Spicy, aber nicht im besten Sinne…
Honeybridge. All MineIm ersten Band der Honeybridge Reihe von Pippa Nixon geht es um die starke und unabhängige Isabella Tucci, die sich nach ihrer Scheidung den Traum vom eigenen Restaurant erfüllt, während sie eine einjährige ...
Im ersten Band der Honeybridge Reihe von Pippa Nixon geht es um die starke und unabhängige Isabella Tucci, die sich nach ihrer Scheidung den Traum vom eigenen Restaurant erfüllt, während sie eine einjährige und selbstauferlegte Sexpause macht. Ihr Nachbar Etienne - ebenfalls Restaurantbesitzer - macht es ihr mit seinem Aussehen und seiner anzüglichen Art schwer, durchzuhalten.
Cover und Klappentext überzeugen sofort, es wird eine cozy Herbsstimmung aufgebaut, die leider im Inneren gar nicht gehalten wird…
Das Buch hat sich sehr schnell gelesen, die Kapitel sind nie lang, abwechselnd aus der Sicht beider Protagonisten, allerdings immer in der dritten Person geschrieben, das war etwas gewöhnungsbedürftig. Aufgelockert werden die Texte durch kurze Chatverläufe. Der Anfang ist vielversprechend, eine unabhängige und entschlossene Frau mit Willensstärke und Tatkraft wird vorgestellt, auch Etienne und die wichtigsten Nebencharaktere - seine Kumpel und (nach ein paar Drinks) ihre Mädelsgruppe - kennen. Alle sind bezaubernd. Und dann wird es komisch. Das Buch wird als spicy Romance vorgestellt, was wohl eine Umschreibung für wenig subtile Formulierungen und eine (wenn auch leicht gehaltene) Sexualisierung des menschlichen Körpers selbst in unmöglichen Situationen sein soll. Die Gefühle treten in den Hintergrund. Die Nippelfokussierung im Buch, ebenso wie die ständige plumpe Wiederholung sexueller Anspielungen nerven ab der Hälfte mehr, als dass sie Freude machen. Mir fehlt das Knistern, dieser Sog, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Sätze wie „Und zweitens war die heiße Isabelle dabei einzuknicken“ haben eher „Ernsthaft-jetzt“-Charakter, als dass sie mich abholen. Das schreit ganz laut Red Flag…
Die Story bleibt insgesamt eher oberflächlich, insbesondere im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse dann so, dass gar nicht mehr in die Tiefe gegangen werden konnte. Das führt leider auch dazu, dass tatsächlich spannende Teilstränge der Geschichte, die noch ein bisschen Nervenkitzel reinbringen, einfach nur schnell abgefrühstückt werden. Logik und Authentizität werden hierbei zweitrangig. Schade.