Auf nach Norwegen
Das PolarlichtcaféIch lese sehr gerne Bücher mit einem schönen Setting und interessanten Charakteren, die mich mit ihren Geschichten fesseln können. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses Buch, nachdem ich den Klappentext ...
Ich lese sehr gerne Bücher mit einem schönen Setting und interessanten Charakteren, die mich mit ihren Geschichten fesseln können. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses Buch, nachdem ich den Klappentext dazu gelesen habe. Vorallem Norwegen und die Hurtigruten haben es meinem Mann angetan und er möchte unbedingt einmal mit einem der Postschiffe fahren, mich reizt das natürlich auch und deshalb habe ich schnell die Gelegenheit ergriffen zumindest in Buchform nach Norwegen zu reisen.
Die Geschichte handelt von Jule, eine junge Töpferin aus Erfurt, diese entdeckt im Nachlass ihres Großvaters den Bericht über seine Norwegentour aus dem Jahr 1961, der sie sofort fesselt. Keiner in der Familie wusste, dass er als Reisejournalist für einen Ostberliner Verlag schrieb. Jule begibt sich auf Spurensuche – auf einer Fahrt mit der legendären Postschifflinie, mit der damals schon ihr Opa unterwegs war. In einem Café weit hinter dem Polarkreis kann sie sein Geheimnis lüften, das auch ihr Leben gehörig durcheinanderbringt.
Ich habe ohne Probleme in die Geschichte hineingefunden. Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm und auch bildlich. Vor allem das Setting hat mir sehr gut gefallen. Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven, was ich interessant finde, da man die Charaktere so besser kennenlernt und sich mit ihrem Denken und Handeln besser identifizieren kann. Ausser Jule in der Gegenwart und Janne in der Vergangenheit, erzählt auch Jules Opa anhand von Reisetagebüchern seine Sicht der Dinge zur Zeit der DDR. Ich fand es eine sehr schöne Idee, dass man die Reise praktisch zu verschiedenen Zeiten miterleben kann und man erhält deshalb auch allerlei Eindrücke von Norwegen in der Zeit damals und in der Zeit von heute. Teilweise gab es ein paar langatmige Passagen, vor allem in der Mitte des Buches, dies hätte noch ein wenig gestrafft werden dürfen um mitreißender zu sein. Dafür fand ich beide Protagonistinnen auf ihre Art sympathisch und ich habe gerne diese Reise mit ihnen erlebt. Dabei fand ich den Erzählstrang um Janne etwas spannender und mitreißender als den von Jule.
Das Buch macht auf jeden Fall Lust selbst einmal nach Norwegen zu Reisen und an Bord der Hurtigruten zu gehen. Ich wurde von dem Roman gut unterhalten und vergebe deshalb auch 4 Sterne.