auf Schwänli und Bärli achten. Ehe sie es sich versehen, sind die beiden Geißen verschwunden. Die Freundinnen suchen überall nach ihnen. Im Stall, hinter dem Haus, auf der Wiese, bei den Tannen – aber nichts, keine Spur von den Ziegen. Auch der Geißenpeter schließt sich der abenteuerlichen Suchaktion an. Während sie nach den Ausreißern suchen, finden sie ganz unverhofft auch Hilfe für Großvaters kaputtes Dach.

Wer kennt sie nicht, Heidi, das kleine Waisenmädchen, das bei seinem Großvater auf einer Schweizer Alp sein Glück findet. Die Geschichten rund um Johanna Spyris weltbekannte Kinderbuchfigur begeistern die Menschen bis heute. Immer wieder erscheinen Adaptionen und Neuauflagen, damit Heidi auch auf keinen Fall in Vergessenheit gerät. Nächstes feiert Johanna Spyri ihren 200. Geburtstag, was sicherlich zum Anlass genommen werden wird, viele weitere neue Heidi-Bücher zu veröffentlichen. Mit dem hier vorliegenden Buch gibt der Nordsüd Verlag schon jetzt den Startschuss. Ein gänzlich neues Abenteuer mit Heidi und ihren Freunden erwartet einen hier, das sowohl für Liebhaber als auch für Neulinge ein echtes Vergnügen ist. Mich begleitet Heidi seit meiner Kindheit, vor allem die japanische Zeichentrickserie habe ich damals so geliebt. „Heidi und die verschwundenen Geißen“ war daher ein absolutes Muss für mich und ich wurde nicht enttäuscht.

Katja Alves hat hier eine zauberhafte neue Heidi-Geschichte geschaffen, die den Charme des Originals wunderbar einfängt. Mit viel Liebe zum Detail entführt uns die deutsche Autorin zurück in Heidis Bergwelt und erweckt altbekannte Figuren zum neuen Leben. Es macht richtig Freude, in diese vertraute Kulisse einzutauchen und gemeinsam mit Heidi und Klara eine herrlich sommerliche Zeit auf der Alp zu verbringen. Die Geschichte steckt voller Naturliebe und kindlicher Unbeschwertheit und nimmt uns mit auf eine aufregende Suchaktion nach zwei verlorenen Geißen. Gleichzeitig vermittelt sie auch tolle Botschaften über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und den Wert von guter Nachbarschaft.
Dieses Buch bringt jungen Leser*innen den besonderen Zauber von Heidi näher. In Erwachsenen wiederum weckt es Kindheitserinnerungen und lässt einen ganz nostalgisch werden.

Genauso warmherzig wie der Text sind auch die wunderschönen Illustrationen von Taltal Levi, die perfekt zu dieser neuen Erzählung passen, zugleich aber auch dem Original gerecht werden. Stimmungsvoll und in zarten Farben zeigen die Bilder das innige Band zwischen Heidi und Klara, das idyllische Leben auf der Alp sowie die bunte Pflanzenwelt im Gebirge. Man würde am liebsten sofort seine Koffer packen und einen Ausflug in die Schweizer Berge machen.

Fazit: „Heidi und die verschwundenen Geißen“ ist eine liebevolle und spannende neue Heidi-Geschichte ab 4 Jahren, die Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Ein zeitlos schönes Bilderbuch zum Neu- und Wiederentdecken. Mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht, mit diesem neuen Abenteuer mal wieder in meine geliebte Heidi-Welt einzutauchen, ich kann es nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Ein wundervolles Bilderbuch über das Teilen und grenzenlose Oma-Liebe!

Oma teilen
0

Anna teilt gar nicht gerne. Ständig bekommt sie zu hören, dass sie teilen soll. Ihre Lieblingsfarben, ihre Gummibärchen, sogar ihre Geburtstagstorte! Zum Glück gibt es ihre Oma, die sie ganz für sich allein ...

Anna teilt gar nicht gerne. Ständig bekommt sie zu hören, dass sie teilen soll. Ihre Lieblingsfarben, ihre Gummibärchen, sogar ihre Geburtstagstorte! Zum Glück gibt es ihre Oma, die sie ganz für sich allein hat. Sie freut sich daher sehr auf die Ferien bei ihrer Oma, wo sie nichts teilen muss und immer genau das bekommt, was sie gerade braucht. Doch dann erfährt Anna, dass ihr Cousin Tarek ebenfalls zu Besuch kommt. So was Doofes, findet Anna, und auch Tarek ist alles andere als begeistert. Doch da kommt ihm eine Idee: Sie können ihre Oma doch gerecht aufteilen. Aber kann das wirklich funktionieren? Nach ein paar nicht so erfolgreichen Ideen beschließen die beiden, ihre Großmutter in eine linke und eine rechte Hälfte zu teilen. Oma gibt alles, um es den beiden recht zu haben, aber zwei Dinge gleichzeitig kochen und mit beiden Kindern zwei verschiedene Spiele zu spielen ist ziemlich anstrengend. Oma raucht schließlich ganz schön der Kopf bis sie vor Erschöpfung abends einschläft. Am Ende erkennen Anna und Tarek, dass es zusammen doch viel mehr Spaß macht und Oma genug Liebe für sie beide hat.

Johanna Lindemann und Andrea Stegmaier präsentieren mit ihrem neuen gemeinsamen Werk ein ganz zauberhaftes Bilderbuch über Konflikte, Eifersucht, Gemeinschaft und eine halbe Oma. Auf eine sehr humorvolle und nachvollziehbare Weise greift das Buch ein Thema auf, das viele Kinder irgendwann beschäftigt: Das Teilen. Junge Kinder müssen meist erst lernen, dass sie nicht alles für sich beanspruchen können und es sogar viel schöner ist, Dinge zu teilen und gemeinsam Zeit zu verbringen. So wie Anna und Tarek, die sich anfangs gar nicht riechen können und ihre Oma ganz für sich alleine haben wollen. Eine Situation, die sicherlich viele von uns kennen. Auch ich habe mich in dieser Geschichte sehr wiedergefunden. Denn wenn Großeltern-Besuch anstatt, gab es zwischen mir und meinen Schwestern früher auch oft Streit um Oma und Opa. Für Erwachsene ist dieses Buch wie ein kleiner Nostalgietrip in die eigene Kindheit. Es weckt Erinnerungen an Ferien bei den Großeltern, wo man verwöhnt wird und es immer lecker Essen und gemütliche Brettspielenachmittage gibt. Obwohl sich Anna und Tarek eine ganze Weile um ihre Oma zanken, kommt die Erzählung überaus herzerwärmend und unterhaltsam daher. Die Ideen der beiden Kinder, wie sie ihre Oma halbieren können, sind so lustig mitzuerleben. Vor allem die geteilte Oma im Zauberkabinett ist herrlich. Gleichzeitig ist es aber auch unheimlich schön zu sehen, was für eine liebe Großmutter die zwei haben. Oma schimpft nicht mit den beiden Streithähnen, lächelt immer das besondere Oma-Lächeln und lässt ihre Enkelkinder selbst herausfinden, dass es zusammen viel mehr Spaß macht und Liebe größer wird, wenn man sie teilt.

Andrea Stegmaier hat die Geschichte mit ihren unverwechselbaren Bildern zum Leben erweckt. In sanften Farben und mit viel Liebe zum Detail setzen die Illustrationen das Erzählte perfekt in Szene und fangen die Emotionen gekonnt ein. Man kann wunderbar mitverfolgen, wie sich die Stimmung zwischen Anna und Tarek im Verlauf ändert bis sie am Ende schließlich gemeinsam fröhlich lachen. Aber auch bei der Oma kann man sehr gut erkennen, wie sie zunehmend müder wird – die ganze Zeit zwei verschiedene Sachen gleichzeitig machen kann aber auch wirklich ziemlich anstrengend sein. Habt ihr schon mal mit der einen Hand Spaghetti und mit der anderen Pizza gemacht?

Fazit: „Oma teilen“ ist eine witzige und liebevolle Oma-Enkel-Geschichte über die Bedeutung des Teilens und grenzenlose Oma-Liebe. Ein wundervolles Bilderbuch ab 4 Jahren, das zeigt, wie schön es ist zu teilen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Ich kann dieses Schätzchen nur empfehlen, für mich ist es ein echtes Bilderbuchhighlight. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere