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Veröffentlicht am 20.03.2026

Ein schräger Krimi am Badesee

Giovanni, du stinkst
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In der kleinen Stadt, wo sich die Menschen noch in den Straßen begegnen und über den Gartenzaun Geschichten austauschen, lebt der Abteilungsinspektor Giovanni Sinovats vom LKA in Eisenstadt. Mit seiner ...

In der kleinen Stadt, wo sich die Menschen noch in den Straßen begegnen und über den Gartenzaun Geschichten austauschen, lebt der Abteilungsinspektor Giovanni Sinovats vom LKA in Eisenstadt. Mit seiner Energie und seinem unerschütterlichen Optimismus ist er der besonnene Pol der Polizei. Doch nicht zum ersten Mal hört er seine Mutter rufen: »Giovanni, du stinkst. Geh duschen!«. Er kann es nicht mehr hören. In diesem Artikel nehme ich euch mit an den verträumten Badesee im kleinen Paradies, zwischen all den Grundstückspächtern. Der Fall der am Ufer gefundenen Leiche muss aufgeklärt werden und Giovanni Sinovats ermittelt. Lasst uns eintauchen in die Welt von Giovanni und entdecken, dass wahre Stärke oft aus den unerwartetsten Situationen entsteht.

Zwar ist zunächst zu klären, ob es sich bei der Leiche um einen Badeunfall handelt, aber schon bald wird klar, dass die vermeintliche Idylle im Paradies gar nicht so idyllisch ist. Den Grundstückspächtern soll erneut die Pacht erghöht werden, was die vermeintliche Harmonie der nur auf den ersten Blick eingeschworenen Dorfgemeinschaft gehörig aus dem Gleichgewicht bringt. Außerdem schein ein Pächter zu sehr auf die Ehefrau des Nachbarn zu schauen, wie auch seine eigene Frau auf den Nachbarn selbst schaut.

Christian Klinger hat für »Giovanni, du stinkst« ein kleines Dorf geschaffen, wo die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen, leben skurrile Figuren, die den Roman lebendig werden lassen. Da ist der Schamane, der den Ausstieg aus der hektischen Welt sucht und tief in die Geheimnisse von Pilzen und Kräutern eintaucht. Die Nachbarn, gefangen in einer unglücklichen Ehe, kämpfen gegen die Stille ihrer Beziehungen, während der Anwalt der Pächter gleichzeitig im Schatten des Grundstückseigentümers agiert. Und nicht zu vergessen der Regierungsbeamte, der mit einem schelmischen Grinsen plant, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden, was die Dynamik des Dorfes nur weiter aufheizt.

In einer Welt, in der Geschichten oft wie aus einem Lehrbuch erscheinen, wagt es der Autor, die Leser direkt anzusprechen, als wären sie alte Freunde am Lagerfeuer. „Doch bevor wir uns diesem bald die Idylle störenden Objekt zuwenden …“, beginnt er, und sofort wird die Grenze zwischen Erzählung und Realität durchbrochen. Durch diesen ungewöhnlichen Erzählstil wird der Leser nicht nur zum passiven Zuhörer, sondern zu einem aktiven Mitgestalter der Geschichte, der die Abenteuer und Wendungen hautnah miterlebt. So wird jede Seite zu einem gemeinsamen Erlebnis, das zum Nachdenken und Schmunzeln anregt.

In dem kleinen Paradies, wo sich die Geheimnisse wie Schatten um die Ecken schlingen, entfaltet sich die Spannung in verschiedenen Strängen. Während die Ermittler fieberhaft nach dem Tod der Leiche suchen, sind die intriganten Machenschaften des Verpächters ebenso fesselnd – seine verborgenen Absichten scheinen mehr zu verbergen, als man zunächst ahnt. Doch auch das heimliche Turteln der nachbarlichen Ehepaare trägt zur elektrisierenden Atmosphäre bei, während sie in ihrer scheinbar perfekten Welt ein Spiel aus Eifersucht und Geheimnissen spielen. Und nicht zu vergessen der Assistent des Landeshauptmanns, dessen undurchsichtige Pläne und Ambitionen die Geschichte weiter anheizen und das Netz der Spannung immer dichter verweben.

In »Giovanni, du stinkst« von Christian Klinger begegnen wir einer ungewöhnlichen Erzählung, die auf mehreren Ebenen Spannung aufbaut. Die skurrilen Figuren ziehen den Leser sofort in ihren Bann und verleihen der Geschichte eine unverwechselbare Note. Klingers direkte Ansprache an die Leser schafft eine intime Verbindung, die das Gefühl verstärkt, Teil der Handlung zu sein. Jeder Charakter bringt seine eigene Farbe in die Erzählung, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Diese Geschichte ist ein wahres Lesevergnügen für alle, die das Besondere im Alltäglichen schätzen. Ein Muss für Liebhaber von kreativen Erzählungen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 12.03.2026

Die Ukraine als Testgelände

Die Praktikantin
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Mit dem Roman »Die Praktikantin« hat der für seine Polit-Thriller bekannte Düsseldorfer Autor Horst Eckert nach »Die Nacht der Verräter« erneut ein hochbrisanten aktuellen Thriller vorgelegt.

Die angehende ...

Mit dem Roman »Die Praktikantin« hat der für seine Polit-Thriller bekannte Düsseldorfer Autor Horst Eckert nach »Die Nacht der Verräter« erneut ein hochbrisanten aktuellen Thriller vorgelegt.

Die angehende Journalistin Carla Bergmann hat einen Praktikumsplatz bei der Morgenpost in Düsseldorf ergattert. Am ersten Tag in der Lokalredaktion wird sie mit den Polizeiberichten betraut. Obwohl das nicht ihrem idealen Bild von Journalismus entspricht, ist es am ersten Tag auch nicht zu erwarten, dass sie viel anderes leisten kann.

Carla erfährt etwas über einen Einbruch und möchte doch diesen Fall nachgehen. Jedoch muss sie schnell erfahren, dass dieser Einbruch wohl gar nicht stattgefunden haben sollte. Die ursprünglich festgenommenen Einbrecher sind bereits wieder auf freiem Fuß, nachdem der Staatsschutz, ein Dezernat der Düsseldorfer Polizei, die ganze Sache als Irrtum eingestuft hat.

Aber Carla erfährt, dass in den Räumen des Einbruchs, russische Journalisten, die im Exil leben und von Putins Schergen verfolgt werden, eine Zeitung betreiben. Auch sie können sich nicht erklären, warum der Einbruch nicht stattgefunden haben sollte, aber ein Polizeisiegel an ihrer Tür klebte. Den Russinnen wurde mitgeteilt, dass sie das Siegel einfach abnehmen dürften.

Unter den russischen JournalistInnen befindet sich auch ein ukrainischer Kollege, der in der letzten Zeit etwas chaotisch wirkte. Carla bekommt eine Verbindung zu ihm und er möchte ihr auch etwas übergeben. Sie vereinbaren ein Treffen …

Ich bezeichne Horst Eckert auch gerne als den deutschen „Michael Connelly“, mit dem Unterschied, dass sich Horst Eckert seiner politischen Themen treu bleibt. Eckert hat es geschafft, ein Universum aufzubauen, in welches man als Leser gerne wieder zurückkehrt. In seinen Romanen tauchen immer wieder Figuren aus den vorhergehenden Romanen auf, ohne dass sie die tragenden Hauptpersonen in dem aktuellen Roman sind.

So muss es keinen wundern, dass in diesem Roman wieder Vincent Ché Veih genauso wie dessen ehemalige Partnerin Melia Adan, die mittlerweile die Chefin der Kriminalpolizei in Düsseldorf ist, auftreten. Das Vorkommen von Figuren aus älteren Romanen schafft für die Leser eine Atmosphäre ähnlich der Rückkehr in eine bekannte Familie. Ich finde dieses Vorgehen legitim und persönlich ganz klasse.

Aktuelle politische Themen zu finden, wie Sie Horst Eckert in seinem Roman verwendet, ist bei der heutigen gesellschaftlichen Lage weltweit sicherlich kein schwieriges Unterfangen. Aber wie diese Themen durch den Autor in einer fiktiven Geschichte miteinander verknüpft werden, das hat schon etwas ganz besonderes. Und man könnte beinahe Angst bekommen, wenn solch ein Szenario tatsächlich geschehen wäre oder geschehen wird.

Horst Eckert verfolgt weiterhin seinen strukturellen Stil, um das Erzähltempo zu steigern. Die Kapitel sind extrem kurz und jedes spielt in einer anderen Szene, die zu einem parallelen Handlungsstrang gehört. Zudem sind die Sätze prägnant, ohne lange Ausschweifungen in die Beschreibung der Umgebung. Solche Ausschweifungen erfolgen nur dann, wenn sie erklärend und sinnvoll sind. Viele der Kapitel enden mit einem Cliffhanger, was dazu führt, dass man beim Lesen förmlich durch die Seiten fliegt. Nach den ersten Kapiteln erhält man einen klaren und einfachen Überblick über die Ausgangslage und wird mit den kommenden Herausforderungen vertraut, denen sich die angehende Journalistin mit ihrem verborgenen Geheimnis stellen muss.

»Die Praktikantin« entführt uns in das spannende Eckert-Universum, wo alte Bekannte und neue Gesichter aufeinandertreffen. Die Handlung dreht sich um ein hochaktuelles Thema: Künstliche Intelligenz und der Krieg in der Ukraine. Investigative Journalisten nehmen uns mit auf ihre aufregende Ermittlungsreise, die in kurzen, prägnanten Sätzen erzählt wird. Die Kapitel sind so kurz, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann – jeder Szenenwechsel bringt frischen Wind und hält die Spannung hoch.

Besonders bewegend ist das nachfolgende Nachwort, das emotional aufwühlend die Themen des Buches reflektiert. Die Geschichte wird zwar zufriedenstellend beendet, aber sie lässt trotzdem Raum für eine mögliche Fortsetzung. Ideal für Leser, die Thrill und Aktualität schätzen. »Die Praktikantin« ist ein fesselndes Lesevergnügen, das zum Nachdenken anregt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

»Die Praktikantin« von Horst Eckert ist erneut uneingeschränkt zu empfehlen!!!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Konflikte und Geheimnisse wohin man schaut

Kalt wie die Luft
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Der Roman von Orjan N. Karlsson ist ein spannender Thriller mit einem sehr interessanten Figurenensemble. Da dieser Thriller in Norwegen spielt und von einem norwegischen Autor stammt, kann man ruhigen ...

Der Roman von Orjan N. Karlsson ist ein spannender Thriller mit einem sehr interessanten Figurenensemble. Da dieser Thriller in Norwegen spielt und von einem norwegischen Autor stammt, kann man ruhigen Gewissens von einem Skandinavien-Thriller sprechen.

Die junge Kommissarin Noora erhielt die Versetzung von der Hauptstadt Oslo in die charmante Stadt Bodø, die nördlich des Polarkreises liegt. Diese Entscheidung traf man gegen den Willen des Leiters der Kriminalpolizei, der einen anderen Kandidaten für die Position favorisierte. Dennoch gab es überzeugende Gründe für den Einsatz der Kollegin aus Oslo an diesem Ort.

Doch bevor sich Noora überhaupt einarbeiten und mit den Kollegen bekannt machen kann, geht es mit einem vermissten Mädchen gleich an den ersten Kriminalfall. Die 19-jährige Iselin Hanssen kehrte von ihrer Joggingtour nicht zurück. Parallel dazu wird eine Leiche von einem Mädchen entdeckt welches schon seit fast 30 Jahren vermisst wurde. Kommissar Jakob und seine neue Kollegin Noora stoßen auf den Cold Case zu dieser Leiche. Doch schon jetzt zeichnen sich ähnliche Muster ab, wie bei der verschwundenen Iselin. Doch dann wird auf der nahegelegenen Insel Røst ein weiteres Mädchen vermisst. Bei diesem Mädchen handelt es sich um eine bekannte Influencerin, die die Medien auf sich zieht.

Jakob leitet die Ermittlungsgruppe, hat jedoch auch mit persönlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und ist nicht immer ganz konzentriert. Die Situation eskaliert, als die Presse Wind von den verschwundenen Mädchen bekommt und die Öffentlichkeit sowie Zeugen panisch reagieren. Während sie alte Akten durchforsten, stoßen sie auf auffällige Parallelen zwischen den drei Fällen, die sie nicht ignorieren können. Der Druck steigt, und die Uhr tickt, während sie verzweifelt versuchen, die Mädchen lebend zu finden.

Der Autor Orjan N. Karlsson präsentiert in Bezug auf die Figuren ein breites Spektrum und nutzt gängige Figuren, wie man sie aus anderen Thrillern kennt, was für kommende Romane erhebliches Potenzial verspricht. Sei es in Form von Liebesbeziehungen oder familiären Konflikten, stets ergibt sich die Möglichkeit, den Roman mit zusätzlichen spannenden Elementen und Konflikten anzureichern. Das hat mir besonders gut gefallen.

Der Thriller weist eine klare Struktur auf, wobei jedes Kapitel den Namen der Figur trägt, aus deren Perspektive es erzählt wird. Gelegentlich treten Kapitel in einer anderen Schriftart auf, die die Sichtweise des Täters zeigen, jedoch ohne namentliche Kennzeichnung. Trotz dieser Abschnitte, in denen seine Gedanken und Handlungen nachvollzogen werden können, bleibt die Identität des Täters für den Leser gänzlich im Verborgenen.

Die Spannung entfaltet sich auf verschiedenen Ebenen. An erster Stelle steht das persönliche Leben der Protagonistin Noora, die aus bestimmten Gründen die Kriminalpolizei in Oslo verlassen musste. Dies führt zu einem Problem, als sie in die kleine Stadt Bodø versetzt wird. Weder ihre Kollegen noch die Leser erfahren zunächst den Grund für ihre Versetzung.

Zudem besteht eine aufregende Erwartungshaltung hinsichtlich der Lösung der Kriminalfälle. Es handelt sich schließlich um eine erhebliche Anzahl von Verbrechen, die in diesem Thriller behandelt werden. Bei der Aufklärung arbeiten die Mitglieder der Kriminalpolizei sehr eng zusammen, und verschiedene Hinweise bringen sowohl die Protagonisten als auch die Leser auf falsche Fährten.

Im Schluss des Romans wird die zentrale Handlung zwar zufriedenstellend abgeschlossen, sodass sich die Leser entspannt zurücklehnen können, jedoch hat der Autor einen Cliffhanger eingefügt, der möglicherweise auf einen Fortsetzungsroman hindeutet oder in einem solchen weiter behandelt wird. Diese Herangehensweise halte ich für völlig gerechtfertigt. Übrigens wurde der zweite Teil dieser Reihe bereits für den Herbst 2026 von Pendragon angekündigt. Ob da allerdings der Cliffhanger aufgegriffen wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

»Kalt wie die Luft« ist ein fesselnder Roman, der die Leser sofort in seinen Bann zieht. Die wundervollen und konfliktreichen Figuren sind so lebendig, dass man sich direkt mit ihnen identifizieren kann. Die parallelen Stränge und falschen Fährten halten die Spannung hoch und sorgen für unerwartete Wendungen. Besonders gefallen haben mir die kurzen Kapitel – perfekt, um immer wieder einen kleinen Cliffhanger zu erleben und schnell weiterlesen zu können. Ein zusätzlicher Pluspunkt sind die Einblicke in die Denkweise des Täters, die dem Leser das Gefühl geben, Teil des Rätsels zu sein. Ein absolutes Muss für alle Krimifans!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ethan Cross und sein neuer bodenständiger Ermittler

Racheritual
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Dieser Thriller von Ethan Cross ist der erste Band der Baxter-Kincaide-Reihe. Neben seinem Protagonisten Francis Ackerman, der den Autor in die erste Liga der Beliebtheit in Sachen Thriller bei den Lesern ...

Dieser Thriller von Ethan Cross ist der erste Band der Baxter-Kincaide-Reihe. Neben seinem Protagonisten Francis Ackerman, der den Autor in die erste Liga der Beliebtheit in Sachen Thriller bei den Lesern schoss, wird die neue Reihe um den Privatdetektiv Baxter Kincaide ebenso erfolgreich sein. Dafür sorgt alleine schon dessen Partnerin im Job.

Baxter, genannt Bax, quittierte den Polizeidienst, nachdem bei einem verkorksten Fall von Serienmorden sein Partner Terry fast draufgegangen wäre. Nur losgelöst von der Polizei kann sich der unangepasste Ermittler. der sich gerne Mal eine Line reingezogen hatte, auf die perfiden Spiele der Täter einlassen. Das ist seine Methode, die Täter zur Strecke zu bringen. Seine ehemaligen Kollegen beim San Francisco Police Department wissen das und haben ihn noch nicht vergessen.

So wird Bax regelmäßig als »Berater« engagiert. Das Problem bei diesem neuen Fall ist allerdings, dass es sich immer noch um den alten Fall von vor zehn Jahren handelt. Er hatte damals den Ravenkiller zusammen mit Terry hinter Gitter gebracht. Und jetzt sieht es aus, als würde dieses Monster freigelassen werden.

Das Besondere an dem legendäre Ravenkiller, der vor zehn Jahren geschnappt wurde, ist, dass er sich durch blutige Markenzeichen einen Namen gemacht hatte. Er ritzte seinen grausam zugerichteten Opfern Runen aus der nordischen Mythologie in die Stirn. Ganz klar ein Fall für Baxter Kincaid, der auf Ritualmorde, Serienkiller und die dunkelsten aller Verbrechen spezialisiert ist.

Ethan Cross hat mit dem Protagonisten einen bodenständigen Ermittler geschaffen, der nicht über Superkräfte verfügt und gelegentlich kokst. Seine Liebe gilt Rockmusik und Vinyl-Platten, insbesondere die Erstpressung von „Dark Side Of The Moon“ von Punk Floyd hat es ihm angetan. Aber dazu mehr im Roman.

Doch wenn der erste Protagonist schon keine Superkräfte hat, dann hat er wenigstens eine Partnerin in seiner Detektivfirma Baxter Kincaide International. Corin ist nur ein Meter und fünfzig groß, trägt eine Beinprothese und trainiert regelmäßig mit berühmten Mixed Martial Arts Kämpfern. Ihr sollte sich keiner in den Weg stellen.

Schließlich wird den beiden Detektiven noch eine Spezialagentin vom FBI an die Seite gestellt. Sie ist vom Dienst suspendiert und soll auf Befehl ihres Chefs Baxter eigentlich nur im Auge behalten. Was schief geht und ratzfatz scheint sie zum Team zu gehören. Zwar mit Widerwillen, aber die Situation erlaubt ihr nicht auszubrechen.

Ethan Cross hat in »Racheritual«ein umwerfendes Ermittlerteam aufgestellt, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.

Die Szenerie mit den Verschwörungstheoretikers und den Möchtegern-Wikingern schafft zusätzlich ein sehr interessantes Umfeld im Rahmen der Ermittlungen. Zwar spielt sich alles in einem Handlungsstrang ab, aber das heißt ja nicht, dass es keine Wendungen und Überraschungen gibt. Die gibt es zur Genüge bei der Aufklärung und der Jagd der Gegner als auch in der privaten Sphäre, um die Sympathie für die Figuren zu gewinnen.

Nicht nur bei Francis Ackerman junior müssen die Leser den Atem anhalten, denn auch der neue Ermittler Baxter Kincaide und sein Team legen eine rasante Jagd auf einen extrem perfiden Serienkiller hin und ich kann diesen Thriller nur empfehlen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 25.02.2026

Samson und Delilah – ein himmlisches Duo

Rendezvous mit Todesfolge
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Dies ist der erste Band der Krimireihe um die Dales Detectives, die in der faszinierenden Landschaft der Yorkshire Dales spielt. Diese Landschaft ist z.B. auch aus Der Doktor und das leiebe Vieh bekannt, ...

Dies ist der erste Band der Krimireihe um die Dales Detectives, die in der faszinierenden Landschaft der Yorkshire Dales spielt. Diese Landschaft ist z.B. auch aus Der Doktor und das leiebe Vieh bekannt, weshalb der Tierarzt in diesem Roman auch den Spitznamen Herriot erhielt. Julia Chapman ist keine unbekannte Autorin in Deutschland. Als Julia Stagg hat sie die überaus humvorvolle Reihe der Fogas-Chroniken um Monsieur Papon geschrieben, die allerdings in Frankreich spielt.

Samson O’Brien arbeitete bei der Londoner Metropolitan Police undercover in Gangs. Doch dann wurde er von diesem Dienst supendiert. Er kehrt daraufhin in seinen Heimatort Bruncliffe zurück, um dort eine Detektivagentur zu gründen. Eigentlich leuchtet es keinem Menschen ein, dass in diesem ablegenen Nest ein Privatdetektiv seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Und schon gar nicht Samson O’Brien, der das Dorf vor vierzehn Jahren ohne einen besonderen Hinweis verließ und so manchen Freund und Nachbarn brüskierte.

Deshalb wird er nun auch äußerst argwöhnisch beäugt von den Dorfbewohnern, nicht zuletzt von Delilah Metcalfe! Diese hat eh schon alle Hände voll zu tun, ihre Dating-Agentur am Leben und ihren Hund Tolpuddle unter Kontrolle zu halten. Dabei bestand zwischen Samson und Delilah mal eine unzertrennliche Freundschaft.

Doch das Blatt ändert sich schnell, nachdem Samson den angeblichen Selbstmord eines Einheimischen untersuchen soll und eine Spur ihn direkt zu Delilah führt. Die beiden streitbaren Nachbarn müssen sich notgedrungen zusammentun, um den wahren Mörder zu finden. Doch die Spurenlage ist nicht so klar und deutlich, besonders nachdem weitere „Unfälle“ passieren und die örtliche Polizei schon mal gar nicht an irgendwelche Verbrechen glauben will. Verbrechen stören die Ruhe im Dorf.

Julia Chapman hat ihren Humor behalten und ähnlich der Dorfgeschmeinschaft in Frankreich baut sie in dieser Krimireihe ein unglaubliches Figurenensemble von skurilen Einwohnern auf. Alleine schon die Namen der beiden Protagonisten Samson und Delilah sprechen für sich. Hinzu kommen die Bezeichnungen ihrer beiden Firmen. Jeder besteht auf seine Abkürzung DDA. Das steht für Dales Dating Agency und auch für Dales Detective Agency. Leser dürfen sich auf sehr viel ähnlich feinsinnigen Humor gefasst machen.

Die Spannung in »Rendezvous mit Todesfolge« wird natürlich mit der Verknüpfung der verschiedenen Toten und Unfälle erzeugt. So wie die Protagonisten haben die Leser immer wieder neuen Fährten zu folgen und können rätseln, wer der Täter ist. Unterstützt wird das noch mit einzelnen Kapiteln, in denen ausschließlich der Täter bzw. die Täterin agiert. Natürlich verrät die Autorin aber auch absolut gar nichts in diesen Kapiteln und auch, wenn man als Leser weiß, was der Täter vorhat, hat man keinen Schimmer, wer von den skurillen Dorfbewohnern dahintersteckt.

»Rendezvous mit Todesfolge« ist ein Cosy Crime der feinsten Art. Viele rätselhafte Verbrechen, viel Ratespannung und jede Menge schräge Figuren, die die Leser zuzm Schmunzeln bringen. Zusätzlich erfährt man viel über Yorkshire und seine Landschaft und bekommt vielleicht Lust, statt nach Cornwall mal nach Yorkshire zu reisen. Ich empfehle jeden dieser Romane sehr gerne.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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