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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2025

Mord in luftiger Höh

Gamsalp
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"Gamsalp" entführt Leser*innen in die atemberaubende Landschaft des Toggenburgs, wo Ruhe und Naturidylle auf tödliche Geheimnisse treffen. Christian Gauer verbindet Krimispannung mit psychologischer Tiefe ...

"Gamsalp" entführt Leser*innen in die atemberaubende Landschaft des Toggenburgs, wo Ruhe und Naturidylle auf tödliche Geheimnisse treffen. Christian Gauer verbindet Krimispannung mit psychologischer Tiefe und erschafft so einen ungewöhnlichen, fesselnden Thriller.

Elwood, Organist und Privatermittler, trauert um den Verlust seiner Hündin Viva. Auf einer Wanderung durch die Schweizer Alpen sucht er Trost – doch die Natur hält keine Ruhe für ihn bereit. Stattdessen begegnet er einer Gruppe zwielichtiger Männer und wird unfreiwillig in eine verhängnisvolle Nacht hineingezogen. Kurz darauf bittet ihn Kripomann Bänziger um Unterstützung bei einem Mordfall in der Nähe. Die Verdächtigen? Männer, die Elwood nur zu gut kennt.

Gauer gelingt es, die Natur zu einer eigenen, bedrohlichen Kulisse zu machen. Die Alpen sind nicht nur Hintergrund, sondern ein aktiver Bestandteil der Spannung: Nebel, steile Hänge und abgelegene Pfade verstärken das Gefühl von Isolation und Gefahr.
Elwood ist ein ungewöhnlicher Ermittler: sensibel, nachdenklich und geprägt von Verlust. Seine Trauer macht ihn nahbar und menschlich – eine willkommene Abwechslung zu den klassischen, oft stoischen Krimihelden.

Die Handlung ist temporeich, mit gut gesetzten Wendungen, die das Rätsel spannend halten. Allerdings gibt es Momente, in denen die Story etwas vorhersehbar wirkt oder kleinere Logik-Löcher auftauchen.

"Gamsalp" ist ein atmosphärischer Krimi, der Spannung, Natur und Emotionen auf gelungene Weise verbindet.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Leider nicht wie erwartet

Grand Hotel Avalon
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Mit "Grand Hotel Avalon" wagt sich Maggie Stiefvater an ein ungewöhnliches Setting – ein luxuriöses, geheimnisvolles Hotel in den Appalachen während des Zweiten Weltkriegs. Die Idee klingt vielversprechend: ...

Mit "Grand Hotel Avalon" wagt sich Maggie Stiefvater an ein ungewöhnliches Setting – ein luxuriöses, geheimnisvolles Hotel in den Appalachen während des Zweiten Weltkriegs. Die Idee klingt vielversprechend: Magie, Geschichte, eine starke Frau als Hauptfigur und ein Hauch von Mystery. Leider bleibt der Roman hinter seinen Möglichkeiten zurück.

June Porter Hudson leitet das traditionsreiche Grand Hotel Avalon – ein Ort, der mehr zu bergen scheint als nur elegante Gäste und gutes Essen. Zwischen Heilwasser, Kriegsängsten und familiären Geheimnissen muss June um das Überleben ihres Hotels kämpfen – und vielleicht auch um ihre eigene Seele.

Was zunächst nach einem atmosphärischen, geheimnisvollen Roman klingt, entpuppt sich als recht zähe und sprunghafte Erzählung. Die Sprache ist – typisch für Stiefvater – poetisch und detailverliebt, doch hier wirkt sie oft überladen und schwer zugänglich. Die Handlung entwickelt sich nur langsam, und die vielen Zeitsprünge sowie mystischen Andeutungen verlieren sich irgendwann im Nebel.
Die Geschichte verliert sich in Andeutungen, ohne je wirklich etwas aufzulösen. Am Ende bleibt ein Gefühl von Unschärfe – als hätte man einen Traum gelesen, der kurz vor der Klarheit endet.

"Grand Hotel Avalon" ist ein wunderschön geschriebenes, aber erzählerisch unausgewogenes Werk, das mehr verspricht, als es letztlich hält.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Perfekt für den Winter

Das Schneeflockenmädchen
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Mara Andeck schenkt uns mit "Das Schneeflockenmädchen" eine Geschichte, die wie gemacht ist für kalte Wintertage. gemütlich, romantisch und atmosphärisch dicht erzählt sie von Liebe, Hoffnung und der Magie ...

Mara Andeck schenkt uns mit "Das Schneeflockenmädchen" eine Geschichte, die wie gemacht ist für kalte Wintertage. gemütlich, romantisch und atmosphärisch dicht erzählt sie von Liebe, Hoffnung und der Magie der Worte – ein modernes Wintermärchen im Gewand der 1920er Jahre.

Im verschneiten Rothenburg ob der Tauber des Jahres 1925 zieht die junge Marie mit ihrem Pferdewagen von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt. Als Märchenerzählerin schenkt sie den Menschen in einer schwierigen Zeit Mut und Trost – mit Geschichten, die fast zu wundersam sind, um nur Fantasie zu sein. Als sie dem charmanten Carl, einem Zuckerwatteverkäufer, begegnet, gerät ihre stille Welt in Bewegung. Zwischen Schneeflocken, Kerzenschein und alten Legenden entfaltet sich eine zarte Liebesgeschichte und die Frage, ob Märchen manchmal wahr werden können.

Dieses Buch ist wie eine Tasse heiße Schokolade nach einem langen Spaziergang im Schnee – wohltuend, süß und voller Nostalgie. Mara Andeck gelingt es, die Magie der Zwischenkriegszeit lebendig werden zu lassen, ohne die Schatten dieser Epoche zu vergessen. Ihre Sprache ist sanft und klar, voller kleiner Details, die die winterliche Kulisse zum Leuchten bringen: das Knirschen des Schnees, das Flackern von Laternen, das Lachen von Kindern auf den Märkten.

"Das Schneeflockenmädchen" ist ein herzerwärmendes Wintermärchen für Erwachsene – über die Kraft der Geschichten, die Hoffnung im Kleinen und die Liebe, die manchmal ganz leise kommt.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Düster und gruselig

Solomon Kane
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Mit Solomon Kane präsentiert der Festa Verlag eine prachtvolle Neuauflage jener Geschichten, die Robert E. Howard – Schöpfer von Conan der Cimmerier – einst zum Pionier der Dark Fantasy machten.

Solomon ...

Mit Solomon Kane präsentiert der Festa Verlag eine prachtvolle Neuauflage jener Geschichten, die Robert E. Howard – Schöpfer von Conan der Cimmerier – einst zum Pionier der Dark Fantasy machten.

Solomon Kane ist kein gewöhnlicher Held. Er ist Puritaner, Wanderer, Schwertkämpfer – getrieben von einem unstillbaren Gerechtigkeitssinn und einer inneren Dunkelheit. Ob in den afrikanischen Dschungeln, auf verfluchten Schlachtfeldern oder in verlassenen Gräbern: Kane zieht dorthin, wo das Böse lauert – und bekämpft es mit einem Glauben, der ebenso fanatisch wie furchtlos ist.

Howard schreibt mit einer Energie, die bis heute beeindruckt – roh, rhythmisch, archaisch. Seine Prosa hat etwas Hymnisches, fast Biblisches, und man spürt in jeder Zeile die Nähe zu Poe, Lovecraft und Stevenson.
Wie Stephen King treffend sagte: „In Howards besten Erzählungen steckt eine so unglaubliche Energie, dass geradezu Funken sprühen.“

Die Geschichten wie „Blutige Schatten“, „Die Berge der Toten“ oder „Schwingen in der Nacht“ sind gleichermaßen Horror, Abenteuer und moralische Parabel. Zwischen Schwertkampf und okkulter Vision entfaltet sich eine düstere Poesie, die an die Grenze zwischen Traum und Wahn führt.

"Solomon Kane" ist ein zeitloses Meisterwerk der Dark Fiction, das durch seine Mischung aus heroischer Fantasie, religiösem Fanatismus und philosophischer Tiefe besticht.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Hexenjagd

Serpent & Dove
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"Serpent & Dove" ist der perfekte Mix aus Romantasy, Spannung und prickelnder Enemies-to-Lovers-Dynamik und Shelby Mahurin beweist, dass Hexen, Jäger und verbotene Liebe nie aus der Mode kommen, solange ...

"Serpent & Dove" ist der perfekte Mix aus Romantasy, Spannung und prickelnder Enemies-to-Lovers-Dynamik und Shelby Mahurin beweist, dass Hexen, Jäger und verbotene Liebe nie aus der Mode kommen, solange sie mit Herz, Humor und Tiefe erzählt werden.

Lou lebt versteckt in den Gassen der Stadt – als Diebin, Trickserin, Überlebenskünstlerin. Doch Lou ist mehr als das: eine Hexe auf der Flucht. Als sie beim Diebstahl eines magischen Rings erwischt wird, landet sie ausgerechnet in den Händen von Reid, einem unerschütterlich gläubigen Hexenjäger.
Was als Jagd beginnt, endet in einem erzwungenen Ehebund – und plötzlich muss Lou ihre wahre Natur vor dem Mann verbergen, der sie töten würde, wenn er sie kennen würde.

Dieses Buch ist pure chemistry. Lou und Reid verkörpern das, was das Enemies-to-Lovers-Trope so unwiderstehlich macht: scharfe Dialoge, emotionale Konflikte, knisternde Spannung. Lou ist wild, laut, respektlos – eine Heldin, die man einfach lieben muss. Reid dagegen ist das perfekte Gegenstück: loyal, diszipliniert, innerlich zerrissen.

Shelby Mahurin schreibt mit einer Leichtigkeit, die süchtig macht. Ihr Stil ist witzig, frech und zugleich poetisch, mit Dialogen, die man am liebsten zitieren möchte. Hinter der Romantik steckt aber mehr: eine Geschichte über Moral, Freiheit und Selbstbestimmung, über das, was man für Liebe riskiert – und verliert.

"Serpent & Dove" ist magisch, sinnlich und emotional – ein absolutes Must-Read für alle, die Dark Romantasy mit echten Gefühlen lieben.

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