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Veröffentlicht am 06.05.2017

Den Spannungsbogen ein wenig vermisst

Inferno
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Inhalt
Der Harvard-Professor Robert Langdon wacht in einem Krankenhaus in Florenz auf und kann sich nicht daran erinnern, wie er nach Italien gekommen ist und was er dort will. Als jemand versucht, ihn ...

Inhalt
Der Harvard-Professor Robert Langdon wacht in einem Krankenhaus in Florenz auf und kann sich nicht daran erinnern, wie er nach Italien gekommen ist und was er dort will. Als jemand versucht, ihn in seinem Krankenzimmer zu erschießen, hilft ihm die Ärztin Sienna Brooks zu fliehen.

Die beiden entdecken eine Botschaft, die in Langdons Jacke eingenäht ist. Bei ihren Recherchen stoßen sie auf Dante Alighieris „Inferno“, den ersten Teil der „Göttlichen Komödie“, der sich um die zehn Kreise der Hölle dreht. De beiden finden heraus, dass es sich um eine Prophezeiung handelt. Bei ihrem Versuch, die Erfüllung derselbigen zu verhindern, verfolgen sie einen Hinweis nach dem anderen. Doch egal, wohin sie kommen, ihre Verfolger sind ihnen bereits dicht auf den Fersen.

Protagonisten
Robert Langdon ist Professor für Symbologie an der Harvard-Universität. Er ist um die 50 Jahre alt und zu seinen Fachgebieten gehört unter anderem Dante Alighieris „Göttlichen Komödie“.

Die Ärztin Sienna Brooks ist Mitte 30, hat einen überdurchschnittlichen IQ und ist nach einem Medizinstudium in den USA in Italien gelandet.

Meine Gedanken zum Buch
Nachdem ich gelesen hatte, dass der Film im Oktober 2016 in die Kinos kommt, habe ich dieses Buch auf meine To-Read-Liste gesetzt. Allerdings habe ich den Film bislang nicht gesehen und es hat auch einige Wochen gedauert, bis ich das Buch endlich in die Hand genommen habe.

Die Hörbücher Sakrileg und Illuminati waren vor über zehn Jahren die ersten Hörbücher, die ich mir gekauft habe, daher ist mir der Protagonist Robert Langdon bereits bekannt. Das Konzept von Inferno ähnelt im Grunde dem Aufbau der beiden anderen genannten Bücher: Robert Langdon wird nach Europa gerufen, bekommt eine Frau zur Seite gestellt und begibt sich auf eine Flucht, die einer Schnitzeljagd ähnelt. Das wirkte hier dann schon etwas abgenutzt auf mich.

Der Autor führt seine Leser bevorzugt zu Sehenswürdigkeiten, die man zumindest von Fotos kennt, wobei ich hier immer wieder anerkennen muss, dass Dan Brown zumindest den Eindruck erweckt, sehr sorgfältig recherchiert zu haben, denn seine Beschreibungen sind sehr detailliert.

Das Thema des Buches ist die Überbevölkerung der Erde, Menschen und die Frage, ob man künstlich eingreifen sollte. Zugegeben, nichts, über was ich mir normalerweise Gedanken machen würde, doch die Ausarbeitungen von Dan Brown regen zum Nachdenken an. Doch obwohl mich das Thema neugierig gemacht hat, schafft der Autor es erst gegen Mitte des Thrillers, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen, in dem er seine Leser täuscht und es dann zu Wendungen kommen lässt, die aufzeigen, dass nichts so ist, wie es scheint. Hervorragend gelungen ist Brown in dieser Hinsicht das Ende seines Buches, denn hier darf jeder Leser selbst die Entscheidung treffen, wen er am Ende zu den Guten oder den Bösen zählt.

Bei der Bewertung dieses Thrillers habe ich zunächst zu 3,5 Eulen tendiert, denn an Illuminati und Sakrileg hatte ich sehr gute Erinnerungen und diese Messlatte hat Dan Brown mit Inferno nicht erreicht. Auch, dass der Aufbau abgenutzt wirkte und ich den Spannungsbogen über eine lange Zeit vermisst habe, haben mich an dieser Bewertung festhalten lassen. Doch die 3 vor dem Komma wird dieser Thriller nicht gerecht, denn dazu war die zweite Hälfte und das Ende viel zu gut.

Veröffentlicht am 06.05.2017

Der Guru der Gelassenheit

Liebe dein Leben und nicht deinen Job.
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Grundlage für dieses Buch waren die „10 ernsthaften Ratschläge wie man lockerer durchs (Berufs)Leben kommt“, die Frank Behrendt zusammengestellt hat und die vor einem Jahr im Magazin CLAP, dem „People-Magazin ...

Grundlage für dieses Buch waren die „10 ernsthaften Ratschläge wie man lockerer durchs (Berufs)Leben kommt“, die Frank Behrendt zusammengestellt hat und die vor einem Jahr im Magazin CLAP, dem „People-Magazin der Kommunikationsbranche“ erschienen sind. CLAP hat die Ratschläge einige Tage später online gestellt – Zum Ausdrucken und an die Cheftüre nageln.

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, auch Frank Behrendt hat das Rad nicht neu erfunden. Er betont im Buch auch, dass es zehn Ratschläge sind, durch die er persönlich es schafft, gelassen zu sein. Aber das, was ich da gelesen habe, hat mir wieder einmal deutlich gemacht, auf was ich achten sollte und was ich ändern müsste, damit ich weniger gestresst durchs Leben gehe. Das schreibe ich bewusst im Konjunktiv, denn natürlich ist mir klar, dass so etwas nicht von heute auf morgen funktioniert und wahrscheinlich auch ein Kampf mit dem inneren Schweinehund ist.

Gerne würde ich jemanden dazu befragen, der schon einmal mit Frank Behrendt zusammengearbeitet hat. Wie ist es, wenn da jemand ist, der immer ein Lachen im Gesicht hat, der gute Laune versprüht, der frei Schnauze sagt, was er denkt? Wie ist es, einen Chef zu haben, der – gerne im goldenen Dress, wie er in seinem Buch schreibt – die Bühne erklimmt und Howard Carpendale singt? Frank Behrendt geht davon aus, dass ihn das seinen Mitarbeitern näher bringt, ihn anfassbar macht und dafür sorgt, dass er sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Das kann ich mir sogar gut vorstellen. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass es auch „die anderen“ gibt, die Mitarbeiter, die das peinlich oder unangemessen finden.

Frank Behrendt, die Rampensau? Ja, das ist er wohl, vielleicht auch ein Selbstdarsteller, das muss man wahrscheinlich auch ein Stück weit sein in diesem Job. Kommunikationsberater, Top-Manager (das schreibt stern.de), Vollblut-Verkäufer aus Leidenschaft (das schreibt er über sich), kein Wunder also, dass dieser Mann gut reden kann. Doch es sind keine Phrasen, die er von sich gibt, er ist ein Geschichtenerzähler, einer, dem man sich nicht entziehen kann.

Aber er klingt authentisch und er ist offensichtlich auf dem Boden geblieben. Denn Frank Behrendt ist auch ein Familienmensch, bringt die Kinder morgens in KiTa und Schule oder nimmt nachts mal gerne 300 km Autofahrt auch sich, nur, um morgens mit der Familie frühstücken zu können.

Veröffentlicht am 06.05.2017

Verworren und undurchsichtig

Fremd
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Inhalt
Joanna ist alleine in ihrer Wohnung, als plötzlich ein Mann vor ihr steht, der behauptet, ihr Verlobter zu sein, doch Joanna hat den Mann noch nie gesehen. Sie fühlt sich von ihm bedroht und sucht ...

Inhalt
Joanna ist alleine in ihrer Wohnung, als plötzlich ein Mann vor ihr steht, der behauptet, ihr Verlobter zu sein, doch Joanna hat den Mann noch nie gesehen. Sie fühlt sich von ihm bedroht und sucht nach einer Fluchtmöglichkeit.

Erik kommt nach Hause und bemerkt, dass seine ganzen Sachen verschwunden sind. Als seine Verlobte Joanna vor ihm steht, erkennt sie ihn nicht. Sie bestreitet sogar, verlobt zu sein und kann sich nicht an ihre gemeinsame Vergangenheit erinnern.

Während die beiden versuchen, sich gegenseitig zu beweisen, dass der andere im Unrecht ist, kommt eine Gefahr auf sie zu, der sie nur gemeinsam begegnen können. Doch wie vertraut man einem fremden Mann, der davon ausgeht, dass man gerade durchdreht. Und wie begneet man einer Frau, die es innerhalb eines Tages geschafft hat, sämtliche Beweisstücke für ein gemeinsames Leben aus der Wohnung zu verbannen und die eben dieses Leben abstreitet?



Meine Gedanken zum Hörbuch
Die Vorpremieren-Lesung in Frankfurt im Oktober 2015 hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht. Damals hatten Ursula Poznanski und Arno Strobel abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten gelesen.

Der Start der Geschichte konnte mich entsprechend auch überzeugen, denn durch das „erste“ Aufeinandertreffen der beiden wird man als Leser oder Hörer direkt in die Handlung katapultiert. Während ich zunächst davon ausgegangen bin, dass Joanna einen Teil ihrer Erinnerungen verloren hat, war ich mir bald nicht mehr sicher, ob es nicht vielleicht Erik ist, der sich etwas zusammenreimt. Eine großartige Idee für einen Thriller, gut gefallen hat mir dabei auch, wie die beiden sich zusammenraufen müssen, um am Leben zu bleiben.

Über alle dem steht die Frage, was denn eigentlich passiert ist. Der primäre Grund für die ganzen Erlebnisse der beiden liegt darin, dass Erik etwas gesehen hat, was er nicht hätte sehen dürfen und das auch noch, ohne, dass ihm bewusst wurde, dass er überhaupt etwas gesehen hat. Klingt verworren? Ja, und auch die Handlung darüber war mir lange Zeit zu undurchsichtig. Die Auflösung, was Joanna zugestossen ist, warum sie sich nicht mehr erinnern kann und wieso Eriks Sachen verschwunden sind, fand ich hingegen interessant konstruiert, wenn auch unrealistisch.

Ersparen können hätte sich das Autorenduo meiner Meinung nach alles rund um Joannas Familie und damit den Einfluß, den die Familienverhältnisse auf den Fortgang der Geschichte nehmen, das war mir persönlich einfach zuviel.

Ich muss gestehen, ganz überzeugen konnte mich der Thriller nicht, da bin ich von beiden Autoren besseres gewohnt. Aber weil mich die grundsätzliche Idee überzeugt hat, werden es immer noch vier von fünf Sterne.

Veröffentlicht am 06.05.2017

Ich habe sogar Martin S. Sneijder ins Herz geschlossen

Todesurteil
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Protagonisten
Kommissarin Sabine Nemez war beim Münchner Kriminaldauerdienst als ihre Mutter entführt und getötet wurde. Bei ihren eigenen Nachforschungen traf sie auf den BKA-Profiler Maarten S. Sneijder, ...

Protagonisten
Kommissarin Sabine Nemez war beim Münchner Kriminaldauerdienst als ihre Mutter entführt und getötet wurde. Bei ihren eigenen Nachforschungen traf sie auf den BKA-Profiler Maarten S. Sneijder, einen Mann, dem es offenbar an Höflichkeit und anderen guten Eigenschaften fehlt. Ab dem Zeitpunkt, ab dem sie wichtige Erkenntnisse zur Aufklärung einer Mordserie beitragen konnte, genießt sie den Respekt von Sneijder.

In diesem zweiten Band erhält Sabine Nemez auf Zutun von Sneijder die Chance, eine Ausbildung beim BKA zu absolvieren.

Wer Martin S. Sneijder noch nicht kennt, dem lege ich das Interview ans Herz, das der Verlag veröffentlicht hat.



Inhalt
Ein Jahr, nach dem die zehnjährige Clara in Wien verschwunden ist, taucht sie wieder auf. Auf ihrem Rücken findet sich eine Tätowierung, die Ähnlichkeiten zu Dantes „Inferno“ aufweist. Die Staatsanwältin Melanie Dietz kann mit ihren nicht ganz integren Methoden aufdecken, dass es weitere Opfer gibt.

Zeitgleich beginnt Sabine Nemez ihr Studium beim BKA auf, wo Sneijder seinem hochbegabten Nachwuchs ungelöste Fälle vor legt und seine Musterschülerin Nemez einen Zusammenhang erkennt.



Meine Gedanken zum Buch
Andreas Gruber hat es auch bei diesem zweiten Fall des Ermittlerteams Nemez / Snijder geschafft, einen Spannungsbogen aufzubauen, der von der ersten bis zur letzten Minute anhielt.

Ein Teil der Geschichte des Thrillers spielt in Deutschland, der andere in Österreich und ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich erzähle, dass beide Handlungsstränge irgendwann zusammen führen, doch wie Andreas Gruber das konstruiert hat, hat mich einmal mehr fasziniert.

Nachdem ich Fall 1 und Fall 3 bereits kenne, habe ich sogar Martin S. Sneijder ins Herz geschlossen, Sabine Nemez war mir sowieso vom ersten Moment an sympathisch.

Veröffentlicht am 06.05.2017

Motivationshilfe

Das Steiner Prinzip: Vom Schwergewicht zum Wohlfühl-Ich
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Im Umschlagtext erzählt Matthias Steiner, dass er nach dem Ende seiner Karriere wieder zu seinem „alten“ Gewicht zurückkehren wollte.

Er hat im Laufe eines Jahres 45 kg abgespeckt, wichtig war ihm dabei ...

Im Umschlagtext erzählt Matthias Steiner, dass er nach dem Ende seiner Karriere wieder zu seinem „alten“ Gewicht zurückkehren wollte.

Er hat im Laufe eines Jahres 45 kg abgespeckt, wichtig war ihm dabei nicht nur, dass er sich gesund ernährt, sondern auch, dass er seiner Haut die Möglichkeit gibt, sich zurück zu bilden.

Danach erreichten ihn zahlreiche Briefe und Mails, vor allem von „gewichtigen“ Menschen, die wissen wollten, was das Geheimnis seines Abnehmerfolges ist.

Er hat seine Geschichte aufgeschrieben in der Hoffnung, Motivation für andere zu sein. In seinem Buch gibt er viele Tipps für den Weg zum Wohlfühl-Ich.

Gedanken zum Buch
Als ich das erste Mal von diesem Buch gehört habe, war mein erster Gedanken, was will Matthias Steiner mir jetzt erzählen, was ich nicht sowieso schon weiß. Ich esse zu ungesund und ich bewege mich zu wenig. Doch die Neugier hat gesiegt.

Was direkt auf den ersten Seiten auffällt, sind die vielen – teils großflächigen – Bilder von Matthias Steiner, die ihn in verschiedenen Lebenslagen, aber auch in verschiedenen Gewichtsklassen zeigen.

Im ersten Kapitel erzählt der Autor, wie er auf 150 kg aufgespeckt hat und wie es ist, mit diesem Gewicht zu leben.

In Kapitel 2 berichtet er von seinem Weg zurück zu 105 kg. Wie auf dem Foto unten zu sehen ist, lautet das Steiner Prinzip 1: Verbrenne mehr, als du zu dir nimmst. Seine Prinzipien unterlegt Steiner mit Geschichten darüber, wie er sie selbst umgesetzt hat und noch immer umsetzt.

Das dritte Kapitel ist überschrieben mit „Dein Weg zum Erfolg“ und da erscheint mir der Hinweis „Ohne Wille kein Abnehmen“ am Wichtigsten. Matthias Steiner bietet verschiedene Ziele an und so muss sich jeder selbst überlegen, aus welchem Grund er abnehmen möchte.

Im weiteren Verlauf geht es um Teilziele und den IST-Zustand sowie Motivationshilfen, Sport und Nahrungsmittelkunde.

Matthias Steiner empfiehlt, ein Abnehmtagebuch zu führen. Zunächst wird notiert, was man isst, trinkt und wieviel man sich bewegt. Für die ersten 14 Tage sind bereits Vorlagen im Buch enthalten.

Der Autor hat als Diabetiker natürlich auch Tipps für zuckerkranke Menschen.

Fazit
Wie bereits vermutet, wusste ich schon vieles, was Matthias Steiner da ausgeschrieben hat. Aber klar, in Sachen gesunder Ernährung und Bewegung konnte auch Matthias Steiner das Rad nicht neu erfinden. Dennoch bin ich der Meinung, dass sein Buch eine Motivationshilfe sein kann und deswegen vergebe ich vier von fünf Sterne.