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Veröffentlicht am 24.10.2021

Wenn Qualen unendlich werden

Die Stunde zwischen Frau und Gitarre
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Ich war erstaunt, begeistert aber auch gleichzeitig ziemlich verstört und angewidert. Ich habe bisher noch nie ein solches Buch gelesen und bin innerlich zerrissen über mein Gesamturteil. Das Cover ist ...

Ich war erstaunt, begeistert aber auch gleichzeitig ziemlich verstört und angewidert. Ich habe bisher noch nie ein solches Buch gelesen und bin innerlich zerrissen über mein Gesamturteil. Das Cover ist in schwarz gehalten. Der Name des Buches ist in Druckbuchstaben auf dem Cover abgebildet. Der Klappentext gibt den groben Inhalt prägnant wieder und lässt noch Spielraum für die Gedanken des Lesers übrig. In dem wesentlichen Inhalt der Geschichte geht es um die jungen Natalie Reinegger, welche in einem Wohnheim für behinderte Menschen arbeitet. Sie wird die neue Bezugsperson von dem Heimbewohner Alexander Dorm und wird gleich mit seinem schwierigen Charakter konfrontiert. Die Hauptdarstellerin ist eine gespaltene noch sehr junge Persönlichkeit. Sie leidet unter Epilepsie und lebt in ihrer eigenen Welt. Charakterlich besticht sie durch ihre hohe Sensibilität. Verschiedene scheinbar banale Dinge sind für sie sehr kennzeichnend und prägend. So lebt eine „imaginäre“ Maus auf ihrer Schulter mit der sie manchmal kommuniziert. Diese Feinfühligkeit verleiht der Hauptdarstellerin auf der anderen Seite etwas Heldenhaftes, welche sie im Laufe der Erzählung noch unter Beweis stellen muss.

Die beiden wesentlichen Nebendarsteller Alexander Dorm, sowie Christopher Hollberg, der mysteriöse Besucher von Alexander sind die tragenden Säulen der Geschichte. Dorm welcher im Rollstuhl sitzt und seine homosexuellen Neigungen offen auslebt ist durch eine starke gestörte Persönlichkeit gezeichnet. Scheinbar harmlose Dinge können ihn aus der Ruhe bringen. Frauen sind seine Antiwesen. Er bezeichnet diese sehr oft als Gitarre aufgrund ihrer körperlichen Form. Christopher Hollberg hat durch ein Schicksal mit dem Alexander Dorm in Verbindung steht seine Frau verloren. Trotzdem besucht er diesen jede Woche regelmäßig und zeigt ihm seine vermeintliche Sympathie. Hollberg ist ein Psychopath wie er im Buche steht und gibt der Geschichte den entscheidenden Spannungsbogen.

Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es sind nur vereinzelte Zeitsprünge erkennbar. Die Erzählung ist in viele verschiedene Kapitel unterteil an derer am Ende noch ein Epilog angefügt ist. Die Geschichte spielt im Anfang der 2000 er Jahre und somit für die Leser sehr gut einordbar. Der Schreibstil des Autors ist sehr differenziert. Oft sehr verschnörkelt und verspielt baut er öfters auch „ordinäre Ausdrucksweisen“ in den Kontext mit ein. Manchmal wirkt der Schriftzug wie eine Symphonie der Sprache, um ein paar Seiten weiter in einer Ordinären Alltagserzählung zu landen. Die Logik der Erzählung ist manchmal subtil und dann wieder schwer verständlich. Trotzdem ist insgesamt der Kanon der Geschichte insgesamt noch gut nachvollziehbar.

Als Zielgruppe des Romans kommen Freunde besonderer Literatur in Frage. Es handelt sich nicht um einen Alltagsroman und ist an eine spezielle Zielgruppe gerichtet.

Im Fazit bin ich sehr gespalten. Die perfide Art von Hollberg und sein Spiel mit Gefühlen und Ängsten ist sehr gut umgesetzt. Ich war begeistert von dieser Form von psychologischem Spiel mit den Ängsten aber auch Hoffnungen von Menschen. Verstört auf der anderen Seite war ich von den teilweise sehr perversen Handlungen und Gedankengängen der Protagonisten. Als wesentlich negativer Kritikpunkt bleibt bei mir auch die ausgedehnte Erzählweise über den Alltag von Nathalie in Erinnerung. Diesen hätte man meiner Meinung nach auch kürzer fassen können. Dieses Buch ist eine Wundertüte, und ich überlasse es jedem einzelnen gerne sich auf diese einzulassen oder es nicht zu tun.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Auch Priester sind Menschen

Mein Wille geschehe
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Mich hat der Roman sehr nachdenklich gemacht und gleichzeitig sehr gut unterhalten. Dem Autor ist ein gutes Debüt gelungen. Das Cover ist in schwarz-weiß gestaltet. Man erkennt das Konterfei eines Priesters, ...

Mich hat der Roman sehr nachdenklich gemacht und gleichzeitig sehr gut unterhalten. Dem Autor ist ein gutes Debüt gelungen. Das Cover ist in schwarz-weiß gestaltet. Man erkennt das Konterfei eines Priesters, welcher komplett in einem schwarzen Talar gekleidet ist. Der Kopf ist jedoch durch die Überschrift des Titels ersetzt worden. Der Klappentext gibt dem Leser einen kleinen Handlungsstrang vor, ohne jedoch die Spannung vorwegzunehmen. In der Geschichte geht es um den Pastor Benedikt Theves, welcher aufgrund einer Spontanhandlung ein Gewaltverbrechen begeht. In der Folge seiner Tat wird aus dem schüchternen Priester ein ehrbarer Pfarrer, welchem auf einmal sogar ausgefeilte Predigten gelingen. Was wird wohl passieren, wenn ihm die Polizei auf die Schliche kommt?

Der Hauptprotagonist Benedikt Theves ist ein in sich gekehrter schüchterner Mann. Aufgrund fehlenden Rückhaltes im Privatleben, sowie in der Gemeinde scheint ihm der Dienst in der Kirche mehr Last als Freude zu bereiten. Nach seiner Gewalttat jedoch ändert sich sein Charakter. Er wird selbstbewusster und mental viel stärker und gesteht sich sogar seine Gefühle für die Ehefrau des Opfers, Nicole Hambrück ein. Diese Charakterwandlung hat mir sehr gut gefallen.

Bedeutsame Nebencharaktere sind neben Nicole Hambrück, seine Ehefrau Silke Theves, Richard Demuth der Küster der Kirche, sein ehemaliger Mentor Antonius Kluge, die Superintendantin Magdalena Kursow sowie der Vikar Christian von Wagner. Antonius Kluge hat mir dabei am meisten imponiert und Spaß bereitet. Sehr intellektuell und Weise kann er der Geschichte noch mehr Tiefgang verleihen. Obwohl der Tatverdächtige bereits am Anfang feststeht ist die Spannung während des ganzen Romans immer gegeben. Die vielen verschiedenen Veränderungen innerhalb der Geschichte machen dabei den Reiz dieser Erzählung aus.

Dem Autor ist eine sehr interessante Erzählweise gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und zeichnet sich durch eine leicht gehobene Sprache aus. Der Aufbau der Geschichte ist sehr stringent und es sind keine Zeitsprünge erkennbar. Als Zielgruppe des Romans kommen sowohl Männer als auch Frauen in Frage. Das Fazit des Romans ist sehr positiv. Mich hat der Tiefgang der Erzählung sowie die Verwebung von Glauben und Alltagsleben sehr beeindruckt. Man merkt förmlich, dass der Autor selbst die pastorale Tätigkeit ausübt. Ihm ist ein sehr guter Debütroman gelungen und ich würde mich über einen erneuten Roman von ihm sehr freuen.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Väter werfen ihre Schatten voraus

Das Unrecht der Väter
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Das Unrecht der Väter ist der Auftakt zu einer neuen großen Familiensaga aus der Porzellanindustrie. Mich hat die Geschichte um die Falkenbachs und Lehmanns gut unterhalten. Das Cover ist in einer leicht ...

Das Unrecht der Väter ist der Auftakt zu einer neuen großen Familiensaga aus der Porzellanindustrie. Mich hat die Geschichte um die Falkenbachs und Lehmanns gut unterhalten. Das Cover ist in einer leicht matten Farbe abgedruckt. Der Leser erkennt im Vordergrund ein Auto aus den 1930-iger Jahren, im Hintergrund ist eine im Landhausstil gebaute Villa zu erkennen. Im wesentlichen Handlungsvorgang geht es um die drei früheren Freunde Paul Friedrich von Falkenbach, sowie die Brüder Heinrich und Wilhelm Lehmann, welche verschiedene Familienunternehmen führen. Aufgrund eins Geheimnisses aus der Vergangenheit des ersten Weltkrieges werden diese von der Tochter eines ehemaligen Kriegskameraden mit ihrer dunklen Vergangenheit konfrontiert. Neben den drei Hauptpersonen sorgen vor allem ihre Kinder Gustav und Wilhelmine Falkenberg, sowie Johannes, Ferdinand und Leopold Lehmann für den abwechslungsreichen Erzählstrang der Geschichte.

Mir persönlich haben dabei Gustav und Wilhelmine Falkenbach am besten gefallen. Beide bestechen durch ihre eigenwillige Persönlichkeit und besondere Charakterstärke. Gustav hat seinen eigenen Kopf und lässt sich nur ungern von seinem Vater Vorgaben machen. Wilhelmine hat ein modernes Rollenbild und möchte sich nicht in eine z.B. unglückliche Ehe drängen lassen.

Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es sind nur kurze Zeitsprünge zu verzeichnen. Positiv zu erwähnen sind die „Zitate“ der Protagonisten, welche das jeweilige Kapitel einläuten. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar sowie sehr dialogorientiert. Als Zielgruppe des Romans kommen alle Anhänger von Familiensagas in Frage. Was mir leider an dem Roman nicht so gut gefallen hat war die Tatsache, dass die eigentliche Arbeit in den Unternehmen nicht so detailliert dargestellt wird. Hier hätte ich mir mehr Einblick in den Arbeitsalltag gewünscht. Auch ein Personenverzeichnis oder Stammbaum hat leider gefehlt. Positiv ist anzumerken, dass die politischen Verhältnisse im Deutschland der 30iger Jahre gut in dem Roman abgebildet werden.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Prägende Zeit deutscher Geschichte

Schwert und Krone - Herz aus Stein
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Manche Bücher hebt man sich bewusst auf, weil man sich nicht von den Protagonisten verabschieden möchte, doch irgendwann siegt die Neugier und man begibt sich mit ihnen in diesem Fall auf die vorletzte ...

Manche Bücher hebt man sich bewusst auf, weil man sich nicht von den Protagonisten verabschieden möchte, doch irgendwann siegt die Neugier und man begibt sich mit ihnen in diesem Fall auf die vorletzte Reise.

Das Cover des Hardcovers fügt sich nahtlos in die Reihe und, diesmal vor einem schwarzen Hintergrund. Der Klappentext umreißt sehr gut, worum es geht, ohne zu viel Spannung vorwegzunehmen. Es geht in diesem Band wieder um verschiedene Themen, natürlich steht Friedrich Barbarossa wieder im Mittelpunkt, er ist auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen. Es geht um die Ausbreitung des katholischen Glaubens, die Unterwerfung der slawischen Stämme, um Intrigen, geschickte Heiratspolitik und um den Zusammenhalt in der Familie und Ehe.

Sehr plastisch und einfühlsam beschreibt Sabine Ebert das Schicksal der Figuren, sie lässt historische Figuren zu Leben erwachen. Das Schicksal am Hof ist gerade für die Frauen in dieser Zeit nicht einfach, Hedwig oder auch Adele haben es mir hier sehr angetan, ebenso das Schicksal von Christian, einer der wenige fiktiven Figuren in dem Roman.

Der Roman wird chronologisch erzählt und ist in drei große Teile unterteilt. Die gehobene Sprache am Hof gibt die Autorin gut wieder, die Dialoge sind unterhaltsam, die beschreibenden Passagen ordnen das Geschehen gut ein und schaffen ein plastisches Bild der Szenerie. Vor jedem Abschnitt sind die handelnden Personen vorangestellt und eine Orts- und Zeitangabe erleichtert dem Leser die Orientierung innerhalb der Geschichte. Eine gute Karte, sowie ein Personenverzeichnis, eine Vielzahl an Stammbäumen, ein Glossar und eine Zeittafel runden den insgesamt guten Eindruck des Romans ab. Mein einziger Kritikpunkt ist die teilweise in meinem Empfinden etwas langatmige Darstellung der Kriegsszenen sowie der politischen Verhältnisse.

Ein sehr guter historischer Roman über eine sehr prägende Zeit deutscher Geschichte. Das Wissen der Vorgängerbände ist sicherlich von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Ich freue mich nun auf den fünften und letzten Band der Saga. Eine Leseempfehlung an alle, die historische Romane lieben und nicht vor vielen Seiten zurückschrecken.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Eine Liebe zu Büchern

Der Buchspazierer
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Mir hat die Geschichte um den Buchhändler und Buchspazierer Kollhoff sehr gut gefallen, es ist definitiv ein Genuss für alle Buchfreunde und -liebhaber.

Bücher bedeuten für ihn die Welt, sie sind die ...

Mir hat die Geschichte um den Buchhändler und Buchspazierer Kollhoff sehr gut gefallen, es ist definitiv ein Genuss für alle Buchfreunde und -liebhaber.

Bücher bedeuten für ihn die Welt, sie sind die Verbindung zur Außenwelt für seine Kunden. Seinen Kunden gibt er Namen nach großen Romanfiguren: da wären unter anderem Mr. Darcy, Frau Langstrumpf, Effi benannt nach Effi Briest und der Vorleser. Sie alle besucht er auf seinem Spaziergang regelmäßig und bringt ihnen den neusten Romanstoff. Eines Tages fängt an Schascha, ein fast 10-jähriges Mädchen, ihn zu begleiten. Am Anfang mag Carl Kollhoff dies gar nicht so recht, doch Schascha ist sehr klug und die beiden werden im Laufe der Zeit zu wahren Freunden und bereichern das Leben des anderen.

Ein sehr einfühlsamer Roman, der gleichzeitig sprachlich überzeugt und die Liebe zur Literatur und zu Büchern sehr gut zum Ausdruck bringt. Eine Hommage an alle Buchhändler (und Bibliothekare) die versuchen für Ihre Kunden stets die richtige Literatur zu empfehlen.

Reinhard Kuhnert ist für mich die ideale Besetzung als Hörbuchsprecher. Er gibt Kollhoff einen warmen und gutmütigen Ton, der den Zuhörer gefangen nimmt. Das Tempo seiner Lesung ist sehr gut und man kann ihm jeder Zeit folgen, auch wird es nie langweilig. Jeder Satz in dieser ungekürzten Hörbuch-Ausgabe hat seine Berechtigung und manchmal hätte ich am liebsten einen Stift gezückt, um mir das eine oder andere Buchzitat aufschreiben zu können, etwas schwer, wenn man das Buch unterwegs hört…

Ein Buch, dass ich definitiv noch einmal kaufen werde, denn es ist ein Buch zum immer wieder lesen, gerade weil die Botschaft am Ende des Romans so berührt. Wir Menschen müssen den Mut haben unsere Komfortzone, unsere Bequemlichkeit zu verlassen, um aufbrechen zu können, um neue Menschen und Freunde kennen zu lernen, um uns weiterzuentwickeln. Wenn wir immer alles so machen wie es immer war, werden wir nicht wachsen, sondern bleiben stehen.

Eine Lese- und Hörempfehlung nicht nur für alle die Bücher lieben, sondern für alle Menschen, die sich einlassen wollen, auf eine besondere Reise. Ich wünsche diesem Buch bzw. diesem Hörbuch viele Leser / Hörer. Das passende Geschenk für einen lieben Menschen. Wir sollten einander viel öfter eine Freude bereiten.

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