Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2022

Ein wunderbares Buch mit Gute-Laune- und Wohlfühl-Garantie!

Shortbread und Shiva
0

Da ich die „Leo & Lucy“ – Reihe von der Rebecca Elbs so gerne mag, stand für mich sofort fest, dass ich auch ihren ersten Jugendroman „Shortbread und Shiva“ unbedingt kennenlernen möchte. Auf das Buch ...

Da ich die „Leo & Lucy“ – Reihe von der Rebecca Elbs so gerne mag, stand für mich sofort fest, dass ich auch ihren ersten Jugendroman „Shortbread und Shiva“ unbedingt kennenlernen möchte. Auf das Buch war ich tierisch gespannt!

Emma (auch Em oder Shortbread genannt), Shiva und Pen sind die allerbesten Freunde und einfach unzertrennlich. Mamas alte Studenten-WG in einem ehemaligen Buchladen, in der Emma mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern lebt, ist fast schon Pens zweites Zuhause, und Shivas Großmutter Amba ist für Em wie ihre eigene Oma. In der letzten Zeit ist alles nur irgendwie schrecklich kompliziert geworden. Em empfindet inzwischen nicht mehr nur Freundschaft für Shiva – sie ist eindeutig total verknallt in ihn. Shiva scheint ihre Gefühle allerdings nicht zu erwidern, schlimmer noch, er fühlt sich offenbar zu Pen hingezogen – und diese, da ist sich Em sicher, auch zu ihm. Was soll sie nur tun? Soll sie Shiva ihre Liebe gestehen? Aber was ist, wenn sie ihre Freundschaft damit kaputtmacht?

Auf das erste Jugendbuch von Rebecca Elbs habe ich mich wirklich sehr gefreut. Es klang einfach nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack und beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick. Mir haben der Klappentext und die hübsche äußere Gestaltung zum Glück auch nicht zu viel versprochen: In meinen Augen ist Rebecca Elbs mit „Shortbread und Shiva“ ein bezaubernder Teenieroman für Leserinnen ab 12 Jahren geglückt, mit welchem sie uns eine gelungene Mischung aus unterhaltsamer Feel-Good-Story und aktuellen Themen schenkt und auch Erwachsenen eine schöne Leseunterhaltung bietet. Ich habe mich von Anfang an pudelwohl zwischen den Seiten gefühlt und sie nahezu in einem Rutsch weggeschmökert.

Geschildert wird alles aus der Sicht der 15-jährigen Emma, auch Em genannt, in der Ich-Perspektive. Mir war unsere Hauptprotagonistin mit ihrer etwas verpeilten und schüchternen Art auf Anhieb sympathisch. Mit Em hat die Autorin einfach eine echte Figur zum Gernhaben erschaffen und da ihre Empfindungen und Gedanken authentisch dargestellt werden, gelingt es einem als Leser
in spielend leicht sich in sie hineinversetzen. Bei mir zumindest war es so und ich gehe sehr davon aus, dass sich Jugendliche noch viel besser mit Em identifizieren werden als ich als Erwachsene. Ich gehöre vom Alter her ja nicht mehr so wirklich zur Zielgruppe. Da ich im Inneren aber irgendwie nach wie vor so ein richtiger Teenie bin, habe ich mich trotz allem wirklich ziemlich gut in Em hineinfühlen können.

Ems allerbeste Freunde Shiva und Pen mochte ich ebenfalls total gerne, vor allem Pen fand ich klasse. Bei Shiva habe ich ein kleines bisschen länger gebraucht, ehe ich komplett mit ihm warm geworden bin, aber schließlich habe ich auch noch ihn fest in mein Herz geschlossen.
Auch die Nebencharaktere mit ihren teils etwas schrägen Eigenschaften habe ich unheimlich liebgewonnen wie Josh, der so ein toller großer Bruder ist, und Shivas Großmutter Amba, zu der unsere Ich-Erzählerin ein ganz besonderes Verhältnis hat und die quasi eine Art Ersatzoma für sie ist. Unsympathisch war mir tatsächlich niemand, wenn ich so darüber nachdenke. Es ist schon ein wirklich herrlich bunter Haufen an liebenswerten Gestalten, mit dem das Buch bestickt ist.
Super fand ich auch, wie divers die Figuren gestaltet sind. So lebt Em in einer recht ungewöhnlichen Familien-WG, Shiva ist indischer Herkunft und auch Queerness spielt eine Rolle.

Gekonnt verpackt in einer humorvollen und zuckersüßen Geschichte werden insgesamt viele wichtige und für die Zielgruppe relevante Themen aufgegriffen wie Freundschaft, die erste Liebe, Selbstfindung, Eifersucht, Schulstress und einfach all das, was so ein kompliziertes und gefühlschaotisches Teenagerleben so mit sich bringt. Mit „Shortbread und Shiva“ hat Rebecca Elbs definitiv den aktuellen Zeitgeist getroffen, ich gehe sehr davon aus, dass sich so einige in Ems Problemen, Sorgen und Wünschen und ihrem Gedanken- und Gefühlswirrwarr wiederfinden werden.
Besonders gut gefallen hat mir, wie die innige Vertrautheit von Em, Shiva und Pen beschrieben wird. Ihre Blödeleien und Albereien; ihre amüsanten, aber auch tiefgründigen Gespräche; die Missverständnisse und Unstimmigkeiten zwischen ihnen – die Freundschaftsdynamik unseres Trios wird einfach wundervoll veranschaulicht. Ich habe die gemeinsamen Szenen mit den dreien wirklich sehr genossen, aber auch die Darstellungsweise von Ems Verknalltheit und ihr trubeliges Familienleben mochte ich richtig gerne.

Mit dem Setting hat die Story ebenfalls bei mir punkten können. Mit dem Schauplatz London kann man bei mir in der Regel einfach nie was verkehrt machen und wenn es sich dann auch noch um ein London in der Vorweihnachtszeit handelt, wie es hier der Fall ist, erst recht nicht. Kulissenmäßig bin ich definitiv auf meine Kosten gekommen.

Plottechnisch konnte mich das Buch leider nichts vollends überzeugen. Obwohl ich die Handlung an keiner Stelle als langweilig empfunden habe und es so einige überraschende Wendungen gibt, haben mich die Geschehnisse dennoch nicht durchgehend fesseln können. Mir hat insgesamt einfach etwas gefehlt, dieser letzte Funke wollte bei mir irgendwie nicht überspringen. Aber wie gesagt, ich bin trotzdem begeistert und hatte auch wirklich sehr viel Freude beim Lesen. So haben mich allein schon die Kapitelanfänge, die oft unnützes Wissen preisgeben, bestens unterhalten, aber auch die eigentliche Story hat mir immer wieder ein breites Schmunzeln entlockt. Das Buch hat sich zudem prima für mich lesen lassen. Rebecca hat einen locker-leichten und modernen Schreibstil, der absolut passend für die Altersklasse ist, und da die Kapitel schön kurz sind, kommt von Beginn an ein superangenehmer Lesefluss zustande.

Der Ausgang der Geschichte kam für ziemlich überraschend. Die Wende zum Ende hin, die Rebecca Elbs geschickt eingebaut hat, habe ich tatsächlich nicht kommen sehen und auch nicht erwartet. Also mich hat der Schluss zufriedenstellen können, er passt einfach ideal zum Rest der Geschichte und schließt diese stimmig ab.

Fazit: Die deutsche Autorin Rebecca Elbs beschert uns mit „Shortbread und Shiva“ einen wunderbaren leichtfüßigen Teenieschmöker ab 12 Jahren, der voller Wärme, Humor und Gefühlschaos steckt und von den ersten Seiten an zum Wohlfühlen einlädt. Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist ein echter Gute-Laune- und Glücklich-Macher und die perfekte Lektüre für alle RomCom-Liebhaber*innen. Ich hatte jede Menge Spaß beim Lesen und vergebe sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2022

Eine bezaubernde Geschichte voller Magie, Witz und Wärme

Eine Weihnachtsmaus namens Miika
1

Auf „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ habe ich mich richtig gefreut. Ich liebe die Weihnachtsreihe von Matt Haig, daher stand für mich sofort fest, dass ich auch die Geschichte von Mäuserich Miika unbedingt ...

Auf „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ habe ich mich richtig gefreut. Ich liebe die Weihnachtsreihe von Matt Haig, daher stand für mich sofort fest, dass ich auch die Geschichte von Mäuserich Miika unbedingt kennenlernen möchte. Und da der Audio Verlag zu meiner großen Freude auch zu diesem Titel eine ungekürzte Lesung mit Rufus Beck herausgebracht hat, habe ich, wie bereits bei den Vorgängern, sowohl das Buch als auch das Hörbuch bei mir einziehen lassen.

Irgendwo am nördlichsten Zipfel von Finnland, an einem Ort, den man auf keiner Landkarte finden kann, liegt ein kleines Dörfchen namens Wichtelgrund. Hier leben Wichtel, fliegende Rentiere und Elfen – und eine winzige Maus namens Miika. Von diesem kleinen Mäuserich handelt diese Geschichte.
Solange Miika sich erinnern kann, war er schon immer unscheinbar. Als die kleinste und schwächste Maus seines Wurfes wurde er immer übersehen und ist ständig zu kurz gekommen. Da er immerzu hungrig war und sich nach einem vollen Bauch sehnte, wagte er sich schließlich eines Tages in die große weite Welt hinaus. Gemeinsam mit dem Menschenjungen Nicholas, den er auf seiner Reise begleitet und dabei geholfen hat, seine wahre Berufung zu finden, ist er schließlich in Wichtelgrund gelandet. Anders jedoch als Nicholas, ist Miika noch auf der Suche nach seiner Bestimmung. In der Mäusedame Künna, der Kühnen hat er aber zumindest schon einmal eine Freundin gefunden. Miika möchte jedoch endlich allen beweisen, was wirklich in ihm steckt. Ob ihm seine neuen magischen Fähigkeiten vielleicht dabei helfen können? Miika wurde nämlich vor kurzem versehentlich von einem Wichtelmädchen verdrumwickt und ist nun halb Maus, halb magisch. Er ist sich jedoch unsicher, was er von diesem Zauber halten soll, im Gegensatz zu Künna, die unbedingt ausprobieren möchte, was Miika alles kann. Sie überredet ihn schließlich dazu, sich zusammen mit ihr zu den Trollen aufzumachen, um von ihnen den köstlichsten und stinkendsten Käse der Welt zu stehlen: Den sagenhaften, unfassbar leckeren Urga-Burga! Ein großes Abenteuer beginnt...

Bei mir ist es nun schon wieder eine ganze Weile her, dass ich die dreibändige Weihnachtsserie von Matt Haig gelesen und gehört habe und obwohl meine Erinnerungen an die genauen Ereignisse inzwischen nicht mehr die frischesten sind, habe ich völlig problemlos in „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ hineingefunden. Meinem Empfinden nach kann man das Buch auch ohne jegliche Vorkenntnisse lesen bzw. hören. Es hängt zwar mit der eigentlichen Reihe zusammen, erzählt aber dennoch eine eigenständige und in sich abgeschlossene Geschichte.

Miika, den wir in „Ein Junge namens Weihnacht“ als Nicolas’ treuen Begleiter kennenlernen durften, schlüpft hier nun also in die Rolle des Hauptprotagonisten und berichtet uns von seinen eigenen abenteuerlichen Erlebnissen. Ich mochte Miika bereits als Nebencharakter wahnsinnig gerne und auch dieses Mal hat er sich mit seiner liebenswerten Art und seiner großen Leidenschaft für Käse direkt in mein Herz geschlichen. Mit Miika hat der Matt Haig einfach eine bezaubernde Figur erschaffen, man muss diese süße und käseverrückte Maus einfach gernhaben.

Auch die weiteren Charaktere, mit denen dieses Buch bestückt ist, haben mir unheimlich gut gefallen. Ich fand es total schön lauter alte Bekannte wiederzusehen wie der Menschenjunge Nicholas, die Wahrheitselfe Pixie und Väterchen Topo. Auf ein paar neue Gesichter dürfen wir aber natürlich ebenfalls treffen wie zum Beispiel auf Künna die Kühne. Nett und sympathisch ist diese aufgeblasene und besserwisserische Mäusedame allerdings nicht, in ihr hat Miika definitiv keine gute Freundin gefunden. Was genau ich damit meine, werde ich euch hier jedoch nicht verraten, das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Neben den Figuren hat mich Matt Haig auch handlungstechnisch von Anfang an begeistern können.
„Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ erzählt eine warmherzige, spannende und lustige Geschichte über Mut, wahre Freundschaft, dem Wunsch nach Zugehörigkeit, das Treffen von richtigen Entscheidungen und den Glauben an sich selbst (und natürlich auch über Käse).
Miika wird sich im Verlauf des Buches bewundernswert weiterentwickeln und über sich selbst hinauswachsen, er wird erkennen, dass Käse allein nicht alles ist, sondern was wirklich wichtig ist im Leben. Die Erzählung enthält so einige wertvolle Botschaften, liebevoll und kindgerecht verpackt in einem spannenden und magischen Abenteuer bei dem unter anderen ein Drumwick-Zauber, der köstlichste Käse der Welt und eine Horde gefährlicher Trolle wichtige Rollen spielen werden. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf. Die Handlung braucht zwar ein kleines bisschen, bis sie so richtig in Schwung kommt, aber nachdem sie einmal an Fahrt aufgenommen hat, mag man aus der Erzählung wirklich gar nicht mehr auftauchen.

Die Altersangabe vonseiten des dtv Verlags liegt bei ab acht Jahren, der Audio Verlag empfiehlt das Hörbuch allerdings schon ab sechs. Also ich persönlich halte „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ für sechsjährige Kinder für noch etwas zu früh und würde Buch und Hörbuch eher ab 8 Jahren empfehlen. Da aber natürlich jedes Kind anders ist, muss man das wohl einfach individuell entscheiden.

Illustriert wurde das Buch, wie bereits Matt Haigs vorherige Weihnachtsbücher, von Chris Mould. Er hat die Erzählung mit zahlreichen detailreichen schwarz-weiß Illustrationen versehen und egal ob die kleineren oder die ganz- und doppelseitigen Bilder – alle harmonieren sie hervorragend zum Geschehen im Text und machen das Lesen zu einem einzigartigen Erlebnis.

Da ich, wie oben bereits erwähnt, auch dem Hörbuch gelauscht habe, bin ich neben der tollen Innengestaltung auch in den Genuss der genialen Vortragsweise von Rufus Beck gekommen. Er fängt die Stimmen der verschiedenen Charaktere mal wieder rundum gelungen ein und beschert uns mit seinem unvergleichlichen Vorlesetalent das allerschönste Hörvergnügen. Eines meiner Highlights waren die Trolle, die liest Rufus Beck echt klasse. Es ist wirklich einfach nur die reinste Freude ihm zuzuhören. Ein klein wenig schade fand ich nur, dass es keine Musik gibt, dies habe ich bereits bei den Hörbüchern der Vorgängerbände kritisiert. So ein paar weihnachtliche Klänge zwischendurch hätte ich nicht schlecht gefunden. Ich werde deswegen aber keinen Stern abziehen, es wäre für mich einfach das i-Tüpfelchen oben drauf gewesen.

Fazit: Eine zauberhafte Geschichte voller Magie, Witz und Wärme – und mit ganz viel leckerem Käse. Die perfekte Lektüre für gemütliche Wintertage in der Vorweihnachtszeit!
Matt Haig schenkt uns mit „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ ein wunderbares Kinderbuch für Jung und Alt, in welchem er uns auf eine ganz besondere Reise in den hohen Norden Finnlands mitnimmt. Ich kann „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ nur empfehlen, sowohl als Buch als auch als Hörbuch. Es erzählt eine so schöne Geschichte über eine kleine Maus, die lernt an sich selbst zu glauben und den Mut findet, das Richtige zu tun. Mir hat es jede Menge Spaß gemacht, den mutigen Mäuserich Miika auf seinem großem Abenteuer zu begleiten und mich dabei von der herzerwärmenden Erzählung, Chris Moulds herrlichen Illustrationen und der großartigen Vortragsweise von Rufus Beck verzaubern zu lassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2022

Eine bezaubernde Geschichte voller Magie, Witz und Wärme!

Eine Weihnachtsmaus namens Miika
0

Auf „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ habe ich mich richtig gefreut. Ich liebe die Weihnachtsreihe von Matt Haig, daher stand für mich sofort fest, dass ich auch die Geschichte von Mäuserich Miika unbedingt ...

Auf „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ habe ich mich richtig gefreut. Ich liebe die Weihnachtsreihe von Matt Haig, daher stand für mich sofort fest, dass ich auch die Geschichte von Mäuserich Miika unbedingt kennenlernen möchte. Und da der Audio Verlag zu meiner großen Freude auch zu diesem Titel eine ungekürzte Lesung mit Rufus Beck herausgebracht hat, habe ich, wie bereits bei den Vorgängern, sowohl das Buch als auch das Hörbuch bei mir einziehen lassen.

Irgendwo am nördlichsten Zipfel von Finnland, an einem Ort, den man auf keiner Landkarte finden kann, liegt ein kleines Dörfchen namens Wichtelgrund. Hier leben Wichtel, fliegende Rentiere und Elfen – und eine winzige Maus namens Miika. Von diesem kleinen Mäuserich handelt diese Geschichte.
Solange Miika sich erinnern kann, war er schon immer unscheinbar. Als die kleinste und schwächste Maus seines Wurfes wurde er immer übersehen und ist ständig zu kurz gekommen. Da er immerzu hungrig war und sich nach einem vollen Bauch sehnte, wagte er sich schließlich eines Tages in die große weite Welt hinaus. Gemeinsam mit dem Menschenjungen Nicholas, den er auf seiner Reise begleitet und dabei geholfen hat, seine wahre Berufung zu finden, ist er schließlich in Wichtelgrund gelandet. Anders jedoch als Nicholas, ist Miika noch auf der Suche nach seiner Bestimmung. In der Mäusedame Künna, der Kühnen hat er aber zumindest schon einmal eine Freundin gefunden. Miika möchte jedoch endlich allen beweisen, was wirklich in ihm steckt. Ob ihm seine neuen magischen Fähigkeiten vielleicht dabei helfen können? Miika wurde nämlich vor kurzem versehentlich von einem Wichtelmädchen verdrumwickt und ist nun halb Maus, halb magisch. Er ist sich jedoch unsicher, was er von diesem Zauber halten soll, im Gegensatz zu Künna, die unbedingt ausprobieren möchte, was Miika alles kann. Sie überredet ihn schließlich dazu, sich zusammen mit ihr zu den Trollen aufzumachen, um von ihnen den köstlichsten und stinkendsten Käse der Welt zu stehlen: Den sagenhaften, unfassbar leckeren Urga-Burga! Ein großes Abenteuer beginnt...

Bei mir ist es nun schon wieder eine ganze Weile her, dass ich die dreibändige Weihnachtsserie von Matt Haig gelesen und gehört habe und obwohl meine Erinnerungen an die genauen Ereignisse inzwischen nicht mehr die frischesten sind, habe ich völlig problemlos in „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ hineingefunden. Meinem Empfinden nach kann man das Buch auch ohne jegliche Vorkenntnisse lesen bzw. hören. Es hängt zwar mit der eigentlichen Reihe zusammen, erzählt aber dennoch eine eigenständige und in sich abgeschlossene Geschichte.

Miika, den wir in „Ein Junge namens Weihnacht“ als Nicolas’ treuen Begleiter kennenlernen durften, schlüpft hier nun also in die Rolle des Hauptprotagonisten und berichtet uns von seinen eigenen abenteuerlichen Erlebnissen. Ich mochte Miika bereits als Nebencharakter wahnsinnig gerne und auch dieses Mal hat er sich mit seiner liebenswerten Art und seiner großen Leidenschaft für Käse direkt in mein Herz geschlichen. Mit Miika hat der Matt Haig einfach eine bezaubernde Figur erschaffen, man muss diese süße und käseverrückte Maus einfach gernhaben.

Auch die weiteren Charaktere, mit denen dieses Buch bestückt ist, haben mir unheimlich gut gefallen. Ich fand es total schön lauter alte Bekannte wiederzusehen wie der Menschenjunge Nicholas, die Wahrheitselfe Pixie und Väterchen Topo. Auf ein paar neue Gesichter dürfen wir aber natürlich ebenfalls treffen wie zum Beispiel auf Künna die Kühne. Nett und sympathisch ist diese aufgeblasene und besserwisserische Mäusedame allerdings nicht, in ihr hat Miika definitiv keine gute Freundin gefunden. Was genau ich damit meine, werde ich euch hier jedoch nicht verraten, das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Neben den Figuren hat mich Matt Haig auch handlungstechnisch von Anfang an begeistern können.
„Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ erzählt eine warmherzige, spannende und lustige Geschichte über Mut, wahre Freundschaft, dem Wunsch nach Zugehörigkeit, das Treffen von richtigen Entscheidungen und den Glauben an sich selbst (und natürlich auch über Käse).
Miika wird sich im Verlauf des Buches bewundernswert weiterentwickeln und über sich selbst hinauswachsen, er wird erkennen, dass Käse allein nicht alles ist, sondern was wirklich wichtig ist im Leben. Die Erzählung enthält so einige wertvolle Botschaften, liebevoll und kindgerecht verpackt in einem spannenden und magischen Abenteuer bei dem unter anderen ein Drumwick-Zauber, der köstlichste Käse der Welt und eine Horde gefährlicher Trolle wichtige Rollen spielen werden. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf. Die Handlung braucht zwar ein kleines bisschen, bis sie so richtig in Schwung kommt, aber nachdem sie einmal an Fahrt aufgenommen hat, mag man aus der Erzählung wirklich gar nicht mehr auftauchen.

Die Altersangabe vonseiten des dtv Verlags liegt bei ab acht Jahren, der Audio Verlag empfiehlt das Hörbuch allerdings schon ab sechs. Also ich persönlich halte „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ für sechsjährige Kinder für noch etwas zu früh und würde Buch und Hörbuch eher ab 8 Jahren empfehlen. Da aber natürlich jedes Kind anders ist, muss man das wohl einfach individuell entscheiden.

Illustriert wurde das Buch, wie bereits Matt Haigs vorherige Weihnachtsbücher, von Chris Mould. Er hat die Erzählung mit zahlreichen detailreichen schwarz-weiß Illustrationen versehen und egal ob die kleineren oder die ganz- und doppelseitigen Bilder – alle harmonieren sie hervorragend zum Geschehen im Text und machen das Lesen zu einem einzigartigen Erlebnis.

Da ich, wie oben bereits erwähnt, auch dem Hörbuch gelauscht habe, bin ich neben der tollen Innengestaltung auch in den Genuss der genialen Vortragsweise von Rufus Beck gekommen. Er fängt die Stimmen der verschiedenen Charaktere mal wieder rundum gelungen ein und beschert uns mit seinem unvergleichlichen Vorlesetalent das allerschönste Hörvergnügen. Eines meiner Highlights waren die Trolle, die liest Rufus Beck echt klasse. Es ist wirklich einfach nur die reinste Freude ihm zuzuhören. Ein klein wenig schade fand ich nur, dass es keine Musik gibt, dies habe ich bereits bei den Hörbüchern der Vorgängerbände kritisiert. So ein paar weihnachtliche Klänge zwischendurch hätte ich nicht schlecht gefunden. Ich werde deswegen aber keinen Stern abziehen, es wäre für mich einfach das i-Tüpfelchen oben drauf gewesen.

Fazit: Eine zauberhafte Geschichte voller Magie, Witz und Wärme – und mit ganz viel leckerem Käse. Die perfekte Lektüre für gemütliche Wintertage in der Vorweihnachtszeit!
Matt Haig schenkt uns mit „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ ein wunderbares Kinderbuch für Jung und Alt, in welchem er uns auf eine ganz besondere Reise in den hohen Norden Finnlands mitnimmt. Ich kann „Eine Weihnachtsmaus namens Miika“ nur empfehlen, sowohl als Buch als auch als Hörbuch. Es erzählt eine so schöne Geschichte über eine kleine Maus, die lernt an sich selbst zu glauben und den Mut findet, das Richtige zu tun. Mir hat es jede Menge Spaß gemacht, den mutigen Mäuserich Miika auf seinem großem Abenteuer zu begleiten und mich dabei von der herzerwärmenden Erzählung, Chris Moulds herrlichen Illustrationen und der großartigen Vortragsweise von Rufus Beck verzaubern zu lassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.11.2022

Eine wundervolle neue Cinderella-Version!

Disney. Twisted Tales: Geheimnisvolle Liebe (Cinderella)
0

Da Cinderella schon immer zu meinen liebsten Disneyfilmen gehört hat und mir meine bisherigen Werke von Elizabeth Lim sehr gut gefallen haben, habe ich mich auf „Geheimnisvolle Liebe“ wahnsinnig gefreut. ...

Da Cinderella schon immer zu meinen liebsten Disneyfilmen gehört hat und mir meine bisherigen Werke von Elizabeth Lim sehr gut gefallen haben, habe ich mich auf „Geheimnisvolle Liebe“ wahnsinnig gefreut. Das Buch war ein absolutes Must-Have für mich.

Dank ihrer guten Fee hat es Cinderella auf den königlichen Ball geschafft und gemeinsam mit dem Prinzen einen unvergesslichen Abend verbracht. Doch da der magische Zauber um Mitternacht verpufft und sie zudem unbedingt vor ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern zu Hause sein muss, muss sie den Ball rechtzeitig verlassen. Auf ihrer Flucht verliert sie einen ihrer gläsernen Schuhe, allerdings hat sie keine Zeit ihn wieder einzusammeln. So bleibt dem Prinzen nur dieser Glasschuh von seiner Tanzpartnerin, die ihn sofort verzaubert hat und von der er noch nicht einmal den Namen weiß. Er muss sie unbedingt wiederfinden, nur leider bleibt die Suche erfolglos. Keinem Mädchen im Land passt der verlorene Schuh, was keine Überraschung ist, schließlich wurde Cinderella von ihrer Stiefmutter Lady Tremaine daran gehindert, den Glaspantoffel anzuprobieren. Als Lady Tremaine sie dann auch noch verkauft, beschließt Cinderella zu fliehen. Ihr Weg führt sie zum Palast, wo sie die neue Zofe von Herzogin Geneviève wird – der Tante von Prinz Karl. Am Königshofe ist jedoch eine große Verschwörung im Gange, deren Ziel es ist, den König und seinen Sohn zu entmachten. Ob es Cinderella wohl gelingen wird, diese finsteren Machenschaften aufzuhalten und das Königreich zu retten?

Von Elizabeth Lim habe ich bereits ihre Adaption von Disneys „Mulan“ gelesen („Dunkle Schatten“), die mir gut gefallen hat. „Geheimnisvolle Liebe“ war also mein zweiter Twisted-Tales-Band aus ihrer Feder und tja, was soll ich sagen, auch mit diesem hat mich die US-amerikanische Autorin begeistern können. Ich persönlich finde ihre Neuinterpretation von „Cinderella“ sogar noch etwas besser als die von „Mulan“. Elizabeth Lim hat erneut gekonnt mit einem beliebten Disney-Märchen gespielt und beschert uns mit „Geheimnisvolle Liebe“ eine faszinierende alternative Cinderella-Story, die viel Vertrautes enthält, die zugleich aber auch ganz anders als der Filmklassiker ist und voller origineller Ideen steckt.

Zu Beginn ähnelt die Geschichte noch sehr dem Film. Wir befinden uns gemeinsam mit Cinderella auf dem Ball und als die Uhr Mitternacht schlägt, flüchten wir mit ihr aus dem Palast. Wie in der ursprünglichen Fassung, so verliert Cinderella auch in dieser Ausgabe einen Glasschuh, allerdings wird es ihr nicht gelingen ihn anzuprobieren. Hier folgt der alles verändernde Twist und die Story schlägt eine vollkommen neue Richtung ein.
Mir hat Elizabeth Lims Cinderella-Version insgesamt echt gut gefallen. Sie ist dunkler, spannender und tiefgründiger als das Original und kann mit deutlich mehr Wendungen, Geheimnissen und Intrigen aufwarten. Der märchenhafte Zauber geht bei dem Ganzen nur leider etwas verloren, zumindest mir hat es stellenweise etwas an magischer Atmosphäre gefehlt. Groß gestört hat es mich letztendlich aber nicht, mir hat es trotzdem unheimlich viel Freude bereitet, in eine mir wohlvertraute Welt einzutauchen und sie auf eine neue Art und Weise entdecken und erleben zu dürfen.

Spielen tut die Geschichte hauptsächlich im Palast. Wirklich große Kulissenwechsel gibt es eher weniger, aber da die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert wird, bleibt das Ganze dennoch abwechslungsreich und wird nie langweilig. Also ich mochte das Setting total gerne. Ich hatte beim Lesen sofort die Bilder aus dem Zeichentrickfilm im Kopf und fand es richtig aufregend, mich zusammen mit Cinderella in das Palastleben zu stürzen.

Was die Charaktere anbelangt, kann ich mich ebenfalls nur positiv äußern. Elizabeth Lim ist es in meinen Augen prima geglückt, bekannte Figuren so wiederzugeben, dass sie trotz ihrer Veränderungen ihren jeweiligen Charme aus dem Film besitzen. Wir bekommen zudem eine Menge interessante Hintergrundinformationen zu einigen Personen geliefert, was sie noch greifbarer werden lässt. So ist Cinderella das herzensgute Mädchen, wie wir es kennen und lieben, gleichzeitig ist sie aber auch reifer und stärker und viel präsenter als in der klassischen Erzählung.
Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung von Prinz Karl. Im Gegensatz zum Film, in welchem ich ihn immer als ziemlich blass empfunden habe, nimmt er hier eine deutlich größere Rolle ein und besitzt viel mehr Vergangenheit und Tiefe.
Auch auf neue Gesichter dürfen wir treffen wie zum Beispiel auf die Näherin Louisa, in der Cinderella eine großartige Freundin finden wird, oder die Schwester des Königs, die Cinderellas neue Dienstherrin ist und die definitiv eine meiner Favoriten war. Ich fand diese resolute ältere Dame einfach nur richtig cool, mich hat sie mit ihrer unnachahmlichen Art bestens unterhalten.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Mich hat die Handlung durchweg packen und fesseln und des öfteren überraschen können, sodass ich ordentlich ins Mitfiebern geraten bin und das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Es liest sich zudem auch richtig gut und angenehm. Elizabeth Lim hat einen wunderschönen Erzählstil und da sie sämtliche Dinge sehr anschaulich und atmosphärisch beschreibt, kann man sich alles bildhaft vorstellen und hat förmlich das Gefühl, selbst dort zu sein.

Das Ende hat mich ebenfalls überzeugen können. Alles wird zufriedenstellend geklärt, sodass man glücklich wieder aus den Seiten auftauchen kann. Aber apropos Seiten: Oben auf den rechten Seiten hat sich ein Fehler eingeschlichen. Irgendwie steht dort, dass das Buch von Liz Braswell geschrieben wurde statt von Elizabeth Lim. Ich werde deswegen aber natürlich keinen Stern abziehen, ich wollte es einfach nur mal erwähnt haben.

Fazit: Elizabeth Lim hat mit „Geheimnisvolle Liebe“ eine weitere tolle Neuerzählung eines berühmten Disneyklassikers aufs Papier gebracht, die eine wunderbare Mischung aus Altbekannt und Neu enthält und deutlich düsterer und erwachsener als das Original ist. Wenn ihr Lust darauf habt, mal eine völlig andere Version von „Cinderella“ kennenzulernen, kann ich euch „Geheimnisvolle Liebe“ echt nur ans Herz legen. Und für Disney-Fans ist dieses Buch in meinen Augen ein großes Muss. Also ich bin begeistert und hoffe sehr auf weitere Twisted-Tales-Bände von Elizabeth Lim. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.11.2022

Eine richtig tolle Aladdin-Neuinterpretation!

Disney. Twisted Tales: Leuchtende Wunderwelt (Aladdin)
0

Da ich ein großer Disney- und Aladdin-Fan bin und die Twisted-Tales-Serie sehr gerne mag, habe ich mich auf „Leuchtende Wunderwelt“ tierisch gefreut. Das Buch war natürlich ein absolutes Must-Have für ...

Da ich ein großer Disney- und Aladdin-Fan bin und die Twisted-Tales-Serie sehr gerne mag, habe ich mich auf „Leuchtende Wunderwelt“ tierisch gefreut. Das Buch war natürlich ein absolutes Must-Have für mich!

Während Aladdin ein Leben in Armut führt und sich mit Diebstählen über Wasser hält, führt Prinzessin Jasmin ein wohlbehütetes Leben im Palast. Obwohl sie nicht weit voneinander entfernt aufgewachsen sind, kommen sie doch aus zwei völlig unterschiedlichen Welten. Vermutlich wären sie sich nie begegnet, wenn sich Jasmin nicht eines Tages aus dem Palast geschlichen hätte und von Aladdin gerettet wird. Kurz nach ihrem Kennenlernen werden die beiden aber schon wieder voneinander getrennt und Aladdin wird verhaftet. Um seiner Gefangenschaft zu entfliehen, geht er einen Handel mit einem Mitgefangenen ein. Er soll ihm aus einer geheimen Höhle eine Wunderlampe holen. Doch als Aladdin ihm die Lampe übergibt, entpuppt sich der alte Mann als der machthungrige Dschafar, der nur ein Ziel verfolgt: Die Herrschaft über das ganze Königreich an sich zu reißen. Er nutzt die ersten beiden Wünsche des Dschinnis, um Sultan und der mächtigste Zauberer der Welt zu werden. Aladdin und Jasmin setzen sofort alles daran, um ihn aufzuhalten. Ob es ihnen gemeinsam mit dem Volk von Agrabah gelingen wird?

Von Liz Braswell habe ich inzwischen schon so einige Twisted-Tales-Bände gelesen. Nicht alle haben mich überzeugen können, manche fand ich leider nur so lala. „Leuchtende Wunderwelt“ gehört aber definitiv nicht dazu, für mich ist dieser Teil sogar einer der besten Bände der Reihe. In meinen Augen ist der US-amerikanischen Autorin Liz Braswell mit „Leuchtende Wunderwelt“ eine richtig coole Neuerzählung von Disneys „Aladdin“ geglückt. Sie hat gekonnt aus einer bekannten Geschichte ihr eigenes Ding gemacht, ohne dass der Geist aus dem Zeichentrickfilm dabei verloren geht, und beschert uns eine Story, die ganz anders als Original ist, zugleich aber auch etwas herrlich Vertrautes hat.

Ich habe mich von den ersten Seiten an rundum wohl zwischen den Buchdeckeln gefühlt. Liz Braswell ist es meiner Ansicht nach wirklich hervorragend gelungen dieses besondere Aladdin-Feeling aus dem Film einzufangen und aufs Papier zu bringen. Vor allem der Beginn, der ziemlich genau so abläuft wie der aus dem Klassiker, verströmt die pure Disney-Aladdin-Magie. Die komplette Kulisse wird einfach klasse beschrieben, überaus bildhaft und atmosphärisch, sodass man beim Lesen ein wahres Kopfkino hat und richtiggehend das Gefühl hat, selbst dort zu sein. Um in den vollen Genuss dieser einzigartigen Stimmung zu kommen, sollte man den Film aber natürlich gesehen haben. Man kann das Buch zwar auch ohne Vorwissen problemlos lesen, allerdings würde ich davon abraten. Generell kann ich bei dieser Reihe nur empfehlen, die Filme, auf denen die Bände beruhen, zu kennen. Das Lesevergnügen ist dann einfach ein viel höheres.

Auch figurentechnisch hat Liz Braswell einen überzeugenden Job gemacht. Sie hat es geschafft bekannte Charaktere so darzustellen, dass sie einerseits schon irgendwie anders sind, aber dennoch ihren Charme und ihre jeweiligen Besonderheiten aus dem Film besitzen. Aladdin und sein Affe Abu, Jasmin und ihr Tiger Rajah, der Dschinni, Jafar und Rasoul – alle sind sie mit von der Partie. Bei manchen von ihnen erhalten wir zudem neue interessante Hintergrundinformationen, sodass sie noch greifbarer sind und man sich mühelos in sie hineinversetzen kann. So erfahren wir in den ersten Kapiteln zum Beispiel mehr über Aladdins Vergangenheit.
Auch neue Gesichter dürfen wir kennenlernen wie Morgana und Duban, die früher mal mit Aladdin befreundet waren und die mit ihrer Diebesbande sehr wichtige Rollen in der Geschichte spielen.
Mir persönlich hat Jasmin besonders gut gefallen. Sie nimmt in diesem Buch einen viel größeren Part ein als im Film und legt im Verlauf der Erzählung einen bewundernswerten Mut und Kampfgeist zutage. Mich hat es beeindruckt zu sehen, wie die Prinzessin ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und bei dem Versuch, gemeinsam mit Aladdin und seinen Freunden ihr Land vor dem machtbesessenen Dschafar zu retten, über sich selbst hinauswachsen wird.
Aladdin ist der Person aus der ursprünglichen Fassung sehr ähnlich geblieben, vor allem am Anfang ist er der schlagfertige und gewitzte junge Mann, wie wir ihn kennen und lieben. Doch auch er wird sich weiterentwickeln und wirkt erwachsener und ernster als im Film.
Wer bei dem Ganzen leider etwas zu kurz kommt, ist der Dschinni. Fand ich irgendwie schon etwas schade, ich liebe einfach den Humor von diesem Flaschengeist. Dass seine Auftritte nur so kurz sind, hat mich letztendlich dann aber eigentlich doch nicht gestört. Mich hat Liz Braswell trotz allem mit sämtlichen Charakterdarstellungen gänzlich überzeugen können.

Was die Story anbelangt, habe ich euch ja bereits berichtet, dass sie zunächst noch sehr dem Film entspricht. Die alles verändernde Wende lässt jedoch nicht lange auf sich warten, allerdings kommt sie ein wenig anders als gedacht. Der Untertitel wurde leider etwas unpassend gewählt. Finden tut Aladdin die Wunderlampe nämlich schon, nur behalten wird er sie nicht. Er wird sie an Jafar übergeben und ab da schlägt die Handlung eine vollkommen andere Richtung ein.

Die Geschichte ist insgesamt deutlich finsterer, brutaler und emotionaler als die im Film. Sie ist zwar durchaus noch romantisch und besitzt auch unterhaltsame Momente, allerdings ähnelt sie ab dem großen Twist kaum noch dem fröhlich-bunten Zeichentrickfilm. Als ein Kinderbuch kann man Liz Braswells Aladdin-Adaption daher nicht bezeichnen. Es wird gekämpft, Köpfe werden verdreht und Menschen sterben. Zu heftig wird es zwar nicht, es handelt sich hier schließlich um einen Roman für Leser*innen ab 12 Jahren, aber es geht schon ordentlich zur Sache. Mitzittern, mitbangen und ohne Ende mitfiebern ist hier zweifellos angesagt.
Also ich mochte diese dunkle Aladdin-Version echt gerne. Ich hatte jede Menge Spaß beim Lesen und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, weil es mich so sehr gepackt, gefesselt und begeistert hat. Es liest zudem richtig gut und schnell. Liz Braswell hat einen sehr schönen, flüssigen Schreibstil, die Kapitel sind angenehm kurz und es gibt immer wieder Perspektivwechsel, die das Leseerlebnis nur noch mitreißender und abwechslungsreicher gestalten. Man fliegt nur so durch die Seiten und hat die Geschichte im Nu durchgeschmökert.

Fazit: Fesselnd, düster, ergreifend. Ein märchenhaftes Abenteuer voller Spannung und Magie.
Dies war nun schon mein sechster Twisted-Tales-Band aus der Feder von Liz Braswell und für mich zählt er definitiv zu meinen Favoriten. „Leuchtende Wunderwelt“ ist eine weitere tolle Neuinterpretation eines berühmten Disneyklassikers, in der wir eine bekannte Welt auf eine völlig neue Art und Weise kennenlernen und erleben dürfen, zugleich aber auch in den Genuss von ganz viel wunderbar vertrautem Disney-Zauber kommen. Mir hat es unheimlich viel Freude bereitet, mich von Liz Braswell nach Agrabah mitnehmen zu lassen und Aladdin, Jasmin und Co. auf ihrem Kampf für das Gute zu begleiten. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere