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Veröffentlicht am 25.02.2022

Außergewöhnlich, authentisch, ehrlich, wichtig und ergreifend!

Ey hör mal!
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Als ich das erste Mal von „Ey hör mal!“ hörte, konnten der originelle Titel und das auffällige gelbe Cover meine Neugierde sofort wecken. Da mich auch der Klappentext direkt ansprach und der Roman zudem ...

Als ich das erste Mal von „Ey hör mal!“ hörte, konnten der originelle Titel und das auffällige gelbe Cover meine Neugierde sofort wecken. Da mich auch der Klappentext direkt ansprach und der Roman zudem als die Jugendbuch-Sensation aus Norwegen gilt, stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich das Debüt von Gulraiz Sharif kennenlernen möchte.

Die Sommerferien haben in Norwegen begonnen. Für die meisten norwegischen Norweger ist dies ein großer Grund zur Freude, endlich können sie verreisen und Urlaub machen. Wenn man aber ein Norweger mit pakistanischen Wurzeln ist und nicht das Geld für tolle Hütten am Berg oder See hat, sind Sommerferien nicht so eine super Sache. Der 15-jährige Mahmoud, der aus einer pakistanischen Einwandererfamilie stammt, hat sich schon auf viele ziemlich lange Tage in seinem Plattenbau-Viertel am Rand von Oslo eingestellt, in denen er nichts groß tun wird als zum Supermarkt zu gehen und Einkäufe für seine Mutter zu erledigen. Doch in diesem Jahr wird der Sommer anders. Onkel Ji aus Pakistan kommt zu Besuch und Mahmoud soll den Stadtführer für ihn spielen. Es könnte eigentlich doch ein recht guter Sommer werden, wäre da nicht Mahmouds kleiner Bruder Ali, dessen merkwürdiges Benehmen dem Onkel irgendwann auffällt. Ali spielt gerne mit Puppen, er interessiert sich für Disney-Prinzessinnen und verhält sich überhaupt nicht so, wie sich ein Pakistani-Junge verhalten sollte.

Ungewöhnlich – dies wäre das erste Wort, das mir in den Sinn kommt, um das Debüt von Gulraiz Sharif zu beschreiben. Dem norwegischen Autor ist mit „Ey hör mal!“ zweifellos etwas Einzigartiges gelungen, das sich von der Masse abhebt und das in meinen Augen zurecht so viele positive Kritiken erhalten hat. Jedermanns Sache wird dieses Buch wohl nur wahrscheinlich nicht sein. Die Art und Weise wie die Geschichte geschrieben ist und erzählt wird, kann man nur als speziell und gewöhnungsbedürftig bezeichnen. Was man aber definitiv auch über sie sagen kann: Sie passt einfach nur perfekt zur Story und verleiht dieser enorm an Authentizität.
Hinsichtlich des Schreibstils sollte ich nur vielleicht besser mal vorwarnen: Wir bekommen es hier mit sehr viel Umgangssprache zu tun. Wörter wie „Alter“ und „Digga“ fallen ständig und wer sich an so etwas stören sollte, wird vermutlich nicht so viel Freude mit dem Buch haben. Ich habe in der Regel kein Problem damit, wobei ich schon sagen muss, dass es mir mit dem Jugendjargon manchmal dann doch schon wieder etwas zu viel des Guten war. Zudem habe ich ein kleines bisschen gebraucht, ehe ich mich an den umgangssprachlichen Slang gewöhnt habe. Nachdem ich mich aber einmal reingefuchst hatte, hat sich das Buch für mich angenehm flüssig, mitreißend und ausgesprochen amüsant lesen lassen. Manche Formulierungen und Vergleiche unseres 15-jährigenHauptprotagonisten fand ich einfach nur herrlich, da bin ich aus dem Schmunzeln teils gar nicht mehr herausgekommen.

Mahmoud, aus dessen Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird, besitzt eine wunderbar unterhaltsame Art uns von den Geschehnissen zu berichten. Ich mochte Mahmouds Humor auf Anhieb, auch wenn er manchmal schon recht derb und fäkal ist. Unser Protagonist macht dabei aber niemals einen ungebildeten Eindruck oder so, ganz im Gegenteil. Trotz seiner sehr flapsigen Ausdrucksweise wird sofort deutlich, dass er ein äußerst kluger und intelligenter Junge ist und sich über vieles seine Gedanken macht. Also ich fand Mahmoud großartig, er ist ein total witziger und herzlicher Typ, mir war er vom ersten Moment an sympathisch, und da sein Fühlen, Denken und Handeln jederzeit überzeugend und absolut nachvollziehbar dargestellt wird, habe ich mich mühelos in ihn hineinversetzen können.
Ich fand es ungemein spannend und interessant Mahmouds Gedankengänge mitzuverfolgen, seine schonungslos realistische Sicht auf die Dinge kennenzulernen und mich von ihm in eine Welt mitnehmen lassen, die mir ziemlich fremd ist.

Als Leser*in dürfen wir den Alltag einer muslimischen Einwandererfamilie in Oslo kennenlernen und erleben mit, mit wie viel Diskriminierung und Ungerechtigkeit pakistanische Ausländer in Norwegens Hauptstadt täglich konfrontiert werden. Das Buch setzt sich insgesamt mit zahlreichen aktuellen Themen auseinander wie Familie, kultureller Konflikt, Rassismus, Armut und Ausgrenzung. Beschönigt wird dabei nichts, uns wird die ganze unverblümte Wahrheit vor Augen geführt. Da aber, wie oben bereits erwähnt, alles mit viel Humor und Leichtigkeit erzählt wird, wird die Story an keiner Stelle zu ernst oder erschütternd.

Mit Mahmouds kleinem Bruder Ali bringt der Autor dann noch die wichtige Thematik sexuelle Identität mit ein. Da hat mir unheimlich gut gefallen, wie die Reaktionen der einzelnen Familienmitglieder auf Alis Gefühle dargestellt werden: Völlig glaubhaft und authentisch und mit viel Herz und Empathie. Besonders bewegt hat mich Mahmouds Verhalten. Obwohl er Ali nicht komplett versteht, unterstützt er ihn so gut er kann, hält zu ihm und setzt sich für ihn ein. Mahmoud ist einfach klasse. So einen tollen großen und verständnisvollen Bruder, der immer für mich da ist, hätte ich auch gerne.

Fazit: Gulraiz Sharif hat mit „Ey hör mal!“ ein ganz besonderes und starkes Jugendbuch geschrieben, bei welchem ich sehr hoffe, dass es auch hier bei uns in Deutschland eine große Leserschaft erhalten wird. Mich hat der norwegische Autor mit seinem Debütroman richtig begeistert können. Die Geschichte behandelt viele überaus wichtige Themen und regt zum Nachdenken an, sie ist außergewöhnlich, ehrlich, humorvoll und ergreifend und steckt voller Sprachgewalt, ungeschönter Wahrheiten und beeindruckender Echtheit. Ich kann nur sagen: Ey hört mal, lest dieses Buch!
Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 25.02.2022

Ein fantastisches Abenteuer voller Spannung und Magie!

Fabula - Das Portal der dreizehn Reiche
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Da mich Akram El-Bahay mit seinen bisherigen Kinder- und Jugendbüchern hellauf begeistern konnte, war ich augenblicklich Feuer und Flamme, als ich von seinem neuen Werk „Fabula – Das Portal der dreizehn ...

Da mich Akram El-Bahay mit seinen bisherigen Kinder- und Jugendbüchern hellauf begeistern konnte, war ich augenblicklich Feuer und Flamme, als ich von seinem neuen Werk „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ hörte. Bei einem Blick auf das umwerfende Cover war es sofort um mich geschehen – ich liebe einfach den Zeichenstil von dem Max Meinzold – und auch der Klappentext sprach mich direkt an. Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich den neuen Kinder-Fantasyroman von Akram El-Bahay kennenlernen möchte.

Die 13-jährigen Zwillinge Will und Charlotte leben gemeinsam mit ihrer Mutter in einer Wohnung in New York City. Als die Geschwister eines Tages mit ihrer Klasse einen Schulausflug in den Central Park machen, wird sich das Leben der beiden schlagartig ändern. Will wird während des Ausflug etwas Unglaubliches beobachten: Zwei seltsame kleine, menschenähnliche Wesen mit fast durchsichtigen Flügeln und spitzen Ohren, die um einen großen Baum herumflattern und mit leisen, schönen Stimmen wispern. Kann das wirklich sein oder hat Will sich das nur eingebildet? Als kurz darauf die Mutter der Zwillinge spurlos verschwindet und die beiden zu Hause eine gruselige Frau erwartet, ist sich Will sicher, dass seine Beobachtung im Park kein Traum war. Bei der Frau handelt es sich um eine Furie und die zwei kleinen Geschöpfe stellen sich schließlich als Elfen heraus. Und nicht nur das: Der Baum entpuppt sich als ein Portal, das in das magische Reich Fabula führt, die Heimat der Fabelwesen. Diese fantastische Welt schwebt allerdings in großer Gefahr und nur Will und Charlotte können sie retten. Ein unvergessliches Abenteuer beginnt...

Wer schon etwas aus der Feder von Akram El-Bahay gelesen hat, wird mir sicherlich recht geben, dass er ein Meister im Erfinden und Schreiben von phantastischen Geschichten ist. Seine Bücher nehmen uns stets in die faszinierendsten Welten voller außergewöhnlicher fantasievoller Geschöpfe mit und werden auf eine bildgewaltige und märchenhafte Weise erzählt. Genau das habe ich mir auch von „Fabula“ erhofft und wisst ihr was? Ich habe es zu meiner großen Freude auch bekommen!
Mich hat der deutsche Autor mit seinem neuen Kinder-Fantasyroman vollkommen verzaubern können. Ich habe insgesamt herrliche Lesestunden mit dem Buch verbracht und es für meinen Geschmack viel zu schnell beendet.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir spielend leicht. Der fesselnde und bildliche Schreibstil von Akram El-Bahay hat mich mal wieder auf Anhieb begeistern und mitreißen können und auch von der Handlung war ich von den ersten Seiten an völlig gebannt.
Anfangs befinden wir uns noch unserer Welt, genauer gesagt im Central Park. Geschildert wird alles abwechselnd aus den Perspektiven der 13-jährigen Zwillinge Will und Charlotte, jeweils in der dritten Person, wobei die Anteile von Will meinem Empfinden nach dominieren. So sind auch die ersten Kapitel aus seinem Blickwinkel geschrieben.

Will habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen. Er ist ein total lieber und humorvoller Typ und auch wenn er es mit der Wahrheit öfters nicht so genau mit und von seinem großen Talent – das Ausdenken von Lügen – gerne Gebrauch macht, muss man ihn einfach mögen.
Charlotte war mir erst nicht ganz so sympathisch, was vermutlich daran lag, dass wir sie zunächst aus der Sicht ihres Bruders kennenlernen und dieser keine wirklich gute Meinung über sie hat. Will nervt es einfach nur tierisch, dass seine Schwester in allem stets die Beste sein will – was sie in der auch Regel ist – und immer so furchtbar neunmalklug und besserwisserisch ist. Das Verhältnis der Geschwister ist leider nicht das beste, das wird sofort deutlich, allerdings, so viel sei schon mal gesagt: Dies wird sich noch ändern. Die Zwei werden noch erkennen, dass die Eigenschaften, die sie an dem jeweils anderen nicht leiden können, in Wahrheit große Stärken sind und sich endlich näherkommen, sie werden beide eine wunderbare Entwicklung durchmachen und während ihres Abenteuers über sich selbst hinauswachsen. Zudem werden sie ganz erstaunliche Kräfte in sich entdecken, aber diesbezüglich werde ich hier nicht weiter ins Detail gehen, ich möchte schließlich nicht zu verraten.

Aber noch mal kurz zurück zu Charlotte. Ich habe sie schließlich doch noch sehr liebgewonnen und da sowohl sie auch Will jederzeit authentisch wirken, habe ich mich mühelos in die beiden hineinversetzen können und richtig mit ihnen mitgefiebert, mitgefühlt und mitgebibbert.
Gemeinsam mit den Zwillingen wird es uns ziemlich schnell nach Fabula verschlagen – eine mystische Welt voller Fabelwesen, wundersamer Orte, Gefahren und Geheimnisse. Mit dem Reich Fabula hat Akram El-Bahay einfach ein geniales Setting erschaffen. Ich habe es vom ersten Moment an geliebt und es zutiefst genossen, es gemeinsam mit den Geschwistern zu erkunden.

Für Fantasyfreunde ist dieses Buch definitiv ein echter Leckerbissen und absolutes Muss. Akram El-Bahay hat seiner Fantasie mal wieder ihren freien Lauf gelassen und die Erzählung mit zahlreichen magischen Kreaturen versehen. Zwerge, Feen, Elfen, Furien, Zentauren...alle sind sie in Fabula zu Hause. Nett sind sie jedoch nicht alle. Es treiben auch so einige böse Gestalten in dieser Welt ihr Unwesen und verfolgen äußerst finstere Pläne – Pläne, die Will und Charlotte unbedingt vereiteln müssen. Wie gut, dass die Kinder auf viele hilfsbereite und freundliche Personen treffen werden, die sie bei ihrer Mission unterstützen werden. Da hätten wir zum Beispiel den Jäger Orion, einer meiner persönlichen Lieblinge, oder den Zwerg Hoin, den ich ebenfalls besonders gerne mochte und der mir des öfteren so einige Gründe zum Schmunzeln geliefert hat.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle auf. Die Handlung kann mit jeder Menge Spannung, Action, Kopfkino und Überraschungen aufwarten und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil es so packend ist und einfach so viel Spaß macht.
Überaus gut gefallen hat mir auch, dass die Story viele wertvolle Themen enthält wie Familie, Geschwisterliebe, Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Besonders toll aber fand ich die Botschaft, die uns nähergebracht wird: Der Glaube an die Fantasie und die Magie. Worte und Geschichten sind etwas so Wichtiges und Wunderschönes – wir Menschen dürfen auf gar keinen Fall damit aufhören, unsere Vorstellungskraft zu nutzen und davon zu erzählen, denn ansonsten würden keine Geschichten existieren und ganze Welten verschwinden. Ich musste da ja unweigerlich an „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende denken, schließlich wird dort dasselbe vermittelt. Für mich kamen beim Lesen stellenweise sogar leichte „Die unendliche Geschichte“ - Vibes auf, aber keine Sorge, in „Fabula“ wirkt nichts abgekupfert. Akram El-Bahay hat auf jeden Fall etwas Eigenständiges und Einzigartiges geschaffen.

Enden tut die Geschichte sehr abgeschlossen, sodass ich davon ausgehe, dass es sich bei dem Buch einen Einzelband handelt. Potenzial für eine Fortsetzung wäre allerdings durchaus vorhanden. Na, lassen wir uns überraschen, ob es uns zusammen mit Will und Charlotte noch ein weiteres Mal nach Fabula verschlagen wird. Also ich würde mich über einen zweiten Teil sehr freuen.

Fazit: Ein großartiges Abenteuer über die Macht des Geschichtenerzählens und die Wichtigkeit der Fantasie!
Akram El-Bahay hat mit „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ einen rundum gelungenen Fantasyschmöker ab 10 Jahren aufs Papier gebracht, den ich jedem, der gerne fantastische und märchenhafte Geschichten liest, nur ans Herz legen kann. Mir hat es unheimlich viel Freude bereitet in dieses Buch einzutauchen und mich von den magischen Worten und wundervollen Ideen von Akram El-Bahay verzaubern zu lassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Berührend, tiefgründig, wunderschön!

Ein Lied für Blue
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Als ich das erste Mal von dem Buch „Ein Lied für Blue“ hörte, wusste ich sofort, dass ich es lesen muss. Der Klappentext klang einfach so gut und beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick. ...

Als ich das erste Mal von dem Buch „Ein Lied für Blue“ hörte, wusste ich sofort, dass ich es lesen muss. Der Klappentext klang einfach so gut und beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick. Ich ließ es also sehr gerne bei mir einziehen.w

Eine Welt ohne jegliche Geräusche – für die 12-jährige Iris ist das völlig normal. Sie ist schon gehörlos zur Welt gekommen, was sie allerdings nie von irgendetwas abgehalten hat. Manchmal fühlt sie sich jedoch ziemlich allein und unverstanden. Vor allem seit ihr Großvater verstorben ist, der wie die Großmutter ebenfalls taub war, überfällt Iris oft eine große Einsamkeit. Glücklich und zu Hause fühlt sie sich eigentlich nur noch in ihrer Elektronikwerkstatt, in welcher sie am liebsten an alten Radios herumschraubt.
Eines Tages erfährt Iris im Biologieunterricht von dem Wal Blue 55, der nicht mit anderen Walen kommunizieren kann, da er in einer höheren Tonlage singt. Iris fühlt sofort eine starke Verbundenheit mit dem einsamen Wal. Sie möchte ihm unbedingt zeigen, dass er nicht alleine ist und beginnt ein Lied für ihn zu komponieren. Blue 55 lebt allerdings viele Kilometer entfernt mitten im Ozean – wie soll sie ihm ihr Lied nur vorspielen? Ans Aufgeben denkt Iris aber in keiner Sekunde. Sie möchte den Wal finden und setzt sämtliche Hebel in Bewegung, damit dieses Vorhaben gelingt. Gemeinsam mit ihrer Großmutter macht sie sich zu einer abenteuerlichen und alles verändernden Kreuzfahrtreise über den Pazifik auf.

Es gibt diese Bücher, bei denen man einfach schon nach wenigen Seiten weiß, dass man sie lieben wird. „Ein Lied für Blue“ ist so ein Buch für mich. Für mich hat sich mein erstes Werk aus der Feder der US-amerikanischen Autorin Lynne Kelly zu einem echten Highlight und Herzensbuch entpuppt. Bei diesem Schätzchen hoffe ich sehr, dass es viel Aufmerksamkeit erhalten wird; es erzählt einfach eine so wundervolle und emotionale Geschichte über viele tiefgründige Themen und steckt voller wichtiger Botschaften. In meinen Augen hat es eine große Leserschaft mehr als verdient.

Familie, Freundschaft, Selbstfindung, Verlust, Trauer, Einsamkeit, die Vielfalt der Kommunikation und das Hinauswachsen über sich selbst – von all diesen Dingen handelt die Geschichte. Es lehrt uns zudem viel interessantes Wissen über Wale und Akustik und gibt uns einen einfühlsamen und authentischen Einblick in die Welt von Gehörlosen. Was letzteres angeht, kann ich nun natürlich nicht sicher sagen, ob alles wirklich realistisch dargestellt wird, da ich mich mit Gehörlosigkeit nie groß beschäftigt habe. Ich gehe aber fest davon aus, dass dem so ist, schließlich arbeitet die Autorin Lynne Kelly seit vielen Jahren als Gehörlosendolmetscherin und kennt sich dementsprechend sehr gut mit der Thematik aus.
Ich habe eine Menge aus diesem Buch mitnehmen können und viel Neues dazugelernt. Es hat mich nachdenklich gestimmt, tief berührt und öfters breit schmunzeln lassen und da mich die Handlung von der ersten bis zur Seiten mitgerissen und einfach nicht mehr losgelassen hat, habe ich die Geschichte innerhalb kurzer Zeit beendet. Mir hat „Ein Lied für Blue“ insgesamt ein Leseerlebnis beschert, welches ich so schnell ganz bestimmt nicht wieder vergessen werde.

Geschildert wird alles größtenteils aus der Sicht der 12-jährigen Iris in der Ich-Perspektive. Iris war mir auf Anhieb sympathisch, sie ist clever, mutig, witzig und aufgeweckt und wirkt jederzeit vollkommen lebensecht. Mit ihr hat die Autorin eine starke Hauptprotagonistin erschaffen, die man als Leserin einfach sofort gernhaben muss und in die man sich dank der empathischen Darstellungsweise ihrer Empfindungen und Gedanken mühelos hineinversetzen kann. Bei mir zumindest war es so. Ich habe Iris ganz fest in mein Herz geschlossen, mich jederzeit in sie hineindenken können und richtig mit ihr mitgefühlt, mitgelitten und mitgefiebert.

Iris hat es oft nicht leicht im Leben. Sie ist gehörlos auf die Welt gekommen, hat aber bis auf ihre Großeltern und ihren besten Freund, die ebenfalls taub sind, und ihren Gehörlosendolmetscher in der Schule kaum Kontakt zu anderen gehörlosen Menschen. In ihrem näheren Umfeld beherrscht kaum jemand die Gebärdensprache, selbst ihr Vater hat sie nie flüssig gelernt. Iris fühlt sich daher ziemlich oft missverstanden, allein und verloren, allen voran in ihrer Schule, die keine spezielle für hörbehinderte Schüler
innen ist.
Iris äußert aber nie den Wunsch, hören zu können; sie akzeptiert ihre Taubheit. Das Einzige, was sie möchte, ist gehört zu werden und dazuzugehören. Als sie von Blue 55 erfährt, fühlt sie sofort eine tiefe Verbundenheit mit diesem Wal, der aufgrund seines anderes Gesangs nicht mit seinen Artgenossen kommunizieren kann und daher ebenfalls sehr einsam ist. Sie beginnt ein Lied für ihn zu komponieren und setzt schließlich alles daran, es ihm vorzuspielen.
Mich hat es unheimlich beeindruckt und fasziniert zu sehen, mit was für einer großen Entschlossenheit Iris an ihrem Vorhaben festhält und was sie sich alles einfallen lässt, damit es gelingt. Für ihre Willensstärke, Tapferkeit und Klugheit kann man dieses Mädchen wahrlich nur bewundern.

Neben Iris haben mir auch die Nebenfiguren ausgesprochen gut gefallen, allesamt wurden sie vielschichtig und glaubhaft ausgearbeitet. Besonders liebgewonnen habe ich Iris‘ Grandma, die seit dem Tod des Großvaters ebenfalls ein sehr isoliertes und trauriges Leben führt. Auf der Kreuzfahrtreise, die sie gemeinsam mit Iris machen wird, wird die Großmutter aber endlich wieder lebensfroher werden. Mitzuerleben, wie Iris‘ Grandma aufblühen wird, hat mich richtig glücklich gemacht, mir ist da ganz warm ums Herz geworden.

Tief bewegt haben mich auch die wenigen und sehr kurz gehaltenen Kapitel, die aus dem Blickwinkel von Blue 55 geschrieben sind. Von der Idee, uns Leser*innen auch Einblicke in die Gefühlswelt des Wales zu geben, war ich sofort völlig begeistert, ich finde sie großartig und rundum gelungen umgesetzt.

Richtig klasse finde ich auch den Anhang, der im Anschluss an die Erzählung folgt. In diesem befinden sich unter anderem einige Zeichnungen, die uns die Gebärdensprache näherbringen, sowie ein etwas längeres Nachwort der Autorin, in welchem sie uns mehr über ihre Erfahrungen mit Gehörlosen erzählt und von dem real existierenden Wal 52 Blue berichtet, der sie zu dieser Geschichte inspiriert hat.

Fazit: Eine wunderschöne Geschichte, die sensibilisiert, berührt und nachwirkt.
„Ein Lied für Blue“ ist so ein Buch, welches ich am liebsten vielen Menschen in die Hand drücken möchte, damit sie es lesen. Es erzählt eine so tolle, wichtige und ergreifende Geschichte über ein ganz besonderes gehörloses Mädchen und ihre außergewöhnliche Freundschaft zu einem einsamen Wal. Die Erzählung ist herzzerreißend und unterhaltsam zugleich, sie ist mitreißend, wertvoll und lehrreich und steckt voller Tiefgang und Wärme. Ich habe mich von den Seiten an in dieses Buch verliebt, ich kann es jedem wirklich nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Spannend und superwitzig - ein herrliches Lesevergnügen!

Rory Shy, der schüchterne Detektiv - Das Rätsel um Schloss Eichhorn: Ausgezeichnet mit dem Glauser-Preis 2023 (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 3)
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Da die ersten beiden Bände der „Rory Shy, der schüchterne Detektiv“ - Reihe zwei echte Highlights für mich waren, habe ich mich gefreut wie Bolle als ich erfuhr, dass dieses Frühjahr ein dritter Band erscheinen ...

Da die ersten beiden Bände der „Rory Shy, der schüchterne Detektiv“ - Reihe zwei echte Highlights für mich waren, habe ich mich gefreut wie Bolle als ich erfuhr, dass dieses Frühjahr ein dritter Band erscheinen wird. Auf den neuen Fall von Rory Shy und Matilda Bond war ich wahnsinnig gespannt.

Ihr dritter Fall führt den berühmten schüchternen Detektiv Rory Shy und seine 12-jährige Assistentin Matilda in das noble Internat Schloss Eichhorn, in welchem vor 25 Jahren eine Lehrerin auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Da jedoch alle schnell der Überzeugung waren, dass es ein Unfall war, wurden die Ermittlungen eingestellt. Doch nun tauchen seit kurzem sonderbare Nachrichten auf, die darauf hindeuten, dass die Lehrerin in Wirklichkeit ermordet wurde. Irgendjemand scheint mehr über den Fall zu wissen, aber wer? Spricht diese Person die Wahrheit, war es tatsächlich Mord? Rory und Matilda beginnen umgehend mit ihren Ermittlungsarbeiten und treffen dabei auf so einige verdächtige Personen. Ob wohl einer von ihnen der Täter ist? Werden die beiden ihren neuen Fall aufklären können?

Nach über einem halben Jahr habe ich mich diese Woche endlich mit Rory Shy und seiner jungen Assistentin Matilda Bond in ein neues aufregendes Detektivabenteuer stürzen können und wie ich es mir schon gedacht habe, hat mir auch der dritte Fall der beiden den allerschönsten Krimi-Lesespaß bescheren können. Meine (ziemlich hohen) Erwartungen an das Buch konnten definitiv komplett erfüllt werden. In meinen Augen hat der deutsche Autor Oliver Schlick mit „Das Rätsel um Schloss Eichhorn“ einen weiteren rundum gelungenen Folgeband aufs Papier gebracht, der seinen beiden Vorgängern in nichts nachsteht, die Herzen aller Detektiv- und Krimifreunde höher schlagen lässt und vor Witz, Charme und Einfallsreichtum nur so sprüht. Mit seinen „Rory Shy, der schüchterne Detektiv“ - Geschichten hat der Oliver Schlick einfach etwas Großartiges erschaffen, ich liebe diese Reihe und kann sie jedem, egal Jung oder Alt, nur ans Herz legen.

Ehe ich euch weiter berichte, warum mir der dritte Teil so gut gefallen hat, kurze Info an alle Neulinge: Ich persönlich rate sehr, die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen. Man kann sie meinem Empfinden nach zwar gut unabhängig voneinander zu lesen, da die Fälle in sich abgeschlossen sind, aber da die Erzählungen dennoch etwas aufeinander aufbauen, ist die Lesefreude zweifellos höher, wenn man von Band 1 an aufwärts liest.

So viel dazu. Dann fahre ich nun mal damit fort, meine große Begeisterung über das Buch mit euch zu teilen. :D
Geschildert wird die Handlung auch dieses Mal aus der Sicht der 12-jährigen Matilda in der Ich-Perspektive. Matilda habe ich schon längst ganz fest in meinen Herz geschlossen. Sie ist einfach so eine Romanheldin, wie ich sie in Kinderkrimis besonders gerne mag: Sympathisch, frech und lustig und so schön schlagfertig, clever und gewitzt. Mich hat die humorvolle Art und Weise, wie uns Matilda von den Geschehnissen berichtet, erneut bestens unterhalten und über ihr vorlautes Mundwerk und ihr bemerkenswertes Talent fürs Geschichten und Notlügen erfinden habe ich ebenfalls mal wieder prächtig amüsiert. Allerdings – so viel sei schon mal verraten: Matilda wird in diesem Band stellenweise von einer merkwürdigen Schüchternheit befallen werden. Hat sie sich etwa bei Rory angesteckt? Hihi, nein. Zu viel erzählen möchte ich ja nun auch nicht, nur so viel noch: Matilda wird während ihren Ermittlungen die Bekanntschaft eines Jungen machen und tja, dieser bringt ihre Gefühle anscheinend ein wenig durcheinander. ;)
Dass sich Matilda verlieben wird, hat mir persönlich sehr gut gefallen. Sie befindet sich schließlich mittlerweile in einem Alter, wo das Verliebtsein so langsam losgeht.

Auch Rory hat mir wieder am laufenden Band zahlreiche Gründe zum Schmunzeln geliefert. Ihn kann man als meinen persönlichen Liebling in dieser Reihe bezeichnen, mit ihm hat sich der Oliver Schlick einfach eine einmalige und so wunderbar verschrobene Figur ausgedacht. Rory ist der reinste Gegensatz zu Matilda. Er ist extrem schüchtern und zurückhaltend, ihm ist gefühlt alles peinlich und einen Satz ohne ein verschämtes Räuspern oder verlegenes Gehüstel herauszubringen ist bei ihm quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Zudem scheut er sich stets sehr davor, Zeugen zu befragen, etwas, was für einen Detektiv natürlich etwas ungünstig ist. Tja, wie gut, dass er inzwischen Matilda an seiner Seite hat, die nichts lieber tut, als das Reden für ihn zu übernehmen. Die beiden ergänzen sich wahrlich einfach nur perfekt und ergeben zusammen ein erstklassiges Team.

Neben unserem ungleichen Duo besitzen auch die Nebenfiguren herrlich schrullige und liebenswert-verrückte Eigenarten. Natürlich werden diese ziemlich überspitzt dargestellt, sodass man das Grinsen kaum mehr aus dem Gesicht bekommt, zugleich bringt uns der Autor mit seinen kauzigen Gestalten aber auch eine wichtige Botschaft näher: Jeder Mensch sollte akzeptiert werden, mit all seinen Marotten. Es ist völlig okay, anders zu sein. Es sind doch gerade erst unsere Ecken und Kanten, die uns so wundervoll und einzigartig machen.
Ich finde diese Message echt klasse und was die Personen in Band 3 angeht, kann ich mich ebenfalls nur begeistert äußern. Wir dürfen zahlreiche neue grandiose Figuren kennenlernen, es sind aber auch ein paar alte Bekannte wieder mit von der Partie wie Frau Ziegler, die immer auf Matilda aufpasst, wenn deren Eltern verreist sind, oder – natürlich – Matildas superängstlicher Hund Dr. Herkenrath, der sich vor nichts mehr fürchtet als vor Eichhörnchen.

Mit dem Stichwort Eichhörnchen leite ich dann auch mal zum Setting und zu Rorys und Matildas neuem Fall über. Dieser wird uns, das verrät ja bereits der Titel, nach Schloss Eichhorn mitnehmen, ein Internat für Reiche. Mit der Kulisse hat der Autor mal wieder gänzlich bei mir punkten können. Diese noble Internatsschule wird richtig cool beschrieben, sag ich euch. Ich habe mir dank der bildlichen Beschreibungen alles ganz genau vorstellen können und wäre beim Lesen nur zu gerne in das Buch hineingekrochen, um mir das Schloss und das umliegende Gelände selbst mal anzuschauen. Vor allem die Cottages haben es mir total angetan.

Der Detektivfall hat mich ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen können, dieser wurde wirklich toll und spannend aufgebaut. Wie bereits in den beiden Vorgängern, so bin ich auch dieses Mal so richtig ins Miträsteln geraten und aus dem Mitfiebern gar nicht mehr herausgekommen. Was ist damals vor 25 Jahren bloß passiert? Wurde die Lehrerin wirklich ermordet oder war es vielleicht doch nur ein Unfall? Also ich hatte bis zum Schluss keinen Plan, wer der Täter sein könnte und habe die Ermittlungsarbeiten von unserem Detektivduo ganz gebannt und fasziniert verfolgt.
Die Auflösung kam für mich dann ziemlich überraschend, ich habe also meinen geliebten Aha-Moment bekommen. Mir hat das Ende unheimlich gut gefallen, es ist schlüssig, stimmig und schließt den Fall vollkommen zufriedenstellend ab.

Fazit: Ein herrliches Lesevergnügen voller Spannung, Wärme und Humor!
Mit dem dritten Rory-Shy-Band beschert uns Oliver Schlick eine weitere fesselnde, originelle und hinreißend komische Detektivgeschichte mit lauter ausgefallenen Charakteren und schrägen Ideen, die durchweg zum Mitraten einlädt und einfach nur super viel Spaß macht. Solltet ihr diese Kinderkrimireihe ab 10 Jahren noch nicht kennen, kann ich euch nur nahelegen, dies unbedingt noch zu ändern. Ich finde sie absolut genial und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Rory, Matilda und Co. Der dritte Band erhält von mir 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.02.2022

Fesselnd, romantisch, unterhaltsam. Ein tolles Buch mit absoluter Sogwirkung!

Bad Influence. Reden ist Silber, Posten ist Gold
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Da mir die bisherigen realistischen Jugendromane von Stefanie Hasse total gut gefallen haben, war ich sofort Feuer und Flamme, als ich zum ersten Mal von ihrem neuen Werk „Bad Influence“ hörte. Cover und ...

Da mir die bisherigen realistischen Jugendromane von Stefanie Hasse total gut gefallen haben, war ich sofort Feuer und Flamme, als ich zum ersten Mal von ihrem neuen Werk „Bad Influence“ hörte. Cover und Klappentext sprachen mich direkt an, für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich das Buch lesen muss.

Als Tara von ihrer besten Freundin Lola dazu eingeladen wird, sie auf der einwöchigen Jungfernfahrt des neuen Luxus-Kreuzfahrtschiffes ihrer Familie zu begleiten, würde sie am liebsten ablehnen. Um die SIREN in Szene zu setzen, gehen zahlreiche Influencer mit an Bord und Tara hat sich aus der Social Media Welt eigentlich schon seit längerem verabschiedet, sie erträgt Instagram und Co. einfach nicht mehr. Lola zuliebe sagt sie aber dennoch zu und versucht sich ihre geringe Begeisterung über die Reise nicht anmerken zu lassen – was sich als gar nicht so einfach herausstellt, schließlich reisen auch Lolas Brüder Jonah und Lucas mit, die beide gleichzeitig dafür sorgen, dass Taras Gefühle komplett durcheinander geraten. Doch das wahre Drama fängt erst an, als die Marketingkampgane beginnt völlig aus dem Ruder zu laufen. Irgendjemand veröffentlicht Videos über die dunkelsten Geheimnisse der High-Society-Gäste. Wer steckt nur dahinter?

Als ich mit dem Lesen begann, war ich mir bereits nach wenigen Seiten ziemlich sicher, dass mich Stefanie Hasse auch mit ihren neuen Nicht-Fantasytitel begeistern wird und wisst ihr was? Ich habe mit dieser Vermutung goldrichtig gelegen: Ich finde das Buch richtig klasse. Wie bereits meine vorherigen Werke von Stefanie Hasse, so habe ich auch „Bad Influence“ kaum mehr aus der Hand legen können und innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir spielend leicht. Stefanie Hasse hat einen wunderbaren Schreibstil, er ist flüssig, jugendlich und packend, für mich hat er sich mal wieder superangenehm lesen lassen. Auch die Handlung konnte umgehend bei mir punkten. Die Story mag zu Beginn im Vergleich zum Rest noch recht ruhig sein, aber mitreißen und fesseln tut einen sie dennoch vom ersten Moment an. Bei mir zumindest war es so, mich haben bereits die Geschehnisse auf den ersten Seiten komplett in ihren Bann ziehen können und da ich mich auf der Siren augenblicklich pudelwohl gefühlt habe, wollte ich aus dem Buch am liebsten gar nicht mehr auftauchen.

Mit dem riesigen, prunkvollen Kreuzfahrtschiff, der Siren, hat Stefanie Hasse ein geniales Setting erschaffen, ich habe es richtig geliebt. Alles wird so herrlich luxuriös, bildhaft und stimmungsvoll beschrieben, man würde am liebsten sofort seine Koffer packen und mit an Bord gehen. Die Kulisse lässt einfach das reinste Urlaubsfeeling aufkommen und macht große Lust aufs Reisen und aufs Meer.

Auch mit den Charakteren hat mich die Autorin überzeugen können. Sie wurden allesamt facettenreich ausgearbeitet und sorgen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Persönlichkeiten für ein spannendes und unterhaltsames Leseerlebnis.
Tara, aus deren Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird, war mir auf Anhieb sympathisch und da ihre Empfindungen und Gedanken einfühlsam veranschaulicht werden, habe ich mich jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können. Ich habe unsere Hauptprotagonistin beim Lesen unheimlich liebgewonnen und fand es großartig mitzuerleben, wie sie sich im Verlauf der Erzählung weiterentwickeln wird.
Tara ist zunächst noch sehr zurückhaltend und unsicher, was ihren schlimmen Erfahrungen auf Social Media zuzuschreiben ist, sie wird auf der Reise aber zunehmend an Selbstbewusstsein, Mut und Stärke gewinnen und über sich selbst hinauswachsen. Wie Taras Entwicklung dargestellt wird, konnte mich vollkommen begeistern; sie ist realistisch und nachvollziehbar und vermittelt eine ganz tolle und wichtige Message.

Was genau unsere Romanheldin in ihrer Vergangenheit widerfahren ist, werde ich euch hier allerdings nicht erzählen, ich möchte schließlich nicht zu viel verraten. Stefanie Hasse greift jedenfalls viele aktuelle und teils auch schwere Themen auf, womit ich gar nicht gerechnet hatte. Für mich hat sich das Buch insgesamt als deutlich tiefgründiger herausgestellt als erwartet, was mich sehr positiv überrascht hat. Das Buch besitzt hinten sogar eine Triggerwarnung, worauf vorne hingewiesen wird.

Neben den ernsteren Szenen beschert uns „Bad Influence“ auch so einige Schmunzelmomente und in den Genuss einer prickelnden Lovestory kommen wir natürlich ebenfalls. Mir persönlich hat die Liebesgeschichte sehr gut gefallen, sie ist authentisch, gefühlvoll und mitreißend, Romantiker werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.
Total cool fand ich auch, dass es kleine Anspielungen auf zwei andere Bücher von Stefanie Hasse gibt: „Matching Night“ und „Secret Game“. So etwas liebe ich ja, wenn Autorinnen ihre Werke ganz leicht miteinander verknüpfen, allerdings ohne dabei vorauszusetzen, dass man die anderen Geschichten kennt.

Für mich kam beim Lesen an keiner einzigen Stelle Langeweile auf. Die Handlung kann mit jeder Menge Nervenkitzel, Intrigen und Rätselhaftigkeiten aufwarten und konfrontiert einen am laufenden Band mit lauter Überraschungen und ungeahnten Plottwists. Wem kann man trauen und wem nicht? Wer ist für die öffentlichen Demütigungen verantwortlich? Ich bin aus dem Miträsteln gar nicht mehr herausgekommen und wurde von Stefanie Hasse mal wieder ständig an der Nase herumgeführt. Die deutsche Autorin versteht sich wahrlich bestens darin, uns Leser
innen immerzu auf eine falsche Fährte zu locken, das hat sie bereits in ihren vorherigen Jugendthrillern unter Beweis gestellt. Also ich hatte bis zum Schluss keinen Plan, wer der Schuldige ist und habe der Enthüllung ganz gebannt entgegen gefiebert.

Die Auflösung habe ich dann als sehr gelungen empfunden. Für meinen Geschmack wurde alles am Ende zwar ein kleines bisschen zu schnell abgehandelt, aber gestört hat mich das eigentlich nicht. Mich hat das Ende auf jeden Fall überzeugen können, es logisch und glaubhaft und schließt die Geschichte zufriedenstellend und stimmig ab.

Fazit: Mit „Bad Influence. Reden ist Silber, Posten ist Gold“ beschert uns Stefanie Hasse einen weiteren absolut fesselnden Jugendroman mit Sogwirkung, der voller unvorhersehbarer Wendungen und Geheimnisse steckt und einfach nur die perfekte Mischung aus Spannung, Drama, Witz, Tiefe, Glamour und Romantik enthält. Ich kann das Buch nur empfehlen, ich habe wundervolle Lessestunden damit verbracht. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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