Band 2
Bulle bleibt BulleMit „Bulle bleibt Bulle“ zeigt Ben Westphal eindrucksvoll, dass ein echter Ermittler seinen Instinkt nie verliert – selbst dann nicht, wenn er eigentlich im Urlaubsmodus sein sollte. Der zweite Band der ...
Mit „Bulle bleibt Bulle“ zeigt Ben Westphal eindrucksvoll, dass ein echter Ermittler seinen Instinkt nie verliert – selbst dann nicht, wenn er eigentlich im Urlaubsmodus sein sollte. Der zweite Band der Reihe knüpft nahtlos an den rauen, realistischen Ton des Auftakts an und legt in Sachen Tempo und internationaler Spannung sogar noch eine Schippe drauf.
Diesmal verschlägt es Gerd Sehling nach Barcelona – eigentlich für einen entspannten Kurztrip mit seiner Frau. Doch die Erholung ist schneller vorbei, als ihm lieb ist: Eine zufällige Begegnung am Flughafen katapultiert ihn direkt zurück ins Drogenmilieu. Was folgt, ist eine grenzüberschreitende Jagd, die von Hamburg bis in die dunkleren Ecken Barcelonas führt.
Besonders stark ist erneut die Authentizität. Ben Westphal versteht es, die Mechanismen des internationalen Drogenhandels glaubwürdig darzustellen – von Kurierwegen bis hin zu den Hierarchien innerhalb der Szene. Dabei wirkt nichts überzogen oder künstlich dramatisiert; vielmehr entsteht die Spannung aus der realistischen Darstellung eines gefährlichen Geschäfts.
Gerd Sehling bleibt das Herzstück der Geschichte: ein Mann, der eigentlich kürzertreten sollte, aber schlicht nicht anders kann. Gerade dieser innere Konflikt – zwischen Pflichtgefühl, Erfahrung und dem Wunsch nach einem ruhigeren Leben – verleiht dem Roman Tiefe. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Einsätze härter und persönlicher werden: Die Gefahr ist spürbarer, die Konsequenzen ernster.
Das Tempo ist hoch, die Handlung dicht gestrickt. Ortswechsel, Ermittlungen und Konfrontationen greifen sauber ineinander und sorgen dafür, dass man kaum Zeit zum Durchatmen hat. Besonders gelungen ist dabei die internationale Dimension, die dem Buch eine zusätzliche Dynamik verleiht.
Sprachlich bleibt der Roman klar und direkt, ohne Schnörkel – genau passend zum Genre. Wer literarische Feinspielereien sucht, wird hier nicht fündig, dafür aber eine packende, glaubhafte Story mit ordentlich Zug.