Auf der Suche nach den großen Sprechern
Zugvögel des JaguarsJosh Hart nimmt seine Leser mit auf die Suche nach den großen Sprechern. Der Schreibstil ist bildhaft, aber nicht immer ganz so flüssig zu lesen. Die Kapitel sind teilweise sehr lang und auch ohne Absätze, ...
Josh Hart nimmt seine Leser mit auf die Suche nach den großen Sprechern. Der Schreibstil ist bildhaft, aber nicht immer ganz so flüssig zu lesen. Die Kapitel sind teilweise sehr lang und auch ohne Absätze, wodurch man manchmal nicht genau nachvollziehen kann, dass ein neues Szenarium beginnt. Die Geschichte wird aus Sicht der beiden Protagonisten erzählt, die authentisch und sympathisch, aber auch für die unsrige Welt etwas naiv wirken. Das Cover ist sehr schön gestaltet.
Die Hauptprotagonisten sind Leilany und Keiran. Sie leben in einem Stamm im Dschungel und sind ein Liebespaar. Beim uralten Ritual Daka-Daku werden sie von den Göttern als Sucher ausgewählt, was bedeutet, dass sie getrennt voneinander die neuen Sprecher des Stammes suchen müssen. Leilany muss außerhalb des Dschungels einen Mann finden, der es würdig ist, der neue Sprecher des Stammes zu werden. Erst mit dem Auto, weiter mit dem Schiff und am Ende mit dem Flugzeug führt sie ihre Suche nach Denver. Dort baut sie mit der Hilfe des netten und wohlhabenden Pärchens, welches sie im Flugzeug kennengelernt hat, die Suppenküche wieder auf und hilft so außerhalb ihrer bekannten Welt den Schwachen, wieder ein bisschen besseres Leben zu haben. Keiran nutzt eine ähnliche Route, landet aber in New York, wo er nach seinen Erfahrungen auf dem Schiff, schnell eine Stelle in dem Restaurant „Small Apple“ erhält. Er freundet sich mit Charlie und Nancy und einigen anderen Kollegen an. Auch er bringt seine Erfahrungen aus dem Stamm in die neue Welt und ist gewillt so eine Frau zu finden, die er als Sprecherin zu seinem Volk bringen kann. Er und Leilany dürfen nicht zu dem Stamm zurückkehren und je länger die Suche dauert, umso mehr wird auch die Sehnsucht nach dem Anderen. Werden sich ihre Wege noch einmal kreuzen und können sie nach dem Finden der neuen großen Sprecher vielleicht doch ein gemeinsames Leben abseits des Stammes führen? Oder hat das Schicksal ganz andere Pläne für die Beiden?
Der Gedanke hinter der Geschichte ist sehr gut, leider ist die Umsetzung doch recht schwach. Man merkt den Protagonisten deutlich an, dass sie in einer Welt großgeworden sind, wo das Soziale noch einen großen Stellenwert hat, was dann auf ihrer Suche naiv wirken lässt. Eine Geschichte, die Potenzial hat.