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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2023

Schöne Geschichte im Umfeld der Semperoper

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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Anne Stern entführt uns in die Welt der Spätromantik. Die junge Elise Spielmann, aus einem bürgerlichen Hause und Mitglied einer Musikerdynastie, ist von der Umgebung der Semperoper verzaubert. Ihr Traum ...

Anne Stern entführt uns in die Welt der Spätromantik. Die junge Elise Spielmann, aus einem bürgerlichen Hause und Mitglied einer Musikerdynastie, ist von der Umgebung der Semperoper verzaubert. Ihr Traum ist es Geigerin zu werden, was aber zu der Zeit für Frauen ein fast unmögliches Unterfangen ist. Sie verliebt sich in den jungen Malergehilfen Christian, der sein künstlerisches Talent in der Kulissenmalerei der Oper beweist. Christian ist es gelungen, gemeinsam mit seiner Schwester aus einfachsten Verhältnissen zu einer recht gesicherten Existenz in der Oper zu gelangen.
Neben dem Musikbezug des Romans beschäftigt der Autor sich emphatisch mit den Wirrungen und Volten der Liebesgeschichte der Protagonisten. So ist der Roman stets unterhaltsam, und stellt die Lebensumstände der Zeit recht anschaulich dar. Es ist eine lohnende Lektüre für den historisch interessierten Leser.

Veröffentlicht am 12.07.2023

Geschichte einer mutigen und zupackenden Frau

Das Mädchen im Zitronenhain
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Antonia Brauer legt mit ihrem Roman "Das Mädchen im Zitronenhain" die Lebens- und Liebesgeschichte der gebürtigen Münchnerin Vicki vor.
Vicki schlägt sich im München der Nachkriegszeit durch und entdeckt ...

Antonia Brauer legt mit ihrem Roman "Das Mädchen im Zitronenhain" die Lebens- und Liebesgeschichte der gebürtigen Münchnerin Vicki vor.
Vicki schlägt sich im München der Nachkriegszeit durch und entdeckt ihre Liebe und Begabung zur Kunst. Schließlich vermag sie gegen alle Widerstände ein Kunststudium erfolgreich zu absolvieren. Bald stellt sich der Erfolg ein und als Gewinnerin eines Wettbewerbs fährt sie gemeinsam mit ihrer Freundin an den Gardasee. Dort verliebt sie sich in den attraktiven Sproß des Hotelbesitzers.
Die Autorin beschreibt die Geschichte abwechslungsreich und anschaulich. Dabei ist die Enwicklung manchmal etwas vorhersehbar. Der Roman erscheint mir jedoch durchaus lesenswert als Lebensgeschichte einer mutigen und zupackenden Frau, die recht zielstrebig und erfolgreich ihren Weg geht. Es ist eine unterhaltsame "Wohlfühlgeschichte".

Veröffentlicht am 10.07.2023

Die Unverbesserlichen erneut in Höchstform

Die Unverbesserlichen - Die Revanche des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 2)
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Die Unverbesserlichen sind in Aufregung: Port Grimaud droht die Gentrifizierung durch die hinterhältigen Machenschaften der adligen Familie Viscomte. Diese will das schöne Städtchen an der Cote d'Azur ...

Die Unverbesserlichen sind in Aufregung: Port Grimaud droht die Gentrifizierung durch die hinterhältigen Machenschaften der adligen Familie Viscomte. Diese will das schöne Städtchen an der Cote d'Azur nun vollends unter ihre Kontrolle bringen, um ungehindert ihren Machenschaften nachgehen zu können. Also vereinenen sich die Unverbesserlichen sowie ihr geheimnisvoller unbekannter Ratgeber (per Messaging) erneut, um das Schlimmste für die beschauliche Ortschaft zu verhindern.
Die beiden Autoren Klüpfel und Kobr beschreiben das quirlige Sextett eingebettet in ein Feuerwerk voller Humor. Detailliert stellen sie die doch recht unterschiedlichen Charaktere ihrer Protagonisten wieder. Mit wechselndem Erfolg, doch voller Elan dilettiert die Gaunertruppe durch die Geschichte.
Der Roman bescherte mir einige vergnügliche und kurzweilige Stunden.

Veröffentlicht am 25.06.2023

Nachkriegszeit in Berlin

Die Kinder der Luftbrücke
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Juliana Weinberg gibt in ihrer Geschichte im wesentlichen die Ereignisse im West-Berlin der Blockade durch die Sowjetunion 1948-49 wieder.
Noras Ehemann wird in Russland vermisst und sie kämpft alltäglich ...

Juliana Weinberg gibt in ihrer Geschichte im wesentlichen die Ereignisse im West-Berlin der Blockade durch die Sowjetunion 1948-49 wieder.
Noras Ehemann wird in Russland vermisst und sie kämpft alltäglich darum, ihre Kinder Veronika und Jörg mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Jeden Tag geht es ihren Kindern schlechter. Schließlich erhält sie, da sie über gute Englischkenntnisse verfügt, eine Arbeitsstelle bei den Amerikanern am Flughafen Berlin Tempelhof. Ihre Aufgabe sind Übersetzungen sowie die Protokollierung von Sitzungen der Alliierten mit den lokalen Politikern. Als die Sowjets die Berlin-Blockade durchführen, erfährt sie so unmittelbar von den alliierten Massnahmen der Luftbrücke zur Versorgung der eingeschlossenen Stadt. Ihren Kindern geht es besser, aber es ergeben sich Spannungen in der Familie und bei der Arbeit als sie sich in den jungen amerikanischen Piloten Matthew verliebt.
Die Autorin beschreibt einfühlsam die Wirren der Berliner Nachkriegszeit. Das Buch hat Schwächen im Spannungsaufbau, oft ist das Geschehen arg vorhersehbar. Ansonsten wird der historische Hintergrund gut wiedergegeben, die Geschichte liest sich flüssig.

Veröffentlicht am 25.06.2023

Viele verpasste Chancen und eine große Liebe

Vom Ende der Nacht
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Die Geschichte dreht sich um Rosie und Will. Beide kommen aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen: Rosie lebt zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Josh in einem gut situiertem Elternhaus, und Will wächst ...

Die Geschichte dreht sich um Rosie und Will. Beide kommen aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen: Rosie lebt zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Josh in einem gut situiertem Elternhaus, und Will wächst zusammen mit seiner kleinen Schwester bei der Großmutter in einfacheren Verhältnissen auf. Genauso unterschiedlich sind ihre Hobbies, während Will es liebt an seinem Motorrad zu schrauben hat sich Rosie ganz der Welt der Musik verschrieben.
In ihrem letzen Schuljahr lernen die Beiden sich kennen und kommen sich bald näher.
Aber ihre unterschiedlichen Lebensumstände und -entwürfe verhindern das sie zusammen kommen. Einfühlsam und eindrücklich erzählt die Autorin die Lebensgeschichte der Zwei, die gleichzeitig eine Liebesgeschichte darstellt. Es ist ein ständiger Kampf gegen die Umstände, ihre Umwelt, ihre selbst auferlegten Zwänge und verpaßte Chancen. Trotzdem ist es wie ein Zwang, immer wider nähern sie sich einander an. Das Ende der Nacht ist immer auch ein Anfang.
Dabei ist Claire Daverley ein leiser, fast sanfter und oft melancholisch anmutender Roman gelungen. Die Lektüre hat mir außerordentliches Vergnügen bereitet.