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Veröffentlicht am 11.09.2024

Puh...

Schneezauber über Stockholm
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Es ist die Zeit der Corona-Pandemie, aber der Roman spielt ja in Schweden. Alle Länder leben mit Lockdowns während der Advent in Stockholm langsam relativ normal Fahrt aufnimmt. Alice arbeitet als Lektorin ...

Es ist die Zeit der Corona-Pandemie, aber der Roman spielt ja in Schweden. Alle Länder leben mit Lockdowns während der Advent in Stockholm langsam relativ normal Fahrt aufnimmt. Alice arbeitet als Lektorin und hockt größtenteils in ihrer Wohnung. Einige Menschen wissen um ihre neue Phobie, aber ihre Mutter zum Beispiel ahnt nicht, dass ihre Tochter erstens ihre feste Arbeit verloren hat, dass ihr Partner sie verlassen hat und sie auch nicht mehr unter Leute gehen mag. Da kommt ihr die Anfrage eines Autors, ob Alice sein Buch lektorieren würde, ganz recht. Dazu muss sie nicht aus dem Haus gehen. Schwung bekommt ihr Leben auch durch den Kater Konfuzius.

Gehofft hatte ich auf einen typisch romantischen Adventsroman. Aber leider konnte ich mit Alice so gar nicht warm werden. Dazu ist die Geschichte sehr kleinteilig als sie anfängt das neue Buch zu lektorieren. Diese Passagen finden sich leider als eine Art Mit-Roman wider und irritierten mich total. Ein Schuss in den Ofen sozusagen.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Hat man nicht lange was von

Stürmisch die Nacht
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Kommissar Benthien hat und macht endlich einmal Urlaub. Zumindest so lange bis im Lister Hafenbecken eine Leiche auftaucht. Und dann noch eine. Ein gefühlt schmales Buch - bei ebooks sieht man das ja nicht ...

Kommissar Benthien hat und macht endlich einmal Urlaub. Zumindest so lange bis im Lister Hafenbecken eine Leiche auftaucht. Und dann noch eine. Ein gefühlt schmales Buch - bei ebooks sieht man das ja nicht und deshalb ist dieser gut aufgesetzte Krimi zusammen mit einem ordentlichen Friesentee in der Kanne schnell verschlungen. Sturm auf Sylt, sogar mit Schnee als Beilage mitten im Winter, dazu das dunkle Nordfriesland - im Norden ist die dunkle Jahreszeit wirklich lange dunkel. Ein rauer Regionalkrimi vom Feinsten. Nur viel zu kurz.

Veröffentlicht am 10.09.2024

Zu weitschweifig

Das Winterhotel
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Brent hat das Maple Sugar inn in Vermont zusammen mit seiner Frau Hattie vor einigen Jahren gekauft. Sie kümmerte sich um alles drumherum, er sich ums Personal. Seit einem Jahr lebt er nicht mehr und Hattie ...

Brent hat das Maple Sugar inn in Vermont zusammen mit seiner Frau Hattie vor einigen Jahren gekauft. Sie kümmerte sich um alles drumherum, er sich ums Personal. Seit einem Jahr lebt er nicht mehr und Hattie hat Brents Traum am Hals. Dann checken drei unterschiedliche Frauen ein, die Weihnachten mit Büchern verbringen wollen. Und die außerdem eine lange Freundschaft verbindet. Auch Hattie verbindet etwas mit ihnen, das klärt sich später.

Mich hat der Roman erschlagen. Am Anfang bekommt man Hatties Unmut mit, denn ihr tanzt die Hausdame auf der Nase herum und die Ansprüche mancher Gäste sind sehr kleinteilig erzählt. Ebenfalls ausschweifend erzählt sind die Befindlichkeiten der drei Bücherfrauen und dazu kommen noch massenweise andere Namen, die später keine Rolle mehr spielen. Mir wurde es zuviel und ich habe ab dem ersten überstandenen Drittel nur noch die Seiten überflogen.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Sensationell!

Fable – Der Gesang des Wassers (Fable 1)
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Yolande wächst im Norden auf, weit weg von ihrer Familie in Sitia. Dort wurde sie als Kind geraubt und hat im Norden einiges erreicht, aber auch viel durchmachen müssen. Das wird so nach und nach immer ...

Yolande wächst im Norden auf, weit weg von ihrer Familie in Sitia. Dort wurde sie als Kind geraubt und hat im Norden einiges erreicht, aber auch viel durchmachen müssen. Das wird so nach und nach immer klarer. Als eine Magierin aus Sitia sie freikauft, lernt sie als Erwachsene ihre Familie kennen und ihre eigene Lebensweise. Angekommen im Magierturm muss sie sich durchsetzen, noch viel lernen, aber es gibt auch missgünstige Wesen, die es auf sie und andere ihrer Art abgesehen haben. Brilliant verfasst bzw. übersetzt. Ich habe das Buch an einem heißen Sonntag mit Genuss gelesen. Es enthält alles, was man von guter Fantasy erwartet: eine atmosphärisch-dichte Geschichte mit Hand und Fuß, gut beschriebenen und ausgedachten Figuren deren Handlungen und Hintergrund man versteht und eine Welt, in die ich mich gut hineinversetzen konnte. Magie, die gewebt wird, wo sie nicht erwartet wird. Und dazu einen gewaltigen Cliffhanger, der viel Lust auf den zweiten Band bereitet...!

Veröffentlicht am 09.09.2024

Amüsant!

Drei Feiertage und eine Hochzeit
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Anna liebt ihre jüdische Stiefmutter und trauert noch um ihren Vater und die Weihnucca-Tage als sie sich auf den Weg nach Toronto macht. Beziehungsweise erst Mal zum Flughafen. Nick will sie seinen Eltern ...

Anna liebt ihre jüdische Stiefmutter und trauert noch um ihren Vater und die Weihnucca-Tage als sie sich auf den Weg nach Toronto macht. Beziehungsweise erst Mal zum Flughafen. Nick will sie seinen Eltern vorstellen und sich mit ihr verloben. Nick ist ein reicher Schnösel, das merkt man schnell. Maryam ist die älteste Tochter einer indisch-stämmigen, muslimischen Familie, die vor Urzeit in die USA einwanderte. Maryam hat alles im Griff, auch, dass ihre Schwester am Ende des Ramadan ihren Freund in Toronto heiraten will, was man normalerweise nicht macht. In der kommenden Woche fallen Chanucca, Weihnachten und das Zuckerfest in eine Woche. Blöderweise landet das Flugzeug in dem Maryam mit ihrer Familie sitzt und auch Anna und Safi, der angehimmelte Freund aus Kindertagen Maryams in dem Städtchen Snow Falls, immerhin schon in Canada, not. Sie hängen wegen eines länger andauernden Schneesturms dort einige Tage fest.

Was sich im einzigen Hotel der Stadt entspinnt, ist urkomisch und berührend zugleich. Die Muslima freundet sich mit Anna an. Anna verpasst den Bus zum Hotel und landet stattdessen in einem Pub und lernt dort Josh kennen. Die beiden laufen sich in den nächsten Tagen des Öfteren über den Weg. Man bekommt Maryams Leben mit ihrer Familie ebenso mit wie die Häutungen von Anna als sie sich selbst neu entdeckt. Ohne Nick ist sie ein anderer Mensch.
Manches kann man sich denken, das meiste jedoch nicht und die Geschichte ist unheimlich schön, leicht skurril und irrwitzig und in großen Teilen nicht vorhersehbar. Ich habe mich einen langen Nachmittag lang hervorragend amüsiert!