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Veröffentlicht am 25.04.2021

Eine romantische Lektüre mit viel Humor

Du kannst kein Zufall sein
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Der Debütroman von James Bailey „Du kannst kein Zufall sein“ beginnt mit einem Heiratsantrag an Silvester im London Eye. Seine Freundin sagt nein und verlässt Josh, die Hauptfigur des Romans. Josh steht ...

Der Debütroman von James Bailey „Du kannst kein Zufall sein“ beginnt mit einem Heiratsantrag an Silvester im London Eye. Seine Freundin sagt nein und verlässt Josh, die Hauptfigur des Romans. Josh steht plötzlich ohne Freundin, ohne Wohnung und ohne Job da.

Aus diesem Desaster heraus entscheidet er sich, im kommenden Jahr jede Entscheidung von einer gefundenen 50-Pence-Münze abhängig zu machen.
Als er am Rande des London-Marathons die Frau seiner Träume trifft und sie sofort wieder aus den Augen verliert, ohne Namen oder Telefonnummer, muss Josh Entscheidungen treffen, die seine weitere Zukunft betreffen. Auch hier ist ihm die Münze ein ständiger Begleiter. Kann er die Sonnenblumenfrau nur mit dem einzigen Hinweis, dass sie in einem englischen Buchladen im Ausland arbeitet, finden?

Das Cover gefällt mir ganz gut. Es ist mal was ganz anderes – bunt, verspielt und sehr passend zur Lektüre.
Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch beschrieben. Josh ist ein junger Mann mit wenig Perspektiven, aber er behält seinen Humor.
Seine Freunde Jake und Jessie sind ebenfalls humorvoll, aber auch ernsthafte Themen können untereinander besprochen werden. Diese Freundschaft wünscht sich jeder. Es werden Ratschläge gegeben, aber auch handfeste Unterstützung geleistet.

Besonders lieb gewonnen habe ich Josh´s Familie, zu die er nach dem Debakel mit dem Heiratsantrag wieder zurückzieht. Ganz besonders Pap ist hier eine Figur, die nachdenklich und liebevoll wirkt. Die gesamten Bewohner der Nachbarschaft haben mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert – herzlich, aber auch ein bisschen schrullig.

Der Spannungsaufbau im Buch gefällt mir gut. Es beginnt recht langsam und steigert sich zu einem romantischen Finale – immer begleitet von Witz und Humor. Natürlich ist es eine Lektüre, bei der der Leser zu Beginn schon ahnt, was am Ende rauskommt, aber das schadet dem Ganzen kein bisschen. Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen.

Das Buch verspricht nicht mehr als es halten kann. Öfters hat es mich jedoch an typische Hollywood- Liebeskomödien erinnert. Ein bisschen mehr hätte es sich hiervon abheben können.
So ist das Ausgraben einer Zeitkapsel bei einem Klassentreffen nach 10 Jahren irgendwie zu klischeebehaftet.

Alles in allem finde ich jedoch, dass dieses Buch eine gute Lektüre für erfrischende Lesestunden ist.
Mich selber hat es dazu inspiriert, mehr über das Sonnenblumengemälde von VanGogh herauszufinden.
Ich kann den Erstlingsroman von James Bailey auf jeden Fall jedem empfehlen, der ein paar romantische Lesestunden mit HappyEnd genießen will.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2021

Eine Berliner Busfahrerin erzählt...

Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei
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In dem Buch „Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei – Eine Berliner Busfahrerin erzählt“ berichtet uns Susanne Schmidt von ihren Erfahrungen als Busfahrerin in der immer belebten Großstadt Berlin.

Das ...

In dem Buch „Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei – Eine Berliner Busfahrerin erzählt“ berichtet uns Susanne Schmidt von ihren Erfahrungen als Busfahrerin in der immer belebten Großstadt Berlin.

Das Cover des Buches sticht dabei mit seinem knalligen Gelb – passend zum Logo und den Bussen der BVG – ins Auge. Auch die Abbildung des Berliner Straßennetzes und der Haltestellen finde ich hier sehr gelungen und hat mich für ein paar Momente innehalten lassen.

Susanne Schmidt gelingt es auf sehr humorvolle und ehrliche Art, den Alltag einer Busfahrerin in Berlin mit all seinen Facetten – von Motorschäden, spontanen Partys im Doppeldecker, nächtlichen Irrfahrten, aber auch freundlichen Zusammentreffen mit Personen aus allen Schichten der Gesellschaft rüberzubringen.
Die Sprache ist dabei leicht verständlich und flüssig. Man fühlt sich sofort, als würde man im Linienbus sitzen und gemütlich mittuckern.

Viele Situationen, die geschildert werden, kennt man vielleicht noch aus eigener Erfahrung. Besonders schmunzeln musste ich tatsächlich bei dem Satz „Machen Sie mal bitte die Mitteltüren frei!“ Wie oft war der Bus zur und von der Schule so überfüllt, dass ein paar Leute auf jeden Fall aussteigen mussten, dies aber keiner tun wollte.

Durch die Schilderungen im Buch kann man die Handlungen eines Busfahrers/einer Busfahrerin besser nachvollziehen und manchen Ärger in Zukunft sicher besser runterschlucken.

Trotz der Beschreibung als Liebeserklärung an die Heldinnen und Helden des Nahverkehrs, kommt die Kritik an den Zuständen innerhalb der BVG und dem teilweise recht sexistischen Umgang mit den nun zur „Konkurrenz“ werdenden Frauen nicht zu kurz. Bei manchen Passagen war ich schon etwas schockiert, dass es so veraltete Anschauungen/Zustände heute tatsächlich noch geben soll.

Ein wirklicher Spannungsaufbau findet bei der Lektüre nicht statt. Man „fährt“ sozusagen von Haltestelle zu Haltestelle zu immer weiteren Erlebnissen, die jedoch alle an sich interessant sind zu lesen und daher wird die Lektüre auch nicht langweilig. Zwischenzeitlich waren mir die ganzen gesetzlichen Regelungen und Bestimmungen etwas zu langatmig, aber auch dies ist wichtig zu wissen. Was Busfahrer/-innen alles zu beachten haben, sieht man ihnen nicht an.
Erschreckend fand ich, wie tatsächlich mit der Freizeit und den Erholungsphasen des Personals umgegangen wird. Hier ist es kein Wunder, dass Personal in den Krankenstand geht.

Alles in allem würde ich das Buch jedem empfehlen, der regelmäßig mit dem Personennahverkehr unterwegs ist. So lustig, wie es der Klappentext suggeriert, ist es dann jedoch nicht. Es werden auch viele ernsthafte Themen angesprochen. Es ist eine leichte und gut zu lesende Lektüre, die einem für die Situation des Personals am Steuer dieser großen Ungetüme der Straße die Augen öffnet und mehr Verständnis hervorbringt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2021

Ein etwas anderer Sparks

Du bist nie allein
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Im Roman „Du bist nie allein“ von Nicholas Sparks hat Julie Barenson ihren Ehemann verloren und ist nach 4 Jahren nun bereit, sich neu zu verlieben.
Es stehen dabei 2 Männer zur Auswahl: der sehr charmante, ...

Im Roman „Du bist nie allein“ von Nicholas Sparks hat Julie Barenson ihren Ehemann verloren und ist nach 4 Jahren nun bereit, sich neu zu verlieben.
Es stehen dabei 2 Männer zur Auswahl: der sehr charmante, zuvorkommende Richard sowie ihr langjähriger Freund Mike.

Nachdem sich Julie für einen der beiden Männer entschieden hat, beginnt ein Albtraum, da der Zurückgewiesene sich als krankhaft eifersüchtig und psychisch krank entpuppt.

Das Cover finde ich nach erfolgter Lektüre nicht ganz so passend zum Inhalt.

Die einzelnen Personen sind alle für sich sympathisch beschrieben, auch das kleine Örtchen Swansboro in North Carolina wird – typisch für Sparks – als idyllisch beschrieben. Als Leser fühlt man sich mit den Figuren verbunden und wohl beim Lesen.
Ganz besonders innig stellt sich dabei die Beziehung zwischen Julie und ihrem Hund, der Dänischen Dogge Singer, dar, die sie als Weihnachtsgeschenk von ihrem verstorbenen Mann Jim bekommen hat. Die beiden leben fast wie Lebenspartner zusammen. Beim Lesen zauberte mir diese Beziehung sehr oft ein Lächeln ins Gesicht.

Von einem Sparks erwartet man normalerweise eine romantische Liebesgeschichte, die zum Träumen einlädt.
Dieses Buch ist jedoch etwas anders. Natürlich ist auch hier fast von Beginn an klar, wer am Ende der Auserwählte sein wird, ABER: die Story nimmt eine spannende und sehr dunkle Wendung, die man so nicht erwartet hätte.

Nachdem Julie einem der beiden Männer den „Laufpass“ gegeben hat, beginnt dieser Julie immer mehr nachzustellen.
Mit kurzen Rückblicken in die Vergangenheit erfährt der Leser mehr über dessen Herkunft und wie dieser bereits damals tickte.

Nicholas Sparks schafft es durch häufige Perspektivwechsel der Personen, verbunden mit Trennungen von Abschnitten im Text, eine sehr schnelle Geschichte zu erschaffen, in der die Spannung immer weiter aufgebaut wird.

Am Ende kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen, da man wissen will, ob es für alle Beteiligten ein gutes Ende nimmt.

Meiner Meinung nach ist Nicholas Sparks hier ein überraschend guter Thriller gelungen, gepaart mit den typischen Aspekten eines Liebesromans, die bei ihm nicht fehlen dürfen.
Für mich eine ganz klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Gelungener Roman der NS-Zeit mit fiktivem Ende

Die Clique der Ehrlosen
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In „Die Clique der Ehrlosen“ finden wir uns im Deutschland im Jahr 1938 wieder. Hitler ist auf dem Zenit seiner Macht, scheinbar alles gelingt ihm und das deutsche Volk steht mehrheitlich hinter seinem ...

In „Die Clique der Ehrlosen“ finden wir uns im Deutschland im Jahr 1938 wieder. Hitler ist auf dem Zenit seiner Macht, scheinbar alles gelingt ihm und das deutsche Volk steht mehrheitlich hinter seinem Führer.
Ein paar wenige Wehrmachtsoffiziere schauen hinter die Fassade und erkennen die Gefahr eines drohenden 2. Weltkriegs. Sie versuchen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, diese Katastrophe für ihr Vaterland sowie für Europa abzuwenden.
Gleichzeitig sind die meisten Menschen in Deutschland unwissend und leben ihr ganz normales Leben unter dem immer weiter wachsenden Einfluss der NS-Ideologie.

Der Autor Thomas Majhen war mir bisher unbekannt. Der Wahlberliner hat es jedoch geschafft, mich mit seinem Roman in seinen Bann zu ziehen.

Im Buch selber gibt es 2 Handlungsstränge:
Auf der einen Seite fiebert man mit den Wehrmachtsoffizieren mit. Einige hochrangige Offiziere wollen nicht tatenlos dabei zusehen, wie die Wehrmacht „enthauptet“ wird und Hitler Deutschland in einen erneuten Krieg führt. Hierbei fand ich es beim Lesen manchmal schwer, den vielen Namen und militärischen Begriffen zu folgen. Es gelingt jedoch, dass man als Leser gut nachvollziehen kann, warum welche Entscheidung getroffen wird.
Die Beschreibung der einzelnen Personen ist hierbei ausführlich. Man kann sich diese bildlich vorstellen. Teilweise schwingt auch ein gewisser Humor mit, der mich an einigen Stellen zum Schmunzeln gebracht hat.

Auf der anderen Seite lernt man den 17-jährigen Christoph und seine Freunde Jan, Michel und Peter kennen, die kurz vor ihrem letzten Schuljahr stehen und sich mit gänzlich anderen Gedanken und Gefühlen der Jugend auseinander setzen müssen.

Dem Autor gelingt es meiner Meinung nach sehr gut – in beiden Handlungssträngen – herauszuarbeiten, welcher Umbruch in der damaligen Zeit in Deutschland passierte.
Die Wehrmachtsoffiziere wägen zwischen Ehre, Pflichtgefühl und ihrem Gewissen ab. Wichtige Handlungen werden aus diesen Gründen vielleicht zum falschen Zeitpunkt oder nie ausgeführt.
Bei den Jugendlichen kann man gut verfolgen, wie das NS-Regime immer mehr in das Leben eindringt. Auch anfängliche Skeptiker werden zu Schritten wie dem Eintritt in die Hitlerjugend förmlich gezwungen.
Gleichzeitig erlebt der Leser aber auch die normale Gefühlswelt eines 17-jährigen, die erste Liebe, Freundschaft, aber auch die Gefahr des bevorstehenden Bruchs durch unterschiedliche Weltauffassung?!

Thomas Majhen ist es gelungen, mir die damalige Geschichte durch gut recherchierte Fakten wieder näher zu bringen. Ich fand mich ein ums andere Mal dabei wieder, die historischen Ereignisse selber noch einmal nachzuschlagen und detaillierter zu lesen.

Die Handlung ist sehr gut entwickelt und macht bei ca. 2/3 des Buches einen Schwenk in die Fiktion. Was wäre passiert, wenn es sich damals anders zugetragen hätte?
Das Ende war für mich offen, sodass man sich selber denken kann, was weiter in Deutschland geschieht… Auch das war für mich eine gute Lösung für dieses schwierige Thema!

Mich lässt das Buch etwas bedrückt und nachdenklich zurück. Es ist ein gut recherchierter Roman, der das Thema der NS-Ideologie wieder einmal ins Gedächtnis ruft und jedem, der sich für die damalige Zeit interessiert, auf jeden Fall zu empfehlen ist!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2021

Das Schicksal einer Familie im Pulverfass der Glaubenskriege

Die Stadt der Tränen
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„Die Stadt der Tränen“ ist der Nachfolgeband von „Die brennenden Kammern“ von Kate Mosse.
In diesem historischen Roman wird man erneut in die Zeit der Glaubenskriege zwischen den Katholiken und den Hugenotten ...

„Die Stadt der Tränen“ ist der Nachfolgeband von „Die brennenden Kammern“ von Kate Mosse.
In diesem historischen Roman wird man erneut in die Zeit der Glaubenskriege zwischen den Katholiken und den Hugenotten in Frankreich geführt.
Die Hoffnung auf Frieden durch die Hochzeit zwischen dem Hugenottenkönig Heinrich von Navarra und der Katholikin Margarete von Valois wird durch die blutigen Auseinandersetzungen der Bartholomäusnacht und den darauf folgenden Unruhen und dem Chaos im ganzen Land zunichte gemacht. Die Glaubenskriege fordern erneut zahlreiche Todesopfer auf beiden Seiten.

Das Buch besticht bereits äußerlich durch sein stark erscheinendes Cover in einem satten Blau und der wunderschönen Zeichnung im Innenband.

Man begleitet wie bereits in Band 1 Minou und Piet sowie deren Familie, die zur königlichen Hochzeit nach Paris eingeladen werden.
Die Familie geht in diesem Band durch schwere Schicksalsschläge und wird davon beinahe zerrissen. Es verschlägt sie raus aus der Heimat nach Amsterdam, wo sie sich ein neues Leben aufbauen müssen, doch werden die Glaubensauseinandersetzungen in Amsterdam friedlicher verlaufen?

Auch der alte Erzfeind Vidal ist nicht aus dem Leben der beiden verschwunden und sorgt für eine Menge Ärger.

Der Schreibstil von Kate Mosse hat mich in diesem Band von Beginn an gefesselt. Sie schreibt verständlich und flüssig. Man ist sofort wieder im Frankreich des 16. Jh. und fiebert mit lieb gewonnenen Figuren mit.
Durch sehr bildhafte Sprache kann man sich Ortschaften sehr gut vorstellen, aber auch die Gräueltaten der damaligen Zeit gehen an einem beim Lesen nicht spurlos vorbei.

Die Spannung wird von Beginn an gut aufgebaut und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen, bevor man nicht erfährt, ob die Geschichte für Minou und ihre Familie ein gutes Ende findet.

Die Figuren sind für mich sehr gut beschrieben. Keine ist nur schwarz-weiß dargestellt. Jede für sich entwickelt im Laufe des Buches Facetten, die man zu Beginn nicht vermutet hätte.
Kate Mosse gelingt es so, dass man von allen Figuren gern den weiteren Verlauf erfahren möchte.

Das Thema des Buches finde ich auch heute noch brandaktuell.
Die Glaubenskriege der damaligen Zeit waren grausam, rücksichtslos und brutal. Es gab so unendlich viele Todesopfer auf beiden Seiten, die bei ein wenig Vernunft und gegenseitiger Rücksichtnahme hätten vermieden werden können.
Auch heute noch gibt es immer wieder Kriege aufgrund verschiedener Glaubensrichtungen und damit ist es umso wichtiger, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen.
Wer jedoch eine detaillierte Auseinandersetzung mit geschichtlichen Fakten erwartet, kann nur enttäuscht werden. Kate Mosse legt mehr Wert auf die Figuren und deren Entwicklung im Hintergrund der damaligen Zeit. Der emotionale Aspekt steht eindeutig im Vordergrund.

Meiner Meinung nach ist Kate Mosse mit „Die Stadt der Tränen“ eine tolle Fortsetzung gelungen, die Band 1 sogar übertrifft.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema