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Veröffentlicht am 20.12.2022

Richtig klasse!

Mehr als wahrscheinlich
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Als man mir „Mehr als wahrscheinlich“ als Rezensionsexemplar anbot, zögerte ich keine Sekunde lang und sagte zu. Das Cover finde ich richtig cool, mich hat es direkt angesprochen, und der Klappentext ...

Als man mir „Mehr als wahrscheinlich“ als Rezensionsexemplar anbot, zögerte ich keine Sekunde lang und sagte zu. Das Cover finde ich richtig cool, mich hat es direkt angesprochen, und der Klappentext klang nach einer Story ganz nach meinem Geschmack. Den Debütroman von Sarah Watson musste ich einfach unbedingt kennenlernen.

Ava, CJ, Jordan und Martha sind seit früher Kindheit unzertrennlich. Obwohl sie ziemlich verschieden sind und aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen, verbindet die vier eine ganz besondere, tiefe Freundschaft. Inzwischen stehen sie kurz vor ihrem Schulabschluss und je näher dieser rückt, desto größer werden die Sorgen und Zukunftsfragen. Wie soll es nach der Schule weitergehen? Wo werden sie studieren? Werden sie sich ihre Träume verwirklichen können? Ihr Abschlussjahr wird die vier Freundinnen vor eine Menge Herausforderungen stellen, es zeigt ihnen zugleich aber auch, wie stark sie gemeinsam sind und dass sie zusammen alles erreichen können. Eine von ihnen wird es sogar ins Weiße Haus schaffen und die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden, aber welche der vier wird es sein?

Die Bücher aus dem Arctis Verlag sind immer ein Garant für außergewöhnliche und tiefsinnige Geschichten. Ich habe inzwischen schon viele Romane aus diesem wundervollen Jugendbuchverlag gelesen und der größte Teil von ihnen hat mich restlos begeistern können. Mit „Mehr als wahrscheinlich“ durfte nun also ein weiterer Arctis-Titel bei mir einziehen und tja, was soll ich sagen, auch dieser hat sich für mich als ein Für-immer-im-Regal-bleiben-Buch entpuppt. Ich habe die 366 Seiten so richtig weggesuchtet und jede einzelne zutiefst genossen.

Mich hat die Story von den ersten Zeilen an in ihren Bann gezogen. Das Buch beginnt mit einem Prolog, der dort spielt, wo die Erzählung enden wird. Wir erfahren, dass eine von unseren vier Hauptprotagonistinnen später die erste Präsidentin der USA sein wird, allerdings wird nicht verraten, wer es ist. Dieses große Geheimnis wird erst am Ende im Epilog gelüftet, sodass man das ganze Buch über ordentlich am herumrästeln und mitfiebern ist und sich permanent fragt, welche der vier es wohl sein wird. Wer von ihnen eignet sich am besten für dieses Amt?
Ist es vielleicht die ehrgeizige CJ, die mit eiserner Verbissenheit für die Abschlusstests lernt und unbedingt an eine renommierte Uni gehen möchte, dabei aber den Blick für etwas viel Wichtigeres verliert?
Oder ist es die selbstbewusste Jordan, die eine Karriere als Journalistin anstrebt und mit ihren Berichten Unrechtmäßigkeiten aufzeigen will?
Es könnte jedoch auch die stille Ava sein, die eine talentierte Künstlerin ist und unbedingt mehr über ihre leibliche Mutter wissen möchte.
Vielleicht handelt es sich bei der zukünftigen Präsidentin aber auch um die kluge Martha, die mit Geld – und Familienproblemen zu kämpfen hat und alle Hürden in Angriff nimmt, um sich ihre Träume zu verwirklichen.

Als Leserin ist man vom Prolog an wie wild am Theorien aufstellen und geht jedem noch so kleinen Hinweis nach. Leicht macht es uns die Autorin aber wahrlich nicht. Man wird ständig auf eine falsche Fährte gelockt, meint man die korrekte Antwort zu kennen, verwirft man sie kurz darauf auch schon wieder. Also ich hatte bis zum Schluss keinen Plan, wie die Auflösung wohl lautet, was ich einfach toll fand. Dieses eifrige Rumraten und immerzu im Dunkeln tappen hat mir total viel Spaß gemacht.
Neben der aufregenden Rätseljagd sorgt dann auch die spannende Frage, von welchen Universitäten die vier Mädchen angenommen werden für ein intensives Mitbibbern. Werden es unsere Hauptfiguren an ihre jeweilige Traumunis schaffen? Welchen Weg werden sie einschlagen?

Ich fand die Art und Weise wie das Buch geschrieben und aufgebaut ist, richtig klasse. Der packende und humorvolle Schreibstil hat sich angenehm flüssig für mich lesen lassen und als großer Fan von Perspektivwechseln in Büchern hat es mich sehr gefreut, dass sich die Autorin für diese Erzählweise entschieden hat. In meinen Augen ist sie für diese Geschichte auch die ideale Wahl. Alle vier ungleichen Mädchen kommen als personale Erzählerin zu Wort und berichten abwechselnd von den Ereignissen. Das Leseerlebnis ist wirklich ein enorm vielfältiges, Langeweile kommt an keiner einzigen Stelle auf. Mich zumindest haben die Geschehnisse durchweg mitreißen und fesseln können. Ich habe mich dieser Sogwirkung, die die Handlung von Anfang an auf mich ausgeübt hat, kaum mehr entziehen können und das Buch innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

Auch mit den realistisch ausgearbeiteten Charakteren hat mich Sarah Watson überzeugen können. Mir waren unsere vier Heldinnen auf Anhieb sympathisch. Zu Beginn hatte ich allerdings kurz leichte Schwierigkeiten damit, die Mädels auseinander zu halten. Eine Hilfe wäre es vielleicht gewesen, wenn die Sichtwechsel namentlich gekennzeichnet gewesen wären, das war hier nämlich leider nicht der Fall. Da ich mich aber auch ohne Überschriften relativ schnell zurechtgefunden habe, haben mich die fehlenden Namen letztendlich nicht gestört. 
 
CJ, Jordan, Ava und Martha – die vier sind wirklich grundverschieden und ergänzen sich perfekt mit ihren unterschiedlichen Interessen und Persönlichkeiten. Als Leser
in erhält man tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelten der Mädchen und empfindet, leidet, lacht und fiebert mit ihnen mit. Ich habe unser Quartett fest in mein Herz geschlossen und könnte jetzt auch gar nicht sagen, wen ich am liebsten mochte. Jede von ihnen ist einfach einzigartig. Alle vier haben ihre ganz eigene Hintergrundgeschichte und ihr jeweiliges Päckchen zu tragen. 
Es werden so einige aktuelle und teils auch ernste Dinge angesprochen wie Depression, Armut, Zukunftsängste, Identitätssuche, Vorurteile und die Liebe. Mich hat es begeistert zu sehen, wie tiefgründig die Story ist und mit wie viel Authentizität und Feingefühl die schweren Themen behandelt werden. Super fand ich auch, wie divers die Figuren gestaltet sind, allen voran unsere Protagonistinnen.
Besonders gut gefallen hat mir jedoch die bedingungslose und innige Freundschaft der vier Mädchen. Mitzuerleben wie sie füreinander einstehen, sich immer aufeinander verlassen können und zusammen durch dick und dünn gehen, hat mich sehr berührt. CJ, Jordan, Ava und Martha sind fürwahr unzertrennlich und zeigen uns, was wahre Freundschaft ausmacht.

Das Ende hat mich ebenfalls vollkommen zufriedenstellen können. Es ist rührend und herzerwärmend, aber in keinster Weise kitschig. Es schließt die Geschichte einfach rundum gelungen ab, sodass man das Buch mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zuklappen kann.

Fazit: Fesselnd, unterhaltsam, warmherzig und ergreifend. Ein großartiges und wichtiges Buch voller Herz, Freundschaft und Zusammenhalt!
Sarah Watson hat mit „Mehr als wahrscheinlich“ ein eindrucksvolles Debüt aufs Papier gebracht, welches ich jedem nur ans Herz legen kann. Für mich war dieser Roman ein echtes Highlight. Ich habe unsere vier starken Freundinnen nur zu gerne auf ihrem gemeinsamen und ihren jeweils eigenem Weg begleitet und eine wunderbare Zeit mit ihnen verbracht. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 18.12.2022

Ein weiterer wundervoller Zimt-Band!

Zimt − Zwischen den Welten geküsst
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Dem zweiten Teil der zweiten Zimt-Staffel habe ich ganz ungeduldig entgegen gefiebert. Den Reihenauftakt habe ich richtig gefeiert und da dessen Ende extrem neugierig auf die Fortsetzung macht, habe ich ...

Dem zweiten Teil der zweiten Zimt-Staffel habe ich ganz ungeduldig entgegen gefiebert. Den Reihenauftakt habe ich richtig gefeiert und da dessen Ende extrem neugierig auf die Fortsetzung macht, habe ich es wirklich kaum mehr erwarten können endlich zu erfahren, wie es wohl weitergehen wird.

Man sollte meinen, dass sich Vicky mittlerweile an ihre Weltensprünge gewöhnt hat, doch Fehlanzeige, das ist definitiv nicht der Fall. Das neue Paralleluniversum, in welchem sie mit Konstantin landet, hat es aber auch wirklich in sich. Nicht nur, dass sie in diesem nicht mit Konstantin zusammen ist – ihre Parallelversion hat eine große Schwester! Ehe es sich Vicky versieht, steckt sie mal wieder mittendrin im Parallelweltenchaos und das, wo es doch bereits in ihrem eigenen Leben gerade drunter und drüber geht. Ihre Mutter will sich für das Bürgermeisteramt bewerben, obwohl sie doch schon mit dem B & B alle Hände voll zu tun hat, und Vickys beste Freundin Pauline benimmt sich in letzter Zeit total komisch und hat kaum noch Zeit für sie. Kein Wunder, dass Vicky in diesem ganzen Durcheinander nicht merkt, dass ihnen ein gefährlicher Gegenspieler dicht auf den Fersen ist.

Wie oben bereits erwähnt, handelt es hierbei um den zweiten Teil der zweiten Zimt-Staffel. Da dieser direkt an den Vorgänger anschließt, rate ich sehr, mit dem ersten Band zu starten. In meinen Augen braucht man die Kenntnisse aus dem Reihenauftakt, um dem Geschehen in der Fortsetzung ohne Probleme folgen zu können. Die erste Zimt-Staffel muss man jedoch nicht gelesen haben. Besser wäre es zwar schon – die Lesefreude ist dann einfach deutlich höher – aber fürs Verständnis ist es meinem Empfinden nach nicht erforderlich.

Mir waren die Ereignisse aus dem ersten Band zum Glück noch sehr präsent. Ich habe daher völlig mühelos in das Zimt-Universum zurückgefunden und meinen Aufenthalt darin mal wieder in vollen Zügen können. Und genossen habe ich ihn, oh ja! Wie ich es mir schon gedacht habe, hat mich Dagmar Bach auch dieses Mal vollkommen verzaubern können und zum reinsten Seitenverschlinger mutieren lassen. Es hätte mich allerdings auch sehr gewundert, wenn es anders gewesen wäre. Die Bücher von Dagmar Bach sind einfach ein Garant für den allerschönsten Lesespaß mit vielen wunderbaren Schmunzelmomenten und jeder Menge Suchtpotenzial.

Für mich war das Eintauchen in das Buch wie nach Hause kommen. Mich hat es so gefreut, endlich wieder in den Genuss dieses herrlichen Kleinstadt-Feelings zu kommen und auf lauter vertraute Gesichter wiederzutreffen. Die Kulisse wird wie gewohnt einfach toll beschrieben. Das beschauliche Städtchen, in welchem die Serie spielt, verströmt immer so eine heimelig-gemütliche Atmosphäre und da es natürlich auch in diesem Band zahlreiche Parallelweltsprünge gibt, hat man beim Lesen ständig das Gefühl, den Geruch von Zimtschnecken in der Nase zu haben. Was letzteres angeht, sollte ich wohl besser mal wieder eine Warnung aussprechen: Diese Reihe macht total Appetit auf Zimtschnecken. Haltet beim Schmökern also lieber ein paar Exemplare von diesen leckeren Gebäckteilchen griffbereit. ;)

Auch die Figuren werden erneut großartig dargestellt. Für das Erschaffen von liebenswerten und teils schrägen Charakteren, die man sofort ins Herz schließen muss und so schnell nicht vergisst, hat die Dagmar Bach zweifellos ein wahres Händchen. Das perfekte Beispiel wären Vickys Großeltern, die einfach nur der Knaller sind und mich stets bestens unterhalten. Multi-Talent Winfried ist aber ebenfalls einsame Spitze (was kann dieser Kerl eigentlich nicht?).
Besonders liebgewonnen habe ich Vicky, unsere 15-jährige Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin. Vicky ist so eine richtige Romanheldin zum Gernhaben. Sie ist sympathisch, lustig und authentisch und da ihr Empfinden und Denken glaubhaft veranschaulicht wird, gelingt es einem auch als Erwachsener spielend leicht, sich in sie hineinzuversetzen. Bei mir zumindest war so. Ich habe mit Vicky wieder mitgefühlt und mitgelitten und durchweg mit ihr mitgefiebert.
Konstantin, Vickys Freund, hat sich aber auch schon längst einen festen Platz in meinen Herzen gesichert. Er ist ein unheimlich sympathischer Typ und ergibt zusammen mit Vicky ein supersüßes Paar. Die Lovestory der beiden mochte ich abermals sehr, ich habe die gemeinsamen Momente der zwei erneut zutiefst genossen.

Neben der Beziehung unserer beiden Hauptpersonen nimmt auch Vickys und Paulines Freundschaft eine wichtige Rolle in der Geschichte ein. Leider läuft es zwischen den beiden Freundinnen gerade nicht so gut wie sonst, irgendwie verhält sich Pauline seit kurzem äußerst merkwürdig. Was es mit ihrem seltsamen Verhalten auf sich hat, werde ich euch hier jedoch nicht erzählen, das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Ich habe sowohl die Geschehnisse in Vickys eigener Welt als auch die im Paralleluniversum ganz gebannt verfolgt und wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Längen sucht man auch bei diesem Zimt-Abenteuer wahrlich vergebens, es passiert einfach ständig etwas neues Aufregendes und Überraschendes und auch die unterhaltsamen Szenen kommen natürlich nicht zu kurz. Besonders spannend fand ich die neue Welt, in welche es uns dieses Mal gemeinsam mit Vicky und Konstantin verschlagen wird. Mich hat es fasziniert zu sehen, wie anders das Leben von Vickys Parallelversion ist und hatte einfach nur tierisch viel Spaß dabei, es gemeinsam mit unsere beiden Parallelwelt-Springern zu erkunden.

Die Geschichte endet erfreulicherweise ohne einen fiesen Cliffhanger, weckt aber natürlich dennoch eine große Neugier und Vorfreude auf den nächsten Band. Leider werden wir uns da nur noch ein kleines bisschen gedulden müssen. Das Finale von Staffel zwei wird voraussichtlich erst im Juni 2023 erscheinen. Auf „Für immer von Magie berührt“ freue ich mich schon riesig!

Fazit: Mitreißend, witzig, zimtig-süß. Ein absolutes Wohlfühlbuch voller Freundschaft, Liebe und Überraschungen und mit ganz viel toller Zimtschneckenmagie!
Endlich habe ich mich auf meinen sehnsüchtig erwarteten zweiten Teil der zweiten Zimt-Staffel stürzen können und wie nicht anders zu erwarten, habe ich auch diesen Band von Anfang bis Ende geliebt. Dagmar Bach hat es also mal wieder geschafft und mir ein weiteres Lesehighlight bescheren können. Ich habe erneut eine wundervolle Zeit mit Vicky und den weiteren bezaubernden Charakteren verbracht und freue mich schon sehr auf mein nächstes Wiedersehen mit ihnen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen! 

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Veröffentlicht am 16.12.2022

Schaurig-schön und herrlich skurril. Ein wunderbarer Klassiker!

Hexen hexen
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Neben einigen anderen Werken von Roald Dahl, hat der Penguin Junior Verlag auch „Hexen hexen“ neu übersetzen lassen und als farbig illustrierte Hardcoverausgabe herausgebracht. Da dieses Buch schon immer ...

Neben einigen anderen Werken von Roald Dahl, hat der Penguin Junior Verlag auch „Hexen hexen“ neu übersetzen lassen und als farbig illustrierte Hardcoverausgabe herausgebracht. Da dieses Buch schon immer eines meiner liebsten Bücher von Roald Dahl war, musste ich die Neuauflage unbedingt haben.

Hexen haben alberne schwarze Hüte auf dem Kopf, sie tragen lange schwarze Umhänge und reiten auf Besenstielen – so stellt man sich eine Hexe vor. Die Wahrheit sieht allerdings ganz anders aus. ECHTE Hexen tragen ganz normale Kleidung und sehen wie ganz normale Frauen aus, sie leben in normalen Häusern und gehen normalen Berufen nach. Es ist somit ziemlich schwierig, eine Hexe von einer gewöhnlichen Frau zu unterscheiden. Es gibt jedoch ein paar Kleinigkeiten, woran man eine Hexe ausmachen kann. So tragen sie zum Beispiel immer Handschuhe, um ihre krallenartigen Hände zu verbergen und erstklassige Perücken, um ihre kahlen Köpfe zu verstecken. Und wenn du ein Kind bist und an einer Frau vorbeigehst und diese plötzlich die Nase rümpft, als würdest du stinken, könnte es sehr gut sein, dass sie eine Hexe ist. Denn für Hexen riechen Kinder nach Hundekacke. Und nicht nur das: Hexen HASSEN Kinder. Sie verabscheuen sie und erwischen sie eines, lassen sie es auf eine fürchterliche Weise verschwinden.
Als ein fast achtjähriger Junge nach dem Tod seiner Eltern zu seiner Großmutter nach Norwegen zieht und diese ihm die unglaublichsten Dinge über Hexen erzählt, kann er es zunächst gar nicht fassen. Sie sind aber tatsächlich wahr. Diese Erfahrung muss der Junge sogar sehr bald am eigenen Leib machen. Da es seiner Großmutter gesundheitlich nicht gut geht, reist sie gemeinsam mit ihrem Enkel zur Erholung in ein Hotel ans Meer. Der Junge gerät kurz darauf in eine Versammlung, an der nur Frauen teilnehmen. Frauen, die alle Handschuhe tragen und sich ständig am Kopf kratzen, als würden sie eine juckende Perücke tragen...Als dem Jungen klar wird, dass er sich mitten unter einer Hexenschar befindet, ist es fürs Weglaufen bereits zu spät.

„Hexen hexen“ habe ich in meiner Kindheit durch die Verfilmung aus dem Jahr 1990 kennengelernt und ich weiß noch ganz genau, wie sehr ich den Film geliebt habe. Gemeinsam mit meinen Schwestern habe ich ihn mir damals viele Male angeschaut und mich dabei immer so richtig schön gegruselt. Es ist allerdings schon viele Jahre her, dass ich ihn zuletzt gesehen habe und auch mein Griff zum Buch liegt mittlerweile eine ganze Weile zurück. Manche Details waren mir daher inzwischen entfallen. So wusste ich zum Beispiel gar nicht mehr, dass wir den Namen des Jungen, der uns die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt, nie erfahren. Mir persönlich hat es sehr gefallen, dass unser Protagonist bis zum Schluss namenlos bleibt, da es sich beim ihm somit quasi um eine universelle Hauptperson handelt und sich Mädchen und Jungen gleichermaßen gut mit ihm identifizieren können.

An was ich mich dafür aber noch nur zu gut erinnern konnte, ist der hohe Gruselfaktor der Geschichte. Wie oben bereits erwähnt, hat mich der Film stets aufs Neue zum erschaudern gebracht – auf eine angenehme Art und Weise versteht sich, zu sehr gefürchtet habe ich mich nie. Auch das Buch ist natürlich ziemlich unheimlich. Ich habe mich beim Lesen daher öfters gefragt, ob die Story wirklich schon etwas für achtjährige Kinder ist. So werden zum Beispiel Hexen gegrillt und der fiese Plan der Hexengroßmeisterin, mit dem sie sämtliche Kinder auslöschen möchte, wird äußerst grausig beschrieben. Mit der Altersangabe vonseiten des Verlags hadere ich daher ein wenig, um ehrlich zu sein. Vielleicht unterschätze ich die Zielgruppe auch, keine Ahnung, ich jedenfalls würde „Hexen hexen“ eher ab 10 Jahren empfehlen.
Als zu düster habe ich die Handlung allerdings an keiner Stelle empfunden. Da natürlich auch dieses Werk von Roald Dahl prall gefüllt ist mit schwarzem Humor und alles so wunderbar überspitzt und schräg dargestellt wird, ist die Geschichte trotz ihrer Schauerelemente überaus unterhaltsam. Andere Bücher von Roald Dahl würde ich zwar als lustiger bezeichnen wie beispielsweise „Charlie und die Schokoladenfabrik“, aber auch „Hexen hexen“ macht wirklich total viel Spaß.

Mir hat mein Eintauchen in die Geschichte nur noch mal vor Augen geführt, wie toll dieser Klassiker einfach ist und dass er sich eindeutig zurecht nach wie vor solch einer großen Beliebtheit erfreut. Mich begeistert es stets aufs Neue zu sehen, dass Dahls Geschichten neben den vielen Verrücktheiten auch stets wertvolle Botschaften und Themen beinhalten. So lehrt uns „Hexen hexen“ unter anderem, wie wichtig es ist, niemals mit Fremden mitzugehen und nichts von ihnen anzunehmen. Sie zeigt, dass Kinder meist viel schlauer und mutiger sind, als Erwachsene oft denken und es überhaupt nicht auf die Größe ankommt. Auch die Kleinsten können Großartiges vollbringen und echte Helden sein. Die Erzählung handelt zudem von Zusammenhalt, von dem Hinauswachsen über sich selbst und der Liebe zwischen Oma und Enkel. Mitzuerleben wie gern sich der Junge und seine Großmutter haben und wie liebevoll sie miteinander umgehen, hat mir richtig das Herz erwärmt. Und den Jungen habe ich für seinen großen Mut und seine Entschlossenheit zutiefst bewundert.

Auch zum Schreibstil kann ich mich wie gewohnt nur positiv äußern. Ich mag Dahls einzigartigen Stil einfach wahnsinnig gerne und Andreas Steinhöfel hat als Übersetzer mal wieder einen erstklassigen Job gemacht und die Geschichte hervorragend ins Deutsche übertragen.

Neben den bereits genannten Dingen begeistert und überzeugt das Buch auch mit der Innengestaltung. Natürlich wurde auch dieser Roald Dahl-Titel von Quentin Blake bebildert – er war schließlich der Lieblingsillustrator des englischen Autors. Die zahlreichen durchgehend farbigen Illustrationen, die die Handlung begleiten, bringen noch einmal ordentlich Witz und Grusel mit ein und untermalen die Stimmung der Story absolut perfekt. Mir gefällt Quentin Blakes skizzenhafter Zeichenstil ausgesprochen gut, er ist einfach unverwechselbar und passt stets bestens zu den Geschichten von Roald Dahl.

Fazit: Eine weitere rundum gelungene Neuauflage aus dem Penguin Junior Verlag – genial von Andreas Steinhöfel übersetzt und grandios von Quentin Blake illustriert.
Nach langer Zeit bin ich mal wieder in „Hexen hexen“ eingetaucht und wie ich es mir schon gedacht habe, habe ich die Geschichte auch beim erneuten Lesen mit großer Begeisterung verschlungen. Ich kann „Hexen hexen“ nur empfehlen. Dieses Buch ist ein echter Gruselbuchklassiker und beschert Jung und Alt ein herrlich skurriles und amüsantes Leseabenteuer voller Spannung, Herz und Fantasie. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.12.2022

Ein wundervoller Kinderbuchklassiker in einem tollen neuen Gewand!

Matilda
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Als ich hörte, dass der Penguin Junior Verlag einige Werke von Roald Dahl in einem neuen Gewand herausbringt, war meine Neugier umgehend geweckt. Ich liebe die Geschichten von Roald Dahl und ich liebe ...

Als ich hörte, dass der Penguin Junior Verlag einige Werke von Roald Dahl in einem neuen Gewand herausbringt, war meine Neugier umgehend geweckt. Ich liebe die Geschichten von Roald Dahl und ich liebe farbig illustrierte Bücher. Und da ich zudem die Übersetzer*innen der Neuauflagen sehr schätze, stand für mich sofort fest, dass ich die neu übersetzten Ausgaben aus dem Penguin Junior Verlag unbedingt haben muss.

Die kleine Matilda hat es nicht leicht. Niemand in ihrer Familie sieht, was für ein hochintelligentes Mädchen sie ist, im Gegenteil sogar, ihre Eltern sehen sie als dumm an, weil sie ihre Zeit mit dem Lesen von Büchern verschwendet. Herr und Frau Wurmwald interessieren sich nicht für ihre Tochter, der Vater ist Autohändler und haut seine Kunden gerne übers Ohr und die Mutter geht viel lieber zum Bingospielen oder pflanzt sich vor den Fernseher, statt sich mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen. Einzig Fräulein Honig, Matildas liebenswerte und verständnisvolle Klassenlehrerin, erkennt, was für ein großes Genie Matilda ist und bittet die Schuldirektorin Frau Knüppelkuh darum, ihre außergewöhnliche junge Schülerin in eine höhere Klasse zu versetzen, damit man sie richtig fördern kann. Die Knüppelkuh hält allerdings überhaupt nichts von diesem Vorschlag. Sie ist eine grässliche Frau und hat an nichts mehr Freude als daran Kinder zu quälen. Bei Matilda ist sie jedoch an die Falsche geraten, diese ist nämlich nicht nur blitzgescheit, sondern auch sehr willensstark und zudem noch magisch begabt...

Trotz meiner großen Liebe für die Werke von Roald Dahl kannte ich „Matilda“ bisher nur als Film und obwohl ich diesen richtig gerne mag, habe ich ihn tatsächlich erst ein einziges Mal geschaut. Ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, warum – die Verfilmungen von „Charlie und die Schokoladenfabrik“ und „Hexen hexen“ habe ich schließlich mehrmals gesehen und von diesen Titeln habe ich vor einigen Jahren auch zu den Büchern gegriffen. Wieso es gerade bei „Matilda“ anders ist, eines von Dahls besten Werken, wie ich finde? Keine Ahnung. Ich kann es mir echt nicht erklären. Dank der Neuübersetzung aus dem Penguin Junior Verlag habe ich diesen tollen Kinderbuchklassiker nun also endlich auch über das Lesen kennengelernt und wie ich es mir schon gedacht habe, hat mich die Geschichte auch auf diesem Wege total begeistern und verzaubern können. 

Mir hat dieses Buch nur noch mal vor Augen geführt, dass die Geschichten von Roald Dahl eindeutig zurecht zu so berühmten Klassikern geworden sind. Dahls Stil ist einfach unvergleichlich und obwohl seine Werke immer prall gefüllt sind mit verrückten und fantasievollen Ideen, vermitteln sie stets auch wichtige Werte und Botschaften, die heute noch genauso bedeutsam sind wie damals. Dass die Bücher von Roald Dahl inzwischen mehrere Jahre auf dem Buckel haben, merkt man ihnen wirklich nicht an, man kann sie nur als unsterblich bezeichnen. Und „Matilda“ bildet da natürlich keine Ausnahme.

Bereits auf der ersten Seite kommen wir in den Genuss von Dahls einmaligem schwarzem Humor, für den der englische Autor so beliebt und bekannt ist. Jedermanns Sache wird der Witz wohl nicht sein, da er ziemlich schräg und bitterböse ist, ich jedenfalls liebe ihn und habe mich beim Lesen prächtig amüsiert. Gleichzeitig habe ich an vielen Stellen aber auch sehr mit unserer jungen Hauptprotagonistin mitgelitten.

Mit Matilda Wurmwald kann man zunächst eigentlich nur Mitleid haben. Ihre Eltern schenken ihr kaum Beachtung, sie möchten nur, dass ihre Tochter tut, was man ihr sagt und nur dann den Mund aufmacht, wenn man sie dazu auffordert. Kein Wunder also, dass ihnen völlig entgeht, was für ein großes Genie ihr Kind ist und überhaupt nicht daran denken, ihre Besonderheiten zu fördern. Auch die Schuldirektorin erkennt nicht, was für ein hochbegabtes Mädchen Matilda ist, schlimmer noch, Frau Knüppelkuh, wie ihr Name lautet, ist sogar noch furchtbarer als Vater und Mutter Wurmwald und macht ihren Namen fürwahr alle Ehre. Sie hasst Kinder und tut nichts lieber als sie zu quälen.
Im Grunde könnte die Story ziemlich bedrückend und tragisch sein, denn das Verhalten der Direktorin und von Matildas Eltern ist fies und schockierend und – im Fall der Knüppelkuh – auch äußerst grausam und brutal. Da alles nur so hinreißend überspitzt dargestellt wird, allen voran die Charaktere, zieht einen die Geschichte in keinster Weise runter, im Gegenteil, sie ist ein echter Gute-Laune-Macher und lässt einen öfters laut loslachen. Es ist so herrlich mitzuerleben, wie sich Matilda zur Wehr setzt und den dummen Erwachsenen mit ihren pfiffigen Einfällen eins auswischt.

Mit Matilda hat der Roald Dahl wahrhaftig eine ganz besondere Buchheldin erschaffen. Matilda ist beeindruckend schlau und wissbegierig, sie liest bereits im Alter von vier Jahren Bücher von Charles Dickens und kann so schnell rechnen wie ein Taschenrechner. Sie ist einfach das reinste Wunderkind (und besitzt zudem auch noch magische Kräfte). Obwohl sie aber so extrem clever und vielfältig talentiert ist, ist sie überaus bescheiden und käme niemals auf den Gedanken, mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten zu prahlen. Matilda ist so eine richtige Figur zum Liebhaben, man muss dieses herzensgute, tapfere und starke junge Mädchen einfach sofort ins Herz schließen und für ihren Mut und ihr großes Selbstvertrauen kann man sie nur bewundern.

Wie oben bereits erwähnt, beinhaltet auch dieses Buch von Roald Dahl neben den zahlreichen Verrücktheiten so einige wichtige Messages und Themen. Es zeigt uns, dass man sich niemals unterkriegen lassen darf und dass mit viel Einfallsreichtum und guten Freunden an seiner Seite so gut wie alles möglich ist. Es ermutigt Kinder dazu, sich in der Welt der Erwachsenen nicht ständig unterordnen und unterdrücken zu lassen und für sich selbst und andere einzustehen. Von all diesen Dingen handelt die Geschichte unter anderem, großartig verpackt in einer höchst amüsanten und spannenden Geschichte, versehen mit einem Hauch Magie.

Neben der Erzählung überzeugt und begeistert diese Ausgabe auch mit der Gestaltung. Das Buch ist durchgehend farbig illustriert und zwar von niemand anderem als von Quentin Blake, der Dahls Lieblingsillustrator war. Sein unverwechselbarer skizzenhafter Zeichenstil passt einfach nur perfekt zu dieser Geschichte. Die vielen bunten Bilder bringen noch mal eine ordentliche Ladung Witz und Sarkasmus in die Story und ergänzen diese auf eine ganz besondere Art und Weise.

Fazit: Eine rundum gelungene Neuauflage eines wundervollen Kinderbuchklassikers – meisterhaft von Andreas Steinhöfel übersetzt und absolut genial von Quentin Blake illustriert.
Endlich haben ich „Matilda“ auch als Roman kennenlernen dürfen und wie nicht anders zu erwarten, habe ich es von Anfang bis Ende geliebt. Ich kann „Matilda“ jedem nur ans Herz legen. Dieses Buch ist einfach einzigartig und so wunderbar skurril und zeitlos und erfreut sich definitiv zurecht auch heute noch solch großer Beliebtheit. Es ist witzig, warmherzig und klug geschrieben und einfach das ideale Vorlesebuch für die ganze Familie. Ich hatte wahnsinnig viel Spaß beim Lesen und vergebe daher nur zu gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.12.2022

Eine gelungene Fortsetzung von Eva Ibbotsons Kinderbuchklassiker!

Bahnsteig 13 öffnet sich wieder
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Da ich die Bücher von der Eva Ibbotson unheimlich gerne mag und „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ eines meiner liebsten Werke von ihr ist, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Jahr eine Fortsetzung ...

Da ich die Bücher von der Eva Ibbotson unheimlich gerne mag und „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ eines meiner liebsten Werke von ihr ist, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Jahr eine Fortsetzung von dem Buch erscheinen wird. Diese stammt zwar nicht von Eva Ibbotson selbst, war aber dennoch ein absolutes Must-Have für mich.

Es ist neun Jahre her, seit sich die geheime Tür des Gügels unter dem Bahnsteig 13 von King’s Cross zum letzten Mal geöffnet und für neun Tage den Tunnel freigegeben hat, der in eine völlig andere Welt führt: Eine magische Insel voller fantastischer Kreaturen. Es ist dringend wieder an der Zeit, dass der Gügel den Zutritt zu der Insel freigibt, da deren schützender Nebel immer mehr schwindet und nur ein Neblingexperte helfen kann. Hexe Lex Gribble begibt sich in die Menschenwelt und trifft dort auf das Menschenmädchen Lena Lasky. Lex hält Irrtümlich Lena für die Neblingexpertin und nimmt sie auf die Insel mit. Dort wird die Lage immer bedrohlicher: Böse Harpyien herrschen über die Insel und machen diese zu einem grauenvollen Ort. Ob es den Bewohnern gemeinsam mit Lina wohl gelingen wird, ihre Heimat zu retten?

Dass es jemals eine Fortsetzung von Eva Ibbotsons zeitlosem Kinderbuchklassiker geben würde, hätten wohl die wenigsten von uns erwartet. Ich zumindest habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass es mich nach so langer Zeit zurück auf die geheime magische Insel verschlagen wird, die die verstorbene britische Autorin damals erschaffen hat. Anlässlich des 25. Jubiläums des Buches hat man die englische Schriftstellerin Sibéal Pounder aber darum gebeten, „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ weiterzuspinnen – eine wundervolle Idee, wie ich finde. Ob sie aber auch erfolgreich umgesetzt wurde?

Was die gesamte Aufmachung der deutschen Ausgabe angeht, hat der Folgeband jedenfalls schon mal vollends bei mir punkten können. Mich hat es überaus gefreut, dass man auch dieses Mal die Illustratorin Sabine Wilharm für die Gestaltung genommen hat und der Einband optisch somit sehr dem des Vorgängers ähnelt. Sabine Wilharm hat allerdings nicht nur das Cover illustriert – sie hat auch die Kapitelanfänge mit herrlichen schwarz-weiß Zeichnungen versehen, die perfekt zur Geschichte passen und deren Stimmung gelungen wiedergeben.

Neben der Sabine Wilharm hat aber auch Sibéal Pounder einen tollen Job gemacht und Eva Ibbotsons Werk gelungen fortgeführt. Wobei ich jedoch gestehen muss, dass ich mich an den ersten Band nur noch dunkel erinnern kann. Ich habe das Buch zuletzt als Kind gelesen, was nun also schon ein Weilchen her ist. Ich war daher kurz am überlegen gewesen, es schnell zu rereaden ehe ich zum zweiten Teil greife, habe mich dann aber doch dagegen entschieden. „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ habe ich damals geliebt und irgendwie ist es bei mir so, dass ich Bücher, mit denen ich besonders schöne Kindheitserinnerungen verbinde, nur sehr ungern erneut lese. Ich bin also ohne eine Gedächtnisauffrischung in Sibéal Pounders Sequel eingetaucht, was aber zum Glück kein Problem war. Meinem Empfinden nach sind die beiden Bände gut unabhängig voneinander lesbar. Sie hängen zwar miteinander zusammen, erzählen aber recht in sich abgeschlossene Geschichten. Es empfiehlt sich aber natürlich dennoch, die korrekte chronologische Reihenfolge der Bücher einzuhalten. Die Lesefreude ist dann einfach um einiges höher.

Auch wenn mir die Ereignisse aus dem Original nicht mehr allzu präsent sind, denke ich doch, dass ich sagen kann, dass Sibéal Pounder diesem gerecht geworden ist und eine wirklich gute Arbeit geleistet hat. Sie hat den Geist und den schrägen Humor von Eva Ibbotsons Klassiker wunderbar eingefangen, hat dem Ganzen aber gleichzeitig auch ihre eigene persönliche Note verliehen. Das Ergebnis ist eine turbulente, witzige und charmante Fantasygeschichte voller amüsanter Verrücktheiten und liebenswerter Charaktere.

Gemeinsam mit alten Bekannten aus dem Vorgänger und neuen Gesichtern erlebt man als Leserin ein zauberhaftes Abenteuer, bei dem unter anderen eine Identitätsverwechslung, ein Neblingrucksack und eine Horde böser Harpyien wichtige Rollen spielen werden. Ich fand es total schön viele vertraute Figuren wiederzusehen wie den Jungen Ben und die Hexe Lex Gribble, habe aber auch mein Kennenlernen mit den neuen Personen sehr genossen. Vor allem Menschenmädchen Lina, unsere neunjährige Hauptprotagonistin, mochte ich richtig gerne. Mit ihrer sympathischen und aufgeweckten Art und ihrem großen Glauben an Magie hat sie sich einfach sofort in mein Herz geschlichen.
Also mich hat Sibéal Pounder mit der Darstellung sämtlicher Charaktere überzeugen können. Sie hat (sofern ich das mit meinen verblassten Erinnerungen an den ersten Band beurteilen kann) die verschiedenen und teils äußerst ausgefallenen Eigenschaften von Eva Ibbotsons Figuren prima getroffen und ihre eigenen Charaktere ergeben zusammen mit den „alten“ ein stimmiges Gesamtpaket.

Vermutlich fragen sich einige von euch mittlerweile, warum ich nach so viel Lob für das Buch nicht die volle Sternenzahl vergeben habe. Ich habe es wirklich gerne und mit viel Vergnügen gelesen, aber irgendwie hat mir insgesamt dann doch etwas gefehlt, etwas, das ich leider nicht benennen kann. Der letzte Funke wollte bei mir einfach nicht überspringen. Aber wie gesagt, ich bin trotzdem begeistert und kann das Buch auch nur empfehlen, sowohl Mädchen und Jungen ab 9 Jahren als auch deutlich älteren Leser
innen. Und für Fans von Eva Ibbotson ist „Bahnsteig 13 öffnet sich wieder“ in meinen Augen ein großes Muss.

Fazit: Sibéal Pounder hat mit „Bahnsteig 13 öffnet sich wieder“ einen spannenden, unterhaltsamen und warmherzigen Kinderroman geschrieben, mit welchem sie Eva Ibbotsons Klassiker „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ würdig fortsetzt. Wie das Original, so ist auch Sibéal Pounders Fortsetzung prall gefüllt mit fantasievollen Ideen und jeder Menge Witz und Charme und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Mir hat es viel Spaß gemacht, nach langer Zeit mal wieder in Ibbotsons magische skurrile Welt einzutauchen und mich von ihr verzaubern zu lassen. Von mir gibt es sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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