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Veröffentlicht am 14.06.2023

Lebenserzählung statt Krimi

Krimi-Klassiker - Band 14: Schlagschatten
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Ich kenne den ersten Band der Reihe nicht, aber am Cover dieses Buches ist eindeutig Kriminalroman zu lesen. Leider kann ich das so nicht unterschreiben. In meinen Augen hat Irene Rodrian hier eher die ...

Ich kenne den ersten Band der Reihe nicht, aber am Cover dieses Buches ist eindeutig Kriminalroman zu lesen. Leider kann ich das so nicht unterschreiben. In meinen Augen hat Irene Rodrian hier eher die Lebensgeschichte der drei Hauptprotagonisten erzählt. Der Krimi ist auf die letzten Seiten verbannt worden.
„Schlagschatten“ ist ein ganz eigener Roman. Einerseits schon vom Schreibstil her. Ich fand ihn gewöhnungsbedürftig. Kurze Sätze, teilweise keine Verben, dafür aber oftmals in einem flotten Tempo ohne nennenswerten Höhen und Tiefen.
Andererseits werden die Leben relativ emotionslos dargestellt. Abwechselnd stehen in den einzelnen Kapiteln die drei Figuren jeweils im Vordergrund.
Die Geschichte steigt in der Gegenwart ein und wird mittels Rückblicken erzählt, sodass der Leser am Ende den Lebenslauf der Figuren kennt.
Das Cover ist einfach gehalten, sagt aber nichts über die Geschichte aus, lässt dafür aber auch Raum für eigene Spekulationen.
Ich würde das Buch wohl kein zweites Mal zur Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Stoische und doch in seinen Bann ziehende Darstellung

Das Café ohne Namen
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Robert Simon nimmt die Gelegenheit wahr und eröffnet ein Cafe. Er wird vom Gelegenheitsarbeiter zum Wirt und erfüllt sich damit seinen Traum. Doch ein Name für sein Cafe will ihm nicht einfallen, womit ...

Robert Simon nimmt die Gelegenheit wahr und eröffnet ein Cafe. Er wird vom Gelegenheitsarbeiter zum Wirt und erfüllt sich damit seinen Traum. Doch ein Name für sein Cafe will ihm nicht einfallen, womit auch der Titel „Café ohne Namen“ seine Erklärung findet. Wir bewegen uns im Jahr 1966 in Wien.
Robert Seethaler beschreibt die Gäste, aber auch das Leben von Robert Simon in einer anschaulichen Art und Weise. Das interessante an diesem Buch ist für mich, dass es eigentlich keinen wirklichen Höhepunkt gibt. Die Erzählung geht stoisch voran, einmal von jenem Gast ein Detail, einmal von Robert, dann wieder eine Nebensächlichkeit. Trotzdem kam keine Langeweile auf. Es hat sich für mich eine Art Sogwirkung aufgebaut, sodass mich die Figuren und ihr Leben in ihren Bann gezogen haben.
Ich konnte das Buch fliesend durchlesen, fand die Lebensgeschichten der kleinen Leute sehr anschaulich beschrieben und die eine oder andere geschichtliche Episode wurde in die Erzählung ebenfalls mitaufgenommen.
Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass ich das Buch gerne gelesen habe, dass wir hier eine Geschichte aus dem Leben der Mittel- bis Unterschicht dargestellt bekommen und auch wenn die Stimmung immer wieder betrübt war, so wirkt die Grundstimmung nie depressiv.

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Explosion von Lust und Leidenschaft

Verruchte Gelüste - Du bist mein | Erotischer Roman
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Dieser erotische Roman hält was er verspricht. „Verruchte Gelüste“ ist wie eine Aneinanderreihung sinnlicher Begegnungen, die jedesmal in einer Explosion von Lust und Leidenschaft gipfeln. Dennoch findet ...

Dieser erotische Roman hält was er verspricht. „Verruchte Gelüste“ ist wie eine Aneinanderreihung sinnlicher Begegnungen, die jedesmal in einer Explosion von Lust und Leidenschaft gipfeln. Dennoch findet Mary Moon noch Platz für eine Handlung, eine kleine Liebesgeschichte.
Tessa und Damian sind jung, attraktiv und wissen was ihnen guttut. Sie leben ihre Leidenschaft frei und ungezwungen aus. Diese Leichtigkeit zieht den Leser in seinen Bann. Fasziniert und regt das eigene Kopfkino weiter an.
Szenenweise wird auch mit Dominanz und Unterwerfung gespielt, allerdings nur im Ansatz und völlig sachte.
Den Schreibstil und die Wortwahl fand ich sehr leicht zu lesen und passend zum Rahmen der Geschichte. Keine Spur vulgär, keine Abwertungen oder Beleidigungen. Reine Erotik und Leidenschaft.
Der Umfang von zirka 178 Seiten beim ebook kann durchaus in einem Rutsch bewältigt werden. Für den längeren Genuss ist auch der Aufbau in Form von Kapiteln ideal gewählt. Diese werden abwechselnd aus der Sicht von Tessa und Damian erzählt.
Von mir gibt es für diesen gelungenen Roman die volle Leseempfehlung.


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Veröffentlicht am 03.06.2023

Protagonistin mit verzehrter Selbstwahrnehmung, Grundthematik aktuell und berührend

Der verlorene Gladiolenstrauß
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Gleich vorweg, warum ich leider nur drei Sterne geben konnte, ist die Hauptfigur Nadja. Sie hat in meinen Augen eine völlig verzehrte Selbstwahrnehmung und ist einfach nervig. Vielleicht können wir zwei ...

Gleich vorweg, warum ich leider nur drei Sterne geben konnte, ist die Hauptfigur Nadja. Sie hat in meinen Augen eine völlig verzehrte Selbstwahrnehmung und ist einfach nervig. Vielleicht können wir zwei aber auch nur nicht mitsammen und jemand anders empfindet sie toll.
Die Grundthematik dagegen ist sehr aktuell. Es geht um Krankheit, Treue, Vertrauen, sich selber finden, zu sich stehen, aber auch Verantwortung übernehmen und natürlich loslassen lernen.
Zum Lesen ist „Der verlorene Gladiolenstrauß“ eigentlich gut. Nadine de Genot schreibt flüssig, ab und zu Wörter im Dialekt, die aber durchaus unterstreichend wirken.
Der Aufbau des Buches ist interessant. Vorneweg haben wir ein Inhaltsverzeichnis der verschiedenen Kapitel, am Ende finden sich ein Literaturverzeichnis und eine Playlist der von Najda gehörten Songs. Eine Zugabe, die ich ganz witzig und passend fand, da Musik doch einen wichtigen Stellenwert in ihrem Leben hat.
Das Cover zeigt jenen Gladiolenstrauß, der auch im Titel aufgegriffen wird. Seine Bedeutung wird dem Leser in der Geschichte erläutert.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass es sich um ein gutes Buch handelt, mir persönlich dieses leider durch die Hauptfigur einfach nicht nahekommen konnte.

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Veröffentlicht am 01.06.2023

Leben für und durch sein Idol

Idol in Flammen
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Der Teil von Akaris Lebensgeschichte, den der Leser in „Idol in Flammen“ begleiten darf, stützt sich einzig und alleine auf ihr Idol. Sie lebt für und nur durch ihn. Fühlt, leidet und liebt mit ihm.
Es ...

Der Teil von Akaris Lebensgeschichte, den der Leser in „Idol in Flammen“ begleiten darf, stützt sich einzig und alleine auf ihr Idol. Sie lebt für und nur durch ihn. Fühlt, leidet und liebt mit ihm.
Es ist sicher ein Buch das polarisiert. Für mich ist es einerseits eine Geschichte, die zeigt, wie sehr sich Jugendliche in eine Sache hineinsteigern können, sodass sie das eigene Leben nur durch ihr Idol lebenswert finden. Aber gleichzeitig fehlt mir etwas der Tiefgang, es tröpfelt nur so dahin, ohne mich wirklich zu fesseln.
Dieses flache Geschehen könnte von Rin Usami aber durchaus gewollt sein. Zeigt es ja auch, wie eintönig so ein Leben eigentlich ist, obwohl es durchaus die Höhepunkte der Konzerte, der Treffen usw. mit dem Idol gibt. Aber ansonsten ist alles grau.
Das Cover dagegen ist in kräftigen Farben gehalten, setzt seinen Schwerpunkt aber auf die verwischt dargestellte Frau. In meinen Augen ein passender Ansatz.
Mein Fazit nach ein paar Tagen ist, dass wir hier eine stimmige Geschichte vor uns haben, die mich trotzdem nicht völlig überzeugen konnte.

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