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BettinaHertz

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Veröffentlicht am 13.11.2019

Der Zorn der Vergeltung

Der Zorn der Vergeltung
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Der Zorn der Vergeltung
Autor: Martin Krüger

Inhalt: „Ein brutaler Mord an einem angesehenen Kunstexperten erschüttert Frankfurt. Kriminalhauptkommissarin Marie Winter und BKA-Profiler Daniel Parkov ...

Der Zorn der Vergeltung
Autor: Martin Krüger

Inhalt: „Ein brutaler Mord an einem angesehenen Kunstexperten erschüttert Frankfurt. Kriminalhauptkommissarin Marie Winter und BKA-Profiler Daniel Parkov ermitteln gegen eine Gruppe von Menschenhändlern, die sich selbst die Vier Apostel nennen.
Die Spur führt das bewährte Team von Deutschland über Russland bis in die Schweiz, doch ist ihnen ein Auftragsmörder, der die Apostel ausschalten will, immer einen Schritt voraus. Sie geraten in einen gnadenlosen Kampf zwischen zwei verfeindeten Organisationen, in dem sich die Grenzen zwischen Gut und Böse immer weiter auflösen ...“

„Der Zorn der Vergeltung“ ist der vierte Band der sogenannten „Winter-und-Parkov-Thriller“ Reihe. Ich bin mit „Der Zorn der Vergeltung“ quer eingestiegen und überhaupt bei Martin Krüger ganz neu eingestiegen. Ich denke ein paar Vorkenntnisse aus den Vorgängerbänden sind ratsam. Für den aktuellen Fall in diesem Band möchte ich behaupten, dass man sie nicht benötigt. Ich selbst werde mir auf alle Fälle die anderen Teile zulegen, um Marie Winter und Daniel Parkov von Anfang an kennenzulernen, denn das haben sich die beiden wirklich verdient.

Wie gesagt, der Einstieg ist mir gut gelungen. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und es ist von Anfang an ein hoher Spannungsbogen vorhanden. Man wird schnell mit den Figuren vertraut und fiebert mit den Ermittlern, denen man noch trauen kann, bis zum Ende mit.

Daniel Parkov ist eine außergewöhnliche Figur, die definitiv Eindruck schindet und die man so schnell nicht mehr vergisst. Da hat Autor Martin Krüger ganze Arbeit geleistet. Parkov besitzt eine ganz besondere, fast unheimliche Aura. Ich liebe solche Figuren, die bleiben einfach haften.

Marie Winter ist das perfekte Gegenstück für Parkov. Ich hoffe, sie haben eine Chance. Auch als Ermittlerin hat mir Marie sehr gefallen. Diesbezüglich ergänzen sich Parkov und Winter hervorragend.

Den Handlungsverlauf empfand ich super spannend, aufregend, mysteriös und unvorhersehbar. Ich hätte auf keinen Fall mit so einer Auflösung gerechnet. Alles im allen ist dies ein richtig gut ausgetüftelter Thriller (Achtung Suchtgefahr), den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Dafür gibt es natürlich fünf Sterne.

Veröffentlicht am 03.11.2019

Ein Leben für die Kinder Tibets

Ein Leben für die Kinder Tibets
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Ein Leben für die Kinder Tibets
Autor: Tanja Polli

Inhalt: „Tendol Gyalzur ist noch ein Kind, als sie 1959 auf sich allein gestellt aus Tibet fliehen muss. Auf dem beschwerlichen Weg über die Pässe des ...

Ein Leben für die Kinder Tibets
Autor: Tanja Polli

Inhalt: „Tendol Gyalzur ist noch ein Kind, als sie 1959 auf sich allein gestellt aus Tibet fliehen muss. Auf dem beschwerlichen Weg über die Pässe des Himalajas verliert sie ihre Eltern und ihren Bruder. Jahre später nimmt sich der Dalai Lama des Waisenmädchens persönlich an, schickt es nach Deutschland, wo es zusammen mit elf anderen tibetischen Waisen in Wahlwies in einem Pestalozzi-Dorf aufwächst. Nachdem Tendol ihren späteren Mann Lobsang Tsultim Gyalzur kennen gelernt hat, kommt sie in die Schweiz. Die beiden heiraten und werden Eltern von zwei Buben. Als die Söhne vierzehn und sechzehn Jahre alt sind, kehrt Tendol zum ersten Mal nach Lhasa zurück. Allein. Sie steht vor dem Potala-Palast und realisiert, dass an diesem heiligen Ort Kinder auf der Straße leben, hungern. Kinder, wie sie eines war. Tendol kann nicht anders, sie bleibt. Mit ihren bescheidenen Ersparnissen eröffnet sie das erste Waisenhaus Tibets. Heute sind Tendol und Lobsang Ersatzeltern von über dreihundert tibetischen und chinesischen Kindern. Ihre Söhne, für die Tendols Entscheid, in Tibet zu bleiben, anfangs schwer zu verstehen war, unterstützen sie heute mit all ihrer Kraft. Der ältere, Songtsen, lebt heute im tibetischen Hochland und hat dort die erste Craft-Beer-Brauerei Tibets eröffnet, die ein Ausbildungs- und Arbeitsort für ehemalige Heimkinder ist. Der jüngere, Ghaden, lebt in der Schweiz und fördert das Projekt von hier aus. Was die beiden an ihrer Mutter besonders schätzen, ist ihr selbstloses Engagement für das Wohl hilfsbedürftiger Kinder.
Autorin Tanja Polli erzählt in eindrucksvoller Weise die beeindruckende Geschichte der Tibeterin Tendol Gyazur. Diese hat sie in vielen Zusammenkünften sowohl in Tibet als auch in der Schweiz durch Interviews mit deren Familie, allem voran Tendols Ehemann Lobsang und die beiden Söhne Songtsen und Ghaden zusammengetragen.“

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er lässt sich sehr flüssig lesen und man bekommt einen sehr guten Eindruck von den jeweiligen Situationen. Hauptaugenmerk ist anfangs Tendols Flucht aus Tibet und später der Aufbau des Kinderhilfswerks in Tibet. Tendol startet mit dem Kinderhilfswerk als gestandene Ehefrau und lässt kurzerhand ihren Ehemann und Söhne allein zurück in der Schweiz. Ihre Hartnäckigkeit hat mich richtig beeindruckt, denn es gibt so viele Situationen, bei denen manch anderer sicher aufgegeben hätte. Auch die Passagen, als ihre inzwischen erwachsenen Söhne zu Wort kommen, empfand ich sehr emotional. Der Familienzusammenhalt, vor allem auch die der vielen ehemaligen Waisenkinder hält bis zum heutigen Tage an.

Des Weiteren bekommt man einen tiefen Einblick in die tibetische Kultur, in deren Traditionen und Bräuche, so hat man viele Entscheidungen, Beweggründe und Situationen besser verstehen können.

Im Mittelteil des Buches befinden sich sehr viele Fotos aus Tibet und der Schweiz der Familie Gyalzur. Das hilft ungemein beim Lesen, vor allem für „die Bilder im Kopf“.

Ich habe Tendol und ihre Familie lesetechnisch sehr gerne begleitet, es war für mich eine Reise auf unbekannten Terrain und ich kann dieses Buch für Menschen, die sich für fremde Länder und deren Kulturen interessieren uneingeschränkt weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Tödliches Wangerooge

Tödliches Wangerooge. Ostfrieslandkrimi
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Tödliches Wangerooge
Autor: Elke Nansen

Inhalt: „Am Strand der Nordseeinsel Wangerooge liegt die angespülte Leiche einer Frau. Doch wie die Obduktion ergibt, ist die Baroness Renata von Wintershausen ...

Tödliches Wangerooge
Autor: Elke Nansen

Inhalt: „Am Strand der Nordseeinsel Wangerooge liegt die angespülte Leiche einer Frau. Doch wie die Obduktion ergibt, ist die Baroness Renata von Wintershausen keineswegs ertrunken, sondern wurde mit der tödlichen Überdosis eines Herzmedikaments aus dem Leben gerissen. Als die Kripo Emden mit den Ermittlungen betraut wird, ahnen die Kommissare Richard Faber und Rike Waatstedt nicht, dass ihnen ihr emotionalster Fall bevorsteht. Denn unter Mordverdacht gerät ausgerechnet Rikes Opa Knut, der auf Wangerooge seinen Urlaub verbringt und das Opfer hier kennengelernt hat. Plötzlich belastet ihn ein Beweis nach dem nächsten – soll er als Sündenbock herhalten? Geht es in Wirklichkeit um das gewaltige Erbe der in Ostfriesland ansässigen Adelsfamilie? Kaum dass die Ermittler beginnen, in der Gegenwart und Vergangenheit der Baroness zu graben, werden sie wegen Befangenheit von dem Fall abgezogen. Aber Knut einfach hängenzulassen, ist keine Option.“

„Tödliches Wangerooge“ ist mittlerweile der 7. Band aus der Ostfrieslandkrimi Reihe „Faber und Waatstedt ermitteln“. Die Bände lassen sich alle eigenständig lesen.

Mir hat der neueste Fall von Elke Nansen bzw. Richard Faber und Rike Waatstedt richtig gut gefallen. Der Einstieg geht gleich spannend los. Knut, Rikes Opa, verlässt erstmals seine Insel, um in den Urlaub zu fahren. Ehe er sich versieht, gerät er in einen brisanten Mordfall, bei dem er als Hauptverdächtiger gilt.

Der Schreibstil ist flüssig leicht zu lesen, sehr gefallen haben mir die plattdeutschen Redewendungen, die hier einen angenehmen ostfriesischen Charm versprühen. Der Spannungsbogen ist von Anfang an unglaublich hoch und schraubt sich zum Ende höher und höher.

Der Handlungsverlauf ist toll ausgearbeitet. Es wird in zwei Zeitebenen geschrieben und ein äußerst brisanter Fall aus der Vergangenheit lässt einem den Atem anhalten. Alle Haupt- und Nebenfiguren sind toll gezeichnet. Das Ermittlerteam ist mir echt ans Herz gewachsen, allen voran Richard, Rike, Tamme und Phillip. Und natürlich Opa Knut, die Familienbande, deren Zusammenhalt, ostfriesische Traditionen sind hier toll in Szene gesetzt. Insgesamt fiebert man von Anfang bis Ende mit den Beteiligten mit und spekuliert über die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

„Tödliches Wangerooge“ kann ich uneingeschränkt empfehlen und gebe eine klare Kaufempfehlung.

Veröffentlicht am 26.10.2019

Das kleine Café am Meer

Das kleine Café am Meer
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Das kleine Café am Meer
Autor: Anja Saskia Beyer

Inhalt: „Für die hübsche Hannah Blumberg, Assistentin in der Modebranche mit einer Vorliebe für teure Handtaschen, läuft es gerade gar nicht gut: Erst ...

Das kleine Café am Meer
Autor: Anja Saskia Beyer


Inhalt: „Für die hübsche Hannah Blumberg, Assistentin in der Modebranche mit einer Vorliebe für teure Handtaschen, läuft es gerade gar nicht gut: Erst wird ihr Arbeitsvertrag nicht verlängert, und dann macht auch noch ihr Freund mit ihr Schluss. Per Mail.
Eins ist klar: Hannah braucht dringend eine bezahlbare Auszeit. Da kommt die Einladung von Freundin Lucia nach Mallorca gerade recht – Lucia hat ein Café mit Meerblick eröffnet und serviert den besten Kaffee der Insel. Sie vermittelt Hannah außerdem einen Job als Mädchen für alles in der Pension von ihrem Freund Sam. Zwischen Bettenbeziehen und Zeit mit der Freundin begibt Hannah sich auf Spurensuche – nach sich selbst, ihrer Kindheit und vielleicht auch dem Sinn des Lebens. Und dann wäre da noch Sam, der unnahbar und anziehend zugleich ist und ihr manchmal den letzten Nerv raubt. Er zeigt Hannah, wie Orangenblütenhonig schmeckt und hört ihr wirklich zu. Doch was verbirgt Sam und was diese Insel?“


Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Durch einen sehr leicht zu lesenden Schreibstil taucht man sofort in die Geschichte ein. Vor allem die schönen Landschaftsbeschreibungen sind Anja Saskia Beyer wieder so gut gelungen, das Bilder im Kopf entstehen und mit allen Sinnen wahrgenommen werden.


Die Figuren sind toll ausgearbeitet. Das gilt natürlich für die drei Frauen Hanna, Lucia und Greta. Das kleine Café am Meer von Hannahs Freundin Lucia wird nicht nur Drehangelpunkt für Hanna, sondern auch für Greta, Hannahs Freundin aus Deutschland. Die Verbindung der drei so unterschiedlichen Frauen empfand ich total spannend. Jede hat ihr Päckchen zu tragen und steht irgendwie an einer Weggabelung – wo geht es nun lang? Rechts oder links? Oder wieder zurück? Ihre Erlebnisse, Entscheidungen und ihr Verhältnis zueinander fand ich total spannend. Aber auch die Nebenfiguren sind hier absolut toll gezeichnet und machen die Geschichte rund.


Und dann natürlich Sam – man spürt sofort, er verbirgt etwas, hat ein Geheimnis und lässt kaum Nähe zu. Von Beginn an rätselt und spekuliert man, was ihn so belastet.


Der Handlungsverlauf ist aufregend und immer wieder von der atemberaubenden Schönheit Mallorcas umhüllt. Man fühlt sich durch die Landschaft getragen, spürt den Duft der Orangenhaine und hört die Meereswellen rauschen. Und bis zum Ende lässt Anja Saskia Beyer noch einige Überraschungen einfließen, die ich nicht erwartet hätte.


Das Buch selbst bzw. das Cover ist wieder ein echter Hingucker. Türkiser Hintergrund, eine Tasse Café mit Mandelgebäck und Organgen bzw. Orangenblüten – alle Dinge, die den Inhalt betreffen. Und am Ende des Buches, da schaue ich ich den Büchern von Anja Saskia Beyer schon immer kurz vorher hinein, gibt es noch ein paar tolle Rezepte zum Nachbacken.


„Das kleine Café am Meer“ hab ich in einem Rutsch gelesen und empfehle es sehr gerne weiter. Dafür gibt es natürlich fünf Punkte.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Farbenprächtiges Leseabenteuer

Der Zwilling von Siam
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Der Zwilling von Siam
Autor: Tara Haigh

Inhalt: „Bangkok, 1892: Die junge Hamburger Lehrerin Emilie Kolbe reist mit ihrem Vater nach Siam, um an der königlichen Schule zu unterrichten. Sie freut sich ...

Der Zwilling von Siam
Autor: Tara Haigh

Inhalt: „Bangkok, 1892: Die junge Hamburger Lehrerin Emilie Kolbe reist mit ihrem Vater nach Siam, um an der königlichen Schule zu unterrichten. Sie freut sich auch auf ein Wiedersehen mit ihrer Zwillingsschwester Marie. Bei Ankunft ereilt Emilie jedoch die Nachricht, dass Marie tödlich verunglückt sei. Für sie bricht eine Welt zusammen, doch schon bald beginnt sie mithilfe des ihr zugeneigten Botanikers Johannes die mysteriösen Umstände des Todes ihrer Schwester zu hinterfragen. Dabei gerät sie in ein gefährliches Netz aus Missgunst und Intrigen. War Marie eine Spionin, die es den Deutschen ermöglichte, die Engländer beim Eisenbahnbau auszubooten? Je tiefer Emilie gräbt, desto mehr Fragen drängen sich auf, vor allem eine: Wer war ihre Schwester wirklich?“

Der neueste Roman aus der Feder von Tara Haigh ist ein wunderschönes und farbenprächtiges Leseabenteuer. Von der ersten Seite an bin ich mit Emilie nach Bangkok gereist und lernte ein exotisches Land mit seinen damaligen historischen Hintergründen kennen.

Tara Haigs bildgewaltigen, fesselnden und emotionalen Schreibstil kann man sich kaum entziehen. Man taucht sofort ins Geschehen ein und spekuliert bis zum Ende mit, dabei gibt es mehr als eine Überraschung.

Die Charaktere sind ihr unglaublich gut gelungen, man hat sofort Bilder im Kopf und kann sich mit jedem einzelnen identifizieren. Emilie und Johannes sind meine Favoriten, aber auch das Zusammenspiel mit den vielen Nebencharakteren ist hier perfekt gelöst.

Neben einer aufregenden Story bekommt man hier wunderbare Landschaften präsentiert und erfährt ganz nebenbei viel über Land und Leute.

„Der Zwilling von Siam“ hat mir ausgezeichnet gefallen und ich vergebe fünf verdiente Sterne.