Gelungene Fortsetzung
Der Silberbaum - Das Ende der Welt ist der 2. Band der gleichnamigen historischen Romanreihe von Sabine Ebert. Die Handlung führt ins 13. Jahrhundert und begleitet die Regentschaft des jungen Markgrafen ...
Der Silberbaum - Das Ende der Welt ist der 2. Band der gleichnamigen historischen Romanreihe von Sabine Ebert. Die Handlung führt ins 13. Jahrhundert und begleitet die Regentschaft des jungen Markgrafen Heinrich des Erlauchten in den Jahren 1241 bis 1247. Wie Heinrich nach dem frühen Tod seines Vaters dessen Erbe antreten konnte, wird im ersten Band der Reihe erzählt, dessen Lektüre ich daher empfehle.
Inhalt: 1241 verwüstet ein riesiges, grausames Tatarenheer große Teile Europas. Auch in der Markgrafschaft Meißen wächst die Angst. Nach der Schlacht bei Liegnitz in Polen zieht das Heer jedoch unerwartet Richtung Ungarn weiter und kehrt schließlich in seine Heimat zurück. Die unmittelbare Bedrohung ist gebannt und man atmet auf. Doch für Markgraf Heinrich beginnen herausfordernde Jahre: Er muss einen schmerzlichen Verlust verkraften, erlebt im Machtkampf zwischen Papst und Kaiser Verrat bis in den Kreis seiner nächsten Verwandten. In diesen dunklen Zeiten stehen ihm Thomas, Christian, Änne und Milena – Nachkommen der Hebamme Marthe – treu zur Seite.
Der Schreibstil ist mitreißend und äußerst bildhaft. Sabine Ebert versteht es hervorragend, Geschichte lebendig werden zu lassen. Die intensive Recherche ist in jeder Szene spürbar, und es beeindruckt, wie viele mittelalterliche Quellen in eine fesselnde Handlung eingebunden wurden. Besonders aufschlussreich ist auch das Nachwort, das zusätzliche historische Hintergründe liefert.
Ergänzt wird der Roman durch Karten von Mitteldeutschland aus den Jahren 1241 und 1250, ein ausführliches Personenverzeichnis, ein Glossar sowie Zeittafeln und Stammbäume, die dieses umfangreiche Werk perfekt vollenden.
Wie gewohnt erschafft Sabine Ebert authentische und lebendige Figuren. Hauptprotagonist Heinrich ist eine eindrucksvolle Person. Er erschien mir sehr sympathisch, gerecht, zudem kunstsinnig und freigebig - zugleich aber auch hartnäckig und unnachgiebig. Besonders gefallen hat mir auch das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus der Hebammen-Reihe beziehungsweise deren Nachkommen – eine Reihe, die zu meinen ersten historischen Romanen zählt und die ich mit großer Begeisterung gelesen habe.
Auch die Schauplätze wie Meißen, Freiberg oder Leipzig sind anschaulich und atmosphärisch beschrieben und lassen das Mittelalter lebendig werden.
Fazit: Ein exzellent recherchierter historischer Roman über Heinrich den Erlauchten, mit spannender Handlung und einer gelungenen Verknüpfung von Historie und Fiktion. Ich gebe eine klare Kaufempfehlung.