Die Opfer die man bringt
GoldkindIn Trinidad ist das Leben anders.
Die Bevölkerung ist verarmt. Eine gute Schulbildung nicht bezahlbar.
Die Zwillinge Paul und Peter könnten gegensätzlicher nicht sein.
Peter, der Goldjunge, intelligent ...
In Trinidad ist das Leben anders.
Die Bevölkerung ist verarmt. Eine gute Schulbildung nicht bezahlbar.
Die Zwillinge Paul und Peter könnten gegensätzlicher nicht sein.
Peter, der Goldjunge, intelligent und vielversprechend, während Paul, der bei der Geburt unter Sauerstoffmangel litt, zurückgeblieben scheint.
Ihr Vater Clyde versucht alles, um ihnen beiden ein besseres Leben zu ermöglichen.
Doch muss er bald einsehen, dass das nicht funktioniert - nicht in diesem Land.
Ein Land, wo es nur Armut und Korruption gibt - und jeder sehen muss, wo er bleibt.
Paul ist auf einmal verschwunden und Clyde muss die schwerste Entscheidung seines Lebens treffen.
Der Schreibstil ist zuerst ungewohnt, mit den vielen ausländischen Begriffen und eher kurzen schnörkellosen Beschreibungen des Geschehens.
Die Autorin beginnt bei Pauls Verschwinden und rollt dann die Geschichte von hinten auf.
Während des Lesens wird einem schnell bewusst, dass Paul schon immer das "schwarze Schaf" war, während Peter mit seinen außergewöhnlichen Schulleistungen eben das Goldkind war, dass die Familie finanziell retten sollte.
Ein Leben in Armut zu beenden, was nur die wenigsten schaffen.
In 3. Teilen berichtet Adam, wie es letztlich dazu kam, dass Paul für das Familienglück auf der Strecke blieb.
Bei dem Ende blieb mir fast die Spucke weg. Ich bin der Meinung, dass kein Europäer nachvollziehen kann, welche Entscheidung Clyde am Ende trifft.
Doch denkt man darüber nach, welche Zukunft der Familie bevorstand hätte er sich anders entschieden, ist Paul am Ende nun einmal das schwächste Glied, dass für die Familie geopfert werden musste.
Zitat P. 2116
»Ich würde Sie gern etwas fragen, Pater. Worauf wollen Sie hinaus?« »Auf gar nichts. Ich versuche nur, mir ein Bild zu machen.« »Es ist ja so einfach, hier zu sitzen und andere zu verurteilen. Wenn man sich selbst aus allem raushalten kann.«
Fazit: Ein schockierender Roman über die Zustände in anderen Ländern. Trotz des holprigen Starts, ein berührendes und authentisches Buch, dass einem vor Augen hält, wie gut es uns eigentlich geht.