Profilbild von DetlefKnut

DetlefKnut

Lesejury Star
offline

DetlefKnut ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DetlefKnut über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2026

Schulbus oder Methlabor?

Das 8. Geständnis - Women's Murder Club
0

Dieser Thriller von James Patterson und Maxine Paetro, dem achten Teil der Womans-Murder-Club-Serie, erwartet euch mehr als nur ein blutiger Thriller; es ist eine emotionale Achterbahnfahrt mit unerwarteten ...

Dieser Thriller von James Patterson und Maxine Paetro, dem achten Teil der Womans-Murder-Club-Serie, erwartet euch mehr als nur ein blutiger Thriller; es ist eine emotionale Achterbahnfahrt mit unerwarteten Wendungen, schaurigen Charakteren und einem Hauch von Selbstzufriedenheit. Also schnallt euch an und lasst uns gemeinsam in die chaotische Welt des „Clubs der Ermittlerinnen“ eintauchen!

Natürlich folgt dieser Thriller wieder der Regel der Serie: Drei Fälle werden parallel bearbeitet und gelöst.

In einem Viertel, das für seine Drogenabhängigen und Obdachlosen bekannt ist, hat eine riesengroße Explosion die Nachbarschaft erschüttert. Besonders tragisch: Bagman Jesus, ein obdachloser Mann, der von vielen geliebt und respektiert wurde, wurde ermordet. Die Gerichtsreporterin Cindy Thomas ist tief berührt von der Trauer und Verehrung der Menschen für ihn und beschließt, sich dem Fall anzunehmen. Denn bei ermordeten schwarzen Obdachlosen wird oft nicht ermittelt, und Cindy will sicherstellen, dass seine Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Die Staatsanwältin Yuki Castellano saß nervös am Tisch im Gerichtssaal, während die ehemalige Schönheitskönigin mit einem selbstbewussten Lächeln die Zuschauer anblickte. Yuki war fest entschlossen, die Frau, die ihre Eltern brutal mit einem Stemmeisen ermordet hatte, hinter Gitter zu bringen. Mit einer Fülle an Beweisen und einer Liste potenzieller Zeugen fühlte sie sich sicher, dass dieses Mal Gerechtigkeit walten würde. Doch als die Verhandlung begann, schien sich das Blatt unerwartet zu wenden, und Yuki spürte, wie die Zweifel in ihr aufkeimten.

Lindsay Boxer und ihr Partner Rich Conklin werden zu einem mysteriösen Mordfall gerufen, der sie vor Rätsel stellt. In einem luxuriösen Herrenhaus liegt ein wohlhabendes Ehepaar tot in ihrem Bett, als wäre es einfach eingeschlafen. Die Haushälterin, die die grausame Entdeckung gemacht hat, ist völlig aufgelöst, während die Spurensicherung und die Gerichtsmedizinerin Claire Washburn ratlos sind. Ohne jegliche Anzeichen eines Verbrechens stehen die beiden Ermittler im Dunkeln und müssen sich schnell eine Strategie ausdenken, um das ominöse Geheimnis zu lösen.

Der Roman „Das 8. Geständnis“ führt durch spannende Ermittlungen und aufregende Liebesabenteuer bei einigen Freundinnen, in dem die Kapitel über die Seite rasen wie beim Daumenkino. Mit einer brillanten Konstruktion und einem so lebhaften Schreibstil, dass man das Gefühl hat, man genießt eine TV-Serie, zieht er sofort in den Bann. Die Kapitel von ein bis drei Seiten ermöglichen ein Lesetempo, das man selbst nicht für möglich gehalten hätte. Lindsay schildert ihre Erfahrungen aus ihrer Persepektive, während die Erzählperspektive immer wieder zu anderen Figuren in der dritten Person wechselt, wenn Lindsesy nicht dabei ist. Häufig folgen drei bis fünf Kapitel nacheinander in einer Szene oder in einer Erzählstrang, und ehe man sich versieht, blättert man die Seiten um, als würde man sich sofort die nächste Folge der TV-Serie anschauen.

Im aufregenden Figurenmix des „Club der Ermittlerinnen“ tummeln sich nicht nur die vier Hauptfreundinnen, sondern auch eine ganze Riege an Lebensgefährten und ehemaligen Kollegen, die regelmäßig auftauchen – wie alte Bekannte, die man auf einer Party wiedertrifft und sich fragt, wie man eigentlich miteinander verwandt ist. Jeder neue Band kommt mit einem kurzen „Hallo, wir sind die Hauptfiguren“ daher, sodass selbst Neulinge ohne jegliche Ahnung sofort ins Geschehen einsteigen können, als wären sie schon immer dabei gewesen. Diese gelungene Mischung aus bekannten Gesichtern und frischen Abenteuern sorgt dafür, dass jeder Teil der Reihe immer frisch und einladend ist und nie wirklich langweilig wirkt!

Im bunten Figurenensemble des „Club der Ermittlerinnen“ sind nicht nur die vier Freundinnen präsent, sondern auch eine Vielzahl von Partnern und ehemaligen Kollegen, die immer wieder auftauchen – wie vertraute Gesichter, die man wiedersieht und sich fragt, wie man miteinander verbunden ist. Jeder neue Teil beginnt mit einem kurzen „Hallo, wir sind die Hauptcharaktere“, sodass selbst Neueinsteiger ohne Vorkenntnisse sofort ins Geschehen eintauchen können, als wären sie seit jeher Teil der Geschichte. Diese gelungene Kombination aus vertrauten Figuren, spannenden Fällen und Konflickten gewährleistet, dass jeder Band, einschließlich „Das 8. Geständnis“, stets frisch und einladend bleibt und niemals langweilig wirkt!

Jede der vier Damen im Ermittlerinnen-Club hat in diesem spannenden Thriller ihre ganz eigene Mission. An dieser Stelle verweise ich gerne auf meinen Artikel über die Thriller-Reihe um den »Women’s Murder Club« von James Patterson. Dort gebe ich euch einen allgemeinen Überblick über die Hauptfiguren und das Setting. Lasst euch das nicht entgehen!

Die Nervenkitzel in diesem Thriller sind der Wahnsinn! Wie bereits oben erwähnt, hat man beim Lesen das Gefühl, man sitzt mitten in einem spannenden Film mit Popcorn in der Hand. Kein Wunder, dass mir die Thriller dieser Reihe ständig Erinnerungen an coole US-Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI wecken. Wenn du also auf der Jagd nach einer fesselnden Lektüre bist, dann schnapp dir unbedingt »Das 14. Verbrechen« – ein Thriller, den man einfach empfehlen muss!

Der Nervenkitzel in diesem Thriller ist unglaublich! Wie vorher erwähnt, hat man beim Lesen den Eindruck, als wäre man Teil eines fesselnden Films, während man Popcorn nascht. Kein Wunder, dass mir die Thriller dieser Reihe immer wieder Gedanken an großartige US-Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI hervorrufen. Wenn du also nach einer packenden Lektüre suchst, solltest du auf jeden Fall »Das 8. Geständnis« in die Hand nehmen – ein Thriller, den man einfach empfehlen kann!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 24.04.2026

Poe und Tilly Bradshaw ermitteln

Der Zögling
0

Dies ist der erste Band des britzischen Autors M.W. Craven, der sich um die Figuren Washington Poe und Tilly Bradshaw dreht. Diese beiden Figuren sind auch das Herz und die Seele des Thrillers und machen ...

Dies ist der erste Band des britzischen Autors M.W. Craven, der sich um die Figuren Washington Poe und Tilly Bradshaw dreht. Diese beiden Figuren sind auch das Herz und die Seele des Thrillers und machen ihn neben der Spannung in der Handlung ganz besonders lesenswert.

Ein Serienmörder quält seine Opfer in den uralten Steinkreisen von Cumbria und verbrennt sie lebendig. Der Täter hinterlässt keine Hinweise – bis bei einer sorgfältigen Untersuchung die scheinbar zufälligen Foltermale des dritten Opfers den Namen „Washington Poe“ offenbaren. Ist Detective Poe das nächste Ziel? Seine ehemaligen Kollegen von der National Crime Agency, insbesondere aus der Spezialeinheit Serious Crime Analysis Section, holen Poe aus dem Ruhestand zurück, den er seit seiner Suspendierung genießen wollte.

Trotz Poes Widerwillen muss er akzeptieren, dass die Tätowierung seines Namens beim dritten Opfer ihn selbst zum möglichen nächsten Opfer machen könnte. Oder könnte die Tätowierung vielleicht einen Hinweis auf den Täter liefern? Seine frühere Kollegin und aktuelle Vorgesetzte, DI Stephanie Flynn von der Spezialeinheit setzt ihn unter Druck und verlangt seine Rückkehr in den Dienst. Die Hierarchie hat sich jedoch verändert. Flynn, mit der Poe gerne zusammengearbeitet hat, stellt ihm für diesen speziellen Fall seine neue Partnerin vor: die technisch äußerst talentierte, aber sozial völlig inkompatible Analystin Tilly Bradshaw.

Mit der Entdeckung weiterer Opfer und Hinweise in »Der Zögling«, die offensichtlich gezielt Poe betreffen, stoßen die beiden Ermittler auf ein gut verborgenes Geheimnis, das möglicherweise die Morde erklärt. Als Poe dem Täter näher kommt, wächst der beunruhigende Verdacht, dass er den Mann erkennt, den die Medien als „den Brandopferer“ bezeichnet haben, da er seine Opfer in Flammen opfert. Die Ermittlungen nehmen eine dramatische Wendung, als Tilly ein wichtiges Puzzlestück findet, das die Verbindung zwischen den Opfern und einem alten Fall aufzeigt. Poe muss sich seinen eigenen Dämonen stellen, während er gleichzeitig versucht, Tillys analytische Denkweise zu verstehen und zu nutzen.

Die Uhr tickt, denn der Brandopferer scheint einen weiteren Mord zu planen, der noch grausamer sein könnte als die vorherigen. Gemeinsam müssen sie die Rätsel entschlüsseln, bevor es zu spät ist, und dabei erkennen, dass Vertrauen zwischen ihnen der Schlüssel zum Erfolg ist. Die Jagd nach der Wahrheit führt sie an unerwartete Orte und bringt sie in große Gefahr.

Tilly Bradshaw war schon als Kind eine Überfliegerin, ihr enorm hoher IQ machte sie zur Besten in der Schule. Doch während andere Kinder Freundschaften schlossen und die Welt erkundeten, war Tilly stets mit Büchern und ihrem Lernen beschäftigt, was dazu führte, dass sie kaum Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen konnte. Ihre technische Begabung als Analystin ist beeindruckend, doch in der Behörde ist sie eine unkonventionelle Figur, die sich jedweder Außeneinsätze verweigert. Tilly zieht es vor, am Schreibtisch zu bleiben, denn das Verständnis für zwischenmenschliche Beziehungen bleibt ihr fremd. Lediglich DI Flynn, ihre Vorgesetzte, hat es geschafft, ihr etwas beizubringen: sie folgt ihren – und nur ihren – Anweisungen blind und bringt ihre Fähigkeiten so auf ihre eigene, einzigartige Weise ein.

Washington Poe war anfangs ein rätselhafter Kollege für Tilly, die in ihrer ungestümen Art und Weise kaum zu begreifen war. Doch je mehr er sich mit dem Mädchen einließ, desto klarer wurde ihm, dass er nicht nur ein Kollege, sondern auch ihr Beschützer sein könnte. Mit jedem gemeinsamen Schritt auf dem Weg der Datenanalyse erkannte Poe, wie wertvoll Tillys einzigartiges Bauchgefühl war, das sie sich langsam aber sicher aneignete. Ihre Verbindung wuchs, als er ihr zusicherte, dass er ihr Freund sei – ein Versprechen, das sie tief in ihrem Herzen verankerte. Auch Edgars Präsenz, Poes treuer Spaniel, steuerte zu ihrer Beziehung bei und sorgte für ein entspanntes, herzliches Miteinander, das es Tilly erleichterte, sich zu öffnen und das Vertrauen in ihren neuen Freund zu festigen.

Insgesamt zeigt sich in »Der Zögling«, dass neben der fesselnden Spannung und den unerwarteten Wendungen in der Jagd nach dem Serientäter die Entwicklung der Beziehung zwischen Poe und Bradshaw den Leser besonders fesselt. Die humorvollen Dialoge und die witzigen Wortwechsel der beiden Charaktere bringen nicht nur Leichtigkeit in die düstere Handlung, sondern sorgen auch dafür, dass man immer wieder schmunzeln muss. Diese gelungene Mischung aus Krimi und zwischenmenschlicher Dynamik bei »Der Zögling« macht den Thriller zu einem unvergesslichen Leseerlebnis.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 22.04.2026

Das Schwert von Artus, dem Nicht-König - schlachtenreiches Ende der Artus-Sage

King Arthur: Excalibur
0

Dieser historische Roman von Bernard Cornwell bildet den abschließenden Teil der bedeutenden Trilogie über die Artus-Saga.

Die friedliche Herrschaft Arthurs steht vor ihrem Ende, und die keltischen Reiche ...

Dieser historische Roman von Bernard Cornwell bildet den abschließenden Teil der bedeutenden Trilogie über die Artus-Saga.

Die friedliche Herrschaft Arthurs steht vor ihrem Ende, und die keltischen Reiche drohen zu fallen. Die Sachsen setzen den britischen Ureinwohnern der Inseln, den Britanniern, zu und wollen sie verdrängen oder unterjochen.

Um die feindlichen Truppen zurückzuschlagen, verlangt die Priesterin Nimue ein großes Opfer. Doch Arthur lehnt es ab, seinen Sohn zu opfern. Mit Merlins Unterstützung schafft er das Unvorstellbare und erringt den Sieg über die Sachsen, vermutlich in der Nähe des heutigen Bath.

Doch die Flammen der Unruhe lodern bereits im eigenen Land: Mordred, auch bekannt als der Krüppelkönig, hegt seit geraumer Zeit einen tiefen Hass gegen seinen Vormund. In der Nacht, in der die Verstorbenen unter den Lebenden umhergehen, beschließt Nimue, mit Feuer und Blut die alten Götter zu beschwören.

Derfel, ein treuer Gefolgsmann von Arthur, führt uns durch die stürmischen Zeiten der Ritter und Kriege, die Bernard Cornwell mit einem packenden Stil erzählt, der an die Abenteuer Uhtreds erinnert. In seiner Erzählung reiht sich eine Schlacht an die nächste, und selbst die strahlendsten Siege scheinen nur Vorläufer neuer Konflikte zu sein. Während der Blutvergießung und dem Geschrei der Kämpfenden spinnen sich Intrigen, Verrat und Verbrechen, die das Geschehen noch komplexer machen. So wird der Leser Zeuge, wie der Mut und die Loyalität von Derfel in einer Welt auf die Probe gestellt werden, die von Machtgier und Chaos beherrscht wird.

In der schimmernden Welt von Camelot, wo Geschichten von Ritterlichkeit und Ehre die Luft erfüllen, verbirgt sich eine ungewohnte Konstellation, die selbst die kühnsten Träumer überraschen könnte. Lancelot, der legendäre Held, wird nicht als strahlender Ritter dargestellt, sondern als Verräter, dessen Herz auf der Seite des Feindes schlägt. Dies ist eine Wendung, die die vertrauten Erzählungen über die Tafelrunde auf den Kopf stellt und die Illusion von unerschütterlicher Loyalität zerbricht.

Die glorreichen Schlachten und heldenhaften Taten scheinen plötzlich von einer dunklen Schattenseite überschattet zu sein, die ich in den unzähligen Filmen über Arthur und seine Ritter noch nie so detailliert erlebt habe. Diese ungewohnte Konstellation lädt dazu ein, die Komplexität von Freundschaft und Verrat neu zu betrachten und die wahren menschlichen Emotionen hinter den Legenden zu erkennen.

In den „Geschichtlichen Anmerkungen“ am Ende des Romans gibt Bernard Cornwell einen Einblick in die Geschichtsschreibung und seinen Quellen. Es entfaltet sich ein faszinierendes Bild der legendären Figur Arthur, dessen Existenz bis heute von Experten heftig diskutiert wird. Viele Historiker fragen sich, ob Arthur ein römischer Offizier oder ein keltischer Krieger war, und die Antworten scheinen so vielfältig wie die Mythen, die sich um ihn ranken. Während einige verblüffende Theorien aufstellen, bleibt die historische Realität oft im Schatten der Legende.

Besonders spannend sind die wenigen bekannten Schauplätze der Schlachten, wobei Bath als der bedeutendste Ort hervorsticht, wo die Sachsen eine entscheidende Niederlage erlitten. Cornwell lädt seine Leser ein, sich in die geheimnisvolle Welt vergangener Zeiten zu vertiefen und die Grenzen zwischen Mythos und Geschichte zu erkunden.

In einer Zeit voller Machtspiele, Intrigen und unvorhersehbarem Verrat entfaltet sich die Geschichte von »King Arthur: Excalibur«. Diese packende Erzählung bietet einen faszinierenden Blick auf die Ritter der Tafelrunde und entführt uns in das mögliche wahre Geschehen des sechsten Jahrhunderts.

Die Protagonisten sind lebendig und vielschichtig, jeder mit eigenen Zielen und Geheimnissen, die die Handlung mit Spannung aufladen. Die Kämpfe sind nicht nur physische Auseinandersetzungen, sondern auch Schlachten um Loyalität und Glaube. Die düstere Atmosphäre und die geschickte Verflechtung von Mythos und Realität halten den Leser bis zur letzten Seite gefesselt.

»King Arthur: Excalibur« ist eine meisterhafte Neuinterpretation, die sowohl Liebhaber klassischer Geschichten als auch Neugierige in ihren Bann ziehen wird. Ein absolutes Muss für alle, die sich in die Welt der Ritter und Legenden entführen lassen möchten.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 14.04.2026

Spannend und humorvoll: mysteriöser Mordfall in Whitby

Moornacht
0

Dieser Krimi eröffnet die stimmungsvolle North York Moor-Serie von Ian Bray, dem Pseudonym des Mönchengladbacher Schriftstellers Arnold Küsters. Dieser Kriminalroman, der unverkennbar im britischen Stil ...

Dieser Krimi eröffnet die stimmungsvolle North York Moor-Serie von Ian Bray, dem Pseudonym des Mönchengladbacher Schriftstellers Arnold Küsters. Dieser Kriminalroman, der unverkennbar im britischen Stil gehalten ist, entführt die Leser in das ruhige englische Küstenstädtchen Whitby.

In der frostigen Umarmung des Winters findet sich das charmante Städtchen Whitby wieder, als DCI Bolton, kurz vor dem großen Ruhestand, zu einem unliebsamen Einsatz gerufen wird. Inmitten einer moorigen Nacht entdeckt man im dichten Nebel die verbrannte Leiche eines Herrn, der offenbar tiefer im Glücksspiel und im schillernden Rotlichtmilieu steckte, als es ihm lieb gewesen wäre.

Zur gleichen Zeit taucht seine neue Kollegin, die etwas andere Samantha Fox, auf – ausgestattet mit ihren unkonventionellen Ansätzen und einem feinen Gespür für geheime Verbindungen. Als eine Dame ins Spiel kommt und behauptet, ihr Freund sei vor Jahren genau an diesem Ort das Zeitliche gesegnet, beginnt Fox, heimlich ihre eigenen Nachforschungen anzustellen. Dabei entfaltet sich ein Netz aus Lügen und düsteren Geheimnissen, das selbst in der finstersten Moornacht nicht zur Ruhe kommt. Denn eines ist für das kleine Whitby klar: jeder weiß etwas weiß, aber niemand will etwas sagen.

Obwohl der Autor aus Deutschland stammt, hat er sehr viel Lokalkolorit mit Pub-Besuchen und Folkmusik in diesen Krimi hineingelegt, was ihn zu einer sehr unterhaltsamen und interessanten Lektüre macht. Bislang war Ian Bray mit seinen Cornwall-Krimis bekannt, nun hat er sich auf eine nördliche Region, Yorkshire, zubewegt, und bringt den Lesern auch diesse Gefilde nahe. Damit folgt er durchaus den humorvoll angelegten Krimis der Dales Tetectives von Julia Chapman oder auch den Thrillern von M.W. Craven.

Besonderen Spaß macht das Verhältnis der beiden Protagonisten. Detective Chief Inpector George Bolton, der kurz vor seinem Ruhestand nach einem Ersatz ausschaut und sowieso mehr Personal in seinem CID benötigt, auf der einen Seite. Und dann die ihm zugeteilte Detective Sergeant Samantha Fox, die aus Scarborough hierher versetzt wurde. Fox ist Punkerin und spielt in ihrer Freizeit Schlagzeug. Feste Regeln sind keinesfalls ihr Ding, weshalb sie auch ihren vorherigen Arbeitsplatz verlassen musste, obwohl sie sehr erfolgreiche Ermittlungsarbeit geleistet hat.

Der Konflikt zwischen Bolton und Fox ist vorgegeben und wird in der Folge der Ermittlungen ein höchstbekömmliches und spannendes Amüsement. Die Schranken, die der DCI manifestieren will, scheinen keine Wirkungh beim DS zu erzielen. Und dennoch kann auch Bolton sie nicht in allem verurteilen. Diese Konflikt und das Voranschreiten der Beziehung von Chef und neuer Mitarbeiterin lässt so manches Mal den Kriminalfall in Vergessenheit geraten.

Der allerdings ist ebenso mit sehr vielen Wendungen und Überraschungen gespickt, so dass es kaum Sinn macht, zwischendurch mitzurätseln, denn meist kommt es doch anders als gedacht.

»Moornacht« von Ian Bray ist ein fesselnder Krimi, der nicht nur die Krimifans begeistert. Das Ermittlerpärchen bringt frischen Wind in die Ermittlungen und sorgt für die nötige Prise Humor. Besonders amüsant ist DS Waters, ein Sukkulenten-Sammler, der mehr über Pflanzen weiß als über die menschliche Natur. Private Konflikte zwischen den Hauptfiguren machen die Geschichte lebendiger und fesselnder.

Die Vielzahl an Verdächtigen hält die Leser auf Trab, während das Lokalkolorit und das Pub-Leben für eine authentische Atmosphäre sorgen. Man kann förmlich den Geruch von frisch gezapftem Bier und die Geschichten der Stammgäste riechen. „Moornacht“ ist nicht nur ein Krimi, sondern eine unterhaltsame Reise durch eine skurrile Welt voller Charaktere und Geheimnisse. Empfehlenswert für alle, die einen spannenden Abend mit einem Lächeln verbringen möchten!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Die Sehnsucht nach einem Zuhause

Die Sehnsucht, die bleibt
0

Der Roman von Kerstin Lange spielt in der jüngeren Vergangenheit und beschreibt die Geschichte eines sogenannten Caritas-Mädchens, eines Mädchens welches aus gesundheitlichen Gründen und teils auch wegen ...

Der Roman von Kerstin Lange spielt in der jüngeren Vergangenheit und beschreibt die Geschichte eines sogenannten Caritas-Mädchens, eines Mädchens welches aus gesundheitlichen Gründen und teils auch wegen Unterernährung zusammen mit tausend anderen Kindern nach Portugal verschickt wurde, um dort in einer Pflegefamilie aufgepäppelt zu werden.

Renis Geschichte beginnt in Wien 1953. Reni stimmt stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist gerade zehn Jahre alt. Sie hat noch zwei Brüder, aber der Altersunterschied zu denen ist so enorm, dass sie eigentlich keinen Kontakt zu ihnen hat. Die Mutter ist depressiv und melancholisch und verlässt kaum das Bett. Aber die Großmutter sorgt für die Kinder. Sie wohnt bei Ihnen und kümmert sich um alles.

Als Reni vom Pfarrer und von der Großmutter erfährt, dass sie nach Portugal geschickt werden soll, ist sie tief traurig. Sie möchte nicht dorthin, denn sie fühlt sich verantwortlich für ihre Familie und sie möchte nicht ihre Oma alleine zurücklassen.

Als sie dann aber schließlich in Portugal ankommt und von einer Familie aufgenommen wird, kann die Überraschung nicht größer sein. Die Familie ist eine sehr reiche Familie und hat drei Töchter. Die jüngste Tochter ist etwa im Alter von Reni. Reni wird überaus liebevoll und wohlwollend in diese Familie aufgenommen. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, dass es innerhalb einer Familie so viel Liebe gibt und dass sie sich auch keinerlei Sorgen um das Essen machen muss, wie sie es zu Hause in Wien erlebt hat. Hier in Lissabon findet sie ein Zuhause, wie sie es sich schon immer gewünscht hatte. Sorgenfrei und mit Freundinnen.

Auch, nachdem sie wieder mit den anderen Kindern nach Österreich zurück musste, haben der Pflegevater sowie ihre Oma und der Pfarrer zu Hause Wege gefunden, sie erneut nach Portugal zu schicken.

Kerstin Lange erzählt die bewegende und fesselnde Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, die den Leser in ihren Bann zieht. Die Hauptfigur erlebt zahlreiche Konflikte und positive Wendungen, sodass das Interesse an der Erzählung niemals schwindet. Immer wieder hofft man, dass es dem Mädchen gut geht und sich alles zum Positiven wendet.

Die Autorin beschreibt die Reise nach Portugal für ihre Protagonistin als ein Symbol der Hoffnung und des Neuanfangs. Während Reni die warmen Strahlen der Sonne auf ihrer Haut spürt, erkennt sie, dass sie nicht allein ist. Die Liebe und Unterstützung ihrer neuen Familie geben ihr den Mut, ihre Ängste zu überwinden. Gleichzeitig bleibt die Erinnerung an ihre alte Heimat ein ständiger Begleiter, der sie dazu anregt, ihre Träume zu verfolgen. Mit jedem Tag in Portugal wächst ihr Selbstvertrauen, und sie beginnt, an sich selbst zu glauben.

Doch leider gibt es auch sehr viel düsteres in im Leben von Reni. So freut man sich immer wieder, wenn sie ein wenig Glück erfährt.

Die Geschichte »Die Sehnsucht, die bleibt« ist sehr vielschichtig, weil sie auch in zwei verschiedenen Familien spielt. Nur die Protagonistin ist die Brücke zwischen ihrer Familie in Wien und der Familie in Lissabon. Obwohl Reni später auch Freunde in Wien hat, so zieht es sie immer wieder nach Lissabon. Das Leben dieses Mädchens ist von Kerstin Lange sehr spannend erzählt. Die Dramaturgie macht es zu einem Pageturner, obwohl es kein Thriller ist.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026