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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2018

Verständliche Einführung und Hilfestellung

Das Geheimnis der Dualseelen, Seelengefährten und Seelengeschwister
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Sandra Ruzischka schafft es in ihrem, doch sehr dünnen Büchlein, eine übersichtliche Einführung in das Phänomen der Dualseelen zu geben. Diese ist geteilt in Grundlagen und verschiedene Beziehungsmöglichkeiten. ...

Sandra Ruzischka schafft es in ihrem, doch sehr dünnen Büchlein, eine übersichtliche Einführung in das Phänomen der Dualseelen zu geben. Diese ist geteilt in Grundlagen und verschiedene Beziehungsmöglichkeiten. Ebenso bietet sie im dritten Teil des Buches Hilfestellung und Möglichkeiten bei Problemen mit der Dualseele an. Ganz praktische Übungen leiten auch nicht so versierte Leser an.

Durch die begrenzte Seitenanzahl schreckt das Buch auch „Wenigleser“ nicht ab.

Die Autorin geht aber nicht nur auf die Dualseelen ein, sondern beschreibt auch andere seelische Beziehungsformen um dem Leser einen groben Überblick geben zu können in welcher Beziehung er vielleicht gerade mit seinem Gegenüber steckt.

Auch wird angesprochen, dass die Beziehung zur Dualseele nicht immer nur harmonisch ablaufen wird. So kann der eine oder andere Leser hierin sehr wohl Beruhigung und Erklärung finden.

Auch der nach seiner Dualseele suchende Leser findet Interessantes und Hilfreiches. Vor allem gibt die Autorin Mut, seinen Weg weiterzugehen – wenn dies auch nicht unbedingt bedeutet, dass man die Dualseele in diesem Leben treffen wird.

Mir gefiel die Einteilung in die drei Kapitel „Grundlagen“, „Seelische Beziehungen“ und „Methoden zur Klärung und Selbsthilfe bei Problemen“. Die mit einfachen Worten beschriebenen Beziehungsmöglichkeiten, Erklärungen usw. sind für jedermann verständlich. So kann ich dieses Buch ruhigen Gewissens auch Neulingen auf dem Gebiet Dualseelen empfehlen.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Fehler der Eltern erschweren dem Jugendlichen die Trennung zu verarbeiten

Der rote Swimmingpool
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„Der rote Swimmingpool“ steht für die perfekte, harmonische Vorzeigefamilie. Der Vater baute ihn extra für seine Frau, damit sie ihre Heimat und das Meer nicht so sehr vermisst.

Adam ist siebzehn Jahre, ...

„Der rote Swimmingpool“ steht für die perfekte, harmonische Vorzeigefamilie. Der Vater baute ihn extra für seine Frau, damit sie ihre Heimat und das Meer nicht so sehr vermisst.

Adam ist siebzehn Jahre, als seine Welt plötzlich und ohne Vorwarnung zerbricht. Sein Vater verlässt die Familie. Er bricht sogar den Kontakt zu Adam ab. Auch seine Mutter ist Adam keine wirkliche Hilfe. Sie lässt ihren Sohn ebenfalls im Ungewissen über die Trennungsgründe. Adam versteht die Welt nicht mehr. Aus all dieser Verzweiflung trifft Adam eine folgenschwere, falsche Entscheidung. Für die wird er auch zur Rechenschaft gezogen und wird zu Sozialarbeit verurteilt. Hierbei trifft er auf Tina. Sie wird ihm Stütze und wir dürfen die ersten Schritte einer aufkeimenden Liebe miterleben.

Das Verhältnis zu seinen Eltern ist angespannt, das Vertrauen verloren. Ob die drei es schaffen sich einander wieder anzunähern?

Natalie Buchholz führt uns durch Adams Geschichte mit zwei Erzählsträngen. Einmal Gegenwart nach der verhängnisvollen Tat, einmal wie es dazu kam. Diese Stränge wechseln sich kapitelweise ab. Anfangs hatte ich meine Probleme dieses System zu durchblicken, doch dann war es weiterhin kein Problem. Der Schreibstil hat mir persönlich sehr zugesagt. Er ist leicht und flüssig zu lesen. Bei entsprechender Freizeit kann ich mir vorstellen, das Buch in einem Rutsch lesen zu können.

Zu den Protagonisten ist zu sagen, dass sie alle irgendwie sehr speziell sind. Manches ist nachvollziehbar, manches nicht unbedingt auf den ersten Blick, wird aber schlüssiger, wenn man weiter liest, anderes macht einfach nur nachdenklich. Gerade der Egoismus der Eltern war für mich schwer zu verdauen, dennoch ist mir bewusst, dass dies teilweise sehr wohl Realität ist. Leider.

„Der rote Swimmingpool“ ist einerseits ein leicht lesbarer Roman, gleichzeitig aber regt er zum Nachdenken an. Die Geschichte wird harmonisch abgerundet und ließ bei mir keine Fragen offen. Ich empfehle das Buch für all jene, die gerne das Erwachsenwerden mit seinen gewöhnlichen bis ungewöhnlichen Problemen mitverfolgen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Geschichte
  • Dramaturgie
Veröffentlicht am 25.05.2018

Junger Patrizier klärt Mord, unbeeindruckt von geltenden gesellschaftlichen Stellungen

Der gar schaurige Meuchelmord an einem Ratsherrn
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Norbert W. F. Meier zeigt uns in seinem „Der gar schaurige Meuchelmord an einem Ratsherrn“, in detailreicher Sprache und mit Illustrationen bestückten Beschreibungen, einen kurzen Ausschnitt von Berlin ...

Norbert W. F. Meier zeigt uns in seinem „Der gar schaurige Meuchelmord an einem Ratsherrn“, in detailreicher Sprache und mit Illustrationen bestückten Beschreibungen, einen kurzen Ausschnitt von Berlin im Jahr 1312. Hier passiert ein abscheulicher Mord an einem Ratsherrn. Es scheint auch schon der Täter festzustehen. Doch einer, Otto Wieprecht, schließt sich der gängigen Meinung nicht an und wird sogleich zum Mordermittler bestimmt.

Otto Wieprecht, ein junger, unerfahrener Patriziersohn, hat von nun an alle Hände voll zu tun, um den Täter ausfindig zu machen und überführen zu können. Diese Aufgabe wird ihm anfangs von der Tochter des, an der Mordtat beschuldigten, Knochenhauermeisters Teggels nicht gerade leichter gemacht.

Sophie Teggels ist eine für ihre Zeit sehr selbständige junge Frau. Sie versucht auf eigene Faust die Unschuld ihres Vaters zu beweisen. Zwangsläufig kreuzen sich Otto´s und Sophie´s Wege immer wieder. Langsam entwickelt sich eine zarte Zuneigung zwischen den beiden.

Ist Sophie´s Vater unschuldig? Kann Otto seine Unschuld beweisen und die Liebe von Sophie gewinnen? Doch auch wenn dies so sein sollte, steht der Standesunterschied zwischen dem Patriziersohn und der Handwerkerstochter einer Verbindung im Wege. Oder werden sich die beiden jungen, selbstsicheren Menschen darüber hinwegsetzen können?

Die Geschichte ist geschickt und spannend aufgebaut. Dem Leser – oder zumindest mir – ist bis zur Präsentation der Lösung nicht 100%ig klar, wer nun den Mord begangen hat. Zwischendurch ist mir die, doch sehr detailreiche, Beschreibung immer wieder einmal etwas zu genau geworden, sodass ich das Gefühl hatte, die Handlung der Mordaufklärung aus den Augen zu verlieren und mich keinen Schritt vorwärts zu bewegen. Keine Frage, hilfreich und interessant sind die Illustrationen der damaligen Zeit.

Die Charaktere von Otto und Sophie haben sich von der ersten bis zu letzten Seite kontinuierlich entwickelt. Hin und wieder scheint Otto dem Temperament von Sophie nicht ganz Herr zu werden, doch ihm imponiert die junge Frau, die so ganz anders als ihre Altersgenossinnen ist.

Der Mord wird schließlich rest- und lückenlos aufgeklärt. Den endgültigen Beziehungsstand zwischen Otto und Sophie schuldet uns der Autor. Doch vielleicht treffen wir die beiden ja in einem weiteren Werk von Norbert W. F. Meier einmal wieder? Ich empfehle „Der gar schaurige Meuchelmord an einem Ratsherrn“ all jenen Krimifans die sich gerne mit den geschichtlichen und architektonischen Gegebenheiten des Mittelalters befassen, Krimis mit verschlungenen Wegen zum Täter lieben und nicht unbedingt einen abgeschlossenen Liebesstrang im Krimi benötigen.

Veröffentlicht am 13.05.2018

Spannung, Romantik, tolle Kulisse, Info über Land und Leute ergibt einen gelungen Kriminalroman

Das korsische Begräbnis
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„Das korsische Begräbnis“ bringt uns natürlich auf die Insel Korsika. Der Schriftsteller Eric versucht hier die notwendige Ruhe zu bekommen, um seinen Roman endlich fertig schreiben zu können. Ganz nebenbei ...

„Das korsische Begräbnis“ bringt uns natürlich auf die Insel Korsika. Der Schriftsteller Eric versucht hier die notwendige Ruhe zu bekommen, um seinen Roman endlich fertig schreiben zu können. Ganz nebenbei würde er auch gerne etwas über die Herkunft seiner Familie erfahren. Diese sollte angeblich ihre Wurzeln auch auf Korsika haben.

Doch gerade wenn man Ruhe sucht, findet man alles andere. So stolpert Eric direkt in seine Vergangenheit. Er lernt die Macht der Familienclans auf Korsika kennen, aber nicht verstehen. Diese alten, tief verwurzelten Bräuche, Riten und Gepflogenheiten sind ihm fremd und undurchschaubar.

Da passt es sehr gut, dass er auf Laurine trifft. Sie weckt sein Interesse beinahe mehr als die Suche nach seinen Wurzeln. Da Laurine auf der Insel aufgewachsen ist, kann sie Eric die Zusammenhänge erklären. Doch wird sie dies auch tun? Ist dieses Wissen für die Gesundheit von Eric überhaupt gut, oder sollte er nur schnell die Insel wieder verlassen?

Laurine ist eine moderne, selbständige Frau, die es wagte, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Für das traditionsreiche Korsika etwas ungewöhnliches und befremdliches. Dennoch ist Laurine mit ihrer Heimat tief verwurzelt. Man gewinnt den Eindruck sie befinde sich in zwei Welten. Wird sie sich für eine entscheiden können? Muss sie das überhaupt? Kann sie Eric helfen, Licht in seine Vergangenheit zu bringen, ohne ihm zu schaden?

Vitu Falconi gelingt es dem Leser neben der Landschaft auch die Bräuche der Korsen nahezubringen. Dies ist umso spannender, da manches wie aus längst vergangenen Zeiten anmutet. Sein Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen. Auch die Beschreibungen sind bunt und bildhaft, sodass jeder, auch der, der Korsika nicht schon bereist hat, eine innere Vorstellung aufbauen kann.

Ich hatte das Buch viel zu schnell ausgelesen; ich wäre gerne noch länger mit Eric und Laurine auf Korsika geblieben. Für mich hat der Kriminalroman alles war eine gute Geschichte braucht – Spannung, Romantik, eine tolle Kulisse und Hintergrundinformation über Land und Leute. Ich kann „Das korsische Begräbnis“ nur weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Nicht wie andere Bücher von Kerstin Gier

Ehebrecher und andere Unschuldslämmer
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In „Ehebrecher und andere Unschuldslämmer“ hatte ich das erste Mal bei Kerstin Gier das Problem, dass mir die Protagonisten nicht greifbar wurden. Es ist nicht mein erstes Buch von Kerstin Gier. Vielleicht ...

In „Ehebrecher und andere Unschuldslämmer“ hatte ich das erste Mal bei Kerstin Gier das Problem, dass mir die Protagonisten nicht greifbar wurden. Es ist nicht mein erstes Buch von Kerstin Gier. Vielleicht bin ich daher auch etwas verwöhnt. Doch so richtig warm konnte ich bis zum Schluss mit der Geschichte nicht werden.

Ein flirtender Pastor – warum nicht. Ein Ex-Knacki, der ein Kind aufzieht – auch ok. Eine Frau mit einem Tyrannen von krankem Mann – gut. Eine andere, die unbedingt ein Kind will – hat auch Platz. Und noch sei ein paar Nebenhandlungen mehr. Allerdings verschwindet für mich die Handlung rund um die schwangere Louise etwas zu sehr in den Hintergrund.

Dieses Buch konnte mich definitiv nicht überzeugen, trotzdem werde ich weitere Bücher von Kerstin Gier lesen.