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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2024

Abgeschottet

Die Insel der Angst
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Dieses Locked-In Insel-Setting ist ja genau mein Ding was Thriller angeht. Der Klappentext macht auf jeden Fall direkt neugierig auf den Plot. Der hat für mich aber nicht gehalten, was die Buchbeschreibung ...

Dieses Locked-In Insel-Setting ist ja genau mein Ding was Thriller angeht. Der Klappentext macht auf jeden Fall direkt neugierig auf den Plot. Der hat für mich aber nicht gehalten, was die Buchbeschreibung versprach. Die Nebenhandlung, die der Story Komplexität verleihen sollte, haben sie für mich eher zäh gemacht.

Zum Inhalt: Dokumentarfilmerin Tess bekommt den Auftrag eine Naturdokumentation über die verlassene Insel Navigaceo im Atlantik zu drehen. Doch auf der Insel entdeckt Tess eine Leiche. Und die trägt das selbe Sweatshirt, wie sie auch.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich eher zäh und langwierig. Ich hab mich ein bisschen schwer damit getan, dass die Protagonistin in ihrer eigenen Vergangenheit festhängt. Dadurch gab es immer wieder Erinnerungen und Rückblenden in die Zeit, als sie „Spill“ drehte und die für mich die Gegenwartshandlung jedes Mal unterbrochen und ausgebremst haben. Dadurch passiert im Haupt-Handlungsstrang lange einfach nicht wirklich viel und die Geschichte plätschert eher seicht vor sich hin.

Es ist insgesamt ein eher ruhiger Plot und spielt innerhalb nur weniger Tage, was fast den Eindruck erweckt, die Ereignisse würden in Echtzeit ablaufen. Erst ab ungefähr der Hälfte nimmt die Handlung auf der Insel an Fahrt auf und gegen Ende wurde es sogar richtig spannend. Das hat mir aber alles zu lange auf sich warten lassen, sodass ich gar nicht richtig in dieses Thriller-Feeling reingekommen bin.

Es wird zwar mit dem Misstrauen innerhalb des Teams gespielt, aber das hätte für meinen Geschmack stärker eskaliert werden können. Ich mochte die Idee, für mich was das aber kein mitreißender Thriller.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Hurricane Love

You Are My Hurricane
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Ich liebe ja eine cute Collgesport-Romance und Football ist mein absoluter Romance-Lieblingssport. Die Kombi aus Maeve und Carter hat mir richtig gut gefallen, weil sie eine tolle Balance aus verliebter ...

Ich liebe ja eine cute Collgesport-Romance und Football ist mein absoluter Romance-Lieblingssport. Die Kombi aus Maeve und Carter hat mir richtig gut gefallen, weil sie eine tolle Balance aus verliebter Leichtigkeit und ernster Ehrlichkeit gefunden haben.

Zum Inhalt: Maeve macht Fotos der Sportler für den Social Media Account ihrer Uni und versteckt sich hinter der Anonymität, die ihre Kamera ihr bietet. Bis ausgerechnet Quaterback Carter während eines Spiels in sie hineinrennt und damit Maeve aus den Schatten holt.

Das Unisetting und die pure Ekstase rund um den Sport habe ich quasi inhaliert. Und dann ist da noch die geladene Anspannung rund um die NFL Picks- Sportsromance ist einfach immer so emotionsgeladen und ich liebe es. Ich finde man konnte hier richtig gut mitfiebern.

Was mir hier besonders gut gefallen hat war, dass Maeve und Carter absolut gleichberechtigt und auf Augenhöhe waren, was das Erreichen ihrer Ziele angeht und keiner für den anderen zurückstecken musste. Das macht so ein tolles, sympathisches Team aus ihnen.

Und auch wie Maeve über ihre Ängste hinausgewachsen ist hat mich absolut gecatcht. Von der unscheinbaren Außenseiterin ohne Freunde zur Social Media Queen mit wunderbaren, echten Freunden und einem absoluten Dream-Boyfriend- zuckersüße Storyline.

Für mich ein superschönes Buch, in dessen Handlung man sich ganz easy fallen lassen kann.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Zwischen Volkssagen, Aberglaube und Horrorgeschichte

Was die Nacht verschweigt: Die Fortsetzung von WAS DIE TOTEN BEWEGT – Eine packende und atmosphärische Erzählung in der Tradition von Edgar Allan Poe
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Nachdem mit das letzte Buch von T. Kingfisher so gut gefallen hat, wollte ich auch diesen zweiten Band über Alex Easton unbedingt lesen. Und wieder ist ein skurril makaberes Lesevergnügen. Subtiler Horror ...

Nachdem mit das letzte Buch von T. Kingfisher so gut gefallen hat, wollte ich auch diesen zweiten Band über Alex Easton unbedingt lesen. Und wieder ist ein skurril makaberes Lesevergnügen. Subtiler Horror trifft auf alten Aberglauben- mochte ich wieder sehr gern.

Zum Inhalt: Alex Easton reist nach Gallazien, um dort Miss Porter zu treffen, die sich für die heimischen Pilze interessiert. Doch daheim angekommen muss Alex feststellen, dass das Verwalter des Hauses tot ist und sich niemand mehr in die Nähe traut. Gerüchte über eine Moroi machen die Runde.

Ich fand das Buch vom Setting her nicht ganz so stimmungsvoll wie den ersten Band, dafür hat mir die Story selbst, die mit Aberglaube, Volksbräuchen und Sagengeschichten spielt, richtig gut gefallen. T. Kingfisher hat absolut ein Händchen für düstere, okkulte Geschichten, die ganz wunderbar in die aktuelle dunkle Jahreszeit passen. Es wurde stellenweise wieder ganz schön makaber, aber das mag ich. Man muss sich halt darauf einlassen können, dass es keine logischen Erklärungen gibt.

Alex Easton finde ich nach wie vor eine spannende Hauptfigur. Mit einem großen Herz und einer bissigen Zunge macht es einfach Freude Eastons unfreiwillige Abenteuer mitzuverfolgen. Und zusammen mit Angus und Miss Porter ergibt ich da ein tolles Gespann, das einem mit seinem scharfen Verstand und der Prise Humor einfach ans Herz wachsen muss.

Ich mochte auch hier wieder die Illustrationen, die direkten Bezug zum Cover schufen, auch wenn sie für mich diesmal weniger gut zur Handlung passten als beim letzten Mal. Aber Kingfisher kann halt einfach schreiben, ich hab mich selbst des nachts nochmal versichert, dass keine Motten anwesend sind, so gefangen war ich in der Atmosphäre des Buches.

Es ist ein ruhiger, subtiler Grusel, der mir wieder sehr gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Schlaglichter

Unmöglicher Abschied
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Ich habe Han Kang erst durch den Literaturnobelpreis entdeckt, wollte aber unbedingt noch etwas anderes als ihr preisgekröntes Buch lesen. Da hat sich ihr neuster Roman natürlich direkt angeboten. Es ...

Ich habe Han Kang erst durch den Literaturnobelpreis entdeckt, wollte aber unbedingt noch etwas anderes als ihr preisgekröntes Buch lesen. Da hat sich ihr neuster Roman natürlich direkt angeboten. Es ist ein ruhiger, aber tiefgründiger Roman, eine leise Geschichte über Freundschaft, Familie und die Geschichte eines Landes.

Die Geschichte selbst war für mich schwer greifbar, der Schreibstil fast schon flatterhaft. Die Erzählung springt zwischen Zeitebenen und Orten, bewegt sich auf eine spirituelle, metaphysische Ebene. Es werden Schlaglichter der Freundschaft zwischen Inseon und Gyeongha beleuchtet, sowie die Familiengeschichte Inseons, die in ein einsames Leben mit zwei Papageien mündete. Und das ganze vor dem Hintergrund koreanischer Geschichte.

Das alles macht das Buch nicht unbedingt leicht verdaulich und vor allem ist es kein Buch, das man mal eben so nebenbei wegliest. Manche Stellen musste ich auch mehrmals lesen, weil Gyeongha ummal mal wieder abdriftete zwischen Gedanken, Reflektieren und ihrer tatsächlichen Erlebnisse und ich dadurch auch immer wieder drohte, den Faden zu verlieren. Vielleicht haben das Buch und ich uns auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen, aber so richtig konnte ich mich auf das gelesene nicht einlassen. Vor allem die Rückblicke in das Leben von Inseons Eltern, geprägt von Tragik und Verlust, waren keine leichte Kost und mir ist aufgefallene wie wenig ich über die Geschichte Koreas weiß.

Trotzdem mochte ich den Erzählton und den stilistischen Aufbau, die für mich mal was ganz anderes waren, als ich es sonst so lese. Vermutlich muss ich das Buch nochmal lesen, um es ganz zu erfassen.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Die Schmutzigen Tage

Tage einer Hexe
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Die Idee des Buches hat mich direkt irgendwie neugierig gemacht, vor allem auch das düstere, gefährlich Setting von Chernograd. Ich bin nicht sicher, ob die Geschichte ein bisschen an die Raunächte angelehnt ...

Die Idee des Buches hat mich direkt irgendwie neugierig gemacht, vor allem auch das düstere, gefährlich Setting von Chernograd. Ich bin nicht sicher, ob die Geschichte ein bisschen an die Raunächte angelehnt ist, zumindest habe ich mich daran erinnert gefühlt. Ich hab ein bisschen gebraucht um in die Geschichte reinzukommen, habe aber eine deutliche Steigerung im verlauf der Handlung wahrgenommen und mochte es gegen Ende dann recht gern.

Zum Inhalt: als in Chernograd die schmutzigen tage anbrechen, herrscht eine angespannte Stimmung, denn die Monster brechen über den Ort herein. Und der Zmey ist erneut auf der Suche nach Kosara. In ihrem Bestreben ihm zu entkommen, geht sie einen zwielichtigen Handel ein und verliert dabei ihren Hexenschatten. Wenn sie ihn wiederbekommen will, muss sie sich ausgerechnet dem Zmey stellen. Und ihrer Vergangenheit.

Ich fand Kosaras Geschichte, die sich dem Leser nach und nach offenbart total interessant. Anfangs wirkt sie noch total tough und abgeklärt, aber je mehr man über sie erfährt, desto mehr Mitleid hatte ich mit ihr und ihren Schicksal. Auch was sich über den Zmey und seine Beziehung zu ihr andeutet, fand ich interessant geplottet. Der Titel hat für mich relativ wenig Bezug zur Handlung, weil Kosara über den Großteil der Handlung hinweg ja eben keine Hexe ist.

Den Erzählstil und das Tempo der Geschichte habe ich eher als gemäßigt empfunden, Kosara begibt sich da zwar auf eine recht abenteuerliche Mission, die auch allerlei Gefahren birgt, aber so richtig Schwung kommt nicht in die Geschichte. Das mag auch dran liegen, dass für meine Geschmack besonders zu Anfang super viele Hintergrundinformationen fehlen. Viel wird einfach als gesetzt vorgegeben und erst später im Handlungsverlauf erklärt, wodurch ich erst nach circa 2/3 des Buches so richtig drin war.

Am Ende des Buches gibt es einen Leitfaden über die vorkommenden Monster, der sehr ausführlich gestaltet ist und so als Erweiterung der Geschichte gesehen werden kann. Da er quasi als Fließtext gestaltet ist und auf die Schmutzigen tage anspielt, hätte ich mir den auch gut als Prolog vorstellen können, denn ich hätte diese Übersicht eigentlich direkt schon zu Anfang der Geschichte gebraucht und habe ihn viel zu spät bemerkt. Wer viel Fantasy liest findet sich da vielleicht leichter zurecht, ich hab mich besonders zu Anfang sehr schwer getan.

Für mich gibt’s da definitiv noch Luft nach oben, für ein Debüt aber durchaus schon richtig gut. Ich hab auf jeden Fall gesehen, wo die Autorin damit hinwollte. ich schwank zwischen 3 und 4 Sternen.

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