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Veröffentlicht am 26.07.2023

Mutige junge Frauen in den 50er und 60er Jahren

Dienstmädel in Bella Italia
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In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ging es den Südtirolern nach dem Krieg noch immer sehr schlecht. Sie führten ein karges und entbehrungsreiches Leben, oft sehr abgeschieden in ihren ...

In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ging es den Südtirolern nach dem Krieg noch immer sehr schlecht. Sie führten ein karges und entbehrungsreiches Leben, oft sehr abgeschieden in ihren Bergdörfern. Mit der Schulbildung war es auch nicht soweit her, denn die Kinder hatten meist keine Möglichkeiten, zu den weit entfernten höheren Schulen zu gelangen und es wurde sowieso jede Hand auf den Höfen gebraucht. Während dieser Jahre machten sich viele junge Südtirolerinnen auf, um als Dienst- oder Kindermädchen in den größeren Städten Italiens eine Stelle anzutreten. Mich hat dieses Thema sehr interessiert und daher wollte ich gerne das Buch "Dienstmädel in Bella Italia - Von den Bergdörfern in die Palazzi" von Sabine Peer lesen. Dies ist schon der zweite Teil nach "Dienstmädel in Bella Italia - Südtirolerinnen erzählen". Die Autorin hat Zeitzeuginnen befragt und hier die Geschichten von vier Südtirolerinnen niedergeschrieben. Wir erfahren, wie die jungen Frauen daheim gelebt haben, wie sie zu ihren neuen Stellungen gekommen sind und natürlich, wie es ihnen gefallen hat. Einige hatten mit massiven Sprachproblemen (Deutsch/Italienisch) oder auch Heimweh zu kämpfen, aber letztendlich ging es ihnen in ihren neuen "Familien" gut. Sie waren finanziell und sozial besser gestellt. Die schüchternen jungen Frauen lernten Selbstbewusstsein und machten (teilweise) sogar den Führerschein. Zu Beginn der vier Geschichten ist jeweils ein Foto der Erzählenden, sowie deren Namen, Geburtsdatum, Wohnort und wohin sie gegangen sind, abgebildet. Im Anhang befindet sich ein Glossar mit Erklärungen zu Italienischen und Südtirolerischen Begriffen.

Die Autorin hat hier sehr gut recherchiert. Man erfährt sehr viel interessantes, u.a. auch geschichtliches, was mir nicht bekannt war. Trotz der Erklärungen im Anhang gab es aber noch (unerklärte) Begriffe, die mir als Norddeutsche unbekannt sind. Insgesamt war ich aber etwas enttäuscht. Frau Peer springt zeitlich in den Erzählungen teilweise hin und her, so dass es schwierig ist zu folgen. Ich lese sonst eigentlich nur Romane ... vielleicht liegt es daran, dass mir diese Erzählungen etwas langweilig erscheinen.

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Veröffentlicht am 25.07.2023

Hervorragende Fortsetzung der Highland Happiness Reihe

Highland Happiness - Das Herrenhaus von Kirkby
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"Das Herrenhaus von Kirkby" ist nun schon der dritte Teil der "Highland Happiness Reihe" von Charlotte McGregor (Pseudonym der Autorin Carin Müller). Insgesamt aber wird der Leser, nach der "Highland Hope ...

"Das Herrenhaus von Kirkby" ist nun schon der dritte Teil der "Highland Happiness Reihe" von Charlotte McGregor (Pseudonym der Autorin Carin Müller). Insgesamt aber wird der Leser, nach der "Highland Hope Reihe" schon das siebte Mal in den fiktiven schottischen Ort Kirkby entführt. Wieder einmal war es für mich wie ein Nachhausekommen. Kirkby ist ein Ort, in dem jeder gerne wohnen würde ... mit all seinen teils etwas überdrehten, aber immer gutherzigen Menschen und deren tierischen Gefährten. In diesem Band geht es um Ainslee und Paul und deren Hunden Jules und Ivy. Marlin holt seinen neugefundenen Sohn Paul nach Kirkby, damit dieser als Geschichtsprofessor einige Nachforschungen über die Besitzverhältnisse des Herrenhauses "Monroe Manor" betreiben soll. Sehr schnell läuft er, im wahrsten Sinne des Wortes, Ainslee Ferguson, die im Herrenhaus die "Kirkby Tartan Mill", eine Weberei, betreibt, in die Arme. Es sprühen zwischen den Beiden sofort die Funken und auch ihre Vierbeiner Jules und Ivy, beides Großpudel, können gar nicht mehr voneinander ablassen.

Der schöne Schreib- und Erzählstil der Schriftstellerin lässt den Leser ganz einfach in die Geschichte hineinfinden, auch wenn man die bereits erschienenen Teile noch nicht gelesen hat. Da hilft nämlich das Namensverzeichnis am Ende des Buches ganz wunderbar. Die 500 Seiten fliegen nur so dahin und man legt das Buch nur widerwillig, aber stets mit einem Lächeln auf den Lippen zur Seite. Mir persönlich gefällt es sehr gut, dass man immer wieder "alten Bekannten" aus den früheren Geschichten begegnet. Und auch der Humor kommt nie zu kurz. Last but not least möchte ich das schöne Cover erwähnen, was uns direkt zeigt, worum es geht: es sind die zwei Pudel, sowie ein Herrenhaus abgebildet. Eingefasst ist das Bild von einem grünen Karomuster, welches den Hinweis auf den Handlungsort Schottland gibt. Auf der Innenseite der Klappbroschur befindet sich ein Lageplan des Dorfes. Frau McGregor hat bereits verraten, dass die Serie fortgesetzt wird. Ich kann es kaum erwarten! Ich gebe hier eine begeisterte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.07.2023

Eine reizende Geschichte

Das Glück der Geschichtensammlerin
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"Das Glück der Geschichtensammlerin" von Sally Page ist ein Roman der leisen Töne. Zuerst dachte ich: da passiert ja gar nichts ... langweilig. Aber dann habe ich immer mehr in die Geschichte um die Putzfrau ...

"Das Glück der Geschichtensammlerin" von Sally Page ist ein Roman der leisen Töne. Zuerst dachte ich: da passiert ja gar nichts ... langweilig. Aber dann habe ich immer mehr in die Geschichte um die Putzfrau Janice hineingefunden und war gefesselt. Die Protagonistin ist eine einfache, bescheidene Frau. Sie hat sich mit ihrem Leben, ihrer Ehe arrangiert und scheint zunächst nicht unglücklich. Sie ist eine besonders gute und wahrlich nicht dumme Putzfrau in Cambridge und hat einen großen, zufriedenen Kundenstamm. Janice großes Hobby ist das Sammeln von Geschichten ihrer Kunden oder einfach nur von Leuten deren Geschichten sie im Bus mithört. Diese Geschichten speichert sie in ihrer Kopf-Bibliothek ab. Sie selbst meint, dass sie keine Geschichte hat ... sie ist ja nur eine einfache Putzfrau, wie ihr Mann Mike ihr immer wieder klar macht. Als Janice bei der kauzigen, alten Ex-Spionin Mrs B anfängt, fängt auch ihr Leben an, sich zu verändern. Ganz leise, ganz langsam. Gebannt hört sie sich die Geschichte von Becky an, die Mrs B ihr erzählt und allmählich entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Gekonnt entlockt Mrs B Janice deren eigene Geschichte. Sie hilft ihr, die eigene Sicht auf ihr Leben zu verändern und die Putzfrau wird vom grauen Mäuschen zur Löwin.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr gut lesen. Sally Page schafft es, auch ohne große Action im Buch einen Spannungsbogen aufzubauen und verblüfft den Leser letztendlich mit Janice' Geschichte, die man so gar nicht erwartet hätte. Auch das Cover passt hervorragend zum Inhalt des Buches. Es ist einfach, wie Janice, und zeigt Motive, die eindeutig zu den Geschichten gehören. Ich kann den Roman nur weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 12.07.2023

Geheimnisse über Generationen

Der Laden der unerfüllten Träume
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Gleich mal vorweg: der Roman von Amanda Cox "Der Laden der unerfüllten Träume" hat mir sehr gut gefallen! Im Original in Englisch, wurde die Deutsche Übersetzung von Silvia Lutz geschrieben. Es geht um ...

Gleich mal vorweg: der Roman von Amanda Cox "Der Laden der unerfüllten Träume" hat mir sehr gut gefallen! Im Original in Englisch, wurde die Deutsche Übersetzung von Silvia Lutz geschrieben. Es geht um drei Frauen: Tochter Sarah, Mutter Rosemary und Großmutter Glory Ann. Der Mittelpunkt dieser drei Generationen ist und war schon immer der Laden von Glory Ann. Jetzt jedoch steht er vor dem Aus. Sarah kämpft dafür ihn zu erhalten, kann aber nicht verstehen, warum Rosemary unbedingt verkaufen will. Es gibt soviel ungesagtes zwischen den drei Frauen. Die beiden Mütter lieben ihre Töchter über alles, aber die Töchter spüren diese Liebe nicht wirklich. Es gibt einfach zu viele Geheimnisse ... bis Sarah einem Geheimnis auf die Spur kommt und etwas in Gang setzt, was letztendlich allen helfen könnte ihr Verhältnis untereinander zu verbessern.
Der Schreibstil ist klar und gut verständlich, die Kapitel deutlich gekennzeichnet (früher/Datum und heute). Die Geschichte hat mich sehr ergriffen und hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich nicht zu lesen aufhören mochte Das Cover zeigt den Laden und die drei Frauen (die aber meiner Meinung nach vom Alter her unpassend sind) und ist ansonsten gut gelungen. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat: dieses "über-religiöse", wie man es von den Amerikanern häufiger hört.
Insgesamt absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 12.07.2023

Hier lernen schon die Kleinsten Toleranz und Akzeptanz

Anders super
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Vielleicht bist du anders, aber du bist gut so, wie du bist! Das ist die Kernaussage dieses Bilderbuchs. "Anders super" ist ein Pappbilderbuch, geschrieben und illustriert von Kathrin Wessel. Herausgebracht ...

Vielleicht bist du anders, aber du bist gut so, wie du bist! Das ist die Kernaussage dieses Bilderbuchs. "Anders super" ist ein Pappbilderbuch, geschrieben und illustriert von Kathrin Wessel. Herausgebracht vom Ravensburger Verlag. Auf 16 Seiten lernen Kinder ab 2 Jahren das Pferd Merle kennen. Merle ist anders, als die anderen Pferde. Sie ist vorne schlank und hinten sehr dick. Die schlanken Reitpferde grenzen sie aus, genauso wie auch die dicken Kutschpferde. Merle passt eben nicht in die Norm. Sie ist einsam. Eines Tages fällt ein kleines Küken in den Brunnen. Die schlanken Reitpferde können nicht helfen, da sie sonst selbst in den Brunnen fallen würden, die Kutschpferde können nicht helfen, weil sie stecken bleiben würden. Aber Merle kann helfen! Sie zögert nicht lange und kann das Küken retten, denn sie ist einfach etwas besonderes! Letztendlich müssen die anderen Pferde dies anerkennen!
Eine Geschichte über das Anders-sein. Egal ob im Aussehen, der Hautfarbe, der Religion, oder ob jemand vielleicht behindert ist ... den jungen "Lesern" soll hier schon früh beigebracht werden, dass jeder einzigartig ist und jeder auch besonders ist und integriert und akzeptiert werden sollte. Ich finde das Bilderbuch gut gelungen. Eine nette Story, die Texte nicht zu lang und gut verständlich. Die Illustrationen finde ich recht einfach (wie von Kinderhand gemalt), aber für Kinder in dem Alter vermutlich genau richtig.

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