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Veröffentlicht am 15.05.2024

führt an eine Stätte der Porzellanherstellung

Sherlock Holmes an der Saar
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Der Kriminalroman »Sherlock Holmes an der Saar« von Franziska Franke ist der neueste Sherlock-Holmes-Roman vom KBV Verlag aus der Eifel. Die in Mainz lebenden Franziska Franke schreibt ihre Romane um Sherlock ...

Der Kriminalroman »Sherlock Holmes an der Saar« von Franziska Franke ist der neueste Sherlock-Holmes-Roman vom KBV Verlag aus der Eifel. Die in Mainz lebenden Franziska Franke schreibt ihre Romane um Sherlock Holmes und seinem Partner David Tristram so stilecht, wie es das Original kaum besser machte.

Sherlock Holmes bleibt weiterhin versteckt und reist inkognito als Sven Sigerson gemeinsam mit dem Buchhändler David Tristam. Während seines Besuchs bei einem alten Freund in St. Johann, heute bekannt als Saarbrücken, trifft er zufällig einen Arzt aus Mettlach, der am Vortag ein mysteriöses Paket ohne Absender erhalten hat. Darin befand sich ein wertvoller, antiker Goldkelch. Der Arzt bittet die beiden Herren, das Rätsel für ihn zu lösen. Dieses Rätsel fasziniert Sherlock Holmes sofort, da er bereits vermutet, dass hinter der Sache viel mehr steckt, als es den Anschein hat.

Holmes ist immer bereit für ein Abenteuer, so sagt er schnell zu. Jedoch sobald sie beim Arzt in dem malerischen Ort Mettlach ankommen, dem Standort von Villeroy & Boch, wird im Wald die Leiche einer unbekannten Person entdeckt. Nun wird es für Holmes erst richtig spannend.

Die Klärung der Identität des Toten zieht sich in die Länge und es gibt noch weitere Todesopfer. Der gesamte Ort ist in Aufruhr, während Holmes entspannt angeln geht, in der Hoffnung, einen der berühmten Saar-Riesenwelse zu fangen.

Die Romane von Franziska Franke spielen zwar immer zur selben Zeit, nämlich zum Ende des 19. Jahrhunderts, doch die Handlungsorte sind stets unterschiedlich. Es ist erfreulich zu lesen, mit welcher Leichtigkeit die Autorin die örtlichen Gegebenheiten, das Flair und die Atmosphäre wiedergibt und den Ton trifft, der für Sherlock Holmes angemessen scheint.

Konsequent hält sich die Autorin auch bei »Sherlock Holmes an der Saar« an die bei ihrem ersten Sherlock-Holmes-Roman eingeführte Rahmenhandlung. Der Buchhändler und Verleger Tristram aus Florenz protokolliert seine Freundschaft zu dem Meisterdetektiv und berichtet von seinem Erlebnissen mit ihm. Erzähler des Romans ist also David Tristram und der Prolog gibt meist Aufschluss darüber, wie die folgende Geschichte entdeckt wurde.

Die Lösung am Ende war wirklich unerwartet und erwies sich als überraschend wendungsreich. Ich hatte nicht erwartet, dass der Plot in diese Richtung gehen würde, was das Erlebnis besonders spannend machte. Zusätzlich zur überraschenden Auflösung gab es eine besonders gefährliche Szene, die die Spannung noch weiter steigerte. In dieser Szene wurde deutlich, wie schnell sich die Ereignisse zu einer noch bedrohlicheren Lage entwickeln könnten, was dem Ganzen eine intensivere und dramatischere Note verlieh.

Die Schriftstellerin Franziska Franke ist für ihr beeindruckendes Talent bekannt, in der Tradition von Arthur Conan Doyle mit diesem weiteren Sherlock-Holmes-Roman zu brillieren. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie akribisch und detailgetreu sie die Figuren in ihren Büchern zum Leben erweckt. Obwohl sie den Charakter des Privatermittlers nicht mehr stark verändern kann, da er aus den zahlreichen Romanen und Erzählungen des Originalautors bekannt ist, hat Franke dennoch genügend Spielraum, um ihre eigenen Figuren zu entwickeln oder Nebenfiguren aus früheren Erzählungen weiter auszugestalten. Besonders das Zusammenspiel zwischen Holmes und seinem Freund Tristram, den er während seines Exils in Florenz kennengelernt hat, sorgt für ein delikat amüsantes Leseerlebnis.

»Sherlock Holmes an der Saar« verdient meine uneingeschränkte Empfehlung, es langweilt nie. Ich hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe. Die Art und Weise, wie die Rahmenhandlung konzipiert wurde, macht das Lesen zu einem spannenden kriminellen Erlebnis, das nicht nur für eingefleischte Sherlock-Holmes-Fans geeignet ist.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 07.05.2024

Ein Fall für Struller und Jensen.

Zahltag
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Dies ist ein weiterer Krimi aus der Feder der Krimi-Cops, den echten Polizisten aus Düsseldorf, die sich zu einer äußerst kreativen und humorvollen Schreibgemeinschaft zusammengefunden haben.

Es beginnt ...

Dies ist ein weiterer Krimi aus der Feder der Krimi-Cops, den echten Polizisten aus Düsseldorf, die sich zu einer äußerst kreativen und humorvollen Schreibgemeinschaft zusammengefunden haben.

Es beginnt alles mit einer Beerdigung, die so gemütlich ist, dass man fast vergisst, Trauer zu tragen. Die Handvoll Anwesenden mustern sich gegenseitig mit hochgezogenen Augenbrauen, jeder versucht herauszufinden, wer in diesem bunten Haufen wohl der Gärtner ist und wer zur Mafia gehört. Aber typisch für die Romane der Krimi-Cops, kommt die Spannung schneller als ein Schnupfen im Winter: Was zum Teufel macht denn Oma Jensen bei dieser zwielichtigen Versammlung?

Hauptkommissar Struhlmann, genannt Struller, vom KK11 langweilt sich in seinem Ein-Mann-Büro. Er schaut aus dem Fenster in den Hof des Präsidiums. Es hat einige Zeit keine Toten mehr für ihn gegeben. Ist ja auch kein Wunder, wenn die Zahl der Tötungsdelikte in Düsseldorf abnimmt. Wohingegen sie in Köln drastisch zunimmt. Struller sinniert ernsthaft darüber nach, wie man das in Düsseldorf ändern könnte.

Doch dann wird ein neuer Schreibtisch in sein Büro gewuchtet. Die Möbelpacker teilen ihm mit, dass aus dem Ein-Mann-Büro ein Zwei-Mann-Büro geworden sei. Struller ist empört. Doch dann gibt es doch noch Arbeit für ihn.

Ein Kassensturz der mörderischen Art Im beschaulichen Bilk ist ein harmloser Rentner bei einem Einbruch in seiner Wohnung zu Tode gekommen. Sehr unschön, aber übersichtlich, findet Kriminalhauptkommissar Pit »Struller« Struhlmann auf den ersten Blick. Aber sein feines Ermittlernäschen fängt schon bald an zu kribbeln.

Es wird blutig im beschaulichen Bilk: Ein argloser Rentner hat bei einem unerwünschten Besuch in seinem Domizil sein Leben gelassen. Struller betrachtet das Ganze auf den ersten Blick als äußerst unschön, aber dennoch übersichtlich. Doch schon bald beginnt sein detektivischer Riecher zu jucken.

Da ist irgendwas faul … Waren vielleicht doch ausgefuchste Profis für den simplen Einbruch verantwortlich? Welche Rolle spielte Gini Girelli, die zweimal wöchentlich das Haus sauber machte? Warum trägt der Tote den Namen Günter Netzer und versagte im Fußball? Die wilden Ermittlungen bringen Struller und seinen Kollegen Jensen in die exklusiven Boutiquen mit sündhafter Unterwäsche in der Düsseldorfer Altstadt, in trendige Sushi-Restaurants in der Immermannstraße, in die schicke Klavierbar auf einem Flusskreuzfahrtschiff und nach Herongen am Niederrhein zu Oma Jensen.

Auf Ihrem Weg begegnen Ihnen aggressive Verwandte, ausgebuffte Lehrerinnen und vermeintliche Junkies. Es wird immer offensichtlicher: Der Zahltag ist gekommen und es wird abgerechnet!

Das Autorenteam der Krimi-Cops besteht mittlerweile aus vier Personen: Martin Niedergesähs, Klaus Stickelbroeck, Ingo Hoffmann und Carsten Rösler. Alle von ihnen haben bei der Polizei gearbeitet oder arbeiten dort immer noch. Die Figuren in ihren Romanen sind charmant gestaltet. Die beiden Ermittler entpuppen sich schnell als liebenswerte Chaoten. Im Verlauf der Jahre und der Reihe wurden sie konsequent weiterentwickelt.

Der langjährige Praktikant ist nun fest im KK11 angestellt. Struller genießt weiterhin seine Ernte 23, und Jensen sorgt nach wie vor liebevoll für seine Großmutter. Vertraute Gesichter, wie Helga vom Ordnungsamt, erscheinen erneut. Es bereitet Vergnügen, die vertraute Truppe, das heißt das Stammpersonal, beim Lesen erneut zu begegnen.

Die Autoren versprühen pure Schreibfreude. Man spürt förmlich den Schalk, der ihnen im Nacken sitzt, und so mancher Kollege dürfte sich in einer der Romanfiguren wiedererkennen. Aber trotz all des Spaßes erwartet den Leser eine Krimigeschichte voller Wendungen und Spannung. Es ist ein amüsantes Verwirrspiel, bei dem man oft genug auf die falsche Fährte gelockt wird. Doch am Ende führen alle Wege zu einer einzigen Lösung. Und diese Lösung kommt mit einem lauten Knall, in Form einem überraschenden und actionreichen Showdown, der keine Langeweile aufkommen lässt.

Der Krimi ist einfach mega unterhaltsam, allein schon wegen dem total coolen Schreibstil der Krimi-Bullen. Und als ob das nicht genug wäre, ist er auch noch super spannend, was das Lesen richtig schön macht. Ehrlich gesagt, diese lässige Art macht den ganzen Roman zu ’nem Comedy-Krimi. Der Erzählstil scheint direkt vom Nachbartisch in der Kneipe geklaut, ey! – „Ach Guck!“

Sowohl bei den Live-Auftritten der Krimi-Cops als auch während des Lesens kommt es immer wieder zu unkontrolliertem Lachen beim Leser.

Spektakuläre Schlägereien, zahlreiche Verdächtige, beeindruckende Schauplätze, Jensen in der Sushi-Bar, riskante Messerstechereien und witzige Dialoge machen dieses spannende Erlebnis aus, das leider viel zu schnell vorüber ist. Also eine glatte Empfehlung!!!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Erzählt mit einer perfekt überarbeiteten Übersetzung

Maigret und die braven Leute
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Georges Simenons »Maigret und die braven Leute« ist ein Krimi-Klassiker mit dem weltweit bekannten französischen Kommissar. Maigret ist ein Name, den wohl jeder schon einmal gehört hat oder in den zahlreichen ...

Georges Simenons »Maigret und die braven Leute« ist ein Krimi-Klassiker mit dem weltweit bekannten französischen Kommissar. Maigret ist ein Name, den wohl jeder schon einmal gehört hat oder in den zahlreichen Filmen gesehen hat, in denen er die Hauptrolle spielt.

René Josselin genoss die Sympathie aller, doch dennoch wurde er Opfer eines Mordes. Weil seine Familie die braven Leute sind, ist der Fall delikat und Maigret wird gebeten, den Fall aufzuklären. Maigret übernimmt die Ermittlungen und trifft auf eine äußerst ehrenhafte Familie.

Nachdem Madame Josselin und ihre Tochter vom Theater zurückkehren, entdecken sie Monsieur Josselin erschossen in ihrer Wohnung. Wer könnte den beliebten Mann ermordet haben? Egal mit wem Maigret spricht, die Familie wirkt harmonisch und gibt den Eindruck anständiger Leute. Doch der Kommissar weiß, dass hinter jeder Fassade ein Abgrund lauern kann, und er kratzt an der soliden bürgerlichen Fassade. Bald werden erste Anzeichen von Schwachstellen sichtbar.

Georges Simenon beherrscht die Kunst des Erzählens und der direkten Rede auf meisterhafte Weise. Die Leser erleben die Geschichte hauptsächlich durch die Dialoge der Charaktere. Allerdings werden diese Dialoge immer wieder durch kurze erzählerische Einschübe unterbrochen. So schiebt er sich ein Stück zu Essen in den Mund oder eine Pfeife wird angesteckt. Ein einfacher Satz, der das Gespräch unterbricht, aber dennoch eine fesselnde Atmosphäre schafft.

Die frisch polierte Übersetzung verwandelt den Roman in ein wahres Schmöker-Vergnügen, bei dem die altertümliche deutsche Sprachakrobatik der 50er Jahre endlich die Bühne verlässt. Wer hätte gedacht, dass man diese Geschichte durchblättern kann, ohne über linguistische Stolpersteine aus der Steinzeit zu fallen? Jetzt gleitet man durch die Seiten, als würde man auf einer literarischen Rutsche schweben – herrlich geschmeidig!

Maigret beeindruckt nicht nur durch seine gelassene Art, sondern es wird auch nie langweilig. Es mag zwar an actionreichen Schießereien mangeln, doch das Rätselraten und die tiefe Menschlichkeit, die hinter dem Verständnis für den Täter und den Motiven der Tat stehen, sorgen für eine ganz eigene, fesselnde Spannung.

»Maigret und die braven Leute« gilt als klassisches Werk eines herausragenden Autors und verdient auch in der vorliegenden Ausgabe des Atlantik Verlags eine uneingeschränkte Empfehlung.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 27.04.2024

Reacher in einer Bar in Nebraska

Wespennest
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Ein fesselnder Thriller mit Jack Reacher – unabhängig und packend! Jack Reacher ist wie ein Held, der zur Stelle ist, wenn niemand hinschaut. Lee Child hat dadurch Millionen von Lesern begeistert. Auch ...

Ein fesselnder Thriller mit Jack Reacher – unabhängig und packend! Jack Reacher ist wie ein Held, der zur Stelle ist, wenn niemand hinschaut. Lee Child hat dadurch Millionen von Lesern begeistert. Auch der hier besprochene fünfzehnte Band kann wie jede andere Band eigenständig gelesen werden.

In einer Bar in Nebraska, wo das Bier fließt und die Kühe nur als Steak enden, sitzt unser Held Jack Reacher zufällig am Tresen, als er Zeuge wird, wie der örtliche Doc einen Hilferuf kalt abblitzen lässt. Jack, dessen Gerechtigkeitssinn so scharf ist wie der Zahn einer Kettensäge, packt den Doc beim Stethoskop und überzeugt ihn höflichst, doch seine Hippokratische Pflicht ernstzunehmen.

Dabei stolpert Reacher in eine Szene, die selbst in einer Seifenoper zu dramatisch wäre: eine Frau, die mehr blaue Flecken aufweist als ein überreifes Obst im Ausverkauf. Rasch entpuppt sich das Ganze als familiäre Fehde, die Familie Duncan gegen den Rest der Welt – und unser Jack steht mittendrin.

Ohne zu zögern bleibt Jack in dem Örtchen, wo die Duncans ihr Unwesen treiben und muss feststellen, dass sie ihm auf die Pelle rücken wollen. Jack serviert ihm eine Portion Gerechtigkeit – „medium rare“ und versteht es, mit seinem typischen Reacher-Charme eine wahre Lawine auszulösen. Offenbar ist er in ein Wespennest getreten.

Die Duncans, die für ihre besondere Art etwa so bekannt sind wie ein Kaktus für weiche Umarmungen, sind „not amused“ und zeigen das auf ihre ganz eigene, subtile Art – mit dem Feingefühl eines Bulldozers. Doch Jack, bereit für jedes BBQ, hat seine Hausaufgaben gemacht und weiß, dass man beim Grillfest nicht nur Würstchen, sondern auch heiße Kartoffeln zubereiten muss.

»Wespennest« ist eine spannende Geschichte in einer amerikanischen Kleinstadt mit interessanten Figuren, verstrickten Handlungssträngen bei der Jagd auf den Protagonisten und auch der Jagd auf seine Gegner. Child gelingt eine perfekte Mischung aus Action, amüsanten Dialogen und ruhigen Erzählmomenten.

Die Einflechtung des Lokalkolorits der weiten Landschaft Nebraskas in »Wespennest« und die konsequente Fortsetzung des eigenbrötlerischen Charakters der Hauptfigur sind erholsame Momente für Lee Childs Geschichte. Die Kampf gegen die erpresserische Familie Duncan wird durch weitere Leichen, Intrigen und Störmanöver immer wieder angefeuert. Der Leser wird auf eine Jagd geschickt, dem der der Jäger zum Gejagten wird.

Die Doppelpaare, die Reacher jagen, sind wie eine unterhaltsame Gruppe von Tollpatschen, die beim Lesen besonders amüsant sind.

Die Hauptperson in »Wespennest«, Jack Reacher, ist ein echter Kampfkünstler. Mit seiner beeindruckenden Ausbildung und seiner Kriegserfahrung beherrscht er die actionreichen Kampfszenen meisterhaft. Er zeigt keine Gnade, wenn es darum geht, seine eigensinnige Vorstellung von Gerechtigkeit durchzusetzen. Dieser Charakter hat es mir wirklich angetan und ich werde mit Sicherheit noch weitere Romane mit ihm verschlingen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 24.04.2024

fesselnder historischer Liebesroman

Die Liebe der Lady River
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Der historische Liebesroman spielt in Schottland des Jahres 1486. Lady River MacKay freut sich auf ihre anstehende Hochzeit. Sie träumt von einer glücklichen Ehe und einer Reise nach Brügge in Holland. ...

Der historische Liebesroman spielt in Schottland des Jahres 1486. Lady River MacKay freut sich auf ihre anstehende Hochzeit. Sie träumt von einer glücklichen Ehe und einer Reise nach Brügge in Holland. Doch ihr frisch verwitweter und trauriger, um nicht zu sagen depressiver, Ehemann Morgan zeigt sich distanziert.

Doch diese romantische junge Dame ist verzweifelt. Sie ringt danach, eine Lösung für ihr Unwohlsein zu finden und fragt sich, ob sie etwas ändern muss. Aber muss wirklich sie sich ändern? Leidenschaftliche Momente, die Morgans kalte Ablehnung überwinden, lassen Lady River um ihre Ehe kämpfen.

Doch dann trifft sie eine Entscheidung, die alles zerstören könnte, als sie zwischen den Intrigen von Morgans bestem Freund und einem düsteren Geheimnis steht …

Aus ihrer Liebe zu Schottland hat Kristin MacIver gleich drei Romane gemacht, die anrührend und romantisch sind. Leser lernen ein großes Figurenensemble kennen, darunter natürlich auch die beiden Schwestern Flower und Leaf, die die Protagonistinnen der anderen beiden Romane sind. Es ist nicht zwingend notwendig, für diesen zweiten Band unbedingt den ersten Band gelesen haben zu müssen. Das Lokalkolorit ist angemessen, könnte aber teils noch etwas mehr Details enthalten.

Die beiden Protagonisten sind liebenswert. Während River sich in ihren Gedanken sehr um die Liebe ihres Ehemanns bemüht, ist mir Morgan allerdings zu lange zu depressiv. Anstelle „seinen Mann zu stehen“ lässt er sich zu sehr von anderen Menschen beeinflussen und nimmt zu oft Rücksicht zu Lasten seiner angetrauten Ehefrau. Es hat zwar alles seine Gründe und ist plausibel, jedoch erschien mir diese Phase als zu lange. Doch schließlich dreht sich dies ab der Hälfte der Geschichte und sie nimmt wesentliche Fahrt auf.

In der zweiten Hälfte werden die Konflikte greifbarer, die Sympathie für Morgan kann dank seines Verhaltens wachsen. Doch das Ende hat es dann nochmal richtig in sich. Überraschende Wendungen lassen die Leser erstaunen. Verblüfft können sie feststellen, dass alles ganz anders war als während des Lesens vermutet. Klasse.

Schließlich wäre ein romantischer Roman kein solcher, wenn die beiden Liebenden letzten Endes nicht zueinander finden würden. Trotz allem Zoff und Twist zwischendurch, ist es in diesem Roman nicht anders.

»Die Liebe der Lady River«, ein fesselnder historischer Liebesroman, der vor der atemberaubenden Kulisse der schottischen Highlands spielt. Es ist eine herzzerreißende Geschichte über Liebe, Verlust und die Suche nach Selbstliebe, geschrieben von der talentierten Kristin MacIver.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

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