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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Bewegende Familiengeschichte mit viel italienischem Flair

Villa Rivolta
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Mit „Villa Rivolta“ nimmt Daniel Speck uns diesmal mit in das Italien der 60er und 70er Jahre.

Bildhaft und emotional erzählt der Autor die Geschichte von Piero und Valentina, die sich als Kinder in Pieros ...

Mit „Villa Rivolta“ nimmt Daniel Speck uns diesmal mit in das Italien der 60er und 70er Jahre.

Bildhaft und emotional erzählt der Autor die Geschichte von Piero und Valentina, die sich als Kinder in Pieros Elternhaus, der Villa Rivolta, kennenlernen und die eine lebenslange, bewegte Freundschaft verbindet.

Der Roman beginnt im Jahr 1979 aus der Sicht Toninos, Valerias Sohn. Da Tonino einem Familiengeheimnis auf die Spur gekommen ist, das unter unglücklichen Umständen die Polizei auf den Plan gerufen hat, verlassen Mutter und Sohn Mailand fluchtartig. Auf der langen Fahrt in die Maremma erzählt Valeria ihm ihre Lebensgeschichte.



Mich hat Daniel Speck sofort richtig mitnehmen können in die traumhafte Villa Rivolta, mit ihrem bezaubernden Garten im sonnigen Italien. Die teilweise ziemlich blumige Sprache des Autors passt hier gut, obwohl ich normalerweise nicht so ein großer Fan davon bin.

Anfangs erschien mir die Freundschaft zwischen Valeria und Piero noch etwas oberflächlich, doch im Laufe des Romans entwickelte sich eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden, über Höhen und Tiefen hinweg.

Valeria wächst zu einer mutigen und tatkräftigen jungen Frau heran, trotz des zeitlebens schwierigen Verhältnisses zu ihrer alleinerziehenden Mutter.

Piero auf der anderen Seite ist unbeschwert und finanziell unbesorgt aufgewachsen. Doch auch er muss irgendwann schwierige und folgenschwere Entscheidungen treffen.

Der Autor bettet diese bewegende Familiengeschichte sehr gut ein in die damals aktuellen gesellschaftlichen und politischen Ereignisse. Auch die Details zum Unternehmen der Familie Rivolta fand ich sehr interessant.

Allein die Fragen, die noch offen bleiben, haben mich zuerst irritiert. Aber ich hoffe, dass es vielleicht eine Art Fortsetzungsroman von „Villa Rivolta“ geben wird, in dem wir Piero, Valeria und auch einen meiner Lieblingscharaktere Antonio wieder treffen werden.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gute Unterhaltung aber keinesfalls ein Psychothriller

Tödliches Angebot
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In „Tödliches Angebot“ der Autorin Marisa Kashino haben wir es mit einer Hauptfigur zu tun, deren Suche nach einem Haus in komplette Besessenheit ausartet. Für das Haus ihrer Träume ist Margo bereit so ...

In „Tödliches Angebot“ der Autorin Marisa Kashino haben wir es mit einer Hauptfigur zu tun, deren Suche nach einem Haus in komplette Besessenheit ausartet. Für das Haus ihrer Träume ist Margo bereit so ziemlich alles zu tun. So dringt sie auf sehr zweifelhafte Weise in das Leben der Hausverkäufer ein und setzt dabei nicht nur ihren Job, sondern auch ihre Beziehung aufs Spiel.
Der Roman beginnt wirklich unterhaltsam und kurzweilig. Obwohl Margos Vorgehensweise skrupellos ist, wirkt es teilweise fast witzig, auf welche Ideen sie kommt und wie sie es schafft, sich aus kniffligen Situationen wieder herauszumanövrieren.
Ich frage mich allerdings, wer auf die Idee gekommen ist, diesen Roman zu einem Psychothriller zu erklären. Wir haben es zwar mit einer psychisch auffälligen Hauptfigur zu tun, von einem Thriller ist die Handlung meines Erachtens allerdings meilenweit entfernt.
Die Geschichte hat mich gut unterhalten, deshalb auch die drei Sterne, war aber zu keinem Zeitpunkt spannend. Man möchte natürlich wissen, ob Margo denn am Ende endlich ihr Traumhaus bekommt, das war tatsächlich meine Hauptmotivation weiterzulesen.
Wer allerdings eine spannungsgeladene Story erwartet, wird mit „Tödliches Angebot“ wohl eher nicht glücklich werden.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Entwicklung war anders als gedacht

Ruf der Leere
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Hauptfigur dieses Romans ist Felix, der mit Laura und seinem besten Freund Ben dessen Rückkehr aus Australien in der familieneigene Waldhütte feiern will. Als die beiden jedoch völlig unerwartet weitere ...

Hauptfigur dieses Romans ist Felix, der mit Laura und seinem besten Freund Ben dessen Rückkehr aus Australien in der familieneigene Waldhütte feiern will. Als die beiden jedoch völlig unerwartet weitere Gäste mitbringen und plötzlich noch ein alter Mann auftaucht, der verkündet, er sei der Tod, ist die Stimmung auf dem Nullpunkt.
Immer wieder wechselt der Autor dann zwischen der Gegenwart in der Hütte und der Vergangenheit, in der wir nach und nach die Hintergründe erfahren.
Diese Wechsel haben mir gut gefallen und konnten mein Interesse zumindest bis zur Hälfte aufrechterhalten.
Leider hat sich dieser Roman dann jedoch völlig anders entwickelt, als ich gedacht hatte.
Waren die ersten Kapitel noch fesselnd und psychologisch interessant, flaute das Ganze dann im weiteren Verlauf deutlich ab und wurde zunehmend verworren.
Der Teil des Buches, der in der Vergangenheit spielt, konnte mich vor allem am Anfang noch absolut überzeugen, doch das Treffen in der Waldhütte war abgesehen von der etwas beklemmenden Stimmung inhaltlich eher dünn.
Für die Figuren hätte ich mir auch etwas mehr Tiefe gewünscht; bis auf Felix und Laura konnte ich kaum Zugang zu ihnen finden.
Ich vergebe gute drei Sterne für eine wirklich tolle Idee, deren Umsetzung mich zumindest anfangs gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Gelungener Auftakt einer neuen Reihe

Die weiße Nacht
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„Weiße Nacht“ ist der Auftakt zu einer neuen Kriminalreihe der Autorin Anne Stern, die einigen vielleicht schon durch ihre erfolgreiche „Fräulein Gold - Reihe“ bekannt sein könnte.
Der historische Kriminalroman ...

„Weiße Nacht“ ist der Auftakt zu einer neuen Kriminalreihe der Autorin Anne Stern, die einigen vielleicht schon durch ihre erfolgreiche „Fräulein Gold - Reihe“ bekannt sein könnte.
Der historische Kriminalroman spielt im Hungerwinter 1946 in Deutschland, einer Zeit, die geprägt ist von Kälte und Mangel in allen Bereichen. Inmitten dieser düsteren Kulisse entdeckt die Fotografin Lou Faber im Schnee eine Frauenleiche. Die Ermittlungen übernimmt Kommissar Alfred König. Als weitere Leichen gefunden werden, spitzt sich die Lage zu und es sind Lou Fabers Fotografien vom Tatort, die entscheidend zu den Ermittlungen beitragen.

Besonders gut gefallen hat mir die beklemmende und düstere Atmosphäre des Romans. Anne Stern gelingt es eindrucksvoll, die schwierigen Lebensumstände dieses Winters darzustellen. Diese Stimmung zieht sich konsequent durch das gesamte Buch. Auch der Kriminalfall selbst ist interessant aufgebaut und gewinnt im Verlauf der Handlung zunehmend an Spannung.
Was mir jedoch ein wenig gefehlt hat, ist die tatsächliche Zusammenarbeit zwischen Lou Faber und Alfred König. Zwar wird das Buch als ihr „erster gemeinsamer Fall“ angekündigt, doch wirklich gemeinsam ermitteln die beiden noch kaum. Der Fokus liegt eher darauf, die beiden Hauptfiguren ausführlich vorzustellen, was für einen Auftaktband absolut sinnvoll ist. Dennoch hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr gemeinsame Ermittlungsarbeit gewünscht. Über die Hintergründe beider Figuren erfährt man bereits viel, dennoch bleiben einige Fragen offen. Genau das macht aber auch neugierig auf die kommenden Bände. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Lou Faber und Alfred König weiterentwickeln wird.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Düster und fesselnd bis zur letzten Seite

Wolfskälte
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Mit „Wolfskälte“ entführt Laura McCluskey ihre Leser auf eine abgelegene, raue schottische Insel. Als dort ein junger Mann tot am Leuchtturm aufgefunden wird, bleibt zunächst unklar, ob es sich um einen ...

Mit „Wolfskälte“ entführt Laura McCluskey ihre Leser auf eine abgelegene, raue schottische Insel. Als dort ein junger Mann tot am Leuchtturm aufgefunden wird, bleibt zunächst unklar, ob es sich um einen Unfall, Mord oder Selbstmord handelt. Zur Klärung des Falls werden zwei Polizisten aus Glasgow auf die Insel geschickt und stoßen dort auf eine eingeschworene Gemeinschaft, die ebenso verschlossen und verschroben ist wie ihre Heimat.
Viele Inselbewohner begegnen den Ermittlern mit Misstrauen, was die Nachforschungen erheblich erschwert.
Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren. Die junge, ehrgeizige Georgina Lennox und ihr älterer Kollege Richard Stewart bilden ein spannendes Ermittlerduo. Immer wieder handelt George impulsiv, hält sich nicht an Absprachen und bringt sich damit oft in brenzlige Situationen. Ihrem Partner Richard gelingt es immer seltener, Verständnis für ihr Verhalten aufzubringen.

Was diesen Krimi jedoch besonders auszeichnet, ist seine außergewöhnliche Atmosphäre. Von der ersten bis zur letzten Seite fühlt man sich dem Wind, der Kälte und der Einsamkeit der Insel ausgesetzt. Selbst wenn zwischendurch die Sonne aufblitzt, wirkt alles rau, karg und düster.
Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf. Man spürt richtig, wie die Bedrohung von Kapitel zu Kapitel näher kommt.

„Wolfskälte“ ist ein atmosphärischer, eindringlicher Krimi, der mich sehr begeistert hat. Ich hoffe wirklich, dass dieser Roman nicht der einzige Fall für Georgina Lennox und Richard Stewart bleibt.

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