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Emmy3110

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2024

Ein Muss für alle Bardugo Fans

Der Vertraute
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"Der Vertraute" handelt von dem Küchenmädchen Luzia, deren magische Kräfte entdeckt werden, was sie in eine Welt voller Reichtum, Intrigen und Angst vor der Inquisition rutschen lässt. Doch an ihrer Seite ...

"Der Vertraute" handelt von dem Küchenmädchen Luzia, deren magische Kräfte entdeckt werden, was sie in eine Welt voller Reichtum, Intrigen und Angst vor der Inquisition rutschen lässt. Doch an ihrer Seite hat sie Santángel, den unsterblichen Vertrauten ihres Gönners.

Es handelt sich bei "Der Vertraute" um einen historischen Fantasy-Roman, bei dem der Fokus mehr auf dem historischen Part liegt und sogar reale Ereignisse umfasst. Bardugo hat sich bei der Recherche offensichtlich Mühe gegeben und es geschafft, die Zeit der spanischen Inquisiton düster und realistisch darzustellen. Hierbei bringt sie auch feministische Aspekte ein und beschäftigt sich tiefgehend mit dem früheren Schicksal von Frauen. Auch Religionsverfolgung spielt eine große Rolle und zeigt die Grausamkeit der Inquisition. Erst hatte ich Angst, dass es schwierig wäre in das Thema hineinzukommen, aber das war überhaupt nicht der Fall, obwohl ich vor dem Lesen eigentlich nur wenige Berührpunkte mit dem Thema hatte.

Der Schreibstil spiegelt diese Aspekte passend wider. Eine düstere, derbe Stimme, gepaart mit literarischem Ton und vielen Sichtwechseln, die jeweils immer eine andere Stimme gezeigt haben. Dadurch wurden die Charaktere sehr menschlich und dreidimensional. Sogar Charaktere, die zu Beginn unsympathisch waren, konnte man gen Ende gut verstehen. Die Charaktere in diesem Buch waren insgesamt sehr komplex und interessant und ihre Beziehungen waren toll ausgearbeitet, sodass man immer mehr lesen wollte. Die Liebesgeschichte in dem Buch war großartig und tiefgründig!

Die Handlung war zu einem gewissen Grad vorhersehbar, was ich aber gar nicht schlimm fand, da das die Unaufhaltsamkeit des Schicksals repräsentiert und was passiert, wenn man sich ihm trotzdem entgegenstellt. Denn Überraschungen gab es auch genug, was das Buch sehr spannend gemacht hat.

Das einzig enttäuschende ist die recht simple Gestaltung des Buches trotz des stolzen Preises von 25€. Gerade mit Blick auf die englischen Ausgaben wäre da mehr drinnen gewesen. Dennoch passt das Cover gut zum Stil des Buches.

Dieses Buch ist etwas für alle Fans von historischen Romanen und Fantasy. Aber es muss eine Liebe für diese Genres vorhanden sein, um das Buch genießen zu können. Denn es ist durchaus möglich, dass Stil und Handlung für andere anstrengend sind. Das Buch ist ein weiteres gelungenes Werk von Bardugo, das viele Aspekte ihrer bisherigen Arbeit in sich vereint und Fans daher sicher begeistert.

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Veröffentlicht am 25.06.2024

Wenig Neues

Sorry not sorry
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Anika Landsteiner beschäftigt sich im Rahmen mehrerer Essays mit weiblicher Scham - und ihren vielseitigen Facetten.

Den Stil fand ich sehr angenehm und gut zu verstehen. Es war eine gute Mischung aus ...

Anika Landsteiner beschäftigt sich im Rahmen mehrerer Essays mit weiblicher Scham - und ihren vielseitigen Facetten.

Den Stil fand ich sehr angenehm und gut zu verstehen. Es war eine gute Mischung aus persönlich und sachlich und ein großes Lob an die Autorin für ihren Mut und ihre Offenheit!

Inhaltlich - muss ich zugeben - hat mir das Buch wenige Neuerkenntnisse gegeben, was ich sehr schade fand. Ich fand viele persönliche Erfahrungen und Perspektiven sehr interessant, aber insgesamt hatte ich nicht das Gefühl viel Neues zu lernen. Oft hatte ich das Gefühl, dass ich die Dinge zwar noch nicht von dieser Seite aus betrachtet hatte, aber aus dem Gesamtschluss konnte ich wenig ziehen.

Der Blick ins Quellenverzeichnis hat mich auch nicht unbedingt überzeugt. Es waren keine unprofessionellen Quellen, aber sehr viele Websiten und aktuelle Ereignisse und weniger wissenschaftliche Beiträge. Eine starke wissenschaftliche Fundierung hat mir insgesamt auch gefehlt.

Die Gestaltung des Buches finde ich recht seltsam. Das Cover gefällt mir von den Farben nicht allzu gut und die Verarbeitung wirkt unfertig und billig.

Das Buch ist meiner Meinung nach etwas für Menschen, die sich bisher wenig mit Feminismus beschäftigt haben, aber wer sich einigermaßen mit der Materie auskennt wird nach dem Lesen auch nicht viel schlauer. Dennoch präsentiert die Autorin viele komplexe und persönliche Aspekte, die durchaus interessant sind.

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Veröffentlicht am 13.06.2024

Ein sehr wichtiges und aktuelles Buch

Yellowface
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June steht schon immer im Schatten ihrer Freundin und Kollegin Athena. Als diese auf tragische Weise verstirbt, stiehlt June ihr Manuskript und veröffentlicht das Buch unter ihrem eigenen Namen - und das ...

June steht schon immer im Schatten ihrer Freundin und Kollegin Athena. Als diese auf tragische Weise verstirbt, stiehlt June ihr Manuskript und veröffentlicht das Buch unter ihrem eigenen Namen - und das mit riesigem Erfolg. Das große Problem? June ist weiß und Athena schreibt über ihr asiatisches Erbe und ihre Kultur. Der Diebstahl darf auf gar keinen Fall aufkommen. Und June ist bereit alles zu tun, um ihr Geheimnis zu hüten.

Yellowface beschäftigt sich mit wichtigen und kulturell relevanten Themen, wie Rassismus, Cancel Culture und Soziale Medien. Der Fokus auf die Publishing Industry ist höchst interessant und realistisch dargestellt.

Der Schreibstil ist sehr literarisch und wortgewandt, aber dadurch auch teils anstrengend. June ist zwar kein sympathischer Charakter, aber dennoch hochkomplex und interessant. Insgesamt wirkten die Figuren sehr authentisch und real.

Auf jeden Fall ist Yellowface sehr lesenswert und öffnet einem die Augen.

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Veröffentlicht am 13.06.2024

Insgesamt spannend und tolle Atmosphäre

Anatomy
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Am Anfang hatte ich wirklich Angst, dass mir dieses Buch nicht gefallen würde, weil es mir etwas schwer fiel, in die Geschichte einzusteigen, und ich keine starke Bindung zu den Charakteren verspürt habe. ...

Am Anfang hatte ich wirklich Angst, dass mir dieses Buch nicht gefallen würde, weil es mir etwas schwer fiel, in die Geschichte einzusteigen, und ich keine starke Bindung zu den Charakteren verspürt habe. Hazel war für meinen Geschmack etwas zu perfekt.

Aber das Buch wurde mit jedem Kapitel besser. Ich verstand Hazel bald besser und als Jack auftauchte, bekamen wir eine weitere liebenswerte Figur. Die medizinischen Aspekte und die Diskriminierung, der Hazel ausgesetzt war, haben mich wirklich fasziniert.

Die Geheimnisse, die Hazel lösen musste, waren jedoch leicht vorhersehbar.

Auch das Ende hat mir nicht gefallen. Auf die Fantasy-Elemente hätte ich gut verzichten können. Aber jetzt bin ich definitiv gespannt auf Buch zwei.

Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch mit erstaunlicher Ausstrahlung und Hauptcharakteren, die wahre Kämpfer sind.

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