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Veröffentlicht am 26.01.2024

Krimivergnügen mit Rätseln und Mustern

Spinnennetz
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Dies ist der 9. Fall für Joona Linna, dem schwedischen Ermittler der NOA, der nationalen operativen Abteilung der schwedischen Polizei.
Saga Bauer, Detektivin und Mitspielerin für die NOA erreicht eine ...

Dies ist der 9. Fall für Joona Linna, dem schwedischen Ermittler der NOA, der nationalen operativen Abteilung der schwedischen Polizei.
Saga Bauer, Detektivin und Mitspielerin für die NOA erreicht eine geheimnisvolle Postkarte. Die Ankündigung von neun Morden, wird Sara auf ermittlerische Hochtouren versetzen. Neun Kugeln sollen neun Morde bewirken,auch Joona Linna soll ein Opfer werden. ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Gut verpackt wird eine kleine Zinnfigur an Sara Bauer geschickt, die das Konterfei des zu Ermordeten aufzeigt. Das Rätsel zeigt verschlüsselt den Tatort an. Wer steckt dahinter? Die Suche nach dem „Raubtier“ führt von einem Schauplatz zum nächsten. Doch inwieweit ist Saga Bauer, Empfängerin der Pakete, involviert, welche Geheimnisse verbirgt sie? Wer spinnt das Spinnennetz mit welchen Motiven? Ist sie die Einzige, die Joona retten kann?
Sara Bauer gerät ins Visier ihres Vorgesetzten als ihre Spuren an den Tatorten gefunden werden.
Hier geht es um Rätsel und Muster; angefangen mit Postkarten und Anagrammen. Alles dreht sich um Denkspiele, die innerhalb einer bestimmten Zeit entschlüsselt werden müssen, Rätselraten vom Feinsten.
Rasantes Abenteuer gepaart mit intelligenten eigenständig handelnden Mitspielern! Diese Kombination verspricht Spannung und verheißt dazu ein kniffliges Verwirrspiel. Gebannt verfolgt der Leser die Jagd mit den sympathischen und unkonventionellen Darstellern.
Athmosphärisch dicht und psychologisch klug ist der Thriller aufgebaut, man hat sofortige Vorstellung von den Szenen, die athmosphärisch dicht beschrieben sind.

Mir hat dieser Thriller ausnehmend gut gefallen, Obwohl ich die vorherigen Bände, bis auf den “Hypnotiseur“ nicht kannte, konnte ich dennoch gut in die Geschichte einsteigen.
Das Buch deckt Ungelöstes von zwei vorangegangenen Bänden der Serie auf, für Lars Kepler Fans eine zusätzliche Freude. Dieser Thriller ist durchgehend ein rasantes und Spaß bringendes Krimivergnügen, ein Pageturner!
Sehr originell fand ich die versteckten Hinweise und humorvollen Anspielungen auf bekannte und berühmte Ermittler in dem Buch, wie auf den Opium rauchenden Inspector Aberline, der Jack the Ripper jagt(verfilmt mit Johnny Depp), Maarten S. Snejder mit den Cluster Kopfschmerzen, dem „Knochenjäger“ oder Hannibal Lecter, der in die Gehirne vordringt und den Geist verändert. Auch Joona Linna ist inzwischen ein berühmter Ermittler und zu recht. Die Romane um ihn sind weltweite Bestseller und wurden mit Literaturpreisen ausgezeichnet.

Lars Kepler ist ein Pseudonyym der Eheleute Ahndoril
Lars bezieht sich auf den Bestsellerautor Stieg Larsson, Kepler auf den Wissenschaftler und Astronom Johannes Kepler.

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Veröffentlicht am 07.01.2024

Ein ganz großer Wurf!

Wellness
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Ein Beziehungsroman, der 1993 im Künstlerviertel in Chicago, Illinois, beginnt. Dies ist eine aufregende Zeit von Kultur und Kunst und dem Anfang des Internets.
Jack Baker zieht in den Stadtteil ...


Ein Beziehungsroman, der 1993 im Künstlerviertel in Chicago, Illinois, beginnt. Dies ist eine aufregende Zeit von Kultur und Kunst und dem Anfang des Internets.
Jack Baker zieht in den Stadtteil Wicker Park, fotografiert das Leben am Rand der Gesellschaft.
Elizabeth ist Studentin verschiedener Fachrichtungen, noch nicht volljährig.
Beide entdecken sich im jeweils gegenüberliegenden Fenster der Gasse, in der sie wohnen. Jack kommt aus kleinen Verhältnissen aus dem Mittleren Westen der USA, Elisabeth ist wohlhabend aufgewachsen, „Altes Geld“ von der Ostküste. Unterschiedlicher könnten Herkünfte kaum sein, beide sind nach Chicago gekommen, um „Waisen“ zu werden. Sie begegnen sich und verlieben sich.
Und ihnen liegt die amerikanische Welt Anfang der 1990er Jahre offen, die sie im Laufe der Jahre kreativ versuchen, ganz individuell auszufüllen. Elisabeth konzentriert sich auf psychologische Studien, Jack kann künstlerische Highlights verzeichnen und bekommt später eine Lehrtätigkeit. Sie heiraten und bekommen einen Sohn, Toby.
20 Jahre später in ihren mittleren Jahren wollen sie endlich eine Traumwohnung kaufen und beziehen.
Doch wie sieht der Traum aus und wie ist es dazu gekommen?
Wie schon in Nathan Hills vorherigem bekannten Roman „Geister“ wird Vergangenheit mit Gegenwart kombiniert und verdichtet. Das Leben und das jeweilige Zeitkolorit der Eltern gibt unterstützende Einsichten in die sich entwickelnden Charaktere der beiden Hauptdarsteller.
Dieser Roman besticht mit mit umfangreichen geschichtlichen Recherchen. Es wechselt von ihrer, Elizabeths Sicht der Welt auf seine, Jacks, und zu Rückblenden auf ihre jeweiligen Kindheitserinnerungen. Die Protagonisten sind keine Helden, sind nicht durchgängig sympathisch und bleiben deshalb zutiefst menschlich.

Nathan Hill entlarvt die amerikanische Gesellschaft in den jeweiligen gesellschaftlichen Strömungen und Vorstellungen so humorvoll und witzig aus heutiger Sicht, dass das Lesen ein ungetrübter Genuss ist. Eine feine Satire. Auf die Spitze getrieben. Das Buch ist voller Überraschungen. Das Finale ist erfrischend unvorhergesehen.

Faszinierend sind die tiefblickenden Einsichten in die Psychologie des Menschen die Aha -Effekte! Plötzlich werden die Erkenntnisse der Protagonisten auch eigene des Lesers. Zum Beispiel: In dem Moment als die Vorstellung verbrennt, öffnen sich die Herzen und die Lebendigkeit – so erkennen sie sich als Seelenverwandte.
Doch der Lesefluss verweilt nicht, zügig geht es weiter. Ein dichter Roman, der ungeteilte Aufmerksamkeit erfordert.

Für mich ganz große Literatur und Nathan Hill ein begnadeter Schriftsteller.


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Veröffentlicht am 31.12.2023

Rasantes Abenteuer mit sympathischen Mitspielern

Oxen. Pilgrim
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Der neue Thriller der Oxen-Serie von Henrik Jensen verspricht spannendes Lesevergnügen.
Dieser 6. Teil der Oxen Serie knüpft an den vorangegangenen Teil an. Ich kannte den 5. Teil nicht, dennoch viel es ...

Der neue Thriller der Oxen-Serie von Henrik Jensen verspricht spannendes Lesevergnügen.
Dieser 6. Teil der Oxen Serie knüpft an den vorangegangenen Teil an. Ich kannte den 5. Teil nicht, dennoch viel es mir leicht, mich in diesen Teil hineinzuversetzen. Jens Henrik Jensen schreibt so, dass dieses Buch auch für sich stehend verständlich wird. Es gibt eine übersehbare Anzahl von Beteiligten. Die Hauptprotagonisten sind: Niels Oxen, nach dem die Serie benannt ist, ein höchstdekorierter dänischer Kriegsveteran, jetzt auf Wanderschaft; Margrethe Franck, eine suspendierte PET Mitarbeiterin; Axel Mossman, ehem. Leiter des PET, Dänemarks Geheimdienst- und Sicherheitsbehörde - jetzt im Ruhestand; Sarah Finnsen: junge engagierte Agentin.
Man ist sofort in die Oxen-Welt hineingeworfen und durch die einnehmenden Mitspieler neben den ungewöhnlichen Schauplätzen wie amerik. Jungferninseln, alte Badeanstalt, Stromschnellen eines Gebirgsflusses... schnell gefesselt vom Geschehen.
Wer ist der Mann hinter der Mandrill Maske, ein Mörder, den es aufzufinden gilt. Kaltblütig wurde der Bruder von Finnsen ermordet in Teil 5 – eine Triebfeder ihn im 6. Band aufzuspüren. Doch es gibt einige Widerstände zu überwinden. Spielt jemand falsch im Team? Was hat die CIA in dieser Angelegenheit zu suchen und wie verknüpfen sich Whistleblower-Dokumente und die internationale Steuerfahndung mit diesem Fall? Wer zieht die unsichtbaren Fäden?
Eine sehr spannendes Abenteuer erwartet den Leser, der das Rätsel mit den sympathischen Mitspielern löst. Die unerwarteten Wendungen halten bei Atem und die Protagonisten, das fand ich besonders ansprechend, verhalten sich nicht immer im Rahmen dessen was vorhersehbar und rechtlich abgesichert ist, sondern agieren mit durchdachtem Scharfsinn und aufgrund ihrer Erfahrung eigenständig originell. Das hat den Charme dieses Buches für mich ausgemacht, dass das eigenständige, auch unvorhersehbare Handeln, nicht im Chaos endet, sondern wie ein Puzzlestein in eine neue Einsicht integriert wird. Kein Wunder, dass die Oxen Romane Bestseller sind – ein Muss für Krimifans!

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Veröffentlicht am 02.12.2023

Beeindruckender komplexer Roman!

Die sieben Monde des Maali Almeida
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Shehan Karunatilaka hat einen Roman geschrieben, der sehr intensiv, komplex ist und ein rasantes Abenteuer verspricht.
Maali, ein Kriegsfotograf, findet sich Anfang der 1990ger Jahre in Colombo im Zwischenreich ...

Shehan Karunatilaka hat einen Roman geschrieben, der sehr intensiv, komplex ist und ein rasantes Abenteuer verspricht.
Maali, ein Kriegsfotograf, findet sich Anfang der 1990ger Jahre in Colombo im Zwischenreich wieder, offensichtlich gestorben, ermordet. Er hat 7 Monde, d.h. Sieben Tage Zeit seinen Tod aufzuklären. Ebenso will er seine bedeutsame und versteckten Fotografien der lebenden Welt zeigen, um die Gräueltaten und die Mittäter vor aller Welt aufzudecken. Doch wie bewerkstelligen? Hierfür wird er alles aufs Spiel setzen. Maali ist ein Fotograf und auch ein Kartenspieler, auch ein heimlicher Homosexueller. Jetzt im Zwischenreich muss er sich erinnern, wer ihn ermordet hat.

Die Geschichte wechselt vom Zwischenreich zur Realität, Maalis persönlichen und im Kontext der politischen und religiösen seines Heimatlandes. In Rückblicken bekommt man Einblicke über die damalige komplexe politische Situation, der Gesellschaft, der Religion und dem Leben Maalis. Er ist ein Kriegsfotograf bzw ein Fixer, jemand, der Reporter und Journalisten aus aller Welt in einheimische Kriegsschauplätze führt, übersetzt und verbindende Gespräche mit dem Militär in die Wege leitet. Währenddessen schießt er Fotos, die hochbrisant sind, verkauft sie an Organisationen oder versteckt die brisanten.

Sri Lanka: Für mich eine fremde noch unbekannte Kultur und Gesellschaft. Kaum wusste ich etwas von dem Bürgerkrieg seit Mitte der 80ger in Sri Lanka, das ich als Ceylon erinnere, als Teelieferant, heutzutage als Urlaubsparadies. Sri Lanka war britisch besetzt und erhielt nach der Unabhängigkeit 1972 den jetzigen Namen („ehrenwerte Insel“). Man wird mit diesem Buch regelrecht, so wie Maali, in etwas hineingeworfen, das vorerst verwirrend ist und zu entdecken gilt, wie Politiker, Organisationen, Religionen, Bezeichnungen für Geister, damalige Gesellschaft mit deren Regeln und Moralvorstellungen. Die Bedeutungen muss man sich geduldig erschließen ebenso die Frage, wer die Guten sind und wer nicht. Hinten im Buch findet sich zur Erklärung ein Glossar für Namen und Abkürzungen und ein Stadtplanausschnitt von Colombo.

Der Einstieg ist dadurch nicht einfach. Eine neue fremde Welt eröffnet sich dem Leser.
Die Aufmerksamkeit wird voll gefordert, erschwerend kommt hinzu, dass Protagonist Maali Erinnerungslücken hat. Trotz meiner anfänglichen Leseschwierigkeiten wurde ich aber belohnt mit einer Erzählung, die von Seite zu Seite interessanter und spannender wird und rasant voranschreitet. Viele historische Informationen runden den Roman ab.

Das Buch bringt Spaß und macht nachdenklich. Den Abstand zu den damaligen Gräueltaten – die Sri Lankische Regierung soll sich hierfür nicht entschuldigt haben - und auch deren Deutlichmachung bekommt man durch den Blick von oben aus dem Zwischenreich. Hier findet der große Teil des Romans statt. Die 544 Seiten erzeugen eine vielschichtige Lektüre, von der man belohnt wird; anschaulich, informativ mit Humor und Menschlichkeit in Szene gesetzt! Shehan Karunatilaka hat diese ganze Komplexität mit großer Intensität bewältigt. Zwei Jahre lang hat er seinen Roman überarbeitet und gestrafft, bevor es den westlichen Lesern zugänglich gemacht wurde (wiki). Das Buch ist 2022 mit dem britischen Booker Prize ausgezeichnet.

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Veröffentlicht am 23.11.2023

Hochspannende Zeitgeschichte - ein Highlight!

Der Spion und der Verräter
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Ben Mcintyre erzählt die wahre Geschichte eines russischen Spions, der während des Kalten Krieges nach Großbritannien überläuft: KGB Oberst Oleg Gordijewski.

Oleg Gordijewski aus Moskau liebte klassische ...

Ben Mcintyre erzählt die wahre Geschichte eines russischen Spions, der während des Kalten Krieges nach Großbritannien überläuft: KGB Oberst Oleg Gordijewski.

Oleg Gordijewski aus Moskau liebte klassische Musik und Literatur. Durch seine Versetzung in die Botschaft nach Dänemark schon als ausgebildeter Spion, erlangte er Zugang zu der westlichen Kultur, die er in seiner Heimat so umfangreich nicht vorfand. Ein Ausgangspunkt des Zweifels am totalitären System in Russland.
Mcintyre schildert Jahrzehnte der Spionage bis hin zu Gordijewskis Enttarnung 1985. Das umfangreiche Buch erzählt die Geschichte des Kalten Krieges, schneidet u.a.den Bau der Berliner Mauer 1961 an, den Prager Frühling 1968, die Stationierung von Cruise Missiles Raketen in der BRD 1983 bis hin zur Perestroika.
Diese Zeitgeschichte ist anschaulich gemacht anhand des Protagonisten Gordijewski und den umfangreichen Recherchen zu ihm und dem geschichtlichen Hintergrund dieser Zeitspanne und wird ergänzt durch die eingebundenen Fotografien der Personen.

Den Leser erwartet eine unglaublich spannende Zeitreise. Die Ereignisse werden rückblickend aus Sicht des KGB sowie des britischen Geheimdienstes MI6 und des CIA geschildert.
Man bekommt umfangreiche Einblicke in Spionagetätigkeiten mit Ausdrücken wie: Köder, Hühnerfutter, Signalorte, tote Briefkästen...
Ein informatives Nachwort und eine Aufstellung der Decknamen und Aliasse am Ende des Buches runden diesen rasanten Thriller ab.
Nie langweilig, jede Seite informativ und spannend! Detailgetreue Zeitgeschichte gepaart mit Hochspannung – ein absolutes Lesevergnügen und Empfehlung - Ein Highlight!

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