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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2026

Cosy mit greifbaren Figuren und bildhafter Landschaftsbeschreibung

Lavendelmord
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Mit Cleo und ihren Töchtern begibt sich der Leser nach Nizza. Doch als Frau muss sich Cleo erst ihren Platz als Chefin der Mordkommission sichern. Wer steht auf ihrer Seite, vor wem soll sie sich in Acht ...

Mit Cleo und ihren Töchtern begibt sich der Leser nach Nizza. Doch als Frau muss sich Cleo erst ihren Platz als Chefin der Mordkommission sichern. Wer steht auf ihrer Seite, vor wem soll sie sich in Acht nehmen, wer meint es nicht wirklich gut mit ihr?

Ihr erster Mordfall führt den Leser in die Duftwelt. Faszinierende Einblicke in die Parfumherstellung sind auch für einen Laien verständlich beschrieben. Der Fall an sich, wurde von Konrad K. L. Rippmann glaubwürdig aufgebaut, auch die Ermittlungen sind nachvollziehbar und wirken nicht konstruiert. Seine Hauptprotagonisten entwickeln eine Tiefe, sie sind greifbar und bleiben nicht oberflächlich.

Eingebettet ist der Fall in eine extrem genaue Landschaftsbeschreibung. Für einen ortsunkundigen Leser helfen diverse Wegbeschreibungen nicht viel. Es ist durchaus schön Landschaft und Orte genau vor Augen zu haben, doch mit der Zeit wird dies etwas zu dominant, genauso wie die französischen Ausdrücke.

„Lavendelmord“ bewegt sich als Cosykrimi mit sympathischen Figuren in einer farbenfrohen Gegend und in einem nicht üblichen Umfeld. Das Buch unterhält und lässt bis zu einem gewissen Grad eintauchen, sodass es sicher für Leser interessant ist, die leichte Krimis in der malerischen Provence lieben.

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Ein verworrener Krimi, mit mancher Wiederholung

Strandopfer
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Warum hat der Tote, das erste „Strandopfer“, einen Bernstein im Mund? Eine Frage, die sich von Lena und Adam, dem deutsch-polnischen Ermittlerduo, nicht so einfach beantworten lässt. Dazu kommen ein verschwundenes ...

Warum hat der Tote, das erste „Strandopfer“, einen Bernstein im Mund? Eine Frage, die sich von Lena und Adam, dem deutsch-polnischen Ermittlerduo, nicht so einfach beantworten lässt. Dazu kommen ein verschwundenes Kind und weitere Tote mit Bernstein im Mund.
Gefühlt wird der Krimi mit jeder Seite verworrener. Grundsätzlich nicht schlecht, nur hier wusste man schon bald nicht mehr, wem man was zutrauen sollte. Warum Lena überhaupt nach Polen geschickt wurde, fand ich unzureichend erklärt. Manche Ermittlungsergebnisse waren irgendwie plötzlich da. Dafür haben die wirklichen Arbeiten von Lena und Adam gefehlt. Die Haupttätigkeit von Lena war über ihre Vergangenheit und die Vorurteile hinwegzukommen, immer wieder. Die Zusammenarbeit gestaltet sich nicht nur dadurch schwierig, beide sind nicht wirklich zugänglich. Zumindest fand ich keine griffige Basis.
Für den Krimi spricht, dass er sich wirklich gut lesen lässt. Frank Goldammer schreibt flüssig, auch lebendig, nur die Spannung fehlt etwas. Auch war zwischendurch nicht alles ganz glaubwürdig. Motiv und Täter konnte ich nach der Lösung des Falles nachvollziehen. Aber zum Beispiel sind eine Ablenkungstaktik des Mörders, oder ein relativ schnelles Verlassen des Krankenhauses nach einer schweren Verletzung, oder die Rolle des Politikers nicht ganz schlüssig für mich gewesen.
Das Buch liest sich gut, wenngleich auch nicht einfach zwischendurch, da man sonst den Faden verlieren könnte. Hier gibt es sicher noch Potential für die nächsten Bände.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Ein Neuanfang der schrittweise beginnt

Au revoir und tschüss
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Es ist ein Moment, ein Satz, eine Begebenheit, die Caro trifft wie ein Blitz. Wann wurde ihr Leben das was es jetzt ist? Will sie das noch so?
Aber nur langsam und allmählich beginnt sie den Mut zum Neuanfang ...

Es ist ein Moment, ein Satz, eine Begebenheit, die Caro trifft wie ein Blitz. Wann wurde ihr Leben das was es jetzt ist? Will sie das noch so?
Aber nur langsam und allmählich beginnt sie den Mut zum Neuanfang aufzubringen. Das ist realistisch. Wer würde schon im realen Leben von heute auf morgen alles, oder vieles, ändern?
Caro hat Familie, einen Ehemann, zwei Söhne. Sie ist eine verantwortungsbewusste, liebenswerte Frau, die beginnt sich selbst zu suchen.
Mit „Au revoir und tschüss“ hat Gudrun Lochte einen gefühlvollen Roman erschaffen. Er erzählt vom Zeitpunkt der ersten Fragen in ihrem Kopf bis zum Neubeginn. Es ist kein radikaler und pointierter Start in ein neues Leben, sonder überdacht, mit Zweifel und Fragen bestückt. Doch Caro wird immer ehrlicher zu sich selbst. Ein Happy End muss nicht zwangsläufig in den alten Gleisen erfolgen.
Die Autorin findet gefühlvolle Worte, beschreibt nicht nur Landschaft und Essenskultur in Frankreich mit bunten Bildern, sondern auch die Gefühlswelt von Caro. Man kann sich durchaus vorstellen, dass sich ein Abschied und Neubeginn in dieser Art vollziehen kann. Ihr Roman ist in einem sehr angenehmen Schreistil verfasst und liest sich wunderbar leicht.
Ein Wort noch zur Gestaltung des Buches. Beim Entfernen der Schutzhülle findet sich das Cover ebenfalls am Buchdeckel.
Der Roman bietet sich jedem Leser an, der gerne realitätsnahe Geschichten mit Herz und Hirn lesen will.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Gefühlvoller Roman mit Neuorientierung

Brombeerblaue Tage
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Wir haben hier einen schönen, gefühlvollen Roman. Er beinhaltet aber nicht nur „Brombeerblaue Tage“ für Elisa. Sie lernt neue Menschen kennen und lieben. Darunter nicht nur fremde, sondern auch ihr Vater ...

Wir haben hier einen schönen, gefühlvollen Roman. Er beinhaltet aber nicht nur „Brombeerblaue Tage“ für Elisa. Sie lernt neue Menschen kennen und lieben. Darunter nicht nur fremde, sondern auch ihr Vater und sie selbst. Aus der, angeblich, kurzen Zeit auf Rügen wird plötzlich doch ein längerer Aufenthalt.
Elisa ist eine Frau, in deren Leben alles geplant ist. Wie sich eine Abweichung davon auswirkt und welche Konsequenzen Elisa daraus für sich zieht dürfen wir im Roman von Simone Veenstra miterleben.
Mir gefällt, dass Elisa nicht stur an ihrem Leben festhält, dass sie zu hinterfragen und überlegen beginnt. Aber auch, dass sie lernt zu sich selbst zu stehen.
Wunderbar beschrieben werden von der Autorin die verschiedenen Gewächse. Es macht Lust ebenso wie Elisa auf Entdeckungstour zu gehen. Einzig zum Schluss hin ging es mir ein ganz klein wenig zu schnell, gerade was das Gutshaus und seinen Garten betrifft.
Das Buch ist in Kapitel unterteilt, dazwischen gibt es jeweils ein ganz kurzes von maximal zwei Seiten, in dem eine Pflanze beschrieben wird. Den Schreibstil finde ich leicht zu lesen und so ist es ein sehr kurzweiliger Roman mit viel Gefühl und Botanik, positiv gesehen.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Informativ, feinfühlig, liebevoll, ehrlich

Humbi und Mohna auf der wilden Wiese
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Das sind die ersten Worte, die mir zum Buch von Carina Lendl einfallen. Mit und durch „Humbi und Mohna auf der wilden Wiese“ lernen wir verschiedene Insekten und Blumen beziehungsweise Sträucher kennen. ...

Das sind die ersten Worte, die mir zum Buch von Carina Lendl einfallen. Mit und durch „Humbi und Mohna auf der wilden Wiese“ lernen wir verschiedene Insekten und Blumen beziehungsweise Sträucher kennen. Die Freundinnen Humbi, die Steinhummelkönigin, und Mohna, die kleine Mohnbiene, verleben eine schöne Zeit auf dieser wilden Wiese. Sie finden Freunde, erleben Abenteuer, helfen einander, sind füreinander da, müssen aber auch die Schattenseiten des Tierreichs kennenlernen. Fressen und gefressen werden ist ebenfalls ein Thema.
Doch das große und wichtige Abenteuer kommt mit den Tramplern, den Menschen. So sehr die Tiere auch Freunde geworden sind, gegen die Übermacht der Trampler werden sie nicht ankommen. Dies einzusehen ist hart, aber leider auch ehrlich.
Ich finde, dass dieses Buch für Kinder mit Interesse an Natur und Tierwelt evtl erst ab zirka neun Jahre gut lesbar und verständlich ist. Anfangs würde ich es begleitend mit meinem Kind lesen, gerade auch um Wörter und Zusammenhänge erklären zu können. Das hat sich bei mir mit meinen zwei Lesetöchtern 8 und 9 Jahre gezeigt.
Die Illustrationen von Hannelore Demel-Lerchster werden immer wieder in schwarzweiß eingestreut und regen zusätzlich die Vorstellungskraft des Kindes an.
Für mich war es eine sehr schöne, liebevoll beschriebene Geschichte, die an Freundschaft und Zusammenhalt appelliert. Die Einteilung in kurze Kapitel erleichtert zudem das Lesen mit den Kindern. Auch wenn Ignaz, der Igel, immer wieder in seinen deftigen Dialekt zurückfällt, so finde ich nicht, dass dies ein Lese- oder Verständnisproblem darstellt.

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