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Veröffentlicht am 25.03.2020

Ein Café in den 50ern

Café Engel
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Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, war ich sehr gespannt welche Entwicklung die Geschichte um Hilde und ihre Familie einige Jahre später nehmen würde. Trotz einer kleinen Einschränkung kann ich ...

Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, war ich sehr gespannt welche Entwicklung die Geschichte um Hilde und ihre Familie einige Jahre später nehmen würde. Trotz einer kleinen Einschränkung kann ich sagen, dass mich die Geschichte erneut in ihren Bann gezogen hat und sie es mir sehr leicht gemacht hat, dieser mit Erwartung und Lesevergnügen zu folgen.
Auf dem Cover zeigt sich im Vordergrund in bunter Farbe eine Frau, welche festlich gekleidet auf einer Straße entlangflaniert. Ihr gegenüber ist ein Kirchturm im Hintergrund, sowie eine bebaute Geschäftsstraße abgebildet. Der Klappentext umreißt grob wesentliche Handlungsthemen, ohne näher den Inhalt und die Spannung vorwegzunehmen.
Die wesentlichen Inhalte des Romans handeln von konkurrierendem Geschäftsleben, Liebe, Kaffeehauskultur, Theater- und Familienleben. Der Roman spielt in Deutschland, Anfang der fünfziger Jahre, womit die historische Einordnung für die Leser greifbar ist. Der Kern der Geschichte handelt wie in dem ersten Band von dem Café Engel der Familie Koch. Im Vordergrund des Geschehens steht die Weiterentwicklung des Cafés durch die Konkurrenzsituation zum neugegründeten Café König.
Vor allem der Generationenkonflikt um die Neuausrichtung des Cafés zwischen Hilde und ihren Eltern ist dabei ein prägender Handlungsstrang der Geschichte. Positiv herauszustellen ist, dass in den Neben-geschichten das Brüderpaar von Hilde, August und Wilhelm, in einem größeren Umfang in das Handlungsgeschehen mit eingebunden wird. Nachdem im ersten Band neben Gisela, Theaterschneiderin Julia sowie der Theatersänger Adi Dobscher als Nebenfiguren mir sehr imponiert haben, ist im zweiten Band das Brüderpaar klar hervorzuheben. Sowohl August, als auch Wilhelm, bestechen mit ihren unterschiedlichen Charaktereigenschaften und geben der Geschichte somit ein sehr gutes abwechslungsreiches Handlungsspielfeld. Trotz der sehr interessanten Figur Wilhelms hat sich sein Bruder August als meine Lieblingsperson herauskristallisiert. August überzeugt mich als Mann, welcher trotz seiner durch den Krieg hervorgerufenen Traumata im Laufe der Geschichte immer mehr Verantwortung für das Handeln von anderen Personen einnimmt. Seine Entwicklung innerhalb des Romans ist symbolhalft für ein Deutschland, welches physisch und psychich am Boden liegt und sich im Laufe der Zeit am eigenen Schopf aus dem „Unheil“ herauszieht.
Die Story ist chronologisch aufgebaut und es sind nur in wenigen Nebengeschichten relativ kleine Zeitsprünge erkennbar, welche den Lesefluss nicht wesentlich beeinträchtigen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr lebendig. Die Figuren sind dabei nicht starr beschrieben, sondern agieren emotional und wirken somit dem Leser vertraut und realitätsnah. Es ist dabei aber auch eine sehr gute Entwicklung erkennbar. Wesentliche Charaktereigenschaften der Personen bleiben erhalten, trotzdem sind vereinzelt persönliche Veränderungen zu sehen. Die Besonderheit des Romans liegt nach wie vor in seiner kulturellen Verzweigung. Nicht so stark wie im ersten Band, aber immer noch sehr gut, wird der Theateralltag und das Künstlerleben beschrieben. Durch die Figur des Wilhelm bekommt sie einen sehr guten zusätzlichen Handlungsstrang. Der Roman richtet sich an Lese-Fans der 50iger Jahre in Deutschland, Kaffeehausliebhaber, Fans von Familiendynastien und Freunde einer facettenreichen Geschichte über Kultur und Gesellschaft in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg.
Er ist sowohl für Frauen als auch für Männer meiner Meinung nach geeignet. Im Allgemeinen kann ich ein sehr positives Fazit über die Geschichte ziehen. Das Buch überzeugt, wie im ersten Band durch seine sehr starken Persönlichkeiten, welche durch ihr Handeln und Wirken zu einer sympathischen und heimeligen Leseatmosphäre beitragen. Als kleiner Kritikpunkt bleibt nur anzumerken, dass mir persönlich der „Wohlstandsprung“ der Menschen für 6 Jahre nach dem Krieg etwas zu groß erscheint. Mir hat es aber insgesamt erneut große Freude bereitet den Nachfolgeband zu lesen und ich bin gespannt, welche besonderen Ereignisse und Schicksale im nächsten Band auf mich warten.
Ich bedanke mich bei NetGalleyDE und dem Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Veröffentlicht am 22.03.2020

Ein literarisches Denkmal

Die Königin von Berlin
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„Sie schien vor Leben zu bersten.“ (Seite 155), ich finde dieses Zitat beschreibt Carola, eigentlich Karoline Neher am Besten, denn diese Frau war eine Getriebene, eine immer Suchende, eine Rastlose.
Charlotte ...

„Sie schien vor Leben zu bersten.“ (Seite 155), ich finde dieses Zitat beschreibt Carola, eigentlich Karoline Neher am Besten, denn diese Frau war eine Getriebene, eine immer Suchende, eine Rastlose.
Charlotte Roth hat mit ihrem neusten Roman, der mir bis dato unbekannten Carola Neher ein Denkmal gesetzt.
Das Cover finde ich wunderschön, ein wahrer Eye-Catcher. Carola sitzt mit einem Leoparden auf einer Bank, man muss dieses Cover einfach genau betrachten, man kann gar nicht anders. Der Klappentext macht Lust auf mehr, auch wenn er schon sehr viel verrät.
Das Leben der Künstlerin Carola Neher steht zweifelslos im Mittelpunkt dieses Romans. Hauptschauplätze sind Baden-Baden, Berlin und München zur Zeit der zwanziger Jahre, die goldenen Zwanziger, die so voller Leben und Abendteuer sind.
Der Roman hat einen interessanten und aufwändigen Aufbau, er erinnert an ein Theaterstück, da er in Akte aufgeteilt ist und sich zwischendrin immer mal wieder der Vorhang hebt (auch wenn Bertolt Brecht keine Vorhänge mochte). Insgesamt spielt der Roman auf zwei Zeitebenen, einmal wie bereits erwähnt 1920 und einmal Ende der siebziger Jahre. Die siebziger Jahre und die Recherche nach Carola rahmen sozusagen den Roman. Georg Becker interessiert sich für Carola Neher und reist zu ihren Wurzeln, zur Seite steht ihm die patente und kluge Bibliothekarin Annette Dengler. So wie Carola unbestritten eine einnehmende Hauptfigur ist, so ist für mich Annette meine liebste Nebenfigur.
Es geht um die ganz großen Brecht, Feuchtwanger und Klabund, Charlotte Roth haucht ihnen Leben ein und bringt sie so dem Leser näher. Immer wieder rücken Theater und Film in den Mittelpunkt, aber so ganz lassen sich die politischen Situationen (Inflation, Hitlerpusch) in der Theater- und Filmwelt nicht verdrängen. Charlotte Roth schildert das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven und gibt uns somit einen tiefen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Figuren.
Die Sprache ist opulent und die Autorin spielt mit den Wörtern und Redewendungen gleichermaßen. Ihre verschachtelten Sätze zeugen von einer ungeheuren Freude an der Sprache, mit sehr viel Lust streut sie längst vergessene Worte ein und zeigt die Vielfalt der deutschen Sprache.
Ein Roman nicht nur für Film- und Theaterfans, sondern auch für Leserinnen und Leser, die sich intensiv und dezidiert mit dieser Epoche auseinandersetzen möchten. Ein Roman der sowohl Männer, als auch Frauen für sich einnehmen wird und sie auf die Bretter, die die Welt bedeuten, entführen wird.
Ich bedanke mich bei vorablesen.de und dem Verlag Droemer Knaur für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Veröffentlicht am 15.03.2020

Freie Friesen

Im Zeichen des Löwen
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Daniel Wolf ist mal wieder ein historisches Epos gelungen, welches kaum Wünsche offenlässt. Ein wunderbarer Schmöker, der einen die Zeit vergessen lässt. Das Cover kommt sehr klassisch daher für einen ...

Daniel Wolf ist mal wieder ein historisches Epos gelungen, welches kaum Wünsche offenlässt. Ein wunderbarer Schmöker, der einen die Zeit vergessen lässt. Das Cover kommt sehr klassisch daher für einen historischen Roman und bietet genügend Anknüpfungspunkte an die Fleury-Saga, mit der Daniel Wolf sich in die Herzen seiner Fans geschrieben hat. Ein Klappentext existiert quasi nicht, da ein einziger Satz für mich kein Klappentext ist. Um etwas mehr über das Buch zu erfahren muss man die Informationen des Verlages auf der Website und der Online-Händler zu Rate ziehen.
Seiner Epoche bleibt Daniel Wolf treu, allerdings wechselt er den Schauplatz und begibt sich an die stürmische See. Das Leben in Friesland bestimmt den Roman maßgeblich. Es geht zum einen um die Freiheit der Friesen, aber auch um den Schiffbau und die aufkommende Hanse. Wie in Daniel Wolfs Romanen üblich kommt aber auch die Familie nicht zu kurz: Streit, Liebe, Machtspiele, Handel und Religiosität, bekommen ihren Raum in diesem fast 1000-Seiten-Roman.
Mit Jann Osinga hat der Autor eine sympathische Hauptfigur geschaffen, die sehr lebendig und authentisch ist. Jann ist der Bastard der Familie und hat dementsprechend einen schweren Stand in der Familie und Gesellschaft. Trotzdem verliert er seine Ziele und Träume nicht aus den Augen, auch wenn er sich manchmal den Gegebenheiten beugen muss. Seine Familie hat mächtige Feinde, aber auch innerhalb seiner Familie muss er sich behaupten. Die Fehde zur Familie Hylkena steht aber im Mittelpunkt des Romans und überschattet das gesamte Leben im Kirchenspiel und in Warfstede.
Durch die verschiedenen Schauplätze und die viele handelnden Figuren, die nach und nach eingeführt werden, nimmt der Roman immer mehr an Tempo auf. Es wird nie langweilig, sondern es bleibt stehts unterhaltsam und spannend. Der Roman wird chronologisch erzählt und ist sowohl in Teile, als auch in Kapitel unterteilt. Die verschiedenen Sichtweisen sorgen dafür, dass die sowohl die Haupt- als auch Nebenfiguren sehr nahbar für den Leser sind. Meine Lieblingsfigur ist Abbe, der Bruder von Jann der von Geburt an unter Fehlbildungen leidet und als Krüppel bzw. Buckliger beschrieben wird. Er kämpft genauso wie Jann um die Anerkennung des Vaters und sucht seinen Platz in der Gesellschaft. Bei ihm kommt hinzu, dass er sehr gebildet ist und als einer der wenigen Lesen und Schreiben kann. Einzig die Rolle der Frau kommt ein wenig zu kurz, hier ist lediglich Jorien die Vertreter die innerhalb des Romans eine eigene Stimme bekommt, zwar kommt zum Ende des Romans eine weitere Frau dazu, doch diese ist so unsympathisch, dass sie keinerlei Identifikationsfigur für weibliche Leser bietet.
Der Roman liest sich ganz hervorragen der Schreibstil des Autors ist wie gewohnt sehr einnehmend und süffig. Einzig die vielen maritimen Begriffe haben bei mir am Beginn etwas den Lesefluss gehemmt, am Ende war dies aber überhaupt gar kein Problem mehr. Auch logisch konnte ich keine Fehler ausmachen, der Roman war stets für mich nachvollziehbar und interessant gestaltet.
Das Buch hat vorne in der Klappbroschur eine Karte des Ortes und in der hinteren Klappe findet sich eine Skizze einer Kogge mit den wichtigsten Begriffen. Auch befindet sich ein Personenregister und ein Glossar im Buch, sodass der Leser bei Bedarf immer wieder nachschlagen kann.
Ein großangelegtes Epos, welches mir sehr viel Spaß gemacht hat und ich bin schon sehr gespannt wie es mit Jann und den seiner Familie weitergehen wird.
Ein großartiger historischer Roman der sowohl Männer, als auch Frauen begeistern wird, da hier das pralle Leben mit all seinen Höhen und Tiefen abgebildet wird. Er ist zudem sehr lehrreich und interessant gestaltet.
Ich bedanke mich sehr bei Daniel Wolf für die ausgezeichnete Unterhaltung und dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Berlin Ender der 20er

Jahre der Veränderung
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Auch mit ihrem zweiten Teil der Hebammen Saga versteht es Linda Winterberg ihre Leser zu fesseln und in eine andere Welt zu entführen. Das Cover hat einen guten Wiedererkennungseffekt und passt perfekt ...

Auch mit ihrem zweiten Teil der Hebammen Saga versteht es Linda Winterberg ihre Leser zu fesseln und in eine andere Welt zu entführen. Das Cover hat einen guten Wiedererkennungseffekt und passt perfekt in die Gestaltung der Reihe. Zudem bekommen die drei Freundinnen ein Gesicht. Der Klappentext fasst knapp zusammen worum es im Roman geht. Wir beginnen 1929 und begleiten Edith, Margot und Luise in einer sehr turbulenten und schwierigen Zeit. Die Weltwirtschaftskrise macht auch nicht vor Berlin- Neukölln halt und somit ist die Armut, das Elend und die Arbeitslosigkeit ein täglicher Gast in der Gesellschaft. Das Ende der goldenen Zwanziger ist Nahe und es wird immer wichtiger, dass Frauen ebenfalls berufstätig werden und mit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.
Edith arbeitet in der Beratungsstelle, Luise lernt die neuen Hebammenschülerinnen an und Margot kämpft unter anderem politisch gegen die Zustände in der Gesellschaft. Ebenso ist auch das Liebesleben der drei Freundinnen immer wieder Thema und zeigt alle Facetten der Liebe.
Durch die allgegenwärtige Not und das Elende der arbeitenden Bevölkerung, ist das Thema Abtreibung ein großes Thema, aber auch der beginnende Antisemitismus kommt im Buch nicht zu kurz. Auch scheinbar „neumodische“ Dinge wie einen Kurs für Säuglingspflege oder einen Gymnastikkurs für Schwangere finden in dem Roman ihre Beachtung und es wird von ihren Anfängen berichtet. Es gibt zudem ein Wiedersehen mit Auguste Marquard, der Oberhebamme und Prof. Hammerschlag, dem Leiter der Klink. Somit ist es ein klein wenig wie „nach Hause kommen“ und man freut sich diese sympathischen Personen wieder ein Stück begleiten zu können.
Der Roman wird auch wie sein Vorgänger chronologisch erzählt und besticht durch seine hohe Spannungsdichte indem sich die Autorin immer wieder Zeitsprüngen bedient, um so einen Höhepunkt an den nächsten zu Reihen. Die Dialoge sind sehr lebendig gestaltet und bereichern den Roman ungemein, sie waren für mich immer wieder das Salz in der Suppe. Logische Lücken entstehen meiner Meinung nach nicht, der Leser ist jeder Zeit in der Lage der Autorin zu folgen, medizinische Sachverhalte werden verständlich beschrieben. Durch vorangestellte Orts- und Zeitangaben hat der Leser eine sehr gute Orientierung.
Der Schreibstil der Autorin ist wie immer sehr angenehm zu lesen, da sie durch eine sehr lebendige Sprache viel Schwung in den Roman reinbringt und so die Seiten nur so dahinfliegen. Ein Nachwort bereichert den Roman ebenfalls, da man so noch einmal viele Hintergrundinfos erhält.
Ein Roman für Leserinnen jeden Alters, der Spaß macht und am Ende freut man sich schon sehr auf den dritten Teil der Saga, der im August 2020 erscheint.
Ich bedanke mich sehr bei Linda Winterberg für die hervorragende Unterhaltung und bei NetGalley sowie dem Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Raffael zwischen Kunst und Kirche

Raffael - Das Lächeln der Madonna
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Als ich das erste Mal den Titel las, hatte ich noch wenige Erwartungen an die Geschichte mit ihrem Hintergrund. Ich bin froh, dass dies mit dem Lesen des Romans sich sehr schnell geändert hat. Mich persönlich ...

Als ich das erste Mal den Titel las, hatte ich noch wenige Erwartungen an die Geschichte mit ihrem Hintergrund. Ich bin froh, dass dies mit dem Lesen des Romans sich sehr schnell geändert hat. Mich persönlich hat dieses Buch sehr gefesselt und ich bin glücklich darüber, dass ich es gelesen habe.
Das Cover ist relativ typisch für einen historischen Roman. Es zeigt im Vordergrund eine Frau mit einem roten Kleid welche den Kopf leicht zur Seite gesenkt hat. Im Hintergrund sind einige Häuser bzw. ein Kirchturm abgebildet. Ganz leicht angedeutet erkennt man über den Häuserreihe ein Gesicht, welches grafiktechnisch schwach, fast wie ein Wasserzeichen auf einem Geldschein abgebildet ist. Dieses Gesicht zeigt vermutlich den Künstler Raffael, welcher sich als die Hauptfigur des Romans präsentiert. Der Klappentext umreist den Inhalt des Romans kurz und prägnant, ohne etwas von den entscheidenden Handlungen vorwegzunehmen. Sehr positiv aufgefallen ist mir eine Landkarte des Handlungsgeschehens welche im Innenband des Buches abgebildet ist. Des Weiteren sind alle im Roman hervortretenden Handlungsorte mit den dazugehörigen Personen danach folgend abgebildet. Diese Auflistung ist für den Leser hilfreich und dient auch sehr gut als Gedankenstütze um die einzelnen Personen und Orte nachvollziehen zu können.
Der Hauptkern der Geschichte handelt vom Leben Raffaels, welche sowohl mit historischen als auch mit fiktiven Elementen untermalt wird. Sie beschreibt eine Zeit in der Renaissance des Mittelalters um die Zeit zwischen dem 15. Und 16. Jahrhundert, welche unter anderem durch eine besondere Verbindung zwischen Kirche und Kunst in die Geschichte einging. Dieses Zusammenspiel zwischen Kunst und Glauben wurde dabei immer wieder durch die „Schattenseiten“ des Mittelalters nachhaltig gestört. Die wesentlichen Themen des Romans sind künstlerische Genialität, Liebe, Glaubens- und Machtanspruch der Kirche, Kriege, Krankheiten sowie persönliche Rivalitäten. Hauptprotagonist ist dabei der Renaissance Maler Raffael Sanzio, welcher immer wieder zwischen den Stühlen von Macht und Kunstschaffung steht. Bedeutsame Nebenfiguren der Geschichte sind Raffaels Freund Daniele, Raffaels Geliebte und spätere Ehefrau Margherita Luti, Michelangelo Buonarroti, Leonard da Vinci und Richter Piero Petrucci. Da ich mehrere Favoriten bei den Nebenfiguren hatte, möchte ich mich hier auf Michelangelo beschränken.
Der Autor lässt Michelangelo so lebendig wie die Hauptfigur Raffael in dem Roman aufleben. Einen herausragenden Künstler welche durch seine narzisstische und arrogante Art keinerlei Kunsterschaffung außerhalb seines Wirkungskreises zulässt. Die Konkurrenzsituation zu Raffael wird im Laufe des Romans immer wieder deutlich und sorgt damit für reichlich Spannung und schafft es den Leser zum Nachdenken und hin und wieder auch zum Staunen zu bewegen. Der Aufbau der Erzählung ist chronologisch von der Kindheit Raffaels bis zu seinem Lebensende im Jahr 1520. Größere Zeitsprünge finden nicht statt. Es tauchen im Laufe des Romans verschieden Handlungsorte auf, welche aber aufgrund der chronologisch aufgebauten Geschichte keinerlei Schwierigkeiten für den Leser darstellen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, sehr gut lesbar und öfters historisch behaftet in der Wortwahl. Die Zielgruppe des Romans sind Anhänger der Renaissance Zeit, Freunde historischer Romane sowie Bewunderer der Malerei im Mittelalter. Er ist sowohl für Männer aber auch Frauen geeignet, da für beide Zielgruppen Personen erscheinen, welche als Identifikationsfigur in Frage kommen.
Noah Martin ist meiner Meinung ein sehr lebendiger, dramatischer und spannender Roman über das Leben Raffaels gelungen. Der Autor schafft es historische Fakten mit einer sehr interessanten Geschichte zu schmücken. Ich bedanke mich bei vorablesen, dass die Losfee mir hold war und ich den Roman lesen durfte, mein Dank geht selbstverständlich auch an den Verlag Droemer Knaur.

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