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Veröffentlicht am 17.11.2019

Hildegard und die Bienen

Der Gesang der Bienen
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Ralf H. Dorweiler hat wieder einen historischen Roman geschrieben, der den Titel verdient und durchaus große Beachtung verdient. Das Cover hebt sich sehr wohltuend von dem „Einheitsbrei“ der historischen ...

Ralf H. Dorweiler hat wieder einen historischen Roman geschrieben, der den Titel verdient und durchaus große Beachtung verdient. Das Cover hebt sich sehr wohltuend von dem „Einheitsbrei“ der historischen Cover und zieht so das Augenmerk auf sich. Es steht keine Person im Vordergrund, wie auch schon bei den anderen Covern des Autors, wobei der Fokus auf die Handlung bzw. auf den Beruf der Hauptperson gelegt wird. Der Klappentext bietet einen sehr guten Einblick in den Roman, auch wenn er schon relativ viel bzgl. des Hauptstrangs verrät, so hat der Roman aber noch mehrere Nebenstränge, die nicht verraten werden und somit den Roman sehr spannend machen. Es geht neben den Bienen und der Zeidlerei auch um Heilkunde, um das Klosterleben sowie die Familie, Liebe, aber auch Rache, Eifersucht und Neid. Eine nicht unerhebliche Rolle spielen auch die Kinder von Seyfried und Elsbeth, Jasper, Lisse und vor allen Dingen Anna, die älteste Tochter von dem Zeidler-Ehepaar. Aber auch die Novizin Adelheid spielt eine nicht unbedeutende Rolle an der Seite der mächtigen Hildegard von Bingen.
Der Roman wird chronologisch in mehreren Handlungssträngen, sowie aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dies ermöglicht dem Leser einen sehr tiefen Einblick in das Seelenleben, sowie die Gedanken der handelnden Figuren. Zudem erlebt der Roman durch diese angewendete Technik auch eine Lebendigkeit. Das Gesamtbild setzt sich somit im Roman immer mehr zusammen. Jedem Kapitel ist ein passendes Zitat vorangestellt, welches den Roman bereichert. Man erfährt in der Story sehr viel über die Arbeit mit den Bienen, aber auch über das Klosterleben, sowie das Zusammenleben der Menschen in dieser Zeit. Für mich war der Roman zu jeder Zeit nachvollziehbar und damit sehr gut recherchiert und erklärend. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, die vielen Dialoge halten den Roman lebendig.
Ein Personenverzeichnis sowie Karten runden den guten Gesamteindruck des Romans ab und ermöglichen es dem Leser sich zu jeder Zeit ein umfassendes Bild machen zu können.
Ich kann diesen Roman nur allen Leserinnen und Lesern empfehlen, die gerne fundierte historische Romane lesen, denn hier gibt es keine historische „Kulisse“, sondern hier hat die Zeit maßgeblichen Einfluss auf die handelnden Figuren, was natürlich auch durch die historischen Figuren verstärkt wird. Zwar mag dieser Roman in großen Teilen fiktiv sein, dennoch ist nicht auszuschließen, dass beispielsweise Hildegard von Bingen so gehandelt haben könnte.
Ich bedanke mich sehr bei der Verlagsgruppe Lübbe für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars, sowie Ralf H. Dorweiler für die gelungene Unterhaltung und spannende Lesestunden.
Eine klare Leseempfehlung für Fans von historischen Romanen und solchen, die es noch werden wollen.

Veröffentlicht am 09.11.2019

Der Ruf der Freiheit

Die geteilten Jahre
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Meine Meinung:
In diesen Tagen erinnert vieles an den Mauerfall vor 30 Jahren. Ich war damals noch ein kleines Kind, gerade eingeschult und mir der Bedeutung der Ereignisse nicht bewusst. Aber ich wollte ...

Meine Meinung:
In diesen Tagen erinnert vieles an den Mauerfall vor 30 Jahren. Ich war damals noch ein kleines Kind, gerade eingeschult und mir der Bedeutung der Ereignisse nicht bewusst. Aber ich wollte mehr über dieses Ereignis erfahren, welches unser Land so sehr geprägt hat. Was gibt es da besseres als der Augenzeugenbericht eines Lieblingsautors. Das Cover finde ich sehr gelungen, die Teilung wird spürbar, obwohl man weiß, dass die beiden Personen eigentlich zusammen gehören. Somit spiegelt das Cover den Titel sehr gut wieder, auch der Klappentext macht Lust auf diesen Roman und verrät zwar recht viel, doch dies tut der Spannung im Roman Gott sei Dank keinen Abbruch.
Da wie gesagt der Klappentext bereits sehr viel verrät, möchte ich nicht noch näher auf den Inhalt eingehen, einzig muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass dieser Roman eine authentische Lebensgeschichte ist. Die Figuren sind sehr lebendig geschildert, sodass man ihr handeln und denken sehr gut nachvollziehen kann. Es gibt Figuren zu denen man eine „Hass“- Beziehung aufbaut und es gibt Figuren die man sofort ins Herz schließt. Dieser Roman berührt somit nicht nur mit seiner Story, sondern auch durch die Figuren. Der Aufbau des Romans ist chronologisch, allerdings wird die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt, einmal aus Markus Sicht und dann gibt es da noch kurze Kapitel, die in die innersten Organisationseinheiten der DDR blicken. Die Zeitabschnitte über Markus und seine Familie sind recht lang und hier gibt es einige Zeitsprünge bzw. Zeitraffungen. Hier hätte ich mir vor allen Dingen kürzere Kapitel gewünscht, da man hier schwer unterbrechen konnte, dies ist gerade wenn es privat etwas stressig ist von Nachteil. Der Schreibstil des Autors ist wie immer sehr gut zu lesen und gerade die letzten Seiten fliegen nur so dahin. Auch die berühmten Andeutungen des Autors sind hier wieder zu finden, ich mag es sehr und in diesem Fall sind sie absolut berechtigt, da das Ende ja bekannt ist. Am Ende des Romans finden wir ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen zur Geschichte der DDR. Ich wünsche diesem Roman noch sehr viele Leserinnen und Leser, denn es darf nie in Vergessenheit geraten, was damals geschehen ist. Diese Geschichte wird viele Menschen berühren, da ein Stück Geschichte lebendig wird. Eine absolute Leseempfehlung für diesen Roman, vielleicht schon mal als Geschenk für die nächste Gelegenheit vormerken
Ich bedanke mich sehr bei meinen MitleserInnen auf Büchereule.de, Matthias Lisse für die Begleitung der Leserunde und dem Verlag für die Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Hamburg und die weite Welt

Der Duft der weiten Welt
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Ich mag Familiensagas vor historischer Kulisse und als ich sah, dass eine meiner Lieblingsautorinnen ein neues Pseudonym hat, war für mich klar, ich MUSS dieses Buch lesen und ich habe es nicht bereut.
Das ...

Ich mag Familiensagas vor historischer Kulisse und als ich sah, dass eine meiner Lieblingsautorinnen ein neues Pseudonym hat, war für mich klar, ich MUSS dieses Buch lesen und ich habe es nicht bereut.
Das Cover ist leider etwas stereotypisch, dennoch finde ich es schön, da ich die Skyline von Hamburg mag, ebenso wie den gesamten Norden. Auch die Farbgebung finde ich stimmig.
Der Klappentext umreißt gut, worum es in dem ersten Band der Speicherstadtsaga geht. Er verrät Gott sei Dank nicht zu viel, sodass die Spannung im Roman recht hoch ist. Die Gesellschaft Hamburgs zu Beginn des neuen Jahrhunderts wird sehr gut dargestellt, man bekommt einen guten Eindruck und ein schönes Flair entsteht. Das Setting ist gut gelungen, ebenso die Personenzeichnung. Besonders die Hauptfigur Mina, Kurzform von Wilhelmina, hat mir sehr gut gefallen. Sie ist eine moderne junge Frau, die um ihren Platz in der Gesellschaft kämpft, die aber auch um ihren Wert für die Familie und die Firma weiß und sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Ihr Vater ist da ein Patriarch seiner Zeit, der auch in gewisser Weise nicht aus aus seiner Haut kann. Die gestrenge Großmutter, die die beiden Töchter immer an Anstand und Tugend erinnert und Edo, der Schwarm, der Mann, der von Amerika träumt, um aus dem System der Gesellschaft ausbrechen zu können. Ein Potpourri von Personen, die stimmig agieren und einen guten Querschnitt der damaligen Gesellschaft darstellen; vom Kaufmann bis zur Köchin.
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der wie wir ab Kapitel eins erfahren, quasi ans Ende gehört. Somit bedient die Autorin sich dieses Ausblicks, um die Spannung zu kreieren, wohin der Weg führen wird und die Leser sich fragen, wie es dazu kommen konnte. An sich wird die Story aber chronologisch erzählt, wobei der Roman einige Zeitsprünge aufweist, da er insgesamt mehrere Jahre umfasst.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Ich habe manchmal gar nicht gemerkt, dass ich umgeblättert habe, als so spannend habe ich diesen Roman teilweise empfunden. Es passiert auch immer irgendetwas (ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, da ich nicht zu viel verraten möchte), sodass keine Längen im Roman entstehen und die eine oder andere Wendung im Roman hat mich schon überrascht, da ich es so nicht erwartet hätte.
Primäre Zielgruppe sind sicherlich die Frauen, wobei ich nicht sagen würde, dass dieser Roman grundsätzlich nichts für Männer ist, es kommt halt wie immer im Leben ein wenig auf die Interessen bzw. auf den Blickwinkel an. Eine Affinität zu Hamburg bzw. zu Kaufmannsfamilien oder Kaffee sollte man vielleicht haben, um Anknüpfungspunkte im Roman haben zu können.
Im Sommer des nächsten Jahres erscheint dann der zweiten Band der Saga, bevor im Herbst bereits der dritte und abschließende Band erscheinen wird. Insgesamt werden wir die Figuren dann über eine Zeitspanne von 20 Jahren begleiten, auch die politischen Entwicklungen bieten somit schon genügend Stoff für Spannung und Unterhaltung.
Ich bedanke mich sehr bei Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und Marlies Folkens aka Fenja Lüders für diese neue schöne Geschichte, die ich wirklich nur empfehlen kann.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Thema
Veröffentlicht am 19.10.2019

Gute Fortsetzung

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten
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Ich mag die Bücher von Brigitte Riebe einfach, wunderbare Unterhaltung, tolle Story und gute Charaktere.
Das Cover passt sehr gut zum ersten Teil der Trilogie und auch der dritte (abschließende) Band ...

Ich mag die Bücher von Brigitte Riebe einfach, wunderbare Unterhaltung, tolle Story und gute Charaktere.
Das Cover passt sehr gut zum ersten Teil der Trilogie und auch der dritte (abschließende) Band passt sehr gut, sodass der Verlag hier gute Arbeit geleistet hat. Der Klappentext umreißt kurz das Geschehen, ohne zu viel zu verraten. Ich war sofort nach einigen Seiten wieder im Geschehen drin und habe die Geschichte der Thalheim Schwestern genossen. Diesmal steht Silvie im Mittelpunkt und wir erleben die Familie und auch die Ereignisse aus ihrer Sicht. Eine weitere zentrale und auch tragische Figur ist Oskar, Silvies Zwillingsbruder. Während Silvie sich ihren Platz in der „neuen“ Gesellschaft erkämpft, tut Oskar sich augenscheinlich schwer und wird somit zum Gegenpol von Silvie. Die Zwillinge die einst so nah, driften nun auseinander und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Silvie kämpft aber nicht nur beruflich um ihren Platz in der Gesellschaft, der Satz „Kein Mann, kein Kind, kein Haus.“ scheint sie zu verfolgen, denn es gelingt keinem Mann an ihrer Seite zu verweilen. Aber natürlich gibt es auch ein Wiedersehn mit Rike, Flori und all den anderen Figuren, die wir bereits im ersten Band kennen und lieben gelernt haben.
Der Roman wird chronologisch erzählt, es gibt mehrere Zeitsprünge, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen, da die Autorin die vergangene Zeit kurz für den Leser zusammenfasst und somit keine logischen Lücken entstehen. Insgesamt ist der Roman sehr stimmig und gut konzipiert, es wird nicht langweilig und ein Spannungstief konnte ich beim besten Willen nicht ausmachen. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und sehr gut zu lesen, die vielen Dialoge halten den Roman lebendig und tun den Figuren gut, sodass auch sie greifbarer werden.
Am Ende des Romans findet sich eine chronologische Übersicht der Ereignisse in Berlin zur besseren Orientierung.
Ein Roman nicht nur für Frauen, sondern durchaus auch für Männer, auch wenn die Thalheim Schwestern erzählen. Wer in das Berlin der 50er Jahre eintauchen möchte ist hier auf jeden Fall richtig. Ich bedanke mich sehr beim Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar und bei Brigitte Riebe für die wunderbaren Lesestunden. Der dritte Teil (erscheint im Frühjahr 2020) steht schon auf meiner Wunschliste und ich freu mich aus Floris Schicht der Dinge.

Veröffentlicht am 16.09.2019

Würdiger Abschluss

Die Frauen vom Löwenhof - Solveigs Versprechen
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Ein würdiger Abschluss einer unterhaltsamen Trilogie um die Frauen vom Löwenhof. Die Bücher von Corina Bomann sind Wohlfühlbücher, unterhaltsame Frauengeschichten, die zum Träumen einladen und den Kopf ...

Ein würdiger Abschluss einer unterhaltsamen Trilogie um die Frauen vom Löwenhof. Die Bücher von Corina Bomann sind Wohlfühlbücher, unterhaltsame Frauengeschichten, die zum Träumen einladen und den Kopf nicht zu viel beanspruchen und dennoch eine tiefere Botschaft bereithalten. Ich mag ihre Bücher zwischendurch mal ganz gerne, gerade so im Urlaub oder zum Ausspannen am Wochenende.
Das Cover des dritten Bandes passt ganz gut in die Reihe und somit hat die gesamte Reihe einen guten Wiedererkennungswert, was für die Verlaufszahlen immens wichtig ist. Generell sind diese Art Cover nicht mein Geschmack, aber wohl der, der Zielgruppe. Der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung, wobei er auf der anderen Seite auch schon relativ viel verrät, auch wenn dies längst nicht alles ist. Solveig, die Erzählerin des Romans ist gleichzeitig auch die Hauptfigur und wir lernen die Gedanken- und Gefühlswelt der Figur sehr gut kennen. Corina Bomann schafft es dem Leser eine unglaublich enge Bindung an ihre Protagonistin zu ermöglichen. Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit „alten Bekannten“ mit Mathilda und Agneta, den beiden Frauen der ersten beiden Bände um den Löwenhof. Besonders Agneta, von Solveig liebevoll Mormor genannt, ist eine sehr beeindruckende Figur. Die Männer stehen in diesem Roman definitiv in der zweiten Reihe und bleiben insgesamt eher etwas blass, über ihre Gedanken- und Gefühlswelt erfahren wir fast gar nichts. Zum einen geht es um Solveigs Leben nach dem Unfall, aber auch um die Zukunft des Löwenhofs. Veränderungen müssen nicht immer schlecht sein, sie sind immer eine neue Chance.
Der Roman wird chronologisch erzählt, es gibt Zeitsprünge, aber auch Zeitraffungen. Insgesamt umfasst der Roman mehrere Jahre von der 60ern bis hin zu Olympischen Spielen 1972 in München. Es wird eigentlich nie langweilig, es passiert immer etwas. Durch die vielen Dialoge wirkt der Roman sehr lebendig. Beschreibende Elemente sind eher weniger zu finden. Die Story ist zu jeder Zeit für den Leser nachvollziehbar, es sind mir keine Gedankensprünge aufgefallen oder etwas wäre unklar geblieben. Durch die sehr gefühlsbetonte Art dieses Romans wird diese Saga sicherlich in der Mehrheit mehr Frauen ansprechen und diese sind mit Sicherheit auch die primäre Zielgruppe der Autorin und des Verlags.
Ich bedanke mich sehr bei NetGalleyDE und dem Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und Corina Bomann für die schöne Unterhaltung.