Ich kenne die Reihe um Margeaux Surfin seit einigen Jahren. Gewitzte Krimi mit hoher Spannung und guter Unterhaltung sind normalerweise garantiert bei Nicole de Vert. Dieser hier beginnt so, dass Frank ...
Ich kenne die Reihe um Margeaux Surfin seit einigen Jahren. Gewitzte Krimi mit hoher Spannung und guter Unterhaltung sind normalerweise garantiert bei Nicole de Vert. Dieser hier beginnt so, dass Frank Kaiser in Stuttgart den letzten Fall dokumentiert. Zwar gibt es eine kurze Einweisung zum Buch und auch, dass der Bericht Franks hinten nachzulesen ist, aber das Schlimme ist: Der eigentliche Roman läuft über 100 Seiten so, dass ich nicht weiß, was ich warum eigentlich lese. Es führt so nichts. Später beginnt tatsächlich ein Krimi, der mit dem quälenden Anfang jedoch nichts zu tun hat. Sehr nervig und führte dazu, dass ich den Roman nur noch überflog. Ich hoffe darauf, dass nachfolgende Krimis um die Mimikexpertin Margeaux wieder von Anfang bis Ende in ihren Bann ziehen. Dieser ist ein "Schuss in den Ofen".
Iris stammt aus dem britischen London und sie hat ein Rezept für ein unvergleichliches Eis. Es verschlägt sie als Köchin nach New York, wo sie für einen gewitzten Manager in einem Nudelrestaurant kocht. ...
Iris stammt aus dem britischen London und sie hat ein Rezept für ein unvergleichliches Eis. Es verschlägt sie als Köchin nach New York, wo sie für einen gewitzten Manager in einem Nudelrestaurant kocht. Ihr Herz hängt allerdings am Eis.
Eines Tages läuft sie mit ihrem Chef, der auch ein Freund ist, über eine geschmückte Straße und lernt Gio kennen. Er ist der Inhaber einer Eisdiele italienischer Einwanderer. Leider ist sein Vater mit einer Amnesie im Krankenhaus und damit ist auch das Rezept des köstlichen Vanille-Eises futsch. Nur das verkauft er in seiner speziellen Gelateria. Iris hilft ihm und findet immer mehr Bekanntes. Kann es sein, dass sie miteinander verwandt sind oder…?
Es ist eine ziemlich unglaubhafte Geschichte, die sich da entspinnt. Eine Eisdiele, die nur eine Eissorte verkauft? Das Rezept nirgends notiert? Gio ist niedlich, als Inhaber kann ich ihn mir nur bedingt vorstellen. Und Iris steht zwar mit beiden Beinen auf der Erde, ist sich aber sooo lange so unsicher, obwohl Gios Familie sie herzlich aufgenommen hat. Es war nicht meins. So gar nicht. So viel zu herzschmerzig und so unglaubhaft insgesamt.
Jenny reist für ein Projekt nach Edinburgh. Im Advent. Sie kann mit Weihnachtsdekoration, Plätzchenbacken und Co nix anfangen und wird quasi davon erschlagen. Denn die Schotten tragen Weihnachtspullis ...
Jenny reist für ein Projekt nach Edinburgh. Im Advent. Sie kann mit Weihnachtsdekoration, Plätzchenbacken und Co nix anfangen und wird quasi davon erschlagen. Denn die Schotten tragen Weihnachtspullis und die Innenstadt ist voll auf Advent eingestellt.
Jennys Großmutter lebt in Morningside, einem Stadtteil von Edinburgh. Sie kennt sie nicht, denn ihr Vater hat den Kontakt zu ihr abgebrochen. Als sie sich zu ihr hintraut, entspinnt sich etwas ganz Besonderes.
Es ist ein absoluter Wohlfühlroman und eine feinfühlige Liebesgeschichte. Ich bin darin eingetaucht und habe das Buch an einem Sonntagnachmittag im Garten in einem Zug ausgelesen. Es gibt eine unharmonische Person und sehr viel liebevolle Kleinigkeiten und einen Callum, der Jenny nicht nur Weihnachten schmackhafter macht. Der Schreibstil ist locker-flockig, kommt ohne Redundanzen aus und bietet sogar kleine Spannungsbögen. Unbedingt lesenswert!
Leonie arbeitet eigentlich als Logopädin in Zürich. Als ihre Oma im Schwarzwald stirbt und ihr das Elternhaus samt Konditorei überlässt, übernimmt Leonie alles und stellt den Konditor Hannes ein. Das Ganze ...
Leonie arbeitet eigentlich als Logopädin in Zürich. Als ihre Oma im Schwarzwald stirbt und ihr das Elternhaus samt Konditorei überlässt, übernimmt Leonie alles und stellt den Konditor Hannes ein. Das Ganze passiert Anfang mit Mitte November. Sie schaffen es die Bäckerei zu renovieren und vor dem Advent loszulegen. Als ihnen ein verwahrlost erscheinendes Mädchen auffällt, dass auch noch klaut und Schlüssel nachmacht, um nachts an die Kühlschränke heranzukommen, ist Leonie lieb und naiv. Dazu hat Hannes noch einen speziellen Freund, der Unruhe mit hineinbringt. Missverständnisse sind das Salz in dieser "Suppe".
Der Haken ist eigentlich, dass die beginnende Liebesgeschichte zwischen Leonie und Hannes unglaublich viele inhaltliche Wiederholungen enthält. Dazu ihre Naivität in vielen Dingen und die überseichte Geschichte - es war nichts für mich. Ich lese so manches gerne zwischen den Zeilen. Gerne auch seicht und cosy, aber nicht sooo seicht.
Benjamin ist Journalist, kommt ursprünglich aus Bayern wo seine Familie seit eh und je eine Fischzucht führt. Die so langsam den Bach hinunter geht, wie so vieles in Deutschland. Die Fischzucht ist quasi ...
Benjamin ist Journalist, kommt ursprünglich aus Bayern wo seine Familie seit eh und je eine Fischzucht führt. Die so langsam den Bach hinunter geht, wie so vieles in Deutschland. Die Fischzucht ist quasi Sinnbild des schleichenden Niedergangs mit
vielen „ham wir immer schon so gemacht“-artigen Sätzen. Benjamin hat sein Studium nebst Volontariat beendet und bekommt beruflich keinen Fuß in die Tür, geschweige denn einen behaglichen Sitz im Sattel. Nix davon. Und dann kommt eine windige Stelle, den er als Liberaler aus gutem Haus eigentlich ablehnen müsste und aus finanziellen Gründen nicht kann. Er macht die Pressearbeit für einen populistischen Politiker….
Es ist ein sehr politischer Roman, der seine Anfänge in den 1980-er Jahren findet und im idyllischen, streng katholischen Teil Bayerns beginnt. Mehrere Handlungsstränge zeigen, dass die Nazis nie so wirklich weg waren und wie man sich mit ihnen arrangierte. Die Geschichte Benjamins zeigt, wie ein anständiger Mensch ohne es zu wollen auf einmal auf der Seite von rechten Querulanten landen kann. Auch wenn jemand weiß, was früher mal war und nie wieder sein darf.
Beide Autorinnen recherchierten gut und wissen, wie es wo in Deutschland politisch bestellt ist. Und sie holen ihren Leser ab, egal wo du oder Sie politisch den Haken auf dem Stimmzettel machen würden. Dazu ist es gut geschrieben, eine lockerleichte Schreibe, der man ganz einfach folgen kann und die die Gefahren deutlich zeigt. Und mir gingen zwischendurch Orte durch den Kopf, wo ich ähnliche Szenen schon mal erlebt habe. Teilweise auch Gespräche im Bekannten- und Freundeskreis, die so ähnlich verlaufen sind, wie manche in diesem Roman. Geschichte gut erläutert und in eine Geschichte verpackt, die ihresgleichen sucht. Hervorragend!
Hoffentlich lesen viele Menschen dieses Buch und werden wach(er). Denn die Menschen lernen offensichtlich selten so richtig dazu, über Generationen werden immer die gleichen Fehler wiederholt. Aber Rigg und Klischert liefern mit Benjamin und seiner Familie auch Ideen und wie man diese umsetzen könnte. Herrlich. Bitte mehr davon!