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Engel02

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2025

Es kostet zu viel...

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
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Das Buch "Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein" von Lea Joy Friedel ist mir eher durch Zufall begegnet. Das Cover finde ich erstmal recht wenig ansprechend, ich kann mir aber vorstellen, dass es ...

Das Buch "Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein" von Lea Joy Friedel ist mir eher durch Zufall begegnet. Das Cover finde ich erstmal recht wenig ansprechend, ich kann mir aber vorstellen, dass es im Buchhandel für Aufmerksamkeit sorgt und das ist wichtig. Dieses Buch sollte zur Standardlektüre aller Menschen gehören, weil es aufmerksam macht auf ein System, was so nicht weiter existieren darf und ohne weitere Opfer auch nicht kann. Die Herangehensweise, Feminismus aus der eigenen Perspektive zu betrachten, Ungerechtigkeiten aus den eigenen Erfahrungen heraus zu schildern, ist spannend, hätte es für mich aber nicht gebraucht. Damit wird das Buch allerdings für Menschen, die den Alltagsbezug brauchen oder sich für private Details anderer interessieren (da ist jetzt im ersten Schritt nichts dran verwerflich) gut lesbar. Die Betrachtung einzelner Aspekte in thematisch zusammengehörenden Kapiteln - Es kostet Vielfalt, Selbstvertrauen, Geld, Autonomie, Identität, Gesundheit, Würde, Freiheit, Zeit und körperliche Unversehrtheit - macht schnell deutlich, welche Bereiche des (weiblichen) Lebens so von Ungerechtigkeiten betroffen sind. Sehr angenehm ist, dass hier nicht radikal feministisch gegen Männer im Allgemeinen gehetzt wird, sondern auch Männer als Opfer des Patriarchats anerkannt werden. Die Autorin stellt dar, dass nur gemeinsam aus diesem System ausgebrochen werden kann und davon alle Geschlechter profitieren. Vieles mag nicht "neu" sein, aber das kann man von einem Thema, was die Menschheit seit Ewigkeiten betrifft auch nicht erwarten...

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2025

Wer nicht wagt, wird auch nie lieben

In Case We Dare
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In case we dare ist der zweite Band der fesselnden Anwaltstrilogie von Tess Tjagvad. In wechselnder Perspektive dürfen wir gemeinsam mit Laurel und Aaron lernen, uns zu trauen unsere Gefühle anzunehmen ...

In case we dare ist der zweite Band der fesselnden Anwaltstrilogie von Tess Tjagvad. In wechselnder Perspektive dürfen wir gemeinsam mit Laurel und Aaron lernen, uns zu trauen unsere Gefühle anzunehmen und auszuleben. Die Charaktere sind bereits in Band 1 angeklungen und zum Glück hat Laurel hier auch ihren Platz gefunden. Dort wurde schon ihre Vorsicht in manchen Situationen beschrieben, das macht natürlich neugierig. Leider blieb der zweite Band von der Storyline etwas hinter dem ersten zurück, was in meinen Augen vor allem daran liegt, dass die Charaktere zwar tiefschichtig sind, aber mir etwas zu oberflächig dargestellt werden. Dabei sind die Themen, die angesprochen werden - ACHTUNG SPOILER: Burnout, sexuelle Belästigung... - so wichtig. Andererseits ist es auch schön, dass die Geschichte der beiden eben durch diesen Verlust gewonnen hat, weil viel mehr Zeit auf das Zwischenmenschliche verwendet werden konnte. Wie in Band 1 wird die Liebesgeschichte der Protagonisten um einen "Fall" ergänzt, der der Geschichte mehr Spannung gibt, weil man von Beginn an mitfiebert und auf einen positiven Ausgang hofft.

Besonders hervorheben möchte ich den Schreibstil der Autorin hervorheben, erinnert mich ein bisschen an die poetische Art von Merit Niemeitz. Super angenehm zu lesen, unfassbar anschaulich und sorgt für echte Wohlfühlmomente

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Ganz passabler Auftakt

House of Marionne
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Die Charaktere bleiben etwas flach, der Einstieg in die Welt fällt schwer, aber die Geschichte überzeugt mit Spannung und guten Plottwists

The House of Marionne ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie ...

Die Charaktere bleiben etwas flach, der Einstieg in die Welt fällt schwer, aber die Geschichte überzeugt mit Spannung und guten Plottwists

The House of Marionne ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie von J. Elle. Gemeinsam mit der Protagonistin Quell Marionne tauchen wir als Leser:innen ein in eine Welt voller Magie, in welcher Quell aufgrund ihrer dunklen Magie nicht sicher ist. Gemeinsam mit ihrer Mutter verbringt sie ein Leben auf der Flucht, bis ihr ein Dragun etwas zu nah kommt. An der Akademie ihrer Großmutter wird sie eingeführt in die Gesellschaft und in die Welt voller Magie, muss ihre eigene aber weiterhin verstecken, da Toushana, also die dunkle Magie, verflogt wird. Leider fand ich es etwas schwer, das Magiesystem zu verstehen, da wir, wie Quell, nur häppchenweise dazugelernt haben, nichtsdestotrotz ist dadurch auch die Spannung immer hoch geblieben.
Spannung ergibt sich auch daraus, dass es etwas dauert, bis sich herauskristallisiert, wer der Love Interest ist: Yagrin, weil es Kapitel aus seiner Sicht gibt? Oder doch eher Jordan, weil er Quells Mentor ist und die beiden dadurch gezwungenermaßen viel Zeit miteinander verbringen? Findet es heraus, denn auch wenn ich hier keine fünf Sterne vergebe, dürft ihr diese Rezension als Leseempfehlung verstehen. Der Schreibstil ist locker-leicht und gut zu lesen, teilweise fehlen die Details, aber irgendwie kann man hier darüber hinwegsehen. Ärgerlich ist, dass auch die Figuren an einigen Stellen eher oberflächlich bleiben, als wären sie nur für den Hauptstrang der Handlung geschrieben und hätten keinen eigenen Charakter. Auch wenn der Mittelteil etwas zäh war, lohnt es sich wirklich, den Roman bis zum Ende zu lesen, weil vor allem das letzte Drittel geprägt ist von wirklich mittreißenden Plotttwists, die einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lassen.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Irgendwie nicht ganz ausgeschrieben

A thousand heartbeats - Der Ruf des Schicksals
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A thousand heartbeats ist der aktuelle Roman von Kiera Cass. Beworben wird er als Fantasy-Standalone mit über 600 Seiten und das erste, was natürlich auffällt ist dieses wunderschöne Cover mit seinen Rosa- ...

A thousand heartbeats ist der aktuelle Roman von Kiera Cass. Beworben wird er als Fantasy-Standalone mit über 600 Seiten und das erste, was natürlich auffällt ist dieses wunderschöne Cover mit seinen Rosa- und Violetttönen - zum Verlieben. Und genau das hofft man natürlich auch von der Geschichte…
Diese ist aus der wechselnden Perspektive von Prinzession Annika und Soldat Lennox geschrieben, welche zunächst einmal nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Während Annika ein vermeintlich behütetes Leben im Schloss führt, viel Zeit in der Bibliothek verbringt, gegen die Langeweile Schlösser knackt und Schwertkampf übt und von ihrem Vater aus politischen Gründen zwangsverheiratet wird, wohnt Lennox in einer heruntergekommenen Burg außerhalb des Königreichs, muss sich mit dem Partner seiner Mutter - dieser ist im Übrigen das Oberhaupt der doch recht großen Gruppe Heimatloser - herumschlagen und unterstützt in der Burg, wie er kann, egal ob es um die Ausbildung neuer Rekruten oder die Bestrafung von Deserteuren geht. Allen ist klar, dass sich zwischen den beiden etwas anbahnen muss, aber der Beginn der Lovestory lässt lange auf sich warten und während jedes weiteren Kapitels (übrigens leider nie länger als 8 Seiten lang), durch die man dank des flotten und leicht zu lesenden Schreibstils der Autorin praktisch hindurch fliegt, stirbt die Hoffnung auf eine gut ausgeschriebene Geschichte mehr und mehr. Am Ende war schlichtweg nicht mehr genug Zeit für ein ordentliches und sinnvoll entwickeltes Enemys-to-Lovers und das Ganze wirkte doch arg konstruiert. Die Geschichte konnte sich einfach nicht genug entfalten und dass, obwohl da echt viel drinsteckt. Die oberflächlichen Beschreibungen der Charaktere wecken großes Interesse, der Spannungsbogen ist bis zum letzen Drittel bemerkenswert - und dann ist da einfach nicht mehr genug Platz, um auch die Nebencharaktere ausführlich zu beschreiben, alle zu Wort kommen zu lassen, den Spannungsbogen sinnvoll zu Ende zu führen. Das führt dann leider auch dazu, dass nicht alles so wirklich aufgelöst wird, es bleiben mehr Fragen auf als üblich.
Ein Highlight für mich war dann nochmal der Epilog, in dem sich wirklich Zeit genommen wurde für eine Momentaufnahme. Hier findet sich auch wieder die Romantik, die im ganzen Buch immer wieder auftaucht, es sind die kleinen Dinge. Und dazu passt dann auch eins meiner zwei Lieblingszitate aus dem Roman:

„Die Liebe hat keine Gestalt.“, flüstert er. „Sie hat einen Klang. Sie klingt wie tausend Herzschläge zugleich“.

Wie schön es einfach ist, dass sich darin auch der Titel findet, oder?
Ihr merkt schon, ich kann mich nicht so recht entscheiden zwischen guter Idee und mäßiger Umsetzung. Für mich zieht sich ein „ich hätte gerne mehr Details gehabt“ oder „Ich wäre gerne tiefer in die Geschichte eingetaucht“ durch den ganzen Roman und lässt mich etwas frustriert zurück.
Noch eine letzte Anmerkung: Obwohl das Buch als Fantasy-Standalone beworben wurde, kamen die Fantasyanteile definitiv zu kurz. Das hat mich prinzipiell gar nicht so unfassbar gestört, weil meine Erwartung eher in die Selection-Richtung ging, enttäuschend kann das aber natürlich schon sein. Die ausgedachte Welt fand ich nicht einmal fantastisch genug, um sie schon als Fantasy durchgehen zu lassen, umso seltsamer war es dann, wenn tatsächlich mal fantastische Elemente dabei waren, das Gesamtbild war da einfach nicht ganz stimmig.
Empfehlen würde ich es eher für diejenigen unter euch, die eine schnelle und oberflächliche Lektüre für nebenbei suchen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es ein guter Romantasy-Einstieg für 12- bis 14-Jährige ist, viele Fantasy-Elemente dürfen aber nicht erwartet werden. 
Mein Fazit ist auf jeden Fall, dass die Geschichte nicht ordentlich ausgeschrieben ist. Da steckt einfach sooo viel Potential drin, aber die Umsetzung ist zumindest für mich nicht ansprechend. Eigentlich lese ich Bücher gern drei- oder viermal, dieses würde ich leider kein zweites Mal in die Hand nehmen, weil es mich am Ende echt angestrengt hat, mich nicht zu sehr zu ärgern. Am liebsten würde ich die Autorin bitten, genau die gleiche Storyline auf zwei oder drei Romane aufzuteilen und mehr in dabei mehr in die Tiefe zu gehen.

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