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Veröffentlicht am 22.07.2025

Magische Bücherwelt

Die Bibliothek der Wahren Lügen
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Schon der Titel macht neugierig – und das völlig zu Recht. „Die Bibliothek der wahren Lügen“ entführt uns in eine fantasievolle, düstere und zugleich poetische Welt, in der Geschichten nicht nur erzählt, ...

Schon der Titel macht neugierig – und das völlig zu Recht. „Die Bibliothek der wahren Lügen“ entführt uns in eine fantasievolle, düstere und zugleich poetische Welt, in der Geschichten nicht nur erzählt, sondern real werden.

Die Handlung beginnt mit einem scheinbaren Glücksfall: Oskar gewinnt den Schreibwettbewerb seines Lieblingsautors Simon Bruma. Der Preis, ein Besuch beim berühmten Schriftsteller, klingt wie ein Traum. Doch kaum angekommen, schlägt die Stimmung um.

Der Plot ist originell. Die Verbindung von Fantasie, Realität und der Kraft des Schreibens macht die Geschichte besonders. Allerdings wirken einige Szenen im Mittelteil etwas wirr oder überladen, was stellenweise zu Verwirrung führen kann - gerade bei jungen Lesern. Manche Übergänge zwischen Realität und Fantasie verschwimmen so stark, dass man sich kurzzeitig orientieren muss.

Dennoch ist der Schreibstil flüssig, atmosphärisch und (zum Großteil) altersgerecht. Tanja Voosen gelingt es, eine geheimnisvolle Stimmung zu erzeugen, die einen absolut fesselt.

Fazit:
Ein fantasievoller Jugendroman mit einer starken Grundidee, spannender Atmosphäre und einem schönen Plädoyer für die Macht der Worte. Auch wenn es stellenweise ein wenig chaotisch wirkt, bleibt „Die Bibliothek der wahren Lügen“ eine lohnende Lektüre für alle, die Magie zwischen den Zeilen suchen.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Erneut grandiose Story

Das geheime Zeichen
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Im dritten Band der Reihe rund um Kommissarin Evelyn Holm stößt das Ermittlerteam auf ein düsteres Geheimnis: Ein drei Jahrzehnte altes menschliches Skelett wird hinter dem Mauerwerk eines Hauses entdeckt. ...

Im dritten Band der Reihe rund um Kommissarin Evelyn Holm stößt das Ermittlerteam auf ein düsteres Geheimnis: Ein drei Jahrzehnte altes menschliches Skelett wird hinter dem Mauerwerk eines Hauses entdeckt. Der einzige Hinweis – eine rätselhafte Kette mit einem mysteriösen Symbol – gibt der Kommissarin Rätsel auf. Als Evelyn dieses Zeichen wiedererkennt, setzt sie alles daran, den alten Fall zu lösen. Doch je tiefer sie gräbt, desto gefährlicher wird die Spurensuche – es geht bald um Leben und Tod.

Bereits der Prolog zieht mit einem unheimlichen Mord in den Bann – dessen Bedeutung sich erst später erschließt. Neben Evelyns Ermittlungsarbeit begleitet man auch Viola, eine ehrgeizige Frau, die sich verzweifelt um Aufnahme in einen elitären Club bemüht.

Zitat Pos. 209:
„Es gibt da einen Club, über den man erfahrene Geschäftsleute kennenlernt. Ähnlich den Rotary und Lions Clubs, nur erlesener und besser. Und“, sie hob den Zeigefinger, „es sind Frauen erlaubt.“

Doch Violas Wunsch nach Zugehörigkeit hat seinen Preis – und der wird bald beängstigend hoch. Die Spannung steigert sich stetig und zieht den Leser immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Machtspielen und Verzweiflung. Was zunächst wie ein solider, durchschnittlicher Thriller wirkt, entfaltet sich schnell zu einem intensiven Psychodrama mit harten Wendungen, die emotional erschüttern.

Saskia Calden versteht es meisterhaft, zwei zunächst scheinbar unabhängige Handlungsstränge miteinander zu verweben. Wenn schließlich klar wird, wie alles zusammenhängt, ist das Tempo kaum noch auszuhalten – man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Zitat Pos. 2966:
„Er kann nicht nachvollziehen, wie es ist, wenn einem keine anderen Möglichkeiten bleiben und man alles versucht, um einen geliebten Menschen zu retten, während man weiß, es könnte jeden Moment zu spät sein.“

Fazit:
Ein packender Thriller mit Tiefgang und einem absolut überraschenden Twist, der Evelyn Holms Geschichte auf eine neue Ebene hebt. Sprachlich klar, atmosphärisch dicht und mit viel psychologischer Spannung. Ich empfehle, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen – auch wenn jeder Teil für sich verständlich ist. Wer starke Ermittlerfiguren und düstere Geheimnisse liebt, kommt hier voll auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Spannend

Eine von uns
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Die Autorin aus England nimmt ihre Leser in diesem fesselnden Psychothriller mit auf eine wilde Reise. Ich dachte, ich hätte in diesem Buch alles durchschaut, aber ich lag falsch! Samantha Hayes hat sorgfältig ...

Die Autorin aus England nimmt ihre Leser in diesem fesselnden Psychothriller mit auf eine wilde Reise. Ich dachte, ich hätte in diesem Buch alles durchschaut, aber ich lag falsch! Samantha Hayes hat sorgfältig und meisterhaft eine vertrackte Geschichte geschrieben, die mich komplett vom Hocker gehauen hat.

Gina, Matt und ihre beiden kleinen Kinder brauchen nach einem Brand in ihrem Haus eine Unterkunft. Als Ginas alte Freundin Annie ihnen anbietet, ihr Haus vorübergehend zu nutzen, können sie nicht ablehnen. Eines Tages taucht plötzlich eine Frau auf und gibt sich als Haushälterin aus. Annie, die zu der Zeit nicht in der Stadt ist, bestätigt, dass Mary, die Frau an der Tür, ihre Haushälterin ist. Gina und Matt lassen sie natürlich ins Haus ... und der Albtraum beginnt.

"Du hast ihr die Tür geöffnet. Jetzt gehört ihr dein Leben."

Ginas Unbehagen und Zweifel, die während ihrer Begegnungen mit Mary aufkamen, wurden von Hayes authentisch dargestellt. Ich konnte fast sehen, wie sich Gina die Nackenhaare aufstellten, als sie Marys Absichten und Motive hinterfragte. Mir wäre es ehrlich gesagt nicht anders ergangen. Man stellt Vermutungen auf, überlegt hin und her, nur um dann doch wieder alles zu verwerfen. Hayes spielt dabei bewusst mit unseren Empfindungen und treibt bis zuletzt ein undurchsichtiges Spiel.

"Wüsste Gina, wer ich bin, würde sie ihre Kinder niemals in meiner Obhut lassen."

Dieser Thriller bietet eine Menge Geheimnisse, Spannung und Wendungen. Ich liebe Bücher, die mich rätseln und erschaudern lassen, und „EINE VON UNS“ hat genau das getan! Ich freue mich schon darauf, Samantha Hayes‘ nächsten Roman zu lesen!

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Überraschend gut

The Island - Auf der Flucht
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Lola will einfach nur weg aus Hongkong und folgt der Einladung ihres ehemaligen Vorgesetzten Moxham nach Keeper Island.
Doch schon am Tag nach ihrer Anreise ist Moxham tot. Zurück bleiben zig offene Fragen. ...

Lola will einfach nur weg aus Hongkong und folgt der Einladung ihres ehemaligen Vorgesetzten Moxham nach Keeper Island.
Doch schon am Tag nach ihrer Anreise ist Moxham tot. Zurück bleiben zig offene Fragen. Wurde er ermordet oder war es doch ein Unfall? Lola versucht die Wahrheit rauszubekommen und stößt bald in ein Wespennest...

Das Cover finde ich überhaupt nicht ansprechend und hätte das Buch diesbezüglich wohl kaum beachtet. Der Klappentext hingegen machte mich neugierig und ich bin froh,es doch gelesen zu haben.
Der Schreibstil ist flüssig und die Charaktere gut gezeichnet.
Auch Lolas Hintergrund ist interessant und erklärt so einiges an ihrem Verhalten.
In diesem Buch gibt es keine Ermittlungen durch Polizei oder.ä., sondern lediglich Lola,die einigen auf die Füsse tritt und sich selbst in Gefahr begibt.
Im Ganzen ist die Story sehr spannend, komplex und am Ende mit einer guten Wendung abgerundet.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe es gibt bald Nachschub von der Autorin.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Unfassbar emotional

Um jeden Preis
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Lydia Judt wurde 1927 als „Schwarzmeerdeutsche“ in der Ukraine geboren. Damals wurde den Deutschen Zuwanderern in der Ukraine eigenes Land und Vieh zugesagt, was nun durch Stalin stark eingeschränkt wird ...

Lydia Judt wurde 1927 als „Schwarzmeerdeutsche“ in der Ukraine geboren. Damals wurde den Deutschen Zuwanderern in der Ukraine eigenes Land und Vieh zugesagt, was nun durch Stalin stark eingeschränkt wird und die ganze Familie Hunger leidet. Bereits zu der Zeit schaffen es nicht alle Familienmitglieder zu überleben.

Während des zweiten Weltkrieges ist die Familie also bereits an Einschränkungen gewöhnt. Doch als die Russen Deutschland zurückdrängen, werden Lydia, ihre Mutter und 5 weitere Geschwister als Zwangsarbeiter nach Sibirien verschleppt und der Vater zum Krieg eingezogen. Die letzten Worte des Vaters sind für Lydia die nächsten Jahre ein Mantra, dass sie mit aller Macht versucht zu beherzigen: „Egal was passiert – ihr müsst immer zusammenbleiben. Einer für alle – alle für Einen.“

In Sibirien angekommen müssen sie unter unvorstellbarem Leid bei minus 50 Grad Schwerstarbeit leisten und für eine Handvoll Essen schuften.

Als sie sich nach vielen Jahren damit arrangiert haben, werden sie wieder zwangs umgesiedelt und kommen an einen neuen Ort in der eisigen Schneewüste. Nach 11 Jahren in Gefangenschaft, Leid und Verlusten in der Familie sind sie endlich frei – dürfen aber die Sowjetunion nicht verlassen.

Dabei wollen sie nach all den Jahren nur noch in ihre ursprüngliche Heimat – Westdeutschland.



Hera Linds Romane sind nach wahren Begebenheiten geschrieben und schaffen es immer wieder mit starken Emotionen zu berühren. So auch hier.

Die Geschichte der Familie Groß, insbesondere von Lydia, aus deren Sicht die meisten Kapitel spielen, geht einem sehr zu Herzen. Ich musste einige Mal das Buch unterbrechen, weil mir die Tränen kamen und ich das Gelesene erst verarbeiten musste.

Es ist unvorstellbar, wozu die Menschen damals fähig waren und was sie erleiden mussten.

Es gibt nichts Schlimmeres als Krieg und seine Auswirkungen. Hoffentlich müssen wir und unsere Kinder und Enkel nie wieder so etwas erleiden.

Zum Ende gibt es einige Kapitel aus Sicht der überlebenden Kinder von Lydia, die ebenfalls einiges erlebt haben, durch die Stärke ihrer Mutter jedoch so gut wie möglich aufwachsen durften.



Fazit: Erneut ein stark emotionales Thema, das einen wirklich berührt. Jeder sollte sich bewusst sein, auf welch hohem Niveau wir uns heute über unser Leben beklagen und wie schwer es andere Generationen hatten.

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