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Veröffentlicht am 12.08.2019

Spannender zweiter Teil

Zeit aus Glas
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Wer schon einmal ein Buch von Ulrike Renk gelesen hat, der weiß ihre Bücher berühren nicht nur die Herzen oder Seelen, sondern den gesamten Menschen, der dieses Buch liest. So ist es auch wieder mit diesem ...

Wer schon einmal ein Buch von Ulrike Renk gelesen hat, der weiß ihre Bücher berühren nicht nur die Herzen oder Seelen, sondern den gesamten Menschen, der dieses Buch liest. So ist es auch wieder mit diesem Buch, es geht unter die Haut, regt zum Nachdenken an, bringt einen ins Grübeln und man muss es das eine oder andere mal mitunter zur Seite legen, um das Gelesene sacken zu lassen.
Das Cover passt wunderbar in die Reihe der Bücher von Ulrike Renk. Der Klappentext verrät schon relativ viel von der Handlung, was aber dem Sog des Buches keinen Abbruch tut.
Ruth ist eine kleine, aber wahre Heldin, dass was sie für ihre Familie tut, ist mehr als so viele Erwachsene für ihre Familie getan haben. Sie ist eine Kämpferin, ein Steh-auf-Männchen, ein Mensch, dem man allergrößten Respekt zollen muss. Sie ist für Ihre Familie da und tut alles, dass es ihnen gut geht. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl was seinesgleichen sucht.
Ruths Mutter ist noch passiver als im ersten Band, sicherlich sie hat Depressionen und man kann solche Menschen schwer einschätzen und sollte sie in keinster Weise verurteilen, dennoch ist es für Ruth und ihre Schwester immens schwer, der Vater verhaftet und die Mutter keine wirkliche Hilfe. Dazu Großeltern, die Deutschland nicht verlassen wollen, weil sie meinen man würde ihnen nichts tun. Ein mehr als schwierige Situation.
Ich mag dieses Buch trotz der schwere seiner Thematik sehr, es wühlt auf und regt zweifelslos zum Nachdenken an. Aber Bücher sollen und müssen ja nicht nur unterhalten, sie haben einen mündigen Leser vor sich, der sich seine Gedanken machen darf und auch soll. Das Schicksal dieser Menschen darf nie in Vergessenheit geraten!
Den Schreibstil von Ulrike Renk mag ich einfach, er ist auf der einen Seite sehr präzise, ohne gleichzeitig schwer oder sperrig zu wirken. Auf der anderen Seite ist der detailreich, ohne sich in Belanglosigkeiten zu verlieren und zu langweilen. Überhaupt wird es in dem Roman zu keiner Zeit langweilig, auch wenn die groben Handlungsstränge bereits durch den Klappentext verraten worden sind, so ist es doch das Schicksal der Familie, welches einem immer wieder zum weiterlesen anregt.
Dieser Roman ist ein Zeitzeugnis und ein Denkmal wider des Vergessens. Vielen Dank an Ulrike Renk hierfür.
Außerdem gilt mein Dank dem Aufbau Verlag und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Veröffentlicht am 26.05.2019

Eine Liebe in turbulenten Zeiten

Die Rose des Herzogs
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Marita Spang schafft es wieder einmal Geschichte lebendig werden zu lassen und einer recht unbekannten Frau ein Denkmal zu setzen. Wer mich kennt, der weiß, dass die Covergestaltung leider so überhaupt ...

Marita Spang schafft es wieder einmal Geschichte lebendig werden zu lassen und einer recht unbekannten Frau ein Denkmal zu setzen. Wer mich kennt, der weiß, dass die Covergestaltung leider so überhaupt nicht meins ist und eigentlich müsste der Verlag sich für dieses null-acht-fünfzehn-Cover bei der Autorin entschuldigen. Der Klappentext verrät schon relativ viel, allerdings lässt er auch einiges offen und der Ausgang ist recht ungewiss.
Die Französische Revolution war in der Schule bestimmt nicht mein Lieblingsthema, aber die Autorin schafft es die Sachverhalte und Begebenheiten gut in ihren Roman zu integrieren, ohne eine Geschichtsstunde abzuhalten, stehen doch die Personen, allen voran Charlotte im Mittelpunkt. Charlotte ist eine recht unbekannte historische Persönlichkeit, die durch die Autorin lebendig wird. Sie hat durchaus ihren eigenen Kopf und tut was sie willl, indem sie sich über die Konventionen und Ansprüche ihrer Zeit hinwegsetzt. Louis-Antoine, ihr männlicher Gegenpart, ist hin und hergerissen zwischen Pflichterfüllung, seiner Familie, seiner Aufgabe und seiner Liebe. Spannungen, Probleme, Intrigen sind hier vorprogrammiert.
Eine Lieblingsfigur hatte ich in diesem Roman nicht, was aber dem Lesefluss oder auch der Spannung keinen Abbruch tat.
Erzählerich beweist Marita Spang wieder einmal warum sie eine sehr gute Autorin ist. Es wird einfach nicht langweilig, die Rückblenden beleben die Story und die Gegenwart nimmt den geringsten Teil des Romans ein. Aber auch die Dialoge und andere stilistische Elemente setzt die Autorin gekonnt ein. Zudem schafft sie eine einzigartige Atmosphäre, die uns in die Zeit der Französischen Revolution hineinversetzt. Eine gute zeitliche Orientierung wird durch die verschiedenen Teile des Buches geschaffen, sowie durch die Orts- und Zeitangaben vor den jeweiligen Kapiteln. Über 600 Seiten fliegen, wenn man erst einmal die Zeit gefunden hat, einfach so dahin und es macht Spaß die Figuren auf ihrem Weg zu begleiten. Ein steiniger Weg, der berührt und nachdenklich macht und trotz allem hoffungsvoll stimmt.
Abgerundet wird der Roman durch historische Karten, einem ausführlichen Personenregister (welches bei der Vielzahl der Personen sehr nützlich ist), eine Zeittafel, ein Verzeichnis der Orte, ein Glossar und ein Nachwort bzgl. Wahrheit und Fiktion runden den Roman in wunderbarer Weise ab.
Ich bedanke mich sehr bei Marita Spang für die gelungene Unterhaltung (und ihre Geduld) sowie dem Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.
Mit Spannung erwarte ich den neuen Roman von Marita Spang und freue mich darauf, welches Juwel sie wieder für uns Leser ausgegraben hat.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Bewegender zweiter Teil

Die Stimmlosen
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Melanie Metzenthin hat wieder ein sehr berührendes Buch geschrieben, welches noch lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.
Das Cover passt sehr gut zum ersten Teil „Im Lautlosen“, welches ich auch sehr ...

Melanie Metzenthin hat wieder ein sehr berührendes Buch geschrieben, welches noch lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.
Das Cover passt sehr gut zum ersten Teil „Im Lautlosen“, welches ich auch sehr gerne gelesen habe, „Die Stimmlosen“ ist somit die Fortsetzung. Der Klappentext beschreibt sehr gut den Inhalt, ohne zu viel zu verraten. Mir ist es sehr schnell gelungen mich wieder in die Geschichte einzufinden. Die Autorin schafft es sehr gut die verschiedenen Protagonisten lebensnah und authentisch zu gestalten. Einige Personen wachsen einem richtig ans Herz und man fiebert mit ihnen mit. Mir ging dies bei Paula so, sie ist für mich eine unsagbar starke Frau, die alles für ihre Familie und ihre Liebsten tun würde. Dabei ist sie aber rational genug „vernünftige“ Entscheidungen zu treffen, um das Leben aller zu erleichtern.
Fritz hingegen ist meine männliche Lieblingsfigur, sein Optimismus und seine Träume sollten beispielhaft für alle Menschen in schwierigen Zeiten sein. Als Nebenfigur hat mir Arthur sehr gefallen, der im Laufe der Geschichte eine kleine Wandlung durchmacht und meiner Meinung nach authentischer wird.
Die Spannung des Romans wird einmal aus dem Prozess um Krüger gespeist, aber für mich war es vielmehr, wie es mit dieser Familie weitergeht. Ich finde diese Zeit so spannend und dabei besonders den Ärzten über die Schulter zu schauen, wie sie unter den widrigsten Bedingungen ihre Arbeit machen. Der Aufbau des Romans ist chronologisch und wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Für mich waren die kurzen Kapitel sehr angenehm und flüssig zu lesen, welches den Spaß an dem Buch noch erhöht hat, weil die Seiten einfach so dahinflogen.
Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf einen neuen Roman von Melanie Metzenthin und kann auch für ihr neustes Werk, sowie für ihre Vorgänger schon geschehen, nur eine volle Leseempfehlung aussprechen. Ich möchte die Autorin ermutigen diesen Weg weiterzugehen, denn ich mag Romane mit einer tiefergehenden Botschaft. Den Optimismus, die Zuversichtlichkeit und die Träume von Richard, Paula, Fritz & Co wünsche ich aus ganzem Herzen auch den Menschen in unserer heutigen Gesellschaft!
Herzlichen Dank an Melanie Metzenthin für dieses besondere Leseerlebnis. NetGalleyDeutschland für die Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Ein historischer Schauerroman oder doch ein historischer Roman mit Schauerelementen

Die Melodie der Schatten
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Einen Roman den man so schnell nicht vergisst. Aber ich muss gestehen, es brauchte ein wenig bis mich dieser Roman gepackt hatte, denn zuerst erkannte ich eine meiner Lieblingsautorinnen ganz und gar nicht ...

Einen Roman den man so schnell nicht vergisst. Aber ich muss gestehen, es brauchte ein wenig bis mich dieser Roman gepackt hatte, denn zuerst erkannte ich eine meiner Lieblingsautorinnen ganz und gar nicht in diesem Buch.
Das Cover ist toll, stimmungsvoll und gleichzeitig geheimnisvoll. Gleichzeitig als bekannt und dennoch ungewöhnlich durch die düstere Farbgebung. Eigentlich würde man diese Farbgebung eher bei einem Kriminalroman oder Thriller erwarten, aber nicht bei einem Roman von Maria W. Peter. Der Klappentext fasst die wichtigsten Ereignisse zusammen und stellt die Hauptfigur in den Mittelpunkt.
Der Handlung ist nichts mehr hinzuzufügen ohne die Spannung zu nehmen. Auch warnt die Autorin zu Beginn ihres Nachworts davor, dasselbige zuerst zu lesen, um sich nicht den Spaß am Lesen zu verderben. Fiona steht unumstritten im Mittelpunkt des Geschehens, sie ist diejenige, die wir Leser begleiten, im Laufe des Romans kristallisiert sich zwar immer mehr eine zweite Figur in Person von Aidan heraus. Auch spielen einige Nebencharaktere einige wichtige Rollen, so z.B. die Köchin des Herrenhauses oder auch der Stallbursche.
Insgesamt wird der Roman chronologisch erzählt, wobei die Autorin stark mit verschiedenen Stilmitteln arbeitet. Im ersten Teil des Romans konnten mich diese leider nicht überzeugen, dafür haben mich der weitere Teil dann aber mit dem Roman und auch der Handlung überzeugt, die ich durchweg als sehr gelungen empfunden habe. Die Spannung, welche erzeugt wird, ist bis zum Ende hin gut dosiert und hält den Leser bei der Stange. Dieser Roman ist anders als die Romane von Maria W. Peter, die ich bisher gelesen habe, wobei hier eine Vorliebe für Schauerromane sicherlich von Vorteil ist. Ein historischer Roman mit Gruselelementen hatte ich schlichtweg einfach noch nicht gelesen, somit hat die Autorin für mich etwas Einzigartiges geschaffen. Sie hat mich überrascht und am Anfang ein klein wenig verstört. Aber dieses Experiment ist geglückt, denn zum Schluss hin schafft sie es wieder einmal sehr gelungen alle losen Fäden zu verweben und ein sehr stimmungsvolles Bild zu hinterlassen, welches rückblickend begeistert.
Der Schreibstil der Autorin ist vor allen Dingen im zweiten Buch wie eh und je sehr gut zu lesen und die Seiten fliegen so dahin, sodass die anfänglichen Schwierigkeiten wie verflogen sind. Durchhalten wird also auf der ganzen Linie belohnt.
Ein Roman nicht nur für die Fans von historischen Romanen, sondern auch für solche, die der Schauerliteratur zugetan sind oder für Leser die sich gerne an ungewöhnliche Bücher wagen. Zwar ist Fiona die unumstrittene Hauptfigur, aber dennoch glaube ich das dieser Roman auch sehr gut für Männer lesbar ist.
Ein wirklich außergewöhnlicher Roman, der mich letztendlich begeistert hat und den ich nur wärmsten empfehlen kann.
Ich bedanke mich bei Maria W. Peter für dieses außergewöhnliche Buch und bei dem Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

Veröffentlicht am 14.04.2019

Berlin, Wien und die O5

Die Fliedertochter
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Ein Roman voller Gefühl, Tragik, Sehnsucht und Liebe, aber auch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. Teresa Simon hat wieder einmal einen Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite gefesselt hat ...

Ein Roman voller Gefühl, Tragik, Sehnsucht und Liebe, aber auch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. Teresa Simon hat wieder einmal einen Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite gefesselt hat und der ein Stück Geschichte lebendig werden lässt. Eigentlich passen die Cover gar nicht so recht zu den Romanen von Teresa Simon. Ich finde sie zu romantisch und kitschig, nicht das die Liebe kein großes Thema wäre, denn sie ist ein großes Thema, doch die Romane sind so viel mehr. Sie sind Zeitzeugen und verbinden immer wieder in gekonnter Weise Vergangenheit und Gegenwart. Die Vergangenheit ist unser größter Lehrer.
Der Klappentext macht wieder einmal klar, dass wir es mit zwei Geschichten zu tun haben, dennoch ist dem geneigten Leser klar, dass beide Geschichten immer mehr zu einer einzigen werden. Dies schafft keine so spielerisch leicht wie Teresa Simon.
Mit Luzi und Paulina hat die Autorin zwei unterschiedliche Protagonistinnen geschaffen, die dennoch ihre Gemeinsamkeiten haben. Vor allen Dingen lieben sie aus ganzem Herzen, sowohl das Leben, als auch die Männer die sie ein Stück des Weges begleiten. Ja, es ist ein Frauenroman und das Schicksal dieser Frauen steht im Vordergrund. Die Männer bleiben für meinen Geschmack etwas zu blass, aber dies ist sicherlich Ansichtssache. Die beste männliche Figur war für mich definitiv Luzies Opa, ein toller Tierarzt, von dem würde ich mein Haustier auch behandeln lassen, so denn ich eins hätte. Eine höchst interessante Figur ist auch Bela Król, der sich in der Widerstandsbewegung O5 engagiert hat, er hat ein reales Vorbild und diese Widerstandsbewegung hat es tatsächlich gegeben, sodass es, wie immer bei den Romanen von Teresa Simon, noch etwas gibt, was man ganz nebenbei lernt. Was es mit dieser Gruppe auf sich hat, wird natürlich nicht verraten, dafür müsst ihr schon das Buch lesen…
Die Spannung in dem Roman wird immer greifbarer, um so mehr der Roman fortschreitet. Es ist klar, dass alles auf die Auflösung hinzuläuft, wie diese beiden Geschichten zusammenhängen, welche Verbindung es zwischen Luzie und Paulina gibt.
Sehr schön fand ich an diesem Roman, dass auch Wien, als Stadt so greifbar wird. Man merkt dem Roman die Liebe der Autorin zu dieser Stadt an. Aber sie geht auch kritisch mit Wien um, besonders in der Zeit des Nationalsozialismus. Inhaltich und logisch fand ich diesen Roman unglaublich stimmig, der Schreibstil passt sehr gut, wobei die Tagebucheinträge eine wahnsinnig intensive Beziehung zwischen Leser und Protagonisten herstellten. Insgesamt überwiegen in dem Roman aber die Dialoge, welche für die Leichtigkeit gesorgt haben. Ein ausführliches Nachwort, sowie diverse Rezepte zu den im Buch genannten Gerichten, befinden sich im Anhang des Buches.
Eine vollumfängliche Leseempfehlung für die Liebhaber von gefühlvollen Familiensagas auf zwei Zeitebenen. Ich bedanke mich sehr bei Teresa Simon und meinen Mitleserinnen bei Bücheruele.de für die inspirierende Leserunde und die tollen Kommentare und Anmerkungen., sowie Corinna Schindler vom freelance team für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.