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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Süßer als ein Cupcake

Old-fashioned Cupcake 1
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Mit „Old Fashioned Cupcake“ von Sagan Sagan bekommt man eine Boys-Love-Geschichte, die ganz ohne großes Drama auskommt und genau deshalb so gut funktioniert.

Sanae Nozue ist 39, fest im Büroalltag verankert ...

Mit „Old Fashioned Cupcake“ von Sagan Sagan bekommt man eine Boys-Love-Geschichte, die ganz ohne großes Drama auskommt und genau deshalb so gut funktioniert.

Sanae Nozue ist 39, fest im Büroalltag verankert und emotional irgendwo zwischen „läuft doch“ und stiller Midlife-Crisis gefangen. Eat, sleep, work, repeat. Veränderung? Klingt anstrengend. Erst sein jüngerer Kollege Minoru Togawa bringt Bewegung in dieses graue Hamsterrad – mit einem charmant-schrägen „Anti-Aging“-Plan: Süßspeisen-Tour durch angesagte Cafés. Pancakes, Parfaits und Scones werden dabei mehr als nur Desserts – sie werden zum Katalysator für Selbstreflexion, Nähe und unausgesprochene Gefühle.

Was diesen Manga besonders macht, ist seine leise Reife. Die Beziehung zwischen Nozue und Togawa entwickelt sich langsam, glaubwürdig und mit viel Feingefühl. Kein überzogenes Drama, keine künstlichen Missverständnisse – stattdessen kleine Blicke, zögerliche Gesten und Dialoge, die mehr sagen, als sie aussprechen. Gerade die Dynamik zwischen dem unsicheren älteren Angestellten und dem scheinbar selbstbewussten jüngeren Kollegen ist wunderbar nuanciert erzählt.

Zeichnerisch setzt Sagan Sagan auf einen klaren, ruhigen Stil, der perfekt zur Alltagsatmosphäre passt. Die Café-Szenen wirken fast gemütlich genug, um selbst Lust auf Kuchen und Cappuccino zu bekommen.

Wer explosive Leidenschaft oder große Plot-Twists erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein – „Old Fashioned Cupcake“ lebt von Zwischentönen. Aber genau darin liegt seine Stärke: eine zarte, erwachsene Liebesgeschichte über Mut zur Veränderung, Selbstwert und die Frage, ob es je zu spät ist, neu anzufangen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Einfach süß

Happily Ever After – Auch im nächsten Leben will ich dich heiraten 01
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Mit „Happily Ever After“ von Miku Moringa erwartet Leser*innen kein klassisches Romance-Märchen, sondern eine leise, berührende Geschichte über Liebe, Zeit und das gemeinsame Älterwerden.

Der Manga beginnt ...

Mit „Happily Ever After“ von Miku Moringa erwartet Leser*innen kein klassisches Romance-Märchen, sondern eine leise, berührende Geschichte über Liebe, Zeit und das gemeinsame Älterwerden.

Der Manga beginnt ungewöhnlich: Toranosuke Ibuki liegt im Sterben, an seiner Seite seine Frau Kaoru. Statt dramatischer Zuspitzung erleben wir einen zärtlichen Rückblick auf eine jahrzehntelange Ehe, die Höhen und Tiefen, Armut, Zweifel und Glücksmomente überstanden hat. Was an einem goldenen Herbsttag mit einem waghalsigen Jungen, einem vernachlässigten Mädchen und einem schutzlosen Welpen begann, entfaltet sich zu einer bewegenden Lebensgeschichte.

Besonders stark ist die ruhige Erzählweise. Miku Moringa setzt nicht auf große Gesten, sondern auf kleine, intime Augenblicke. Blicke, Gesten und stille Panels transportieren oft mehr Emotion als Worte. Die Zeichnungen unterstreichen diese Atmosphäre mit weichen Linien und viel Gefühl für Mimik. Man spürt die Wärme zwischen Toranosuke und Kaoru – eine Liebe, die nicht perfekt, aber beständig ist.

Wer actionreiche Dramatik oder überzeichnete Konflikte sucht, wird hier vielleicht etwas Geduld brauchen. Die Geschichte ist ruhig, fast melancholisch, und entfaltet ihre Wirkung eher schleichend als spektakulär.

„Happily Ever After“ ist ein gefühlvoller Manga über eine Liebe, die ein ganzes Leben trägt. Sanft, nostalgisch und berührend – besonders für Leser:innen, die Geschichten über Beständigkeit und echte Verbundenheit schätzen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Der Royal Clair Club

Royal Clair Club 1: Her First Hunt
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Mit „Royal Clair Club“ von Ayla Dade startet eine düstere Dark-Romantasy-Dilogie, die Elite-College-Vibes mit Machtspielen, Obsession und einem Hauch Übernatürlichem verbindet. Schon optisch ist das Buch ...

Mit „Royal Clair Club“ von Ayla Dade startet eine düstere Dark-Romantasy-Dilogie, die Elite-College-Vibes mit Machtspielen, Obsession und einem Hauch Übernatürlichem verbindet. Schon optisch ist das Buch ein Highlight: veredeltes Hardcover, ganzseitige Illustrationen, Lesebändchen, Schutzumschlag mit Goldeffekt und – in der ersten Auflage – ein dreiseitiger Motiv-Farbschnitt machen es zu einem echten Hingucker.
Inhaltlich treffen zwei Welten aufeinander: Inez stammt aus dem Elendsviertel Westcliff und erhält mit dem Stipendium am St. Clair College ihr Ticket in eine Welt aus Reichtum, Einfluss und skrupelloser High Society. Dort herrschen die geheimnisvollen X-Boys – allen voran Calix van Schmitt Barclay. Eiskalt, provokant und unwiderstehlich zieht er Inez in ein gefährliches Spiel aus Anziehung und Kontrolle. Doch Inez verfolgt ihre eigene Agenda: Um ihr Ziel zu erreichen, muss sie in den geheimen Royal Clair Club aufgenommen werden – koste es, was es wolle.
Ayla Dade schreibt intensiv, roh und emotional aufgeladen. Die Chemie zwischen Inez und Calix ist spürbar, die Dialoge knistern, und die düstere Atmosphäre des Colleges sorgt für echtes Dark-Academia-Feeling. Besonders gelungen ist die morally-grey-Dynamik: Beide Figuren bewegen sich in Grauzonen, was die Beziehung spannend und unberechenbar macht.
Kleine Abstriche gibt es bei der Figurenentwicklung – manche Motive bleiben zunächst etwas vage, und nicht jede Wendung wirkt völlig überraschend. Zudem sind die expliziten Szenen und die direkte Sprache definitiv Geschmackssache.
Insgesamt ist „Royal Clair Club“ eine fesselnde, spicy Dark Romance mit Fantasy-Elementen, die Fans von Machtspielen, Elite-Settings und gefährlicher Anziehung begeistern dürfte – auch wenn sie erzählerisch nicht ganz neue Wege geht.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Mehr als nur Orte zum verweilen

Weinorte an Saale und Unstrut
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„Weinorte an Saale und Unstrut“ ist eine stimmungsvolle Liebeserklärung an Deutschlands nördlichstes Qualitätsweinanbaugebiet – und weit mehr als ein klassischer Reiseführer. Das Buch nimmt seine Leser*innen ...

„Weinorte an Saale und Unstrut“ ist eine stimmungsvolle Liebeserklärung an Deutschlands nördlichstes Qualitätsweinanbaugebiet – und weit mehr als ein klassischer Reiseführer. Das Buch nimmt seine Leser*innen mit in eine Region, die mit sanften Weinbergen, jahrhundertealten Terrassen und beeindruckenden Ausblicken überrascht.

Zwischen den Flusstälern von Saale-Unstrut entfaltet sich eine besondere Mischung aus Natur, Geschichte und Genusskultur. Mittelalterliche Städtchen, versteckte Weingüter und familiäre Straußwirtschaften werden anschaulich porträtiert und machen sofort Lust, selbst loszuziehen. Besonders gelungen ist die Verbindung aus atmosphärischen Beschreibungen und praktischen Anregungen – ob für eine Wochenend-Auszeit, eine Genuss-Wanderung oder eine ausgedehnte Weinprobe.

Das Buch vermittelt nicht nur Fakten über Rebsorten und Traditionen, sondern fängt auch das Lebensgefühl der Region ein. Man spürt die Ruhe der Weinberge, die Leidenschaft der Winzer:innen und die tiefe Verwurzelung kulturellen Erbes. Die Texte sind informativ, ohne trocken zu wirken, und wecken die Neugier auf Orte, die abseits der großen Touristenströme liegen.

„Weinorte an Saale und Unstrut“ ist damit eine inspirierende Einladung, eine oft unterschätzte Region neu zu entdecken. Für Weinliebhaber:innen, Genussreisende und alle, die authentische Landschaften schätzen, ist dieses Buch eine empfehlenswerte Lektüre – ideal zur Reiseplanung oder zum gedanklichen Davonträumen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Tolle Idee

A Killer Crush
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Mit „A Killer Crush“ von Shailee Thompson bekommt man eine unterhaltsame Mischung aus RomCom-Vibes und Slasher-Setting – mit einer Prise Chaos und ganz viel Tempo.
Filmexpertin Jamie Prescott besucht ein ...

Mit „A Killer Crush“ von Shailee Thompson bekommt man eine unterhaltsame Mischung aus RomCom-Vibes und Slasher-Setting – mit einer Prise Chaos und ganz viel Tempo.
Filmexpertin Jamie Prescott besucht ein Speed-Dating-Event eigentlich nur aus Recherchegründen. Doch als plötzlich das Licht ausgeht und ihr Date kurz darauf tot vom Stuhl kippt, ist klar: Das hier wird kein harmloser Abend. Die Gäste sind eingeschlossen, der Mörder ist noch im Raum – und mitten im Ausnahmezustand steckt Jamie plötzlich in einem Liebesdreieck. Dumm nur, dass einer der beiden Männer der Killer sein könnte.
Die Idee macht Spaß: ein abgeschlossener Raum, Misstrauen unter Verdächtigen, dazu eine Protagonistin, die sich bestens mit Horror-Klischees auskennt. Gerade die selbstironischen Anspielungen auf Genre-Regeln lockern die Spannung immer wieder auf. Jamie ist sympathisch, wenn auch manchmal etwas impulsiv, und das romantische Hin und Her sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel.
Allerdings bleibt die Spannung phasenweise eher leicht als wirklich packend. Manche Wendungen sind vorhersehbar, und der Horror-Anteil hätte stellenweise etwas düsterer ausfallen dürfen. Wer jedoch keine brutale Hochspannung, sondern eine locker geschriebene Mischung aus Thriller und Love-Story sucht, wird hier gut unterhalten.
Optisch ist das Buch ebenfalls attraktiv – erhältlich mit und ohne Farbschnitt, wobei die Sonderausgabe natürlich ein kleines Extra fürs Regal ist.
Insgesamt ist „A Killer Crush“ kein Meilenstein des Genres, aber eine solide, kurzweilige Lektüre für alle, die Humor, Herzklopfen und ein bisschen Mord in einem Setting mögen.

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