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Veröffentlicht am 29.09.2024

unglaublich schön, auf poetische Art tragisch

Bei Licht ist alles zerbrechlich
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Bücher über den Nationalsozialismus kann es zur heutigen zeit gar nicht genug geben, bekommt das Thema doch wieder eine ganz neue Aktualität und Brisanz. Und ich finde genauso muss man sich auch nochmal ...

Bücher über den Nationalsozialismus kann es zur heutigen zeit gar nicht genug geben, bekommt das Thema doch wieder eine ganz neue Aktualität und Brisanz. Und ich finde genauso muss man sich auch nochmal ins Gedächtnis rufen, dass dieser auch in anderen Ländern verbreitet war und ist. Dieses Buch greift das dunkle, schmerzliche Thema auf und macht darauf eine sanfte und doch eindrückliche Geschichte über Freundschaft, Verbundenheit und Verlust.

Zum Inhalt: Tora e Piccilli, ein kleines Dorf Italiens 1942: die meisten Dorfbewohner sind bauern und Viehhirten, die Menschen haben nicht viel, aber sie kommen zurecht. Davide ist Schweinehirte, genau wie sein Vater, der in Davides Schulbildung keine Zukunft sieht und ihn deswegen auf dem Hof behält. Doch er und seine Freundin Teresa Träumen von einem Leben fernab des Dorfes. Als ein paar Juden in das Dorf zwangsumgesiedelt werden, lernen die beiden Nicolas kennen, dessen Vater Lehrer war und es entsteht ein besonderes Band zwischen den dreien. Bis der Krieg das Dorf erreicht und die drei auseinanderreißt.

Die Geschichte wird in drei Teilen aus Davides Sicht erzählt und umfasst einen großen zeitlich Rahmen, in dem man Davide beim Erwachsen werden begleitet. Sein Innenleben ist zu Anfang denkbar simpel ausgelegt- die Schweine, Teresa, seine familiäre Situation mit einem aufbrausenden Vater. Die Ankunft der Juden im Dorf markiert einen Wendepunkt in Davides Entwicklung und besonders seine kindlich ambivalenten Gefühle Nicolas gegenüber, waren interessant zu verfolgen. Vor allem Davides schierer Wille lesen und schreiben zu lernen und wie er es wie etwas schändliches tut- im geheimen, als müsste man sich dafür schämen- hat mir einerseits sehr imponiert, mich aber auch bedrückt zurückgelassen.

Die Beschreibungen des bereits vorgedrungenen Faschismus wurden sehr eindrücklich vermittelt, das Eindringen der Deutschen und die Zerstörung dessen, was die drei Freunde für sich geschaffen hatten haben mich tief bewegt. Dann die Jahre der Trennung, David ein Neapel, das Schicksal seiner Freunde ungewiss. Dieser Teil ist für die Entwicklung Davides schon bedeutsam, hat aber gleichzeitig auch Tempo aus der Erzählung genommen, will man doch wissen, wie es um Nicolas Schicksal bestellt ist. Erst im dritten Teil erfolgt eine Wiedervereinigung, ein Aussöhnen und Abfinden. Davide, der an den Ursprung zurückkehrt, wie ein unabwendbares Schicksal.

Ich mochte die klare, schnörkellose Sprache, die einerseits absolut ungeschönt, gleichzeitig aber sehr feinfühlig erzählt und den Finger in die Wunde legt. Es werden keine unnötigen Worte verschwendet und trotzdem detaillierte, eindringliche Bilder geschaffen, nicht nur vom dörflichen Leben, Davides Kindheit und dem Leben in Neapel, sondern auch von den emotionalen Verstrickungen der drei Freunde.

Mir hat dieser Roman gut gefallen, der authentisch und ungeschönt das Schicksal dreier Freunde schildert, den Fokus aber eindeutig auf Davides persönliche Entwicklung legt.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Die Vergangenheit holt einen irgendwann immer ein

Harter Schnitt
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„Harter Schnitt“ ist der fünfte Band der Georgia-Reihe und für mich der Band, der aus dieser wilden Truppe aus hochgradig talentierten Menschen ein richtiges Team macht, denn das GBI muss alles mobilisieren ...

„Harter Schnitt“ ist der fünfte Band der Georgia-Reihe und für mich der Band, der aus dieser wilden Truppe aus hochgradig talentierten Menschen ein richtiges Team macht, denn das GBI muss alles mobilisieren was es hat, um diesen Fall zu lösen.

Zum Inhalt: Faith hat gerade die Strapazen einer Geburt hinter sich und ihr Diabetes halbwegs unter Kontrolle, als das nächste Problem anrollt. Ihre Mutter wurde entführt, im Haus fand Faith nur viel Blut, einen Toten in der Waschküche und zwei bewaffnete Männer vor. Um Evelyn zu finden muss das GBI alle Kräfte mobilisieren.

Ich mochte es, dass dieser Fall wieder einen sehr persönlichen Bezug hatte, diesmal zu Faith, aber auch zu Amanda, über die man in diesem Buch überraschend viel persönliches erfährt. Das macht die Handlung insofern spannender, dass sie den Figuren mehr Kontur verleiht. Ich mag es, wie diese Reihe die Charakterentwicklung kontinuierlich vorantreibt und das nicht nur eine unliebsame Nebenbaustelle ist. Die Charaktere werden hier sehr greifbar und verwundbar dargestellt, wachsen aber auch wieder über sich hinaus um füreinander da zu sein.

Will Trent begeistert mal wieder mit seiner Beobachtungsgabe und seinem wachen Verstand. Ähnlich wie bereits im letzten Band geht es auch hier um Verfehlungen und Korruptionen in den eigenen Reihen, gepaart mit Bandenkriminalität und Drogendelikten, also insgesamt eine ziemlich explosive Mischung. Trotzdem nimmt der Fall eine Wendung, die ich überhaupt nicht kommen sehen habe- absolut genial.

Ich fand es im Mittelteil mit den ganzen Namen und Gruppierungen ein bisschen unübersichtlich. Hatte das Gefühl sonst kommen nicht dermaßen viele Charaktere vor. Aber ich bin großer Fan davon wie Amanda, Faith, Will und Sara hier zusammenarbeite. Und natürlich was sich zwischen Will und Sara entwickelt.

Spannungstechnisch fand ichs diesmal durchwachsen, aber dafür durchweg interessant, aufgrund der vielfältigen Verstrickungen von Evelyn und Amanda. Hat mir wieder gut gefallen.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

What the hell, wie gut!

Words unspoken
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Ich bin großer Fan von Kathinka Engel und verschlinge ihre Bücher regelrecht. Dass die neuste Reihe nun in der Literaturwelt spielt, hat mir richtig gut gefallen und mich sofort angesprochen und auch wenn ...

Ich bin großer Fan von Kathinka Engel und verschlinge ihre Bücher regelrecht. Dass die neuste Reihe nun in der Literaturwelt spielt, hat mir richtig gut gefallen und mich sofort angesprochen und auch wenn Bash als Book Boyfriend selbst nicht so ganz mein Typ ist, wo habe ich mich doch in die Handlung, das Setting und genialen Charaktere verliebt.

Zum Inhalt: Bash ist Lektor und Mitgründer eines kleinen Indie-Verlags namens Badger Books. Und er will unbedingt den anonymen Streetartist Jethro für ein Buchprojekt gewinnen. Als Bash Jethros Agentin Camille kennenlernt, rückt nicht nur dieser Traum in erreichbare Nähe, es funkt auch sofort zwischen ihm und Camille.

Ich finde wenige Autorinnen können Spice so schreiben wie Kathinka Engel, der total kinky und gleichzeitig auch total bedeutungsvoll ist- I like. Ich brauche normalerweise auch gar keinen Spice in Romance Büchern und finde oft, dass darauf mehr Augenmerk als auf eine stimmige Storyline gelegt wird. Aber hier passt es gut rein.

Und generell diese Figuren- vor allem die beiden Protas aber auch generell. Wieder so wunderbar vielschichtig ausgearbeitet, facettenreich und trotzdem so nahbar, dass man das Gefühl hat die Figuren wirklich kennenzulernen. Ich fand den Zweispalt, die inneren Kämpfe mit den eigenen Dämonen und die erbitterte Suche nach Vergebung so dermaßen greifbar.

Ich finde man kann sich richtig toll in die Handlung und das Setting fallen lassen und die Geschichte rund um die Identität von Jethro entwickelt auch eine gewisse Sogwirkung. Die Autorin findet hier ein gutes Gleichgewicht zwischen ernsten, tiefgründigen Themen und der Leichtigkeit die Romance Romanen so zu eigen ist.

Ein richtig tolles Buch, das mich wieder absolut begeistert hat. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Alternative Realitäten

Game Changer – Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Zum Inhalt: Ash ist ein weißer, heterosexueller Teenager, hat einen stabilen Freundeskreis und ist im Football-Team. Bei einem schweren Zusammenstoß auf dem Feld, wird Ashe Welt auf den Kopf gestellt- ...

Zum Inhalt: Ash ist ein weißer, heterosexueller Teenager, hat einen stabilen Freundeskreis und ist im Football-Team. Bei einem schweren Zusammenstoß auf dem Feld, wird Ashe Welt auf den Kopf gestellt- im wahrsten Sinne, denn er findet sich plötzlich in einer alternativen Realität wieder. Aber was wenn diese ihm nicht gefällt? Und so versucht Ash das Geschehen erneut zu beeinflussen.

Die Erzählweise war etwas eigensinnig. Die gesamte Geschichte wird aus der Perspektive des Protagonisten in der Ich-Perspektive erzählt, wobei es hauptsächlich um sein Innenleben geht, das er reflektiert und teilweise aktiv an den Leser adressiert. Die Rahmenbedingungen-Schule, Familie, Freundeskreis, Sport- bleiben in jeder alternativen Welt die gleichen.

Einige der alternativen Welten sind dabei gravierender verändert als andere und während Ash noch versucht herauszufinden, was genau da passiert, bugsiert er sich in die verschiedensten Arten persönlicher, moralischer und gesellschaftlicher Konflikte.
An sich hat mir dieses Konstrukt gut gefallen, gleichzeitig hatte ich nach der dritten Parallelwelt das Gefühl, dass es langsam mal eine Entwicklung oder stärkere Eskalation geben könnte. Shusterman hätte diese Idee für meinen Geschmack noch viel weiter treiben können.

Das Buch liest sich wieder klasse- kurze Kapitel, leichte Sprache, durch den Ich-Erzähler um den ich hier wortwörtlich alles dreht wirkt es sehr persönlich, was zugleich für mich das größtes Manko am Buch ist. Ash sieht nur sich und sein direktes Umgeld, dabei müssten seine alternativen Welten ja viel größere Kreise ziehen, Stichwort Rassentrennung/ sexuelle Orientierung. Ab und zu klingt das mal kurz an, wird aber dann nicht weiter thematisiert, was ich sehr schade fand. Aber das ist für einen Jugendroman ab 14 vielleicht auch zu weit gedacht und hätte den Rahmen gesprengt.

Was mir aber gut gefallen hat war, wie Ash durch seine eigenen Erfahrungen auch ein tieferes Verständnis für sein Umfeld erlangt. Und gleichzeitig kann ich vor diesem Protagonisten der so selbstlos konstruiert ist, nur den Hut ziehen. Ash lehrt sich selbst und den Leser ein wichtige Lektionen und ich habe ihn gerne dabei begleitet.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Die Realität hinter dem Spiel

Full Dive
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Ich bin überhaupt nicht drin im Gaming-Thema, weshalb mich das Buch Buch trotz seiner Beschreibung als „Near Futur Thriller“, was ich grundsätzlich super spannend finde, eher abgeschreckt hat. Aber dann ...

Ich bin überhaupt nicht drin im Gaming-Thema, weshalb mich das Buch Buch trotz seiner Beschreibung als „Near Futur Thriller“, was ich grundsätzlich super spannend finde, eher abgeschreckt hat. Aber dann habe ich das Buch geschenkt bekommen und quasi sofort verschlungen. Es hat von der Erzählt so ein bisschen Play Through Charakter, was mit gut gefallen hat.


Zum Inhalt: Jess spielt zwar gerne Videospieler, ist dabei aber nicht annähernd so erfolgreich wie sein Bruder Jaxon, der sich damit sogar einen gewissen Ruf erarbeitet hat und damit Geld verdient. So wurde ihm ein exklusiver Platz als Testspieler eines neuen Games mit brandaktueller AR-Technologie angeboten. Doch als Jason verhaftet wird, beschließt Jess für ihn den Deal anzutreten. Doch offenbart sich schnell, dass hinter dem Spiel mehr steckt, als angenommen und Jess und die anderen Spieler sich womöglich in echter Gefahr befinden.


Ich fand alle Beschreibungen rund um die Spielwelt von Cal‘ Anthor sehr gelungen und mochte das Worldbuilding des Spiels sehr gerne. Die Interaktionen mit den NPCS, sowie die Fähigkeiten und Quest der Spieler werden sehr gut und anschaulich geschildert, um es sich auch als Nicht-Gamer vorzustellen zu können. Vor allem, dass Jesse selbst auch nicht umbedingt ein Top-Gamer ist macht seine Situation nahbar und ihn sympathisch.


Ich war aber trotzdem froh, dass es in dem Buch nicht nur um Gaming ging, sondern die Geschichte eine interessante Wendung und einen größeren Rahmen bekam. Alles rund um den Algorithmus fand ich richtig spannend und gleichzeitig aufgrund der Brisanz des Themas zugleich eine erschreckende Vorstellung. Hier hat mich die Geschichte total abgeholt und ich habe mit Spannung verfolgt, was Jess alles aufdeckt.


Der Erzählstil war gradlinig und das Wording angemessen ohne zu sehr in Fachterminologie abzuschreiben, was sicherlich auch daran liegt, dass es sich um einen Jugendroman handelt. Dadurch ließ sich das Buch zügig und angenehm lesen. Das Buch erhebt nicht unbedingt Anspruch auf Tiefe, ist aber unterhaltsam und durchaus packend erzählt, sodass ich es insgesamt sehr gern mochte.

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