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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2018

lässt die Spannung bis zum Erscheinen des nächsten anwachsen

Die Teufelsbande
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Der Autorin Rosi Nieder aus der Südeifel ist ihr zweiter Streich rund um die sympathische Detektivzweckgemeinschaft Lena Schreiner und Franz Meier...
...gelungen.
Beide werden bei einem Wein- und Gourmetfestival ...

Der Autorin Rosi Nieder aus der Südeifel ist ihr zweiter Streich rund um die sympathische Detektivzweckgemeinschaft Lena Schreiner und Franz Meier...
...gelungen.
Beide werden bei einem Wein- und Gourmetfestival zusammen mit den anderen Gästen von maskierten Männern in schwarzer Motorradkleidung überfallen. Sie haben Glück im Unglück, denn wegen der zuvor bezahlten Eintrittskarten hatten sie nicht viel Bargeld dabei. Bei den anderen Gästen wird die Bande, die schon seit geraumer Zeit auf den Wohnmobilplätzen der Moselregion für Angst und Schrecken sorgt, fündiger. Das kann die ehemalige Pfarrhaushälterin Lena nicht auf sich beruhen lassen. Zusammen mit ihrem Bekannten, den kürzlich verwitweten Franz, nimmt sie die Witterung auf und beginnt, parallel zur Kriminalpolizei zu ermitteln.

Obwohl der Leser von vornherein aufgeklärt wird und er beide Seiten, Täter und Ermittler, kennen lernen darf, ist es der Autorin gelungen, ihn mit Spannung bei der Stange zu halten. Plötzliche Wendungen im Geschehen sorgen dafür, dass er wissen möchte, wie die Detektive die Täter ermitteln, und ob sie tatsächlich der Kripo immer eine Nase voraus sind. Lena, die moderne Miss Marple aus der Eifel, welche nicht gerne Anglizismen benutzt, wird als eine lebensfrohe, mit Spürnase ausgestattete, sympathische Person beschrieben. In dem Krimi sind aber nicht nur die Handlung und Figuren interessant, sondern auch das Milieu der Wohnmobilisten wird authentisch und unterhaltsam von Rosi Nieder beschrieben, die selbst als Wohnmobilreisende beste Erfahrungen damit hat. Ihr insgesamt dritter Roman lässt die Spannung bis zum Erscheinen des nächsten beim Leser anwachsen.

© Detlef Knut

Veröffentlicht am 02.06.2018

spannend, amüsant und interessant

Dem Stalker auf der Spur
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Weil ihr Freund während des Zusammenlebens Züge und Verhaltensmuster an den Tag legte, die Martina, eine junge Mutter mit einem Kind, vorher nicht von ihm kannte, blieb eine Trennung unausweichlich. Ihr ...

Weil ihr Freund während des Zusammenlebens Züge und Verhaltensmuster an den Tag legte, die Martina, eine junge Mutter mit einem Kind, vorher nicht von ihm kannte, blieb eine Trennung unausweichlich. Ihr Freund jedoch sieht das ganz anders und beginnt, Martina permanent zu belästigen. Doch diese Bedrohung wird so massiv, dass sich Martina hilfesuchend an ihren Vater Franz wendet. Er tut sein Bestes, um seiner Tochter zu helfen, jedoch scheint auch er in manchen Momenten recht hilflos. Bis er dann rein zufällig auf Lena trifft, eine rüstige und resolute Rentnerin, die jahrelang die Haushälterin eines Pfarrers war. Ob Franz will oder nicht, Lena will ihm und seiner Tochter helfen. Da kann Franz auch nicht mehr viel ausrichten, denn was sich Lena in den Kopf gesetzt hat, das ist schon beinahe Gesetz. Trotz ihrer Hilfe ist Martina plötzlich verschwunden. Nun beginnt eine spannende Suche nach Martina und die Jagd nach dem Entführer.


Das Buch ist spannend, amüsant und interessant. Obwohl das Detektivpärchen keine alleinige Erfindung der Autorin Rosi Nieder ist, eine ähnliche Konstellation gab es schon bei Agatha Christie, sind beide doch ganz neue Charaktere. Die Autorin hat ihnen Eigenschaften verpasst, die sie liebenswert erscheinen lassen. Sowohl das Granteln des einen als auch die unaufhörliche Wissbegierde der anderen lassen eine Athmosphäre aufkommen, die jedem bekannt vorkommt. Neben den Personen, mit denen sich viele Leser identifizieren können, abgesehen vielleicht vom Stalker, liest sich die Story flüssig und lässt einen nicht zur Ruhe kommen bis man schließlich das Ende kennt und weiß, wie die Geschichte ausgeht. Denn davon könnte sich der Leser im Laufe der Geschichte durchaus verschiedene Varianten vorstellen. Ich empfehle das Buch gerne und finde, dass es noch spannender und gelungener als "Silvesterknaller" derselben Autorin ist. Und dass es sich um ein Buch handelt, welches sich auf einen Leserkreis in der Eifel-Mosel-Region konzentriert, ist meines Erachtens tiefgestapelt. Natürlich wird der Trierer einige Schauplätze wiedererkennen, was ein Hamburger vielleicht nicht behaupten kann (zumindest wenn er noch nicht in Trier war). Aber so was tut einem Krimi doch keinen Abbruch.

© Detlef Knut 2007

Veröffentlicht am 02.06.2018

Ein rundum schöner Roman

Silvesterknaller
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Silvesterknaller: ein Roman von Rosi Nieder um Zukunft und Vergangenheit und rund um die und in der Eifel...
Rosi Nieder kombiniert in akribischer und fantasievoller Detailtreue die Porträts dreier Frauen, ...

Silvesterknaller: ein Roman von Rosi Nieder um Zukunft und Vergangenheit und rund um die und in der Eifel...
Rosi Nieder kombiniert in akribischer und fantasievoller Detailtreue die Porträts dreier Frauen, die seit der Kindheit Freundinnen sind, und den Ausbruch eines Vulkans in der Eifel.

Die Frauen, deren Wege seit der Schulzeit unterschiedlich verliefen, die sich zeitweise auch aus den Augen verloren hatten, werden in gedanklichen Rückblenden und gegenseitigen Eingeständnissen genauestens unter die Lupe genommen. Erst in einer Notsituation erkennen sie, was all die Jahre zwischen ihnen gestanden hatte. Heimlicher Neid war nicht ganz unbeteiligt, der aber selbst in der Schulzeit nie ausgesprochen wurde.

Sehr fantasievoll angelegt ist die Notsituation, hervorgerufen durch einen Vulkanausbruch. Während der Silvesterparty in einer Hütte in der Eifel werden die Explosionen zunächst als Silvesterknallerei abgetan, bis plötzlich die Erkenntnis gewonnen wird, dass es sich um einen Vulkan handelt, der diese Böller absetzt.

Das Geschehen wird geprägt von der Flucht und Rettung der Partygäste, die nicht ohne Dramatik verläuft.

Die Autorin hat ihre Fantasie mit dem Vulkanausbruch dadurch unterstrichen, dass sie die Handlung und das Geschehen in die Zeit 2010/2011 verlegte. Selbst von Experten wurde bereits bestätigt, dass es bei einem tatsächlichen Vulkanausbruch so aussehen könnte. Die Schilderung der Landschaft scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Ebenso wenig das Leben und die Gewohnheiten in den Eifeldörfern vor wenigen Jahrzehnten.
Ein rundum schöner Roman mit Liebe, Spannung und Abenteuer, der nicht nur den einen Eifelanern ans Herz zu legen ist. In einer filmischen Fassung könnte er vielen Ansprüchen gerecht werden.

© Detlef Knut, 2005

Veröffentlicht am 02.06.2018

Die Kurzkrimis zeigen, mit wieviel Rafinesse und Spannung selbst winzige Begebenheiten ausgestattet werden können.

OWL kriminell
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Mit „OWL kriminell“ hatte Anfang 2009 eine neue Krimireihe im KBV Verlag ihre Premiere. Unter dem Reihennamen „Mordlandschaften“ werden Kurzkrimis aus einzelnen deutschen Regionen in Form einer Anthologie ...

Mit „OWL kriminell“ hatte Anfang 2009 eine neue Krimireihe im KBV Verlag ihre Premiere. Unter dem Reihennamen „Mordlandschaften“ werden Kurzkrimis aus einzelnen deutschen Regionen in Form einer Anthologie herausgebracht, zu der zwanzig regional und überregional bekannte Krimiautoren ihre Beiträge liefern.

In dem ersten Buch der neuen Reihe melden sich Autoren aus und mit Geschichten über die Region Ostwestfalen-Lippe zu Wort. Viele Orte, in denen die spannenden Geschichten spielen, dürften auch Uneingeweihten ein Begriff sein, beispielsweise Paderborn, Bielefeld, Detmold, Gütersloh, Bad Salzuflen und viele weitere. Wenn man dem Titel der Reihe glauben schenkt, müsste es unheimlich sein, in diesem Landstrich Deutschlands zu leben, denn es handelt sich um eine einzigartige Mordlandschaft.
Das Buch bietet sehr kurzweilige Vergnügen und eignet sich alllein schon wegen der darin enthaltenen Kurzgeschichten sehr gut für immer mal zwischendurch. Jeder Kriminalfall ist etwa zwischen zehn und zwanzig Seiten lang und da ist ein kompletter Fall schonmal während der Fahrt mit der Straßenbahn lösbar.

Den Reigen der oft höchst amüsanten Mordsgeschichten beginnt einer der wohl bekanntesten Krimiautoren Deutschlands, Horst Bosetzky, der schon in den 70er Jahren unter dem Pseudonym -ky bekannt war und die Vorlagen für einige Fernseh-Tatorte lieferte. In seiner in Bad Oeynhausen spielenden Geschichte „Der Kurschatten“ beleuchtet er die Möglichkeiten eines Krimiautors in einem solchen Kurort. Nessa Altura beschäftigt sich in ihrem Krimi „Marta in Herford“ mit den Gedanken eines Leibwächters, die ihm kommen könnten, wenn er sich in die zu schützende Person verliebt. In der Story „Die Spökenkieker von Bad Salzuflen“ läßt der Autor Stephan Peters die Leser von einem unheimlichen Deja-vue in einem Seniorenheim erfahren. Claudia Puhlfürst, Herausgeberin dieser Anthologie, berichtet von einer „Schlacht um die Varusschlacht“ und beleuchtet archäologische Erkenntnisse aus dem Teutoburger Wald, verknüpft mit Regionalpolitik. „Das geschnitzte Herz“ von Sandra Lüpkes spielt in Lemgo und handelt von einer über Jahre währenden Liebe, die nicht erwidert wird.

In dem Krimi „Opa ist der Beste“ lässt Norbert Horst ein Kind von seinem, in Wirklichkeit geheimnisvollen, Großvater schwärmen. Carsten Sebastian Henn schildert in „Ein mordsmäßiger Pickert“ von dem mörderischen Wettstreit der Köche und Hausfrauen um die Zubereitung des westfälischen Nationalgerichtes Pickert. In Hartwig Liedtkes „Hövelhof ist prima“, die im gleichnamigen Ort spielt ist eine ungewöhnliche Schuld abzutragen. Der zweite Herausgeber dieser Anthologie, Uwe Voehl, berichtet in seiner Geschichte „Chili con Caren“ von einem außerordentlich scharfem Wettstreit in Bad Salzuflen, wohingegen Andrea Gehlen in „Das Brombeerzimmer“ eine ungewöhnliche Urnenbeisetzung beschreibt. Nach dem Motto Alles hat seinen Preis werden in Mechthild Bormanns Story „Freundschaftspreis“ ungewöhnliche Spielchen getrieben. Wie wahr das Sprichwort Lügen haben kurze Beine ist, zeigt „Die Bombe im Marktplatz 33“ von Dennis Ehrhardt, in der es um höchst zweifelhafte Terroristen geht. Dunkle Geheimnisse um „Das Mädchen mit den Zöpfen“ lassen manch einen nicht sorglos schlafen, weiss die Autorin Sandra Niermeyer zu erzählen. So, wie die Polizei ihre Gründe hat, nach dem Souvenirmörder zu fahnden, so hat die schöne Maren ihre Gründe, einen attraktiven Mann zu jagen, meint jedenfalls Gerald Hagemann in „Von einem schönen Teller kann man nicht essen“. In Peter Hardcastles „Auberge le Concarneau“ bekommt Kommissar Plattkowski von der Bielefelder Kripo französische Amtshilfe, ohne sie angefordert zu haben.

Der Autor Wolfgang Schüler gibt in „Güterlos in Gütersloh“ Einblicke in die Werbebranche, in der es turbulent und manchmal nicht ohne das Ausspionieren der Mitarbeiter zugeht. Obendrein bietet er zu letzterem eine Bedienungsanleitung. Bauer Brinkmann hat es nicht leicht, schon gar nicht, wenn er sich auf dem Jahrmarkt die Stiefel voll laufen lässt. So gehen das Autorenduo Tewes/ Reitemeier in „Kein Platz für eine Leiche“ der Frage nach: Wo entsorgt man einen versehentlich gestohlenen Pkw, in dessen Kofferraum zu allem Überfluss eine Leiche liegt? Ebenso entscheidungsfreudig wie Bauer Brinkmann stellen sich die „Profis“ von Jürgen Siegmann ihren Aufgaben. Richtig pervers geht es bei Andreas Gruber zu, der seinem Protagonisten die Lichtscheine unter den Türen beobachten lässt. Dunkle Geheimnisse scheinen sich bei Monika Detering um Fräulein Else, die nicht mehr lacht, zu ranken. Bei Uwe Bekemann spielt das Paderborner Bilderrätsel „Der Hasen und der Löffel drei“ die Hauptrolle, in welchem drei Hasen mit jeweils einem Ohr so angeordnet sind, dass es aussieht, als hätte jeder Hase zwei Ohren.

Die Kurzkrimis zeigen, mit wieviel Rafinesse und Spannung selbst winzige Begebenheiten ausgestattet werden können, um eine äußerst unterhaltsame Lektüre daraus werden zu lassen. Der eine oder andere Leser mag sich vielleicht mit Grauen an diese Geschichten erinnern, wenn er auf der Autobahn an dem einen oder anderen dieser Orte vorbei fährt.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2009

Veröffentlicht am 02.06.2018

Ein absolut lesenswerter Roman für jede Jahreszei

Teufelshaken
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In ihrem neuen Kriminalroman „Teufelshaken“ geben die Krimi-Cops erneut einige Einblicke in die Arbeit des Düsseldorfer Polizeipräsidiums. Zugegeben, oft genug mit einem zwinkernden Auge. Dabei ist ein ...

In ihrem neuen Kriminalroman „Teufelshaken“ geben die Krimi-Cops erneut einige Einblicke in die Arbeit des Düsseldorfer Polizeipräsidiums. Zugegeben, oft genug mit einem zwinkernden Auge. Dabei ist ein ernster Fall zu klären. Während der erste Tote, der dienstälteste Köbes (Kellner) einer bekannten Altstadt-Brauerei-Kneipe, noch gar nicht als zu ermittelnder Fall sondern als Unfall wahrgenommen wird, wirft der zweite Tote in einem unterirdischen Gewölbe viel weitreichendere Fragen auf.

Wie bereits in „Stückwerk“ wird Kriminalhauptkommissar Struhlmann, genannt Struller, an den Einsatzort kommandiert. In den zahlreichen Stichwunden an der Leiche erkennt er ein ihm zunächst zwar noch unbekanntes Symbol, was ihm aber sofort signalisiert, dass es sich hierbei nicht um einen Unfall handelt. Sein freier Tag ist versemmelt. Und dann auch noch das komische Verhalten seines einarmigen Lieblingswirtes Krake. Das gefällt ihm gar nicht.

Schließlich eine weitere Leiche, diesmal im Rhein. Das ist nicht mehr alleine zu schaffen, zumal alle anderen Kolleginnen und Kollegen in einer Glücksspiel-Soko eingebunden sind. Struller fackelt nicht lange, sondern kommandiert seinen ehemaligen Praktikanten Jensen, der nach abgeschlossener Ausbildung in die niederrheinische Provinz an die holländische Grenze versetzt worden war, kurzerhand zurück ins Düsseldorfer Präsidium. Höchst amüsant ist die damit beginnende Parallelhandlung mit Oma Jensen, die sich nicht scheut, ihrem Enkel ins entfernte Düsseldorf zu folgem, um ihm bei seiner wichtigen Arbeit und der Jagd nach den Mördern unter die Arme zu greifen. Dabei schafft sie es ohne Mühe, dem Polizeipräsidenten in einem Vier-Augen-Gespräch einige wichtige Ratschläge zu geben.

Die beiden Polizisten Struller und Jensen zermartern sich die Köpfe um das immer noch unbekannte Symbol, den Teufelshaken. Schließlich ermitteln sie, dass es sich um das Vereinszeichen eines Karnevalsvereins handelt, auch der Gedanke an Okkultismus geht ihnen nicht aus dem Kopf. Hin und wieder werden ihnen Hinweise von Faserspuren-Harald durchgegeben, der mit Akribie die Tat- oder Fundorte auseinander nimmt. Es bleibt nicht bei den drei Leichen, es gesellen sich weitere hinzu. Und immer wieder spielt der Teufelshaken eine wichtige Rolle. Im Umfeld jeder Leiche taucht dieses Symbol auf. Ein untrügliches Zeichen auf einen Zusammenhang aller Morde. Die Ermittlungen führen in die unterschiedlichsten Milieus Düsseldorfs und schließlich auch bis zur Veranstaltung der Bambi-Verleihung. Struller und Jensen legen sich mit Glücksspielern, einer Motorradgang und mit Karnevalisten an, doch schließlich sind ihre Ermittlungen von Erfolg gekrönt. Und der von Krake vermisste Stammkunde, weshalb Struller das Verhalten von diesem aufgefallen war, wird endlich auch wieder aufgefunden.

Bei den Krimi-Cops handelt es sich um ein sechsköpfiges Autorenteam: Martin Niedergesähs, Stephan Engel, Klaus Stickelbröck, Ingo Hoffmann, Carsten Rösler und Carsten Vollmer. Allesamt sind echte Kommissare und arbeiten auf dem Düsseldorfer Polizeipräsidium. „Teufelshaken“ ist ihr zweiter gemeinsamer Roman um Struller und seinen Partner Jensen. Mit viel Charme sind die Figuren ihrer Romane aufgebaut. So sind auch die beiden Polizisten schnell als liebenswerte Chaoten entlarvt; ob sie nun mit Pepitamützchen durch die Gegend marschieren oder in einer Mönchskutte über die Flure des Präsidiums hetzen. Man liest den sechs Autoren ihre Freude am Schreiben an. Jedem von ihnen scheint der Schalk im Nacken zu sitzen und so mancher Kollege von ihnen wird sich in der einen oder anderen Romanfigur zu entdecken haben. Trotz allen Spaßes handelt es sich um eine immer auf Wendungen und Spannung bedachte Kriminalhandlung. Der Leser wird einem sehr amüsanten Verwirrspiel ausgesetzt und oft genug auf die falsche Fährte geführt. Doch schließlich, Struller hat es eh von Anfang an geahnt, laufen alle Wege auf eine einzige Lösung hinaus, wie sie anders gar nicht hätte sein können.
Ein absolut lesenswerter Roman für jede Jahreszeit, besonders im Sommer, der karnevalslosen Zeit.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2009