Eine Geschichte über Liebe und Vertrauen vor dem Hintergrund einer Ausnahmesituation
ZIMMER 706Was würde passieren, wenn man mit der Affäre plötzlich in einem Hotel eingeschlossen wäre? Welche Gedanken gehen einem in einer Ausnahmesituation durch den Kopf? Was möchte man seinen Liebsten noch sagen?
Diese ...
Was würde passieren, wenn man mit der Affäre plötzlich in einem Hotel eingeschlossen wäre? Welche Gedanken gehen einem in einer Ausnahmesituation durch den Kopf? Was möchte man seinen Liebsten noch sagen?
Diese Fragen sind grundlegender Bestandteil des Romans „Zimmer 706“ von Ellie Levenson.
Kate ist verheiratet und hat 2 Kinder mit ihrem Ehemann Vic. Alles könnte perfekt sein, doch seit mehreren Jahren führt sie eine Affäre mit James. Regelmäßig treffen beide sich heimlich in Hotels für ein Stell-dich-ein, doch eines Tages überfallen Terroristen das Hotel, in dem sie in Zimmer 706 eingecheckt haben.
Der Roman ist unterteilt in die Szenen im Hotelzimmer sowie Rückblenden in die Vergangenheit von Kate – vom Kennenlernen mit ihrem Ehemann über die ersten Ehejahre bis hin zum Beginn der Affäre.
Durch die Rückblenden lernt man Kate, ihre Erfahrungen und ihre Gedanken immer mehr kennen.
Im Hotelzimmer 706 macht sich Kate Gedanken, was sie ihren Kindern und ihrem Ehemann noch sagen oder aufschreiben muss – beginnend mit alltäglichen Dingen bis hin zu Briefen an ihre Liebsten, um ihnen ihre unendliche Liebe zu versichern. Soll sie Vic ihre Affäre gestehen oder ahnt er es schon längst?
Die Gedankenwelt von Kate kann wohl jede Ehefrau und Mutter gut nachvollziehen, doch insgesamt blieb mir die authentische Reaktion im Hotel während eines Terrorangriffs zu weit hinter der zu erwartenden Spannung zurück. Wer würde sich nicht für die Welt da draußen interessieren? Wer würde nicht panische Angst verspüren und Kontakt zur Polizei suchen, um mehr Hintergründe zu erfahren?
Kate und vor allem James blieben jedoch hier eher unbeteiligt.
Stück für Stück wird klar, dass die beiden keine innige Bindung zueinander haben.
James war mir von Beginn an unsympathisch und er blieb bis zum Schluss eher ohne Konturen.
Insgesamt fand ich die Thematik gut, jedoch hätte ich mir aufgrund der Gesamtsituation mehr Spannung und Nervenkitzel erwartet.
Die Spannung blieb extrem flach. Die Autorin stellt im Nachwort selber nochmal klar, dass sie es im Wesentlichen auf die Gedankenwelt in so einer Ausnahmesituation abgestellt hat.
Jedoch ist es schwierig, wenn auf dem Klappentext von einem Thriller gesprochen wird und hierfür nichts im Buch zu finden ist. Dies enttäuscht Erwartungen.
Auch grundsätzlich war mir das Gedankenspiel irgendwann zu viel. Nur allein davon lässt sich für mich kein interessantes Buch stricken.
Das Ende war abrupt und komplett offen, was mir überhaupt nicht gefallen hat. Jede*r soll sich hier wohl seine eigenen Gedanken machen. Mir war es jedoch zu plötzlich.
Insgesamt vergebe ich für dieses Buch 3 von 5 Sternen. Es hat mich ganz gut unterhalten, wird mir aber nicht lange in Erinnerung bleiben.