Wien-Krimi
WienerbergMit "Wienberg" präsentiert Mina Albich einen Wien-Krimi, der sich angenehm vom Einheitsbrei des Genres abhebt: wortwitzig, tiefgründig, charmant-wienerisch und gleichzeitig düster genug, um lange nachzuhallen. ...
Mit "Wienberg" präsentiert Mina Albich einen Wien-Krimi, der sich angenehm vom Einheitsbrei des Genres abhebt: wortwitzig, tiefgründig, charmant-wienerisch und gleichzeitig düster genug, um lange nachzuhallen. Die Autorin versteht es hervorragend, historische Atmosphäre, bodenständigen Schmäh und psychologische Spannung zu einer dichten, stimmigen Mischung zu verweben.
Der Fall beginnt mit einem Fund, der harmlos wirken könnte – ein Mädchen entdeckt beim Spielen im Wasserpark Favoriten einen menschlichen Knochen. Doch Inspektor Grohsman, ein Ermittler mit Gefühl für Geschichte, weiß, dass dieser Ort eine finstere Vergangenheit hat: In unmittelbarer Nähe befand sich einst eine der Hinrichtungsstätten Wiens. Das geborgene Skelett aber stammt keineswegs aus dieser Epoche. Es ist deutlich jünger – und damit beginnt ein Fall, der mehr verbirgt, als er preisgibt.
Grohsman, seine toughe Kollegin Joe Kettler und die scharfsinnige Kriminalpsychologin Nicky Witt bilden ein wunderbar kontrastreiches Ermittlerteam. Zwischen Grohsman’s trockenem Humor, Joes Pragmatismus und Nickys analytischem Feingefühl entsteht eine Dynamik, die den Roman trägt. Mina Albich lässt ihre Figuren mit einer Natürlichkeit agieren, die sofort in den Bann zieht – mal mit bissigem Humor, mal mit leisen, nachdenklichen Tönen.
"Wienberg" ist ein intelligenter, atmosphärisch dichter Kriminalroman mit wienerischem Schmäh und ernsthafter gesellschaftlicher Note.