Absolut nicht meins
Wicked MindWicked Mind beginnt vielversprechend: Der Einstieg hat Tempo, die Grundidee besitzt Spannungspotenzial und der trope setzt anfangs durchaus überzeugende Akzente. Leider kann der Roman dieses Niveau im ...
Wicked Mind beginnt vielversprechend: Der Einstieg hat Tempo, die Grundidee besitzt Spannungspotenzial und der trope setzt anfangs durchaus überzeugende Akzente. Leider kann der Roman dieses Niveau im weiteren Verlauf kaum halten.
Die Handlung zieht sich über weite Strecken, ohne wirklich an Tiefe zu gewinnen. Viele Wendungen sind früh absehbar – etwa der Tod des Vaters oder die sich anbahnende Beziehung der Hauptfiguren. Auch die Charakterentwicklung wirkt kaum organisch; gegen Ende scheinen die Figuren fast völlig andere Menschen zu sein, ohne dass dieser Wandel nachvollziehbar vorbereitet wird.
Als „spicy“ beworben, bleibt das Buch lange erstaunlich zurückhaltend. Erst sehr spät, bei etwa 83 % des Textes, kommt es zu dem, was vorher groß angekündigt wurde – was den Aufbau unausgewogen wirken lässt.
Ein weiterer Schwachpunkt ist das überbordende Worldbuilding. Für eine Geschichte, die weitgehend in einer gewöhnlichen Villa spielt, wirkt die extrem detaillierte Beschreibung jeder Wand, jedes Bodens und jeder Tasse schlicht übertrieben und bremst den Lesefluss erheblich.
Insgesamt hinterlässt Wicked Mind trotz guter Ansätze den Eindruck einer unausgewogenen Erzählung, die in Längen, Vorhersehbarkeit und unnötiger Detailfülle stecken bleibt. Daher für mich: 2 von 5 Sternen.